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Ab 2020: Europaparlament will Rechte von Bahnkunden stärken
DPA

Die Europäische Union will Bahnfahrer bei Verspätungen besser entschädigen und Fahrradstellplätze in allen Zügen zur Pflicht machen. Eine entsprechende Verordnung wurde vom Europaparlament verabschiedet.

shardan 15.11.2018, 16:47
1. Zu teuer....

Das Argument musste ja kommen. Die DB wäre pleite, wenn sie bei 2 Stunden Verspätung den Ticketpreis zurückerstatten müsste. Dennoch: Gut so! Dort packen, wo es richtig weh tut: Beim Geld. Die Drohung mit teuren Ticketpreisen überzeugt mich jedenfalls nicht wirklich. Es wäre zwar nicht das erste mal, dass die DB ihre Organisationsunfähigkeit am Kunden auslässt. Nur muss sich die DB auch fragen lassen, wie andere Länder (Schweiz, Österreich - personell sicher nicht billiger) es hinbekommen, einigermaßen pünktlich zu fahren - was der DB nur mit Schönlügen gelingt. im DB-Sprech ist alles pünktlich was nicht mehr als 6 Minuten Verspätung hat. Ein Besuch in Japan ist zui empfehlen. Da gibt es richtig Krach, wenn ein Zug 30 Sekunden(!) zu Spät kommt. Nein, man kann das nicht unbegrenzt auf den Fahrpreis umlegen. Denn dann sind die Kunden irgendwann auch weg. Vielleicht sollte man weniger bei den unteren Personalschichten herumdoktern und sich mal die oberen Ebenen genauer ansehen - da geht eh deutlich mehr Geld durch. Da wird sich bestimmt der eine oder andere völlig überflüssige Qualitätsschwätzer finden, Leute, die eher auf politischen Versorgungspöstchen sitzen denn sinnvolle Arbeit machen. Nein, ein "Ich erkläre die Verspätungen für beendet" reicht nicht.

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PriseSalz 15.11.2018, 16:57
2. Stellplätze für Fahrräder?

Ich wäre ja schon froh wenn es Stellplätze für Koffer gäbe. Zumindest auf meinen letzten Reisen in einem ICE waren die nämlich nicht mehr da, mein Koffer (ich kam immer aus Übersee) stand im Gang und behinderte Mitreisende.

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alles_auf7 15.11.2018, 17:40
3. Einfach irrational

So ein Nonsense kann nur Leuten einfallen, welche die Bahn ruinieren wollen. Ein derart komplexes Verkehrssystem störungsfrei zu betreiben, ist unmöglich. Allein weil es schon gegen nicht selbst verschuldete Störungen nicht gefeit ist. Außerdem müsste das Material wesentlich hochwertiger, sprich weniger störungsanfällig sein. Dieses würde aber deutliche Fahrpreissteigerungen nach sich ziehen, denn von nix kommt nix. Und dann gibt es wieder ein Getöse. Ganz zu schweigen vom zusätzlichen Verwaltungsaufwand, den die Beschwerdeverfahren nach sich ziehen. Einfach einen Zug früher nehmen. Oder sich mit dem Auto von Baustelle zu Baustelle stauen.

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Daniel Fleck 15.11.2018, 17:55
4. das muss im gedbeutel weh tun

sonst ändert die Bahn ja nix. Die jetzige Regelung ist ja einfach und kostet die Bahn kaum etwas. bei den teuren Tickets wird das kompensiert. erst wenn die Rückerstattungen so teuer werden dass es schmerzt bemüht sich die Bahn auch um Besserung. inzwischen fangen ja auch zugpersonal etc. an zu streiken. letzte Woche blieb ein zug in Bremen stehen und man wartete auf Ersatzpersonal weil das bisherige Personal Dank 2h Verspätung nicht mehr arbeiten konnte

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hello_again 15.11.2018, 17:56
5. Sitzplatzgarantie

Zu vielen Punkten Stimme ich zu. Auch die Fahrradstellplätze find ich gut. Zu teuer kann kein Argument sein...

