Forum: Politik
Zuwanderung: Deutschland, was bietest du?

Deutschland diskutiert seinen Fachkräftemangel. Nun sollen's Ärzte und Ingenieure aus dem Ausland richten. Dabei tut die Regierung so, als müsste sie sich nur hinstellen und rufen - und schon kämen Hochqualifizierte aus aller Welt angelaufen. Aber warum sollten sie?, fragt Hasnain Kazim.

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taun 05.07.2011, 21:52
270. Gefahr von Innen ebenso real

Zitat von user56
Ist Deutschland attraktiv für qualifizierte Zuwanderer? (...) Der wichtigste Grund nicht nach Deutschland ein zu wandern wäre für mich die gefährliche Mischung aus schwacher Landesverteidigung und zentraler Lage in einem wasserreichen, fruchtbaren Gebiet, südlich und südostlich von dem viele zig Millionen kampflüstene, unternehmungsluste junge Männer mit einer sehr kriegstauglichen Religion in unter immer größerem Wassermangel leidenden Gegenden leben. (...)
Sie malen Bilder, die durch nichts belegt sind.
Wenn das komplette Wasser nur an den Wintermonaten herunter kommt, werden auch in Deutschland massive Probleme der Versorgung mit Nahrungsmittel entstehen-
nur sehr viel geordneter als in den Wüstenregionen.
In Deutschland gibt es dann eben wieder Hunger auf Grund extremster Nahrungsmittelpreise.

Die Bauern hier in Mittel- und Süddeutschland haben um die 40% Ernteeinbußen. Welche Folgen dies haben wird auf die Preise der Nahrungsmittel- ?
Schon diesen Winter können wir mit Energiepreisen kämpfen,bei denen sollten wir überlegen ob nicht auch 15 Grad ausreichend geheizt ist- zumindest in div. Verdienststufen der Minilöhner. Die Öllager der G20 (kürzlich alle schleusen offen!) können diese Entwicklung nur für wenige Tage und Wochen anbremsen, keinesfalls aufhalten.

Sehen Sie also mal die Probleme nicht nur von Außen kommen- auch wir werden genug zu bearbeiten haben, so mancher Einwanderer könnte uns da gut zu Hilfe kommen...

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rogermc 05.07.2011, 21:54
271. Aargau

Zitat von Diskutierender
Man muss auch nicht gerade im teuren Zürich leben. Ich lebe im Aargau, nur 20 Bahnminuten von ZH entfernt. Dort sind die Mieten und auch sonstigen Kosten schon deutlich bezahlbarer, so dass bei mir definitiv mehr Kaufkraft als vorher in Deutschland übrig bleibt.
Wer will schon im Aargau leben? ;-) Ich war kürzlich in Wohlen ... Die Zersiedelung des Landes durch Pendler ist übrigens ein Riesenproblem, dass ich in der Schweiz sehe. Landschaftlich wird die Schweiz immer unattraktiver und was Häuser- und Städtebau angeht, sind sie ja auch nicht gerade die Ästheten. So viel Betonfassade gibt es nirgends sonst!
Aber das nur am Rande. Ich wollte andeuten, dass die Schweizer Gehälter oft ein weinig überschätzt werden und beileibe nicht der einzige Grund sind hierher zu kommen.
Aber klar - es lebt sich schon angenehm mit geringeren Steuersätzen, weniger Sozialabgaben und einem vernünftigen Gehalt.

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rhs 05.07.2011, 21:58
272. geht nicht...

Zitat von delta058
Anscheinend, und wieso glaubt man mit ausländischen Fachkräften hier Probleme lösen zu können vor denen die deutschen ins Ausland flüchten. Jährlich verlassen uns Hunderttausende, weil sie schon in den Nachbarländern wesentlich bessere Konditionen vorfinden. Anstatt also etwas für die Zuwanderung zu tun, wo es erfahrungsgemäß immer nach hinten los geht, könnte man sich ja mal überlegen wie etwas gegen die Abwanderung unternimmt. Oder dagegen das jährlich tausende von jungen Leuten die schulen verlassen ohne vernünftig lesen und schreiben zu können.
...denn das würde ja bedeuten, dass man das Übel an der Wurzel packt. Das ist aber mit unseren Polikern nicht machbar. Mit Problemlösungen habens die nicht so. Außerdem ist die Industrie (zumindest ein Großteil), und deren Sprachrohr sind die Politker ja schließlich, daran gar nicht interessiert. Der/die benötigte Fachkraft muss exakt passen und BILLIG sein. Das hat Priorität. Ausbilden, wohlmöglich noch selbst, ist viel zu langwierig und könnte ja auch noch Geld kosten.

