Forum: Reise
Abgebrochene Langzeitreisen: Wenn der Traum zerplatzt
Konrad Amandi / Weltreise.de

Was, wenn der große Traum gar nicht traumhaft ist? Wenn die Weltreise zur Qual wird? Drei Langzeitreisende erzählen, warum sie früher als geplant wieder zu Hause eintrudelten.

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1anton2 25.05.2016, 17:45
60.

Alle für und wieder in den Beiträgen sind richtig.
In der heutigen Zeit ist man überfüttert mit Informationen und viele meinen sie müssen die Welt sehen.Haben oder geben sich nur einen gewissen Zeitraum und versuchen möglichst viele Länder hinein zu packen.Wenn sie wirklich in Länder interessiert sind und sie richtig kennen lernen wollen,sollten sie sich auf einige beschränken.
Ich habe zum Beispiel 1963 meine erste Dreimonatige Anhalter Tour durch Skandinavien gemacht und war davon so begeistert das ich das Jahr darauf 3 Monate durch die Britischen Inseln Touren wollte um Englisch zu lernen,den mein Traum war nach Indien zu reisen.
Konnte erst 2 Jahre später diese Reise antreten und auch keine Beziehung konnte mich davon abbringen,ich hatte mich von zu Hause abgenabelt.Das Geld würde für 3 Monate reichen.Reiseführer gab es nicht und Internet war Science fiction.
Unterwegs traf man Leute und man bekam immer mehr Infos,z.B. Überland nach Indien.
Es bot sich dann an zu arbeiten und nach einem Jahr war die Reisekasse voll genug,um länger unterwegs zu sein.
Da ich auf halben Weg Richtung amerikan.Kontinent war,entschied ich, mich Indien von der anderen Seite her zu nähern.Und so ging es dann weiter,man bekam neue Infos und änderte die Route.Es boten sich Möglichkeiten zu arbeiten und aus den 3 Monaten sind dann 7 Jahre geworden.Dann hatte ich erst einmal genug und kehrte heim.Indien hatte ich nie erreicht.
Doch ich war infiziert und wollte das Leben nicht für eine feste Bindung aufgeben.
Von vielen Leuten hörte ich ,alleine könnte ich das nicht.
Solche Leute sollten es dann auch nicht machen.
Es gab beste Freunde die in der Heimat super zusammen auskamen.Doch in einer anderen Welt entwickelten sich andere Ansichten und Interessen,aber man meine man musste zusammen bleiben und die Freundschaft ging in die Brüche.
Gute Freunde von mir haben all das als Pärchen zusammen gemacht.
Auch das gibt es

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k70-ingo 25.05.2016, 18:24
61.

Zitat von Oskar ist der Beste
...habe ich 2008/2009 auf einer insgesamt sechsmonatigen Weltreise erlebt; Nachdem ich Australien mit dem Fahrrad durchquert hatte, verbrachte ich dann noch 4 Monate in Sued Ost Asien und bin von Tourispot zu Tourispot gereist, was dann dazu fuehrte, dass die ich froh war, dass ich endlich wieder nach Hause durfte und in einem normalen Bueroumfeld arbeiten "durfte". Wichtig auf Reisen in einem laengeren Zeitraum ist, immer wieder "Pausen" einzulegen fuer mindestens 5-7 Tage, die Kamera etc. zur Seite zu legen und dann die Erlebnisse/ Erfahrungen verarbeiten.
Zwar habe ich derartige lange Reisen, wie hier beschrieben, selber noch nicht gemacht (die längste war ein Monat), aber Ansätze von Reise-Burnouts habe ich bereits mehrfach gehabt. Das passiert auch bei individuell geplanten, aber ansonsten mainstreamigen Touren, durchaus auch bei Pauschalreisen.

Beim intensiven Reisen mit dichter Programmtaktung -wenn wir unterwegs sind, dann sind das nie Strand- oder Cluburlaube- spüre ich nach etwa 2 1/2 Wochen erste Anzeichen von mentaler Übersättigung, das Gefühl, die vielen Eindrücke nicht mehr verarbeiten zu können. Dann würde ich gerne zwei, drei Tage Abhängen und Zu-sich-Kommen am Stand einschieben, um das Erlebte adäquat verinnerlichen zu können. Wenn die Reise dann aber in der gleichen Intensität weitergeht und Erholungs- und Abschalttage, wenn überhaupt, erst später angehängt werden, empfinde ich das nicht mehr als allzu angenehm. Meist will ich dann einfach nur noch nach Hause und dort ein paar richtig ruhige Tage verbringen, nur einfach, um alles sacken zu lassen und mental verarbeiten zu können, z.B. Fotos zu gucken, solange die Erinnerungen nocht frisch sind.

