Forum: Politik
Zwangsprostituierte im Zweiten Weltkrieg: Bis zum letzten Atemzug
Tsukasa Yajima

Die Koreanerin Lee Ok Seon wurde als Mädchen in ein japanisches Armeebordell gezwungen. Auch mit 91 Jahren fordert sie noch immer Entschädigung. Sie ist eines der letzten lebenden Opfer.

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jutta_weise 10.07.2019, 00:16
10.

solche brutalen Erlebnisse verjähren für eine Frau nie! Es wäre auch mit Geld nicht wieder gutzumachen, aber sie würde bei Anerkennung seitens Japans Genugtuung erfahren.

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shinso 10.07.2019, 01:34
11.

Japan wird für seine Verbrechen im Weltkrieg keine offizielle Entschuldigung leisten, denn dies bedeutet Verantwortung zu übernehmen und die bisher in Schulen gelehrte Geschichte komplett zu leugnen. Zudem besteht die Elite bzw. weite Kreise der japanischen Regierung aus Familien der Kriegsverbrecher. Beispielsweise der Premierminister Shinzo Aber sowie der Vize Aso Taro. Die Aso Familie alleine ist verantwortlich für die Zwangsarbeit von 7996 koreanischen Arbeitern, von denen 4919 geflüchtet sind laut dem Investigation Report Labor Union Peninsula aus dem Jahre 1944. Japan verneint bis heute die Zwangsarbeit und -prostitution der Koreaner. Bei den Chinesen erfolgte die Entschuldigung samt Reparationszahlung für die "Trostfrauen". Bei den Koreanern jedoch wird bis heute alles geleugnet und mit Handelsrestriktionen gegen Korea vorangegangen. Schande Japan schämt euch.

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mariomeyer 10.07.2019, 01:52
12. Yo!

Vielleicht wären den Japanern früher, schneller und glaubhafter Entschuldigungen über die Lippen gekommen, wenn die Amerikaner nach dem II. Weltkrieg den japanischen Kaiser abgesetzt hätten. Das wäre womöglich ein derart eindringlicher Bruch mit der jüngeren Geschichte des japanischen Kaiserreichs gewesen, dass es danach bei den Japanern etwas mehr von der "Demut" gegeben hätte, die die Südkoreaner heute (immer noch) von ihnen einfordern. Interessant finde ich, dass die japanische Regierung südkoreanischen Politikern vorwirft, antijapanische Ressentiments zu schüren, um die eigene Popularität zu steigern - denn soweit ich weiß, sind die Japaner in keinem der Länder, die sie während des II. Weltkrieges besetzt hatten, besonders wohlgelitten, weshalb man sich auf Seiten Japans vielleicht auch langsam fragen könnte, ob diese "Ressentiments" mehr sind als das. Wenn man nämlich von allen Seiten negativ charakterisiert wird, dann sollte man sich irgendwann fragen, ob man selbst womöglich bei der eigenen Wahrnehmung falsch liegen könnte. Und nicht alle anderen. Zum Schluss: Wenn man bedenkt, wie viel Leid man über diese "Trostfrauen" gebracht hat, deren Zahl so hoch ist, dass einem schwindelig werden kann, ist die Entschädigung, die die Japaner angeboten haben, beschämend niedrig. Ein Tag G20-Gipfel in Osaka hat vermutlich ein Vielfaches dessen gekostet.

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DJ Bob 10.07.2019, 05:31
13. Japans Art mit der Geschichte umzugehen

Erst in den 70er haben zb die Japaner "leise" zugegeben das während des "Nanking Massakers" bei der mindestens 100000 Menschen auf zum Teil barbarischen Art umgebrachte wurden "irgendwas nicht in Ordnung war"
Nach dem Abwurf der Atombombe waren die Japaner aber sehr schnell sich selber in die Opferrolle zu bringen.
Die Gedenkstätte "Friedenspark Hiroshima" ist wohl der wenigen Orten der Welt wo sich Friedensaktivisten mit japanische nationalistische Revisionisten treffen

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dr.joe.66 10.07.2019, 07:52
14. Japaner sind Herrenmenschen

Ich habe in den 90er Jahren in Japan gelebt. Ein schönes und faszinierendes Land mit freundlichen Menschen. Solange man Japaner oder Weißer ist...

Die glauben im tiefsten Inneren, dass sie wirklich eine überlegene Rasse sind. Nicht alle, aber genug, dass es die Gesellschaft prägt und die Politik bestimmt. Wer glaubt, dass Japan eine demokratische und offene Gesellschaft in unserem Sinne ist, der täuscht sich sehr.
Die werden sich nie ehrlich entschuldigen. Nie.

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cavefelem 10.07.2019, 07:57
15. Japans Art mit der Geschichte umzugehen

unterscheidet sich nicht allzu sehr von der Deutschlands.

Es hat hierzulande Jahrzehnte gedauert, bis beispielsweise die Verbrechen an den Sinti und Roma überhaupt thematisiert wurden, und bis heute hat es für diese keine auch nur annähernd adäquaten Entschädigungszahlungen gegeben - ganz im Gegenteil, die rassistischen Diskriminierungen wurden von seitens des Staates nach dem Krieg noch viele Jahrzehnte lang weiterbetrieben, und in der Bevölkerung halten sich bis heute massive antizinganistische Vorurteile.

Und auch die Bewohner von Dresden suhlen sich allzu gerne in der Opferrolle.

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HansGluck 10.07.2019, 08:06
16. Eine Frage der Moral

Egal welcher Konflikt zwischen Japan und Korea schwelt.
Das ist ein Frage der Moral unabhängig von politischen Querelen.
So wie die heutige Generation in Deutschland nichts für die Verbrechen des Nationalsozialismus verantwortlich sind , so ist die heutige Generation der Japaner auch nicht schuldig an den Kriegsverbrechen.
Aber beide Generationen habe die moralische Verpflichtung die Verbrechen nicht zu vergessen und die Verbrechen anzuerkennen und zweitens den wenigen noch lebenden Opfern zu helfen.

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Korken 10.07.2019, 08:20
17. Einseitig viele Auslassungen

nein, das hat Japan zusätzlich bezahlt zu mehr als einem Jahresbrutto schon 1964, wurde aber alles von der Südkoreanischen Regierung verlocht. Man bekommt hier leider nur einseitig die Geschichte mit, kein Wort über verschiedene Verträge, Entschuldigungen und Zahlungen Japans, die die Südkoreanische Regierung zwar gerne kassierte aber nichts an die Opfer ausgab. Es gibt sogar eine Liste, da vieles von Südkorea unter den Tisch gekehrt wird: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_war_apology_statements_issued_by_Japan . Erst vor kurzem wurde genau darüber erneut verhandelt und beschlossen, nach der Zahlung Japans hieß es, kommt nicht gut an, kündigen den international bindenden Vertrag. Das Geld, tja... was machen wir nun damit. Nein, diese endlose Geschichte der andauernden Fehden kommt der Südkoreanischen Regierung immer gut gelegen, wenn es innenpolitisch mal nicht so läuft. Gerne werden auch andere Darstellungen seitens USA damals nicht gerne gesehen, zeigen diese doch auch ein anderes Bild der auch freiwilligen Meldung zum Geld verdienen. Aktivisten haben auch kein Interesse an einer politischen Aussöhnung, ginge ihnen doch die Daseinsberechtigung verloren. Wie hieß es einmal von einer der Frauen: Ich vergebe nur, wenn mir der Japanische Kaiser persönlich kniend vor mir die Füße küsst. Ja, so kann man alles verhindern. Stattdessen versucht man Japan wo immer möglich zu treffen, sei es mit der Verhinderung eines Entscheids des IGH zu den Liancourt Rocks, der Förderung des Namensstreits um das Japanische Meer, den anschuldigenden Statuen usw. Da gibt es so vieles, was Südkorea hervorragend mit seiner emotionalen Sichtweise in der Welt vermarktet während Japan dagegen "nur" mit Tatsachen argumentiert, die natürlich langweilig sind. Nun täte es Japan sicherlich gut, den 2. Weltkrieg besser aufzuarbeiten aber das ständige anfeuern der Glut seitens Südkorea verhindert dies mit. Ich habe mich intensiv mit den Hintergründen diesbzgl. beider Länder befasst und erkenne auch, dass Südkorea hier meist die Opferrolle vermarktet (nach dem Krieg wohlgemerkt), weil es für Außenstehende sehr leicht erscheint, die Opferseite zu verstehen. Beide Länder können aber auch hervorragend miteinander, besonders in der Entertainmentindustrie sowie Tourismus und haben auch sonst vieles gemeinsam (und das, nachdem jegliches japanische noch bis in die 90er Jahre verboten war - selbst heute noch dürfen keine japanischen TV Drama etc. auf den terrestrischen großen Sendern laufen, Anime werden einkoreanisiert, es sei denn, es gibt eine koreanische Beteiligung). Zum Glück erkennen dank des Internets viele Junge die Vorzüge gemeinsamer Stärke und in der Tat werden mehr und mehr nicht mehr der alleinigen nationalen Propaganda Glauben schenken. Das gilt für die koreanische wie auch japanische Seite. Schade also, dass hier all dies nicht bedacht wird und lediglich ein Tränenartikel rausgehauen wird, ohne Hintergrundwissen. Die intendierten Folgen kann man in den Kommentaren schon erkennen.

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Korken 10.07.2019, 08:39
18. Nicht alles

Zitat von Schneiderstein
Der Artikel führt aus: "Auch der Konflikt um die "Trostfrauen" verschärfte sich, als Präsident Moon im November 2018 eine Stiftung auflösen ließ. Sie war im Rahmen eines Abkommens geschaffen worden, auf das sich Tokio und Seoul 2015 geeinigt hatten und das eine Zahlung von damals umgerechnet etwa 7,3 Millionen Euro an Reparationen vorsah." 7,3 Millionen??? Das ist ja lächerlich! Das ist unmöglich!
Nein, das hat Japan zusätzlich bezahlt zu mehr als einem Jahresbrutto schon 1965 und sollte an die noch wenigen Lebenden Opfer bzw. Hinterbliebenen direkt gehen, wurde damals aber alles von der Südkoreanischen Regierung verlocht und das Geld von 2015 ist ebenso erstmal weg. https://www.japan.go.jp/issues/comfortwomanissue.html . Man bekommt hier leider nur einseitig die Geschichte mit, kein Wort über verschiedene Verträge, Entschuldigungen und Zahlungen Japans, die die Südkoreanische Regierung zwar gerne kassierte aber nichts an die Opfer ausgab. Es gibt sogar eine Liste, da vieles von Südkorea unter den Tisch gekehrt wird: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_war_apology_statements_issued_by_Japan . Die intendierten Folgen kann man in den Kommentaren schon erkennen. Hinzu kommen nun noch entgegen den Abkommen, dass japanische Firmen in Südkorea deswegen gerichtlich legitimiert enteignet werden. So einen Vertragspartner wünscht man sich doch sehnlichst, oder? Wenn wenigstens nur der Anschein einer Vergebung erkennbar wäre aber das ist es leider nicht. Die vielen Anläufe zu den Entschuldigungen muss man als ausgestreckte Hand sehen, um aufeinander zuzugehen, sie wird aber immer wieder brüsk weggeschlagen. Zu praktsich ist es, die Opferrolle auf ewig weiterzuspielen. Aber wie gsagt, die junge Generation schaut in die Zukunft und nicht in die ewig bittere Vergangenheit, das gibt Hoffnung. Es ist in erster Linie auch die Politik, die so rückwärtsgewandt agiert, die Bevölkerung hat dies in großen Teilen schon überkommen und sie kommen obwohl eine gewisse Meinung über die Geschichte vorherrscht, gut miteinander aus und es gibt viele Freundschaften und Austausche in vielerlei Hinsicht. Ich hoffe inständig, dass sich beide Länder hier politisch aufeinander zubewegen können. Dazu gehören offene Gespräche auch über Themen wie Inselbesetzungen usw. die dann mittels IGH beigelegt werden können.

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vici46 10.07.2019, 08:41
19. japan

ein wunderschönes land, aber voller unnötiger traditionen. hierzu gehört auch das nicht eingestehen von fehlern. so arm ist doch japan nicht, um nicht dieser alten damen eine gutmachung zu leisten und das unrecht einzugestehen.

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