Forum: Politik
Zuwanderung: Deutschland, was bietest du?

Deutschland diskutiert seinen Fachkräftemangel. Nun sollen's Ärzte und Ingenieure aus dem Ausland richten. Dabei tut die Regierung so, als müsste sie sich nur hinstellen und rufen - und schon kämen Hochqualifizierte aus aller Welt angelaufen. Aber warum sollten sie?, fragt Hasnain Kazim.

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masc672 05.07.2011, 20:06
200. Wo soll ich anfangen?

Zitat von sysop
Deutschland diskutiert seinen Fachkräftemangel. Nun sollen's Ärzte und Ingenieure aus dem Ausland richten. Dabei tut die Regierung so, als müsste sie sich nur hinstellen und rufen - und schon kämen Hochqualifizierte aus aller Welt angelaufen. Aber warum sollten sie?, fragt Hasnain Kazim.
1. Eine Regierung, denen das Wohlergehen von Bürgern außerhalb der BRD mehr am Herzen liegt, als dass der eigenen Bevölkerung.
2. Bürokratie ohne Ende
3. Politiker die immer das Gegenteil von dem machen was sie versprechen.
4. hohe Steuern und Abgaben
5. eine schöne Neidgesellschaft
6. alternativlose Politik
und und und.

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Marie Laveau 05.07.2011, 20:06
201. Einwanderer

Zitat von Si_iso
Hier geht es - wie man dem Bericht ja entnehmen kann - um ILLEGALE Einwanderer, also nicht um qualifizierte Fachkräfte. Das hat mit der Diskussion hier nichts zu tun.


Was glauben Sie eigentlich, was solche Amerikaner über legale Einwanderung denken? Außerdem sind der übergroße Anteil der Einwanderer illegal. Über die H1B Visa kommen maximal 200.000 Einwanderer im Jahr, über Familiennachzug und illegale Einwanderung kommen 2 bis 3 Millionen.

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Anon72 05.07.2011, 20:07
202. Diese ewige Nörgelei und Besserwisserei nervt.

> Andernfalls gehen sie in andere Länder, die ihnen diese
> Freiheit lassen, wo sie es einfacher haben - und wo sie
> bedingungslos willkommen sind.

Wie wäre es z.B. mit Österreich (FPÖ & BZÖ ca. 30%), Holland (Geert Wilder ca. 16%) oder Frankreich (Front Nationale ca. 23%), um nur ein paar Alternativen zu nennen. Finnland, Dänemark, Italien, Belgien oder Ungarn wären auch nicht schlecht.

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sappelkopp 05.07.2011, 20:08
203. Ja,...

...das Problem ist richtig beschrieben, nur werden wir keiner Lösung näher kommen, solange es in Deutschland und Europa Beifall für jene gibt, die gegen Zuwanderung sind. Angst vor Fremden ist ein schlechter Ratgeber und wird uns nicht weiterhelfen.
Wir sollten langsam begreifen, dass wir die Welt brauchen, die Welt uns aber nicht.

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zila 05.07.2011, 20:09
204. Besserwisser? Unwichtig!

Zitat von tsuggitschuggi
Total glaubwürdig sind natürlich Kommentatoren, die von sich selbst behaupten irgendwo in einem fernen Land zu leben, die dort alles zehn mal besser als in Deutschland finden, die behaupten dort wirtschaftlich erfolgreich zu sein und von der herzlichen Bevölkerung schwärmen - kurz: die dort angeblich vollkommen zufrieden sind. Denen im Gegensatz dazu in Deuschland alles nur noch auf die Nerven geht, die Bevölkeurng, die Politik, das Wetter - die gar nichts vermissen und sooo froh sind, ausgewandert zu sein - und trotzdem surfen und kommentieren sie auf deutschen Seiten wie Spiegel Online. Da scheinen teilweise Selbsteinschätzung und die tatsächliche Lebensrealität doch recht weit auseinanderzuklaffen...
Interessant. Ich darf also keine deutsche Website in meiner Mittagspause angucken und mal meinen Senf als jmd. mit Auslandserfahrung dazugeben? Deutschland ist mir eigentlich mittlerweile recht egal, aber manchmal lese ich gerne auf SPON oder in Foren, auch deutschsprachigen, stellen Sie sich mal vor. Sind ja auch Auslandsdeutsche, die dort vielfach posten.
Was die Selbsteinschaetzung angeht, muss ich sie enttaeuschen: ich hab hier ein Haus (war vorher immer Mieter), und es ist in wenigen Jahren bereits abbezahlt, Wir haben einen deutlich besseren Freundes- und Bekanntenkreis als zuletzt in Deutschland, mir sagt sogar das Wetter mehr zu.
Finanziell bin ich doch signifikant besser gestellt (v.a. die Altersvorsorge war ein Schritt in die absolut richtige Richtung), und das jetzt alles ohne allzu grosse Umstellung im Beruf.
Auch hier gibt's Dinge, die mich aergern, aber sehr vieles find ich hier einfach besser, so leid mir das jetzt fuer sie tut. Wie schon jmd. schrieb, es faengt beim Hundekot an, der hier nicht einfach ueberall rumliegt, und an vielen kleinen Dingen (Mentalitaet, Architektur, Naturerleben, Gemeinsinn, Offenheit, Freundlichkeit..).

