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Zwei Schulleiter streiten: Sollen Schüler während des Unterrichts demonstrieren?
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Rektor Klaus Zielonka gibt Schülern eine Sechs, wenn sie Prüfungen verpassen. Sigrid Heiming unterstützt es, wenn Jugendliche zu Klimaschutzdemos gehen - auch in der Schulzeit. Wer hat Recht?

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viaspericolata 05.04.2019, 14:05
10. Not for free

Zivilen Ungehorsam gibt es nun mal nicht kostenlos. Daher bin ich ganz beim Schulleiter. Wenn man den Schülern auch noch den roten Teppich ausrollt - wer soll dann bitte die Demos noch ernst nehmen?

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frazis 05.04.2019, 14:07
11. Solange es in Deutschland eine Verpflichtung

zum Schulbesuch gibt, hat der Staat eine ebensolche diese auch durchzusetzen. Welche Motive hier Streikende haben, hat dabei keine Rolle zu spielen. Es gibt in Deutschland auch noch andere Gruppen, die aus ihrer eigenen Sicht ebenfalls gute Gründe anführen, dass ihre Kinder keine Schulpflicht haben sollten. Die aber werden durch Bußgeldbescheide unter Druck gesetzt. Was soll das also? Entweder gleiches Recht für alle- oder jeder kann machen was er will. Ein Staat macht sich unglaubwürdig, wenn er seine eigenen Regeln und Gesetzte nicht durchführt. Und das gilt für alle wohlgemerkt für alle. Ich kann deswegen die Haltungen mancher Spitzenpolitiker nicht nachvollziehen, wenn sie diese Art von Demonstrationen auch noch verbal unterstützen.

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anonlegion 05.04.2019, 14:09
12. Mündige Bürger braucht das Land,...

,...die dann gerne auch mutig sein sollen.
Genau so, wie diejenigen Schüler und Studierenden die Freitags zu den Friday for Future Demonstrationen gehen. Weltweit.
Das bzw. ob ein(e) Schüler(in) Klausuren dafür verpasst, ist mit der Übernahme von Verantwortung für die Konsequenz aus der getroffenen Entscheidung in Ordnung, wenn diese ganz individuelle Entscheidung bewusst getroffen wird.
Schulpflicht schliesst politische und soziale Bildung explizit ein. Ein besseres Bildungsangebot als - übrigens unzweifelhaft notwendige und richtige - Demonstrationen zu organisieren, durchzuführen und daran teilzunehmen, kann ich mir nicht vorstellen.
Konservative neigen dazu, Demonstrationen generell als Teil einer Majestitätsbeleidigung zu verstehen, daher ist eine aus dieser Ecke politischer Meinung kommende Forderung sich an die Regeln zu halten, nachvollziehbar.
Richtig bzw. zielführend für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen zu mündigen, mutigen Bürgern (ohne die es leider nicht geht, liebe Kons) ist es nicht.
Ebenso ist es nicht korrekt die Rechte von Kindern und Jugendlichen zu beschneiden.
Erschütternd genug, wie sich meine Generation (Jhg.1964) zu einer Generation weitgehend unmündiger, desinteressierter Jasager entwickelt hat, die nicht unmassgeblich zu dem zivilgesellschaftlichen und politischen Niedergang beigetragen hat.
Mündige und mutige Bürger braucht das Land. Heute mehr denn je.
Und diese Generation so unnachgiebig ihre - für uns alle - richtigen Ziele zu verfolgen, lässt mich etwas hoffnungsfroher in die Zukunft sehen.

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viaspericolata 05.04.2019, 14:10
13. Not for free

Zivilen Ungehorsam gibt es nun mal nicht kostenlos. Daher bin ich ganz beim Schulleiter. Wenn man den Schülern auch noch den roten Teppich ausrollt - wer soll dann bitte die Demos noch ernst nehmen?

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cave100 05.04.2019, 14:15
14. Glaubwürdigkeit

Es wäre Glaubwürdiger wenn die Kinder während Ihrer Freizeit Demonstrieren würden. So ist es Hip während
der Unterrichtszeit zu Demonstrieren, macht Spaß mit dem Gauben hier etwas "gutes" zu tun. Die meisten der
Kids wissen eh nicht um was es hier eigentlich geht. Über wirtschaftliche Zusammenhänge und Zwänge wissen
sie sowie so nichts, auch nichts darüber wie viel Umweltverschmutzung bei der Produktion eines Smartphone oder PC und Schulbringfahrten sowie Urlaubsfüge, entsteht/en!

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women_1900 05.04.2019, 14:17
15. Sigrid Heiming unterstützt es

sie entscheidet also nach ihren persönlichen Einstellungen & Ansichten. Wer legt denn fest, was ein "gutes Thema" ist, für das die Schulpflicht verletzt werden darf und was nicht? Was wenn ihre Schüler für ein Thema auf die Straße gehen, das weniger prominent ist, keine Anführerin wie Greta hat und von niemanden aus einer der Jugendorganisationen der Parteien, wie die fridays for futiúre Initiatorin in Deutshcland Luisa Neubauer, das Thema unterstützt? Woher will die Lehrerin wissen, ob ein Thema tatsächlich wichtig ist oder nicht?
Wir geraten immer tiefer in einen Willkürstaat nach Emotionen, Meinungen und Ansichten einzelner Personen, die sicherlich in bester Absicht handeln und dennoch der Willkür Tür & Tor öffnen, Ungerechtigkeiten udn Unfairness mindestens billigend in Kauf nehmen.
Da ist mir ein "Hardliner" wie Rektor Klaus Zielonka lieber.
Verordnungen & Gesetze können durchaus für faires und gerechtes Agieren sorgen.