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Wembley 05.07.2011, 22:01
273. Auf Thema antworten

Ein schöner politisch korrekter Artikel, mit allen Vor- und Nachteilen eines solchen. Leider doktert der Autor nur am Symptom herum, genauso wie Jene, die hierzulande nach "ausländischen Fachkräften" schreien. Jedes Jahr verlassen zehntausende junge, gutausgebildete DEUTSCHE dieses land, weil sie hier keine berufliche Perspektive sehen! Und anstatt diesen eine Perspektive zu bieten, blöken die üblichen Gierhammel nach (billigeren) Ausländern.

Die FDP will die Mindestverdienstgrenze für qualifizierte Einwanderer von 66.000 auf 44.000 Euro senken. Das bedeutet natürlich auch ein Herabsetzen der (potentiellen) Qualifikation. Wahrscheinlich hat der Autor Recht damit, dass es Länder gibt, in denen gutausgebildete Einwanderer bessere Chancen haben als hier. Dafür haben bei uns Schlechtausgebildete oder gar nicht Ausgebildete umso bessere Chancen, und sie kommen, aus aller Welt. Wir sind wahrlich kein Magnet für Koryphäen, dafür jedoch einer für professionelle Schmarotzer.

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bodenheim111 05.07.2011, 22:01
274. schließe mich an

Zitat von cemi
Ich unterschreibe jeden einzelnen Satz von Ihnen. Aber auch Ihnen sei gesagt: In Deutschland regiert inzwischen ausschließlich das Geld, und wenn ein indischer Ing hier für 5 €/h Stunde malocht, dann ist das gut für die Quartalszahlen. Darum, und nur darum geht's. Die Zukunft Deutschlands? Politiker, die das Problem erkennen und angehen? Pah!
es ist einfach lächerlich, dieses Niederreden des so ziemlich besten Landes. Wer steht schon bsser da, als wir? "In welchem vergleichbaren Land wollte man leben", hat schon Scharping einmal gefragt..

Neuerdings sind es die Chinesen, Inder, Amerikaner, die angeblich in allem besser sind: Wie einfältig.
Früher waren es die Japaner. Erinnert sich noch jemand daran? Die Japaner überholen uns, die Japaner sind in allem besser...

Ich kann nur sagen, ein Freund von mir war neulich auf Trekkingtour in Indien: Straßen, nicht vorhanden; die Männer machen morgens in einen Graben vor dem Haus. Leute, geht nach Indien, redet danach weiter...
In einem deutschen Top-Unternehmen in Europa zu arbeiten, ist doch für unzählig viele Leute ein reizvoller Aufstieg.

An alle Nörgler, viel Spaß am Strand, und beim Surfen auf deutschen Webseiten; soviel dazu

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schnuppe 05.07.2011, 22:03
275. Rekrutierungsansprüche und Arbeitsbedingungen

Zitat von Diskutierender
In Deutschland wollte man mich als promovierten Physiker nicht, wohl aber in der Schweiz. Noch Fragen!?
Mein Bruder ist promovierter Physiker und hat lange Zeit keine Stelle gefunden, die seiner Qualifikation entsprach. Ja, zu Mc Kinsey hätte er gehen können, aber sein ganzes Fachwissen wäre den Bach runtergegangen. Patentanwalt wäre er fast geworden, es wäre finanziell komfortabel gewesen - aber rechtzeitig hat er noch eine Stelle finden können, so dass er jetzt wissenschaftlich arbeiten kann - schlecht bezahlt gemessen an der Dauer und Intensität seiner Ausbildung. Ich habe so auch erfahren, dass SAP gerne übersetzt wird mit "Sammelstelle Arbeitsloser Physiker".