Und noch zur Info: seit 2006 war ich nun nicht mehr in Deutschland, und genug Urlaub oder Geld haette ich sicher gehabt. Es war einfach nicht wichtig.

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Marie Laveau 05.07.2011, 20:10
205. So isses

Zitat von Wertkonservativliberaler
Wir brauchen ein knallhartes, an deutschen Interessen ausgerichtetes Einwanderungsgesetz (wie Australien oder Kanada). Wir brauchen keine deutsch-türkischen Familiennachzugsabkommen in die Sozialversicherungssysteme aus den 60er- Jahren: die sind überholt und gehören einseitig aufgekündigt!


So ist es. Das erledigt sich auch das Jammern über das Klima und das Essen von ganz alleine.

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Luke Sky Walker 05.07.2011, 20:10
206. Wieso Deutschland?

Jeder der nachweisen kann, dass er z.B. ein guter Arzt ist oder dass er ne tolle Handy App schreiben kann usw. findet heute nahezu überall in der Welt einen prima Job. Er (oder sie) kann es sich also aussuchen. Aussuchen nach einigen Kriterien, z.B.
- Einkommen/Lebensstandard
- Sicherheit
- Aufwand für Eingewöhnung
- ...

Ok, sehen wir uns mal den Faktor 'Einkommen' an.
Kazim schreibt:

"Noch aber liegt das Mindesteinkommen, das Hochqualifizierte aus Nicht-EU-Staaten erzielen müssen, um ein Daueraufenthaltsrecht zu bekommen, bei 66.000 Euro im Jahr."

Nehmen wir an, der Neue bekäme das. Dann ist das natürlich Brutto - und Brutto interessiert bekanntlich kein Schwein. Um zum Netto zu kommen, kann der neue (Single-) Kollege dann gleich mal so ca. 50% für Steuern+Abgaben abziehn. Dann sind das noch so ca. sagenhafte 35.000 Euronen/p.a. oder so 3000,-/Monat. Nicht schlecht - auf den ersten Blick. Aber dann muss der Arme wohnen, sagen wir mal z.B. in München (dort gibt es nämlich die Jobs für diese Handy App Zauberer). Wieviel ist er für ne akzeptable Bude los? Reichen 1000,-? Oder doch mehr?

Dann will er natürlich nach einem stressigen Arbeitstag noch ein bisserl konsumieren - dafür zahlt er dann bekanntlich für (fast) jedes Produkt seine 19% Mwst. Und wenn das Produkt Benzin ist, dann sind's 60%.

Dazu kommt der Flachbildschirm, das Auto, der Flug nach Hause (Indien? Sibirien? Korea?) und all das.

Was übrig bleibt, kommt auf die Bank (sollten sich daraus Erträge ergeben, dann werden die - natürlich - versteuert, mit 25% mindestens).
Und sollte auf diese Weise nach - gefühlt - 100 Jahren ein kleines Vermögen zusammen gekommen sein, dann kann sich der Kollege davon vielleicht - in München ? - ne schicke Wohnung kaufen (ok, klar das dafür wieder (Grunderwerbs-)Steuern fällig werden.)

Man sieht also - der neue Kollege hat tolle Perspektiven hier in Deutschland. Er wird definitiv in kürzester Zeit ein wohlhabender Mann sein. Soviel ist sicher.
Und wenn er es sogar schafft, ne Familie zu gründen, dann kommen seine Kinderlein auch noch in den Genuss unseres tollen Bildungssystems - EinheitsGesamtsSchrubelSchule nach neuesten grün-roten Visionsausflüssen.

Der neue Kollege, der ja hochqualifiziert und nicht blöd ist, sieht schnell, was hier abgeht - und wird entsprechend entscheiden. Darauf können wir uns verlassen.

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Hermes8 05.07.2011, 20:10
207. .

Zitat von dimetrodon109
Wir haben sie gerufen und als sie dann da waren, hat man sie unter dem Mäntelchen der kulturellen Eigenständigkeit ihre Putz und Schmutzjobs machen lassen ohne daran zudenken, dass diese Menschen hier Kinder haben werden die vieleicht mehr wollen als Klos zuputzen.
Nein, das haben wir nicht. Wir haben sie gerufen, damit sie vorübergehend in Deutschland arbeiten. Daher auch die Bezeichnung als "Gastarbeiter". Die Arbeiter sollten hier den Arbeitskräftemangel beheben helfen und das erworbene Wissen anschließend in ihre Heimatländer tragen und dort zum Aufbau der Industrie beitragen. Das hat aber leider nicht geklappt, weil zwischendurch die Regierung gewechselt hat und der Kurs um 180 Grad gedreht wurde.

