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Zwangsarbeit in Katar: Nordkoreaner schuften als Staats-Sklaven auf Baustellen
DPA

Exportschlager Mensch: Nordkorea schickt im großen Stil Arbeiter nach Katar. Von ihrem Gehalt sehen die Beschäftigten kaum etwas - das meiste kassiert die Regierung in Pjöngjang. Menschenrechts-Organisationen sprechen von "moderner Sklaverei".

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DMenakker 08.11.2014, 13:43
70.

Zitat von Gerixxx
„Wir" Europäer sind bestimmt nicht Schuld. Es sind gewisse Spielregeln. Und die sind von uns - oder meinetwegen unseren Machteliten - gesetzt. Wer eine Fußball-WM nach Katar vergibt, kann hinterher nicht wegsehen und behaupten, er hätte von alldem nichts gewusst und das ginge ihn nichts an. Das ging vielleicht 1936 bei der Olympiade in Berlin oder 1978 bei der Fußball-WM in Argentinien - aber nicht mehr in einer globalisierten Welt. Wer "die Musik" bestellt und bezahlt darf mitreden und wenn er schweigt darf er sich über schlechte Musik nicht aufregen. Und ja - wer das weltweite Unterbieten bei sozialen Standards, Löhnen und Arbeitsbedingungen oder irgendwelchen gesetzlichen Auflagen gutheißt, macht natürlich den Erfolg von billigen Bausubunternehmen wie in Katar (oder auch gewissen Airlines - da mag der Service dann auch noch so gut sein) überhaupt erst möglich. In diesem Sinne sind "Wir Europäer" schon nicht ganz unschuldig. Einige sind eben gleicher als die Anderen und verdienen dort, wo andere leiden.
Was Sie "moralisch" erwarten ist nichts anderes als die gesamten Emirate in Kollektivhaft zu nehmen, weil auf dem Bau einiges im argen liegt. Auch wenn das fliegende Personal deutlich mehr verdient, als in D. Da ist es dann die Kasernierung oder anderes. Irgendwas, was nicht deutschen Vorstellungen nicht entspricht, wird sich schon finden.

Es ist Aufgabe der Fifa auf Baustellen, deren Existenz sie zu verantworten hat, für andere Bedingungen zu sorgen. Aber in dem Moment, in dem ein Hotel gebaut ist, ein Flieger in der Luft etc. hat mich als Verbraucher nur noch zu interessieren, ob das dort beschäftigte Personal unter halbwegs menschenwürdigen Umständen handelt. Ob der Flughafen, auf dem ich lande jetzt von deutschen Gewerkschaftsangehörigen gebaut wurde, oder von indischen FOW. Zumal, das verstehen die allerwenigsten, für viele der FOW ein Job in den Emiraten durchaus ein Glücksgriff ist. Aber wie gesagt, wenn ich die Fluglinie nutze, interessiert mich das fliegende Personal und ggf. auch noch der sonstige Betrieb der Fluglinie. Weiter geht meine Verwantwortung nicht.

Was mit den Nordkoreanern passiert ist natürlich eine Oberschweinerei. Aber das ist halt Kommunismus pur. Der einzelne arbeitet fürs Kollektiv und nicht für den Privaten Luxus. Müssten doch alle Linken davon begeistert sein. Und wenn dann noch eine neue Frisur für das Dickerchen übrig bleibt, müssten doch alle glücklich sein.

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claudiosoriano 08.11.2014, 13:45
71. DFB Boss

Zitat von reinhard.hoch
Wenn Deutschland Charakter besitzt dann boykottiert es diese Spiele! Eine Schande für die FIFA !
Hermann Neuberger hatte ebenfalls keinerlei Skrupel ein Freundschaftsspiel gegen die Argentinische Fussball Nationalmannschaft auszutagen, obwohl er wußte das die deutsche Studentin Elisabeth Käsemann in Folterhaft dort einsaß! Der damalige deutsche Botschafter Jörg Kastl wußte auch sehr gut über die Situation bescheid, ebenso einige deutsche Bundestagsabgeortnete u.a Hildegart Hamm-Brücher-Klaus von Dohnany- der damalige deutsche Aussenminister Genscher! Was hat man unternommen um diese unschuldige deutsche Studentin zu retten......NIX! Soviel zu Moral von Politikern und Fußball Bossen. Wenn ich heute Dohnany-Genscher-Hamm-Brücher in Talk-Shows sehe und höre, und Ihre Sprüche mitbekomme überkommt mich immer noch mächtiger Zorn.

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grover01 08.11.2014, 13:46
72.

