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Zurückgekehrte Migranten in Afrika: Wohin er auch geht - Jean-Marie ist unerwünscht
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Hunderttausende afrikanische Migranten sitzen in Libyen fest, viele werden Opfer von Ausbeutung, Folter und Mord. Nun sollen Tausende in ihre Heimatländer zurückgebracht werden - doch auch dort sind viele nicht mehr willkommen.

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ketzer2000 30.12.2017, 13:48
20. 2 Aspekte

Man muß hier zwei Aspekte in Betracht setzen. Die afrikanischen Länder bekommen überwiegend ihre Wirtschaft nicht auf Vordermann, obwophl die Länder grundsätzlich über Rohstoffe und wirtschaftlich technische Ressourcen verfügen. Wenn man das auf die Spitze treibt, könnte man auch behaupten, dass die korrupten Eliten dafür sorgen, ihre eigenen Taschen zu füllen. Slebst in Südafrika, wo die wirtschaftliche Situation so komfortabel ist, das ein Flüchtlingsproblem existiert, blockiert der ANC den Fortschritt und den Infrastrukturausbau. Der zweite Punkt ist, dass die Afrikaner glauben, dass in Europa Milch und Honig fließen. Das mag zwar für afrikanische Verhältnisse so sein, die Hürden nach Europa sind allerdings hoch - noch höher ist die Hürde hier wirklich so viel Geld zu verdienen, um die Schleuserkosten zu bezahlen und die Ansprüche der Daheim gebliebenen zu befriedigen. Wenn dann der verlorene Sohn zurückkommt, dann ist er in der Großfamilie der Versager und damit selbstverständlich ausgegrenzt. Das ist hier im Übrigen auch nicht anders.
Muß uns das kümmern?
Wohl eher nicht, denn die innerafrikanischen Machtverhältnisse scheinen eine nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft nicht zu ermöglichen. Und, Europa allein kann das Problem nicht lösen, denn abgesehen von ein paar mitteleuropäischen Ländern ist die Arbeitslosigkeit hoch und in einigen neuen EU Mitgliedsländern die Bereitschaft Arbeitsmigranten aufzunehmen vergleichsweise sehr gering.

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larsmach 30.12.2017, 13:52
21. Zitat: "Was in Europa zudem kaum bekannt ist"

"Was in Europa zudem kaum bekannt ist"
Ja, bei dem Satz musste ich schmunzeln. Es ist richtig, dass in übersättigten und teilweise verweichlichten Gesellschaften Europas viele nicht wissen, dass in manchen Entwicklungs- und Schwellenländern z.B. enorm viele Flüchtlinge aus schwelenden Bürgerkriegen Schutz finden - ohne, dass selbst in Demokratien wie Ghana mit seinen kontroversen politischen Diskussionen von morgens bis abends derart nach unten getreten wird wie hier. Vermutlich geht es den meisten Menschen dort schlecht genug, um Empathie nicht verkümmern zu lassen.
Es ist zugleich auch richtig, dass die Idee, sich aus anderen als akuten Gefahrengründen einfach unangemeldet und ungeregelt auf den Weg zu machen, eine Schnappsidee ist.
Wer auswandern will, der möge Kontakt mit der Botschaft des Ziellandes aufnehmen - und legal und offiziell einreisen. Sämtliche Lebensersparnisse, eigene und oft auch die der Familie, für Schlepper usw. zu vergeuden, um illegal und ungeregelt zu migrieren, stiftet für die absolute Mehrheit der Betroffenen keinen Nutzen: Das Geld wäre in vielen Fällen vor Ort besser investiert in ein Geschäft, eine Firma, Ausbildung.
Somit liegt auf Seiten der Migrationswilligen das Problem andersrum und unser Zitat erfährt eine Anpassung: "Was in Afrika zudem kaum bekannt ist"...

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fantin-latour 30.12.2017, 13:52
22. Zahlendreher?

Irgendwas versteh ich nicht an der Rechnung: 250 Euro Jahreseinkommen, aber es können viele tausende Euro an die Schmuggler bezahlt werden - woher stammt das Geld, wenn alle so arm sind?. Das ist, als wenn ich 100.000 Euro auf dem Konto hätte, aber mich lieber in ein Schlauchboot setze, als mit den 100.000 Euro eine Existenz aufzubauen, was mit 100.000 Euro ja möglich sein sollte

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decathlone 30.12.2017, 13:53
23. Kern des Problems..

... sind doch die falschen Vorstellung en vom Leben in Europa, die offensichtlich auch von den Schleppern verbreitet werden. Viele der Migranten landen aufgrund fehlender Qualifikationen und Sprachkenntnisse in prekären Jobs. Erntehelfer in Spanien usw. können sich kaum selbst über Wasser halten. Den meisten dieser Menschen wäre mit einer Chance in der Heimat mehr geholfen und mit dem Geld aus europäischen Sozialtransfers, dass den wenigen zufliesst, die es nach Europa geschafft haben, könnte man in den Herkunftsländern viel mehr Menschen helfen und vielleicht dauerhafte Verbesserungen anstossen.