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meine_foren 25.05.2016, 19:36
62. Respekt an die Weltreisenden

Für mich wäre das eher nichts. Ich verreise lieber 5- bis 6-mal pro Jahr für je 3 bis 4 Wochen. Dieses Jahr werde ich mal 8 Wochen bei einer Reise ausprobieren, aber damit nähere ich mich wohl meinem Maximum an. Ich mag regelmäßige Wechsel zwischen Heimat und Reiseziel lieber. Zu Hause freut man sich auf die nächste Reise, unterwegs nach einigen Wochen wieder auf das Zuhause. :-)

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Poco Loco 25.05.2016, 20:26
63. Länger Reisen.

Zitat von meine_foren
Für mich wäre das eher nichts. Ich verreise lieber 5- bis 6-mal pro Jahr für je 3 bis 4 Wochen. Dieses Jahr werde ich mal 8 Wochen bei einer Reise ausprobieren, aber damit nähere ich mich wohl meinem Maximum an. Ich mag regelmäßige Wechsel zwischen Heimat und Reiseziel lieber. Zu Hause freut man sich auf die nächste Reise, unterwegs nach einigen Wochen wieder auf das Zuhause. :-)
Ich weiss, dass machen viele so, sogar noch viel kürzer. Ich halte nichts davon, sowie die Japaner oder Chinesen (Europe in 7 Day`s) nur 1 - 2 Wochen Urlaub zu machen. Letztendlich braucht man immer fast 5 Tage bis man sich vom Jetleg erholt und sich eingewöhnt hat oder auch "seelisch angekommen" ist, wo man sich wohl fühlt. Ausserdem gibt man in Relation viel mehr Geld für die An- u. Abreise aus (ökologisch bedenklich) und hat viel zuwenig von dem Land gesehen, wenn man nicht jeden Tag rumfahren möchte. Die Erholung fängt auch erst nach einer Woche an. Sie werden sehen, die 8 Wochen die Sie vorhaben, werden für Sie eine neue Erfahrung sein, wenn Sie sich auf das Land und Leute richtig einlassen.

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monoman 25.05.2016, 20:30
64. Beziehung vs. Reise

Sonst hört man ja eher die Story, daß die Beziehung mit lautem Knall auseinandergeht, weil beide Partner, die üblicherweise durch Job, Verein etc. genügend Ruhe voreinander haben, es plötzlich 24 Stunden am Tag miteinander aushalten müssen. Dazu bedarf es keiner Weltreise, zwei Wochen Sylt oder Malle reichen völlig aus ;-)

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spon_3055608 25.05.2016, 20:30
65. Beschütze mich vor Sturm und Wind und vor Deutschen....

Es kommt m.E. vor allem darauf an, was man erwartet. Wenn man die Reise macht damit man was zu hause erzählen kann und denkt, man kommt damit groß raus, ist das eine schlechte Motivation. Wenn es einem kein eigenes Bedürfnis ist zu erfahren, was andere Menschen denken und wie sie leben (was sich fundamental von den Fernseh-Weltbild unterscheiden kann das bei uns verzapft wird), wie die Natur wo anders aussieht und was es dort an besonderen Pflanzen und Tieren gibt der setzt sich am besten zu hause vor den Fernsehkasten und bleibt da.
Der Reisende wird feststellen, dass es andere Menschen kaum interessiert was man erlebt hat und wo man war. Nur wenigen "Profi-Reisenden" gelingt es noch, damit so etwas kurzfristiges wie Interesse zu erregen.
Die Oma war heute meistens "auch schon mal da"; aber wenn man nachfragt wissen die meisten "Weltreisenden" eigentlich nur wo das Bier kalt, das Essen gut und vor allem wo es "billig" war. Interesse an den Menschen, was die arbeiten, wovon und wie sie leben und was so ihre Probleme oder gar was ihre Meinung vom Westen ist,- null.
Man bekommt in Viersterne- Hotel und wenn es im tiefsten vietnamesischen Dschungel läge, eben nichts mit,- und es interessiert die in Rudeln "Weltreisenden" auch gar nicht. Man "erarbeitet" Erdzählstoff zum Angeben für zu hause, verschärft meist durch Endlosfolgen vom mehr oder weniger dämlich nichtssagenden Video- oder e-Kamera Bildern.
Im übrigen hält man sich am besten an den Spruch:
Gott beschütze mich vor Sturm und Wind und vor Deutschen die im Ausland sind.
Man fährt im allgemeinen gut damit, denn die meisten haben mehr Geld als Hirn und sind im daher im Ausland meist noch unangenehmer und peinlicher als zu hause.

