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Zuwanderer: Acht Monate Warten auf Integrationskurse
DPA

Deutsch, Alltagswissen, Werte: Wer nach Deutschland kommt und die Sprache kaum beherrscht, kann zur Teilnahme am Integrationskurs verpflichtet werden. Doch die Wartezeit darauf hat sich seit 2016 fast verdoppelt.

kumi-ori 26.05.2019, 18:29
1.

Es ist bedauerlich, wenn wir nicht immer sofort dienen können, aber das Problem der Wartezeit besteht nicht nur bei den Integrationskursen, sondern zieht sich überall durch den deutschen Lebensalltag. Warten Sie mal zum Beispiel auf einen Krippenplatz!

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isar56 26.05.2019, 18:52
2. Zwölf

unbegleitete Kinder und Jugendliche habe ich nach deren Ankunft hier nahe begleitet und die Erfahrung gemacht, dass Kontakte zu deutschsprachigen Menschen die schnellsten Erfolge beim Spracherwerb brachten. Eine nigerianische Frau erzählte nach einem Deutsch- und Integrationskurs (6Monate halbtags), sie wisse nun was ein Akkusativ ist, könne aber die Sprache noch immer nicht bzw mangelhaft. Kurse scheinen nicht den durchschlagenden Erfolg zu bringen, selbst dann nicht, wenn die Teilnehmer tatsächlich anwesend sind und bleiben.

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Baalsebul 26.05.2019, 19:01
3. Die berühmten Perlen

Ich hab da Erfahrung, da ich für 10 Monate ehrenamtlich bei der Flüchtlingbeschulung 2016/17 ausgeholfen habe. Auch da war schon alles auf Kante genäht. Jeder Dozent wurde genommen, auch wenn er selbst kaum richtiges Deutsch sprach. Was mich immens damals schon geärgert hat (ich war an einer VHS als Träger): die Faulheit der "Schüler". Da die meisten verpflichtet waren (Jobcenter), MUSSTEN diese das machen und haben kaum etwas gelernt. Sie kamen, wann sie wollten, Hausaufgaben wurden meist nicht gemacht und auch sonst herrschte eine Einstellung vor, nach dem Motto: bring mir was bei! Von den im Schnitt 15 Schülern (alle möglichen Altersstufen) haben sich vielleicht 2 Mühe gegeben und waren ordentlich. Der Rest hat wahrlich nur gekostet: auch Nerven. Es wurde ÜBERHAUPT nicht geschätzt, dass ihnen dies angeboten wurde. Verschwendung von Ressourcen ohne Ende. Letztlich hat auch das mich zum Schluss kommen lassen, dass ich mir diese Undankbarkeit (zusätzlich zum "schwierigen" Verhalten, wie Prügeleien und Aufdenbodenspucken) nicht mehr antue und ging. Es war es nicht wert.

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hellas16 26.05.2019, 19:02
4. Überzogene Erwartungen

Die Kurse sind für Bildungsträger ein mühsames Geschäft, denn das BamF baut beständig seine Bürokratie aus. Schon meine Oma sagte: "Von der Wiege bis zur Bahre. Formulare, Formulare! Es gibt inzwischen zahlreiche Institutionen, die keine Kurse mehr anbieten. Daraus resultieren auch Zeitverzögerungen.

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gluonball 26.05.2019, 19:06
5. Kapaztität

Die Kapaztität ist eben nicht unendlich. Das wollen viele nicht begreifen. Wo sollen plötzlich all die Lehrer herkommen. Normalerweise wächst ein Staat gemächlich und er kann sich somit entsprechend anpassen. Wenn man nun plötzlich Millionen neue Menschen abfertigen muss, muss das auf Kosten der Kapazität gehen.
Wie denn sonst?

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Mister Stone 26.05.2019, 19:13
6.

Wer neu zugewandert ist und kein oder nur wenig Deutsch beherrscht, kann von den Behörden zur Teilnahme verpflichtet werden. Das gilt auch für Ausländer, die Hartz IV beziehen, sowie Asylbewerber, die staatliche Unterstützung bekommen.

Luftnummer. Diese "Verpflichtung" verpufft, weil sie einfach und ohne jegliches Risiko umgangen werden kann. Es gibt überhaupt keinen Druck, weil es praktisch keine Sanktionen gibt. Das weiß ich von syrischen Bekannten. Wer also nicht will und deshalb "verpflichtet" wird, der wird auch danach nicht wollen. Deshalb wird diese Kann-Bestimmung zur "Verpflichtung" auch nur sehr selten angewandt und wenn sie angewandt wurde nicht durchgesetzt.

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Dr. Kilad 26.05.2019, 19:54
7. Der beste Weg was zu lernen

ist es, möglichst viel und möglichst eng mit dem Leben in einem fremden Land verbunden zu sein. Aber was macht unsere Politik? Sie sperrt möglichst viele ein, isoliert statt zu integrieren. Auch was ich von dem Werte-Unterricht weiß, steht Ausgrenzung im Mittelpunkt. Denn alles das, was den Fremden vielleicht gar nicht so fremd bei uns vorkommt, wird ignoriert, kein Erfahrungsaustausch, obwohl wir einen Innenminister haben, der von anderen noch viel könnte und müsste.

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keksguru 26.05.2019, 20:25
8. das System gehört grundlegend reformiert...

meine Frau hat in NRW 7 Monate gewartet... um dann in einem Kurs zu landen, wo die Hälfte der Teilnehmer untereinander auf Arabisch gequatscht hatten, Lerneffekt eher mäßig und bezahlen mußten wir den Mist auch noch von unserem eigenen Geld da ich zu den Idioten gehöre, die für ein mäßiges Einkommen arbeiten gehe. Dafür ist der Kurs dann von der Steuer absetzbar. Die Krönung war dann die Prüfung nach 12 Monaten Kurs - sage und schreibe 8 Monate später erhielten wir die Unterlagen, mit einem Hinweis, daß man für die B1 Prüfung kostenlos noch mal die Kurseinheit 6 besuchen darf. Im Kurs selbst gabs keine Hinweise darauf, auch nicht vom Prüfer, die darauf folgenden privat gebuchten Kurse B1 und B2 für insgesamt 1400 Euro wurden als Fortbildung vom Finanzamt nicht anerkannt (hier müßte man dann klagen, denn Fremdsprachen werden sehr wohl anerkannt, z.B. Business Englisch). Man fühlt sich von vorne bis hinten verar***t...

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zeichenkette 26.05.2019, 20:59
9. Sprache und Kultur lernt man kaum in Kursen

Für Integration muss man Arbeit haben und eine Zukunft für sich und seine Kinder am Horizont sehen können und dann ist das ganz ureigene Interesse, sich erfolgreich einfügen zu können, schon viel naheliegender. Zu etwas verdonnert zu werden, führt bei jedem nur zu Widerständen, das ist bei "biodeutschen" H4-Empfängern, die bürokratisch zu irgendwelchen schlechten und sinnlosen Kursen sanktionsbewehrt verpflichtet werden, auch nicht anders. Oder? Jeder, der mal schlechte Erfahrungen mit dem Jobcenter machen durfte, sollte eigentlich verstehen, dass es diesen Leuten genauso ergeht, nur noch erheblich drastischer und existenzieller.

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