Ein weiterer Bekannter ist hochqualifizierter Chemiker. Er ist Tscheche und hat eine Topstelle in Deutschland bekommen, weil er als einziger der Bewerber - natürlich alle mit Doktortitel - noch unter 30 Jahren alt war. Er meint, sein Unternehmen hätte lange Zeit nur die Top-Streber eingestellt, die in minimaler Zeit fachlich das maximale geschafft hätten, aber der Fachkräftemangel - d.h. die gezwungenermaßen etwas größere Toleranz gegenüber Leuten, die nicht mit angelegten Ohren nur für ihre Karriere gelebt hatten - eventuell ein soziales Jahr, einen Auslandsaufenthalt, mal woanders gejobbt oder einfach ÄLTER ALS DREIßIG sind, würde dem Arbeitsklima unter den Kollegen einfach nur gut tun.

Eine Freundin von mir ist Ärztin, inzwischen sehr gut qualifiziert. Wo sie sich bewirbt, ist man generell an ihr interessiert, aber es gibt wenige freie Stellen und gruselige Arbeitsbedingungen (jahrelanger Schichtdienst, Nachtdienste, zu wenig Fachkräfte auf den Stationen, Berufsanfänger ohne jemand, der sie gut anleiten würde, der einzig erfahrene Arzt ständig am Rotieren und noch dazu herumgeschubst von der Krankenhausverwaltung).

Ach so, und der Bruder meiner Freundin, Einser-Jurist, hätte dann für ein Praktikum zum Berufseinstieg unter mehreren Top-Kanzleien wählen können. Nur war er selbstbewusst genug, keines dieser UNBEZAHLTEN Praktika zu machen.

Über diese Themen muss sich Deutschland Gedanken machen. Nicht, ob es hier wie in London auch Straßen gibt mit einem indischen Restaurant neben dem anderen. Wer hier gut verdient, findet genug exquisite Restaurants. Im übrigen sind wir nicht auf Inder angewiesen: In Osteuropa gibt es viele sehr fleißige, gut qualifizierte junge Leute, da müssen sich hier Absolventen noch warm anziehen.

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lezel 05.07.2011, 22:03
276. kriegslüstern

Zitat von user56
Der wichtigste Grund nicht nach Deutschland ein zu wandern wäre für mich die gefährliche Mischung aus schwacher Landesverteidigung und zentraler Lage in einem wasserreichen, fruchtbaren Gebiet, südlich und südostlich von dem viele zig Millionen kampflüstene, unternehmungsluste junge Männer mit einer sehr kriegstauglichen Religion in unter immer größerem Wassermangel leidenden Gegenden leben.
Ganz so furchterregend sind die Österreicher auch wieder nicht.

Und auch Schwarzenegger hat nur so getan, das war ein Schauspieler.

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kfp 05.07.2011, 22:04
277. Quatsch...

Zitat von Marie Laveau
Das ist in Amerika genauso. Wenn Sie da Karriere machen wollen, müssen Sie perfektes Englisch sprechen, ...
Ich habe in den USA im ingenieurwissenschaftlichen Bereich gearbeitet, mit ca. 60% Chinesen, 20% weiteren Asiaten, 10% weitere Nationalitäten und ca. 10% Amis. Dort wurde bei weitem kein perfektes Englisch gesprochen (oder auch in Dokumentationen, Abschlussberichten oder Kundenkommunikationen geschrieben) - übrigens auch nicht unbedingt von den Amis... Es musste nur soweit reichen, sich zweifelsfrei zu verständigen, und wenn wirklich einmal etwas in sauberem Englisch formuliert sein musste, taten das die paar Leute, die es konnten. Der Arbeitsleistung hat das keinen Abbruch getan, im Gegenteil, im Vergleich zu den dt. Firmen, die ich seitdem kennenlernen durfte, ging es bei der US-Firma wesentlich produktiver zu - während die Dt. noch in zig Besprechungen abklären, ob sie das Thema denn wirklich tatsächlich in den nächsten Monaten vielleicht angehen wollen, haben die Amis schon eine Handvoll Lösungsideen ausprobiert, von denen sich ein paar auch prompt als durchschlagende Erfolge herausstellten...

