Forum: Reise
Alleinreisender im Flugzeug: 15-Jährige hilft taubblindem Mann beim Kommunizieren

Als der taubblinde Tim Cook alleine von Boston nach Portland reist, kann er sich den Flugbegleitern nicht mitteilen. Ein 15-jähriges Mädchen an Bord beherrscht Zeichensprache - und hilft dem 64-Jährigen.

Seite 2 von 3
alwalis 26.06.2018, 13:59
10. Zyniker

Zitat von Maverlized
… nur, dass ich vergaß, auch Zynismus der Polemik hinan zu stellen. Zynismus ist der "Bruder" der Polemik. Danach kommt nur noch Sarkasmus, bevor das direkte Beschimpfen und Beleidigen beginnt. Die Grenzen dazwischen sind gefährlich schmal. Ich hoffe, Sie sind sich dessen bewusst!?
Zyniker sind Menschen, die Hilfe in Form von bspw. Zuneigung am ehesten entbehren. Wie Selbstgerechtigkeit überkommt es meist die Älteren von uns. Zynismus versucht sich meist hinter vermeintlichem Realitätssinn zu verstecken, welcher immer nur eine Seite der Medaille zu erkennen in der Lage ist. Das sich ein behinderter Mensch auf eine solche Reise begibt, finde ich klasse. Er hat ja auch gewusst, dass er nicht alleine reist und vermutlich darauf gesetzt, dass ihm schon geholfen wird. Ohne Mithilfe durch seine Mitmenschen wären viele Behinderte ja völlig aufgeschmissen. Das gilt aber witzigerweise für jeden Menschen.

Beitrag melden
friedrich_eckard 26.06.2018, 14:20
11.

Zitat von Meckerle
Was für eine wunderbare Geschichte in Zeiten des überbordenden Hasses und Angstkampanien in den Medien und Kommentaren überall auf der Welt! Bitte mehr davon, auch wenn sich Hass - und Negativ-Nachrichten zum Stimmenfang durch Politiker besser vermarkten lassen. Die Welt ist nicht annähernd so schlecht und bedrohlich, wie Ihr Sie gerne darstellt!
Ich finde diesen Bericht ebenso wