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Zwei Jahre in den USA: Amerikas Angst, Amerikas Mut
SPIEGEL ONLINE

Zwei Jahre war Veit Medick US-Korrespondent für SPIEGEL ONLINE. Mit seiner Familie lebte er in einem Vorort von Washington DC. Er lernte dort viel über die Psyche Amerikas - und über Deutschland.

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mathias.hoelzer 20.07.2017, 10:22
1. Bekannt

Das mit den leeren Vororten und Strassen geht mir ähnlich ähnlich, wenn ich aus Asien oder Lateinamerika nach Deutschland zurück komme. Dort ist viel mehr los und viel mehr Leben findet "auf der Strasse" statt.

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Ökofred 20.07.2017, 10:23
2. Sehr schöner Artikel.. aber..

Es gibt einen kleinen Widerspruch: Einseits Ängste (auch vor Neuem und schnellem Wechsel), andrerseits den selber ständig stattfinden lassen.... wie geht das zusammen? Aber vlt erklärt das, wie Phänomene wie Trump unud Tesla im selben Land existieren können.

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GungaDin 20.07.2017, 10:29
3. Ein guter, persönlicher Artikel

Aber Herr Medick hat vergessen zu erwähnen, vielleicht auch dem Wohnort geschuldet, welche Übermacht religiöse Gruppen in den USA haben. Und wie diese Macht genutzt wird, Wissenschaft zu leugnen, und alle Fragen des Lebens in den religiösen Kontext zu pressen.

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spon-facebook-10000565671 20.07.2017, 10:30
4. Unfrei

Ich lebe derzeit in den USA. Eher unfreiwillig. "man fühlt sich nicht frei und beobachtet" trifft es perfekt.

Regeln über Regeln und (ist das ein Oxymoron?) gleichzeitig Willkürlichkeit. In Deutschland gibt es Abstufungen. Kein ordentlicher Bürger kann wegen einer versehentlichen Ordnungswidrigkeit in Schwierigkeiten geraten.

Das ist hier anders.

Man stelle sich nur vor man würde in einem Land leben in dem 50 % der Menschen pro AfD sind.

Ich freue mich für Herrn Medick, dass er zumindest in einer Region gewohnt hat, in dem der Anteil an gebildeten und liberalen Bürgern extrem hoch ist.

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ironbutt 20.07.2017, 10:38
6. Die offen hängenden Strom- und Telefonleitungen sind soooooo

Dritte Welt! Kein Witz - das zeigt klar das Infrastrukturproblem der USA. Allerdings habe ich viereinhalb Jahre in Miami gelebt und ähnliche Erfahrungen gemmacht: die Leute sind OK, wenn man sie denn mal zu fassen bekommt.

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IMOTEP 20.07.2017, 10:43
7. Exotisch

Als erstes möchte ich mich bei Hrn. Medick bedanken für seine durchweg Interessanten, Informativen Artikel , Chapeau, das war eine reife Leistung,habe keinen ausgelassen. Was Amerika angeht, und seinen derzeitigen Präsidenten Trump, mir als Nichtkenner kommt es unheimlich, exotisch, unberechenbar vor. Amerika sich vorzustellen als mächtigstes Land der Welt hat mir eigentlich immer Angst gemacht

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dorffburg 20.07.2017, 10:44
8.

Ich habe selbst in den USA für einige Jahre gelebt in den 90ern - und die im Artikel beschriebene Leere auf den Straßen gibt es nicht erst seit Trump oder 9/11. Ähnlich wie in Bethesda lief das Leben in Wesport, CT, ab. Große Straßen, niemand geht zu Fuß oder fährt Fahrrad, Nachbarschaften wirken wie inszeniert "on display", aber es gab kein für Deutsche nachvollziehbares Nachbarschaftsleben - auch wenn uns TV-Serien wie "Desparate Housewives" oder "The Middle" uns etwas anderes erzählen wollen.
In den USA schotten sich die Menschen ab in einer extremen Art des Cocooning, jeder bleibt für sich, bewegt sich in sehr engen und vermeintlich sicheren Umgebung.
Ich habe das immer ein bisschen als unfrei empfunden und mich nicht so verhalten damals. Deutsch halt, und das war befremdlich für die Amis, mit denen ich zu tun hatte: Die gewählte Selbstisolation darf zuhause stattfinden, und kein "Eindringling" durfte dies stören. Man traf sich lieber auf neutralem Terrain im Restaurant, im Café, im Sport Club, aber seltenst zuhause.
Ein anderer im Artikel angesprochener Aspekt ist eine für uns Deutsche recht seltsam anmutende Obrigkeitshörigkeit, sagt man doch gerade uns Deutschen diese Neigung zu. Vor 20 Jahren hatte ich manchesmal das Gefühl, mich in einem kontrollierten Staat voller unsichtbaren Regeln "Don't do this, don't do that, you can't, you shouldn't...) zu bewegen. Ein Ausbrechen aus diesem Dilemma war selbst kontrolliert und inszeniert (z.B. Spring Break, First/Second Base bei Collegeliebeleien etc.), und damit fremdgesteuert. Auch hier hatte ich das Gefühl unfrei zu sein - schon seltsam im "land of the free, home of the brave".

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4magda 20.07.2017, 10:47
9.

Gibt es DAS Amerika? Glaube nein, da das Land einfach zu groß ist und je nach Region die Menschen prägt.
Bin familiär öfter in Reno/Nevada. Cowboyland, Bonanza, Ponderosa...
Landschaftlich unwahrscheinlich "gigantisch"; Lake Tahoo, Mono Lake usw...
Diese Weite prägt die Menschen. Was die Menschen dort eben nicht verstehen, nicht sie prägen das Land, sondern umgekehrt.
Geht man einkaufen, steht Ottonormalverbraucher mit Halfter und Pistole am Gürtel neben dir an der Kasse.
Für einen Europäer unvorstellbar.

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