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stadtmusikant123 30.12.2017, 13:55
24. die Gesellschaft wird gespalten

Einzelschicksale sind traurig und bedauerlich - helfen aber bei der Problemlösung herzlich wenig.

In meiner Heimatstadt sind jetzt fast alle Turnhallen wieder leer, nur finden jetzt junge Familien und oder Geringverdiener mit Familienzuwachs keine größere bezahlbare Wohnung mehr.

Wer derzeit mit dem sozialen Wohnungsbau beglückt wird ist sicher keine Geheimnis und kein Alleinstellungsmerkmal unserer Kommune.

Bei den nächsten Wahlen wird sich das niederschlagen.

Diese Flüchtlingskrise spaltet unsere Gesellschaft.

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Aison' 30.12.2017, 13:55
25.

Zitat von sozialismusfürreiche
Ich weiß nicht, ob es manchmal nicht sinnvoller wäre die Energie und die Gelder, die bei der versuchten Migration aufgewendet werden lieber im Herkunftsland in den Aufbau eines Geschäfts zu investieren und damit zur Entwicklung im eigenen Land beizutragen. Allerdings übersehe ich vermutlich die dort herrschende Korruption und sonstige Hindernisse.
Das machen wir doch schon seit 100 Jahren so. Das nennt sich Entwicklungshilfe. Entwicklungshilfe führt aber dazu, dass die Menschen dort plötzlich das Geld haben nach Europa zu flüchten. Entwicklungshilfe hat auch dazu geführt, dass die Kindersterblichkeit in Afrika die letzten Jahre massivst zurückging. Dummerweise produzieren sie aber weiterhin gleich viele Kinder, nur überleben die jetzt und haben keine Perspektiven mehr.
Entwicklungshilfe ist oft eine Sackgasse, und zwar dann, wenn die Entwicklungshilfe Arbeitgeber für Entwicklungshelfer ist. Denn diese haben gar kein Interesse, dass die Hilfe einmal funktioniert, denn dann sind sie ihren Job los.

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karlm99 30.12.2017, 13:56
26. Diejenigen,

die soviel Geld für die Reise nach Europa auf den Tisch legen können, gehören eher zur Mittelschicht und nicht zu den Armen. Man sehe die Dinge mal realistisch. Auch in Afrika ist die Entwicklung weitergegangen. Die echten Armen haben nur ihre Füße und kein Bargeld in dieser Dimension und kommen zwangsläufig nicht weit. Wohlhabendere Schichten sind in Afrika entstanden, die unzufrieden mit ihrer Lage nach Europa wollen. Dies liegt nicht in unserem Interesse, gefährdet unsere innere Sicherheit und unsere Zukunft ebenso, wie die weitere Entwicklung Afrikas. Wenn die Apologeten der multikulturellen Masseneinwanderung so weitermachen, kann es durchaus geschehen, dass diese selber noch am eigenen Leib erfahren, was es tatsächlich heißt Flüchtling zu sein.

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sonnemond 30.12.2017, 13:58
27. Deutschlands offene Grenzen

. . . wurden als Einladung verstanden. Jetzt sind die Menschen dort in die Falle getappt. Ihr Leben hat sich drastisch verschlechtert, Deutschland sei Dank.

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rumburg 30.12.2017, 13:58
28. Bitte nicht nach Deutschland oder die EU

Schöner Beitrag. Mag sein, dass all diese Personen als offensichtliche Wirtschaftsmigranten nur das Ziel Europa haben, aber dies möchte die Mehrheit der Deutschen nicht. Humanitäre Härten müssen nicht sein, aber nach Rettung und Notversorgung in Italien gleich wieder zurück nach Nordafrika oder die Elfenbeinküste. Wir brauchen qualifizierte, dosierte Zuwanderung und keine Glücksritter. Vor dem Hintergrund des Artikels sollte man eher das Thema Rückführung diskutieren in Deutschland statt Höchstgrenzen.

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Titanus 30.12.2017, 13:58
29. Falsche Anreize

Die Bargeldrücksendungen von nach Europa geflüchteten Menschen tragen also direkt dazu bei, dass sich noch mehr auf den Weg nach Europa (bzw. Deutschland) machen. Ein Argument mehr für Sachleistungen und gegen Barauszahlungen (siehe Vorreiter Österreich, siehe Forderungen in Holland "Brot und Dach"). Zudem sollte den Menschen Hilfe zur Selbsthilfe gegeben werden, damit ein Leben in Afrika erstrebenswert bleibt. Und ganz wichtig: Senkung der Geburtenrate! Wir können die Welt zwar nicht retten, aber helfen, dass es den Menschen in ihren Heimatländern besser geht.

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