Was mir unklar ist, die Sitzplatzgarantie wenn der Anschlusszug verpasst wurde, auch bei Einzeltickets. Die Züge sind zu Stoßzeiten jetzt schon übervoll. Wie soll das funktionieren?

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Leser00815 15.11.2018, 18:39
6. Ein weiterer Schlag gegen das System Bahn

.. und natürlich gegen die Kunden, die auf Reisen mit einer Bahn angewiesen sind.
Warum wohl fallen bereits heute so viele Züge einfach aus, anstatt sie mit Verspätung fahren zu lassen? Ganz einfach: weil es sich für eine Bahn nicht mehr lohnt, Züge verspätet auf Strecke zu schicken - also fallen ganze Zugserien aus, sobald es mal stürmt oder schneit.
Gut ist das für Reisende mit Sicherheit nicht.
Zudem muss diese "großzügige" Leistung natürlich auch bezahlt werden. Und das sicherlich nicht von der EU und auch nicht vom Bund. Der Reisende selbst wird zur Kasse gebeten.
Alles in allem ein wunderbares Förderprogramm für den Autoverkehr.

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Rheingold (Goldwäsche) 16.11.2018, 00:29
7. Überregulierung

Derzeit macht die EU mit ihrer "Gebäudeeffizienzrichtlinie" das Wohnen vor allem in Ballungszentren unbezahlbar und seit Langem schon setzen EU-Grenzwerte für Autos die Individualpendler finanziell unter Druck. Da hat aber selbstredend noch was gefehlt, die Bahn und ÖPNV Kunden müssen ja auch noch zur Kasse gebeten werden! Dazu will man nun die „EU-Vorschriften zu den Rechten von Bahnpassagieren“ verschärfen. Hört sich schön an, bin nur mal gespannt, wie sich das auf die Mobilitätskosten auswirkt. Alle Kosten werden schließlich bei den Tickets eingepreist.

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ulrics 16.11.2018, 06:03
8. Und was ist

mit Zeitkarteninhabenden?
Außerdem müsste die 1Stundengrenze deutlich abgesenkt werden, um für mehr Pünktlichkeit zu Sorgen.
Ebenfalls fehlt eine Entschädigung für massive Einschränkungen wegen Bauarbeiten.

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Bernd.Brincken 16.11.2018, 12:08
9. EU Wirkung

Zitat von Rheingold (Goldwäsche)
Derzeit macht die EU mit ihrer "Gebäudeeffizienzrichtlinie" das Wohnen vor allem in Ballungszentren unbezahlbar.
Diese Richtline kannte ich bisher nicht und habe mich da etwas eingelesen. Allerdings finde ich da nur eine Verpflichtung der EU-Staaten, Kennwerte der Bauten zu erfassen und klassifizieren.
Dann "erstellt jeder Mitgliedstaat einen Fahrplan mit Maßnahmen und
innerstaatlich festgelegten messbaren Fortschrittsindikatoren im Hinblick darauf, das langfristige Ziel einer Verringerung der Treibhausgasemissionen in der Union bis 2050 um 80-95 % im Vergleich zu 1990 zu erreichen."
Ich sehe da keine über das - im EU-Vergleich ja recht strenge - deutsche EEG hinaus gehende Kennwerte; lasse mich aber gern belehren.
Auf welche Weise macht diese Richtlinie denn das Wohnen in Ballungszentren "unbezahlbar"?

Verspätungs-Ausgleich: Richtiger Ansatz, denn die bisherigen Summen, die ja auch erst nach viel Diskussion durchkamen, waren schlicht zu gering, um innerhalb der Bahn als Steuerungsgröße die Pünktlichkeit zu fördern. Die Bahn hat ein Monopol, und da muss das Reisen berechenbar sein.
Das Unternehmen hat sein Streckennetz exklusiv, aber auf der Langstrecke sind die Reisezeiten mit PKW und Flugzeug, wo viel mehr Unwägbarkeiten im Spiel sind, unterm Strich zuverlässiger zu planen - das ist doch grotesk.

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