In D hat man dagegen mit etwas holprigem Deutsch sofort verloren, da in den zig Besprechungen schließlich niemand Zeit und Nerven hat, sich Gestottere und Kauderwelsch anzuhören. Aber Produktivität misst sich eben nicht unbedingt an der Abwesenheit von Grammatik- und Rechtschreibfehlern...

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muchmaffi 05.07.2011, 22:07
278. Na das will ich hoffen

Zitat von melbo
Ich glaube nicht, dass das der alleinige Grund ist. Ich selbst (urspruenglich deutsch) habe Deutschland vor 10 Jahren verlassen und haette mehrmals die Moeglichkeit gehabt zurueckzukehren (zu finanziell besseren Konditionen als anderswo). Der wahre Grund, warum ich einfach nicht mehr zurueck will, ist der Umgangston untereinander (vor allem am Arbeitsplatz) und der Mangel an grundlegender Hoeflichkeit, als auch die strengen Hierarchien. Egal in welchem anderen Land ich gearbeitet habe - Emails werden meistens sofort und freundlich beantwortet; wenn man selber einen Fehler gemacht hat und sich entschuldigt, wird die Entschuldigung hoeflich zur Kenntnis genommen - in Deutschland ist es mir schon passiert, dass ich dann noch richtig einen auf den Deckel bekommen habe! Das spiegelt sich in allen Lebensbereichen wieder, an den Schulen, beim Arztbesuch, an der Kasse im Supermarkt, beim Jobinterview, etc. Ich hatte in Deutschland oft das Gefuehl, dass die erste Interaktion auf "Konfrontation" oder "Herausforderung" gestellt ist. Vielleicht habe ich subjektiv schlechte Erfahrungen gemacht, ich weiss es nicht, aber ich finde das Leben in anderen Laendern einfach viel angenehmer!


Ich will ja hoffen das Sie fuer einen Fehler einen auf den Deckel bekommen haben, trotz Entschuldigung. Was glauben Sie wie Ihr Vorgesetzter haette reagieren sollen? 5 Millionen Schaden, ist aber nicht schlimm, denn er hat sich ja entschuldigt?
Ich glaube Ihnen das es einfacher ist woanders zu leben als in Europa. Ich lebe auch woanders. Wie weit es aber das jeweilige Unternehmen bringt mit solch einer Einstellung seh ich jeden Tag. Alle sehr nett, alle entschuldigen sich fuer ihre Fehler. Und der Chef verliert jeden Tag wegen der freundlichkeit eine menge Geld. Wie relativ neue Maschinen hier mittlerweile wegen dieser Freundlichkeit aussehen, dass wuerden Sie mir bestimmt nicht glauben.

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Schah.Wenzel 05.07.2011, 22:07
279. [{-_-}] ZZZzz zz z...

Zitat von Marie Laveau
Das ist in Amerika genauso. Wenn Sie da Karriere machen wollen, müssen Sie perfektes Englisch sprechen, und dass Ihr Name nicht eingeenglischt wird, ist ein sehr neues Phänomen.
Was ist das denn für ein Unsinn? Als Zugereister kann man dort mit dem denkbar fürchterlichsten Gebrabbel -- auch nach 40(!) Jahren noch -- Schauspieler & Gouverneur werden, und nicht einmal Gebürtige benötigen dort eine Sprachfertigkeit, die über, in BRD würde man sagen, Proletenniveau hinausgeht, um Präsident zu werden. Zu Ihrer Auslassung zu 'eingeenglischten' Nachname ist erneut Schwarzenegger zu erwähnen, ebenso die Mio. Chans, Kims, Webers, Schmidts, Brins, Devereux, etc., die seit teils mehreren Jahrhunderten dort leben & arbeiten & Karriere machten.

Zitat von
Von welchen USA sprechen Sie? In meinen jedenfalls arbeiten die meisten Inder, Chinesen, etc. in Chefposten von selbst vor Ort gegründeten Unternehmungen.

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