Wenn Sie den Politikern, die die Anwerbeabkommen damals beschlossen haben, etwas von "Familien in Deutschland gründen" erzählt hätten, hätten die sie ausgelacht. Der überwiegende Zuzug aus der Türkei war übrigens ab 1973 zu verzeichnen. Hierbei handelte es sich auch nicht mehr um Gastarbeiter, sondern um deren Verwandte, die vielfach in Deutschland niemals einer Beschäftigung nachgegangen sind.

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rogermc 05.07.2011, 20:13
208. Konservatives Land

Im Prinzip hast du Recht, vergiss aber nicht den allgemein höheren Lebensstandard in Europa im Vergleich zu Indien.
Das muss man quasi in sein Gehalt reinrechnen und deswegen hinkt dein Vergleich mit den Löhnen etwas.

Ansonsten stimme ich dir voll zu. Dland ist ein erzkonservatives Land, in dem sich selten Dinge verändern, sondern die Menschen Angst vor jeder Veränderung haben.
Schon der Gedanke ein Frau als Chefin zu haben, lässt mich loslachen ... Und dann noch eine asiatische? Neber ever, in der Tat.

Zitat von globallynaive
Exzellenter Artikel. Es gibt aber noch viel mehr Gründe, welche gegen eine Einwanderung nach Deutschland sprechen. Wie viele Deutsche können es sich vorstellen, einen Ausländer als Chef(in) zu haben? Können Sie sich vorstellen, dass Ihre Chefin eine Chinesin ist oder ein Inder? Wieso sollte ein Inder nach Deutschland ziehen, wenn er in Indien mehr verdient? Hat irgendwer bei der Bundesregierung mal einen Reallohnvergleich gemacht? Beispiel: Als Regional Sales Manager in Indien verdiene ich vielleicht nur 35 000 EUR im Jahr, kriege aber vom Arbeitgeber kostenlos als Bonus ein repräsentatives Haus, 4 Dienstboten, zwei Dienstwagen mit Fahrer, Private School Zuschuss für Kinder, Elektrozuschuss und massive Boni. Die Löhne sind für gutqualifizierte Leute (z.B. mit unterer und mittlerer Führungsverantwortung) hoch, gemessen an den sehr günstigen Lebenshaltungskosten. In Indien macht es Spass arbeiten, Deutschland ist die Hölle im Vergleich. Miesepetrige neidische Kollegen, mieser Lohn, hohe Steuerbelastung, unsichere Rente. Da bleibe ich lieber in Indien und investiere in die betriebliche Altersvorsorge und Krankenkasse (ja, die Inder haben sowas auch im übrigen oft über die Allianz!). Man kriegt auch die Membership im Club bezahlt, die Arbeit ist hart, aber dafür hat man auch viel Status und Benefits. Man müsste in Deutschland schon mind. 250 000 EUR im Jahr verdienen, um da den gleichen Lebensstandard erkaufen zu können wie man in Indien mit 35 000 EUR hat. In den USA würde ein guter Regional Sales Manager mindestens 100 000 USD reinholen, wenn er erfolgreich ist kann es mehrere Millionen sein. (In der Schweiz zum Vergleich wären es rund 160 000 Franken im Minimum im Durchschnitt also eher 200 000, also rund 150 000 EUR) In den USA kann man sich relativ schnell ein Haus leisten, zwei Autos und der Lebensstandard im Vergleich zu Deutschland ist für Gutqualifizierte massiv höher. In den USA hat jeder Ausländer in Theorie die Chance auf einen CEO Posten (siehe z.B. die Indische Chefin von Pepsi, die indischen Chefs von Morgan Stanley, Citigroup, Adobe Systems). Ein indischer CEO in einem deutschen Konzern? Never! Oder hat mir irgendwer hier ein Beispiel? Rösler gilt nicht, er redet perfekt Deutsch und hat einen deutschen Namen.

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Marie Laveau 05.07.2011, 20:13
209. Gilt nicht

Zitat von globallynaive
Rösler gilt nicht, er redet perfekt Deutsch und hat einen deutschen Namen.


Das ist in Amerika genauso. Wenn Sie da Karriere machen wollen, müssen Sie perfektes Englisch sprechen, und dass Ihr Name nicht eingeenglischt wird, ist ein sehr neues Phänomen. Die meisten Inder, Chinesen ect in Chefpositionen sind Leute, die bei globalen Unternehmen arbeiten, die in den dortigen Ländern Filialen haben.

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