Zitat von Gerixxx
...mit solchen Schnellschüssen. Sie wissen doch ganz genau, was ich meine. Auch für sie noch mal: es gehören immer zwei dazu: Sklavenhändler und Sklavenkäufer.... Oder - falls Ihnen ihre eigene "Wellenlänge" lieber ist: inwiefern gelten die "Spielregeln des kommunistischen Regimes in Nordkorea" in Katar oder gar "bei uns" ?
Wie kommen Sie darauf dass es immer Sklavenkäufer braucht? Auch die Nordkoreaner, die nicht "exportiert" werden sind versklavt. Also nochmal: Inwiefern sind wir daran Schuld? Bitte eine Antwort ohne Ausflüchte.

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D'r_Nubbel 08.11.2014, 13:48
73.

Zitat von mueller23
Wie wird es mit der Menschheit weitergehen wenn selbst die, die Geld ohne Ende haben, nur noch an Maximierung von Profit interessiert sind?
Wahre Worte.

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chmb 08.11.2014, 13:52
74.

Kann nicht sein. Katar ist verbündeter des Westens und deswegen ist das unmöglich.

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boeseHelene 08.11.2014, 13:54
75.

Zitat von ex2012
Wie wäre es nach Eingriff in Irak und Syrien und Niederschlagung des IS über einen Militäreinsatz in Nordkorea nachzudenken? Dort mag es vielleicht kein Öl oder sonstige Rohstoffe oder strategische Interessen geben, allerdings geschehen dort Menschenrechtsverletzungen in gravierendem Ausmaß und man könnte überlegen, ob es nicht geboten ist, hier endlich einzugreifen.
Im Prinzip keine schlechte Idee aber Nordkorea verfügt über Atomwaffen und einen großen Bruder der in Peking sitzt und solange Peking Nordkorea sitzt wäre dieser Einsatz ein Pulverfass der im dümmsten Fall den III. Weltkrieg auslöst.

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lupidus 08.11.2014, 14:05
76.

ich persönlich hoffe, dass der austragungsort doch noch verlegt wird. absoluter mumpitz...

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rhenanusius 08.11.2014, 14:14
77. FDP Kim

Das sind ja Zustände wie im neoliberalen Deutschland.
Bloß das es hier euphemistisch "Zeitarbeit" genannt wird.

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Gerixxx 08.11.2014, 14:16
78. Kollektivhaft ? Deutsche Vorstellungen ?

Sicherlich nehme ich jene Kataris (?) oder Bewohner der Emirate in "Kollektivhaft", die darüber kritisch reflektieren und Veränderungen wollen. Nur das lässt sich wohl kaum vermeiden.
(nur mal so: protestieren sie dann auch konsequenterweise gegen unsere "westlichen" Sanktionen irgendwo auf der Welt?)
Wieso reden sie von "deutschen Vorstellungen" wenn es im Grunde um nichts Anderes geht, als den Kant'schen kategorischen Imperativ? (der ist natürlich auch "deutsch" - bin ziemlich sicher, dass Sie den kennen :))

Ihr "Linken"-Bashing ist völlig daneben. Und sogar wo sie das Regime in Nordkorea völlig zu recht kritisieren sind sie leider inkonsequent - denn ohne unsere "westliche" tatkräftige Mithilfe hätten die mit ihrem Sklavenhandel keine Chance.

Und ja (ich bin nicht so weltfremd, wie sie vielleicht meinen) - sie haben völlig recht damit, dass es für die meisten der Pakistaner, Inder et al. (wohl selbst der Nordkoreaner - so traurig das auch ist) sogar eine Chance darstellt, dem Elend daheim zu entrinnen - nur ist das kein wirkliches Argument zur Verteidigung der Angeklagten bzw. Zustände.
Sie schreiben "...hat mich als Verbraucher nur noch zu interessieren, ob das dort beschäftigte Personal unter halbwegs menschenwürdigen Umständen handelt. Ob der Flughafen, auf dem ich lande jetzt von deutschen Gewerkschaftsangehörigen gebaut wurde, oder von indischen FOW...."

Wenn sie das "halbwegs" wegnehmen, bin ich doch durchaus bei Ihnen. Nur muss ich als Verbraucher dann auch durch entsprechende Kaufkraft unabhängig genug sein.

Und da sie - warum auch immer - die "deutschen Gewerkschaften" ins Spiel bringen......wenigstens irgendeine legalisierte Interessenvertretung inkl. Streikrecht etc. wäre in Ländern wie Katar und Nordkorea doch ein riesiger Fortschritt.....

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nichtdoch 08.11.2014, 14:16
79. Wenn sich die BRD beteilgen wuerde

Zitat von ex2012
Wie wäre es nach Eingriff in Irak und Syrien und Niederschlagung des IS über einen Militäreinsatz in Nordkorea nachzudenken? Dort mag es vielleicht kein Öl oder sonstige Rohstoffe oder strategische Interessen geben, allerdings geschehen dort Menschenrechtsverletzungen in gravierendem Ausmaß und man könnte überlegen, ob es nicht geboten ist, hier endlich einzugreifen.
aber leider ist es nur heisse Luft was aus der BRD kommt, erst vorschlaege machen und dann die ausfuhrenden Nationen als Aggressor betiteln

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