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eunegin 25.05.2016, 21:31
66. Antwort für ansv

Zitat von ansv
Seit ich den Beitrag gelesen habe frage ich mich - und deshalb frage ich jetzt Sie: Warum sind Sie nicht an Orte gereist, die Sie interessiert haben? Also wo Sie Zeit verbringen wollten, um Menschen un Kultur kennenzulernen?
Danke für die gute Frage. Aber ja, genau das habe ich ja gemacht. Ich habe mir das vorher anhand der zig kurzen Reisen (Semesterferien) schon überlegt. Und zwar ohne Hektik und mit Zeit und soviel Respekt und Verständnis für die Kulturen, wie ich eben aufbringen konnte. Dennoch und vielleicht gerade deshalb fühlte ich mich nach einigen Monaten ohne sinnvolle Aufgabe leer. Jahre später habe ich an einem der Ort nochmals gearbeitet und war wesentlich ausgefüllter und lernte das Land ganz anders kennen. Inzwischen lebte ich lange im Ausland, führe eine binationale Ehe - alles irgendwie Ergebnis dieser Eindrücke. Passt also schon.

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meine_foren 25.05.2016, 22:11
67.

Zitat von Poco Loco
Sie werden sehen, die 8 Wochen die Sie vorhaben, werden für Sie eine neue Erfahrung sein, wenn Sie sich auf das Land und Leute richtig einlassen.
Das lasse ich mich immer. Ein reiner Strandtag wäre für mich der blanke Horror. Für Ausflüge und Mietfahrzeuge gebe ich immer das meiste Geld vor Ort aus. Ich spare lieber an Restaurantbesuchen und den Unterkünften. :-)

Europa in 7 Tagen finde ich auch heftig, aber in 3 bis 4 Wochen kann man schon viel vom jeweiligen Reiseziel sehen. Ich bin gerade auf Korfu. Nach dem Urlaub werde ich jeden Stein der Insel kennen. 3 Wochen per Fahrrad und 1 Woche per Motorroller. Dazu noch ein Bootsausflug nach Albanien. Passt.

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wally2008 25.05.2016, 22:21
68. @keksguru: Erst Schluß machen und...

Zitat von keksguru
als ich ein Jahr unterwegs sein wollte wollte meine damalige Freundin nicht mit. Als sie dann noch in der Woche über wo ich auf Montage war fremdgegangen ist hab ich Job und die Frau aufgegeben, war in beiderlei Hisicht sehr heilsam denn die Beziehung war ohnenin irgendwie vermurkst. Später hab ich dann eine andere Frau geheiratet, die mit mir durch Dick und dünn geht.
...dann die Weltreise: Die Formulierung klingt zwar lustig - vielleicht auch egoistisch - oder gar zynisch -,
aber es ist was dran: Ich habe mal Mitte der 90er während meines Studiums ein Semester in Neuseeland gemacht und dann ganz individuell eine Woche Hongkong, acht Wochen Australien, zwei Wochen Cookinseln und eine Woche San Francisco davor bzw. danach geklipst. Paar Tage, bevor ich aufgebrochen bin, bekam ich von meiner damaligen Freundin meine Papiere zurück.
Und das mag jetzt auch wieder egoistisch klingen: Was Besseres hätte mir nicht passieren können. Allein zu reisen, seine ganz eigenen Entscheidungen zu treffen, wie lange man wo bleibt, wie man wohin kommt, ob und dann mit wem man unterwegs reist oder bei wem man wie lange verweilt, die Route ändert, mit wem man wie lange in irgendeiner bar abhängt, ob man irgendwo versackt - es gibt da so viele Dinge, die man immer wieder umstoßen kann. Und das geht am besten: allein. Auf niemanden Rücksicht nehmen zu müssen. Ganz Du selbst. - Geht natürlich meistens nur in jungen Jahren...Und mittlerweile seit vielen Jahren mit Frau und Tochter und Sohn zusammen sehr schöne Urlaube verbracht. Ganz anders zwar, aber auch anders schön. Aber diese lange Reise davor war einmalig...Deswegen, ihr Mitleser: geht auf Reisen. Schickt Eure Kinder auf Reisen. Klar, alles kostet irgendwo auch Geld. Aber versucht`s...
Übrigens: Habe gerade das Buch von Meike Winnemuth "Das große Los" gelesen. Passt gut zum Thema. Auch ihre Äußerungen zum Allein-Reisen.

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meine_foren 25.05.2016, 22:38
69.

Zitat von spon_3055608
Im übrigen hält man sich am besten an den Spruch: Gott beschütze mich vor Sturm und Wind und vor Deutschen die im Ausland sind. Man fährt im allgemeinen gut damit, denn die meisten haben mehr Geld als Hirn und sind im daher im Ausland meist noch unangenehmer und peinlicher als zu hause.
Ich halte nichts von Pauschalisierungen. Jeder Urlauber ist anders. Einer möchte feiern, ein anderer sich erholen. Ein weiterer viel vor Ort unternehmen oder eine Mischung aus allem. Sie möchten anscheinend nur meckern. Daher ändere ich Ihren Spruch um in: Gott beschütze mich vor Sturm und Wind und vor notorischen Meckerern, die im In- und Ausland sind. :-)

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