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romeov 05.04.2019, 14:17
16. Sofern sie nicht von Mutti im SUV zur Schule gefahren werden

...sollen sie streiken. Auf der anderen Seite würde ich aber verlangen, keine Flugreisen oder Schiffsreisen in den Ferien zu unternehmen, sonst wird das alles ad absurdum geführt.

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casbavaria 05.04.2019, 14:20
17. Am Karfreitag und in den Osterferien

wird sich zeigen, wie ernst es den Schüler-/innen mit ihren Demos wirklich ist - denn da ist schulfrei.
Ob die Innenstädte dann noch voller sind? Oder ob viele dann lieber zuhause bleiben und zocken oder lieber mit den Eltern in den Osterurlaub fliegen?
Ich glaube letzteres - wenn schulfrei ist, werden viele nicht kommen, schliesslich ist das Schuleschwänzen eine willkommene Abwechslung. Wettet jemand dagegen?

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Pickle__Rick 05.04.2019, 14:23
18.

Im Prinzip haben beide Seiten Recht und das widerspricht sich auch nicht unbedingt. Man vergleiche das mal mit einem streikenden Arbeitnehmer. So weit ich weiß ruhen die Pflichten aus dem Arbeitsvertrag während des Streiks. Dies gilt für Arbeitnehmer und Arbeitgeber und daher wird auch in der Zeit des Streiks bzw. für diese Zeit kein Gehalt gezahlt. Der Arbeitnehmer wird nicht bestraft aber er bleibt trotzdem nicht frei von jeder Konsequenz. Demos und Streiks müssen irgendwo unangenehm sein und auffallen. Daher ist es schon ok, wenn die Schüler hier für ihre Belange entsprechend krasse Mittel nutzen. Sie schwänzen ja auch in der Mehrheit wohl nicht, um zu gammeln. Es ist aber auch richtig zu zeigen, dass so ziemlich alles im Leben Konsequenzen hat. Wer an einer Prüfung verschuldet nicht teilnimmt, fällt eben durch. Das zu ertragen sendet natürlich auch eine starke Botschaft. Außerdem ist mir im Prinzip auch egal ob die Schüler in der Schule den Stoff lernen oder das z. Bsp. durch Nachhilfe, Lerngruppen und sonstige Maßnahmen ausgleichen. Ab die Prüfungen sollte man nicht verschieben oder sonst wie verbiegen. Ansonsten verhalten sich die Schüler so wie die, die von ihnen kritisiert werden. Man verlangt Änderungen aber unangehme Konsequenzen will man nicht. Was käme denn als nächstes? Verlangt man Subventionen für Menschen, die ihren Abschluss wegen Demos vergeigt haben und dann eventuell auf Hilfsarbeiterjobs angewiesen sind? Das kann es nicht sein. Ihnen zusätzlich durch aktives Bestrafen einen vor den Latz zu knallen, ist aber auch nicht nötig.

PS: Das ist nur ein Bauchgefühl aber ich glaube nicht, dass ein junger Mensch, der so engagiert ist wie Greta T., es nicht schafft seinen Schulabschluss vernünftig zu regeln.

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The Restless 05.04.2019, 14:23
19.

Zitat von Flugzeugfreak1
Schüler können jederzeit streiken, außer während der Schulzeit. Die Woche hat 168 Stunden, davon verbringt man maximal 40 in der Schule. Dementsprechend sollte genug Zeit für eine Demo außerhalb bleiben. Außerdem wird Politik in unserer Demokratie nicht auf der Straße entschieden sondern an der Wahlurne. Wer will darf 2021 die Grünen wählen. Außerdem darf man nicht außer Acht lassen, was technisch möglich ist. Wir können ja sofort alles abschalten, dann sitzen wir aber im Dunkeln. Herr Lindner hat Recht, das sollte man den Profis überlassen. Da wäre es wirklich besser wenn die Schüler, demnächst Studenten, sich auf den Hosenboden setzen und dann ein Studium der Elektrotechnik, Metallurgie oder Energietechnik anfangen. Ingenieurswissenschaften, Chemie und so um sich nützliches Wissen anzueignen um die Krise lösen zu können. Auf die Straße gehen ist zwar total aktivistisch aber das löst keins der Probleme die wir bislang haben und die wir bekommen werden. Deshalb sollte es doch in deren Interesse sein, die Schule zu besuchen.
"Außerdem wird Politik in unserer Demokratie nicht auf der Straße entschieden sondern an der Wahlurne. Wer will darf 2021 die Grünen wählen."

So habe ich auch gedacht, als ich noch zur Schule ging. Später habe ich dann feststellen müssen, dass die Politik immer dieselbe bleibt - egal, wer gerade die Wahl gewinnt! Trotzdem: Bange machen gilt nicht, aufgeben auch nicht. Es ist super, dass Schüler wieder demonstrieren, diese sehr gute Tradition war seit den 1980ern fast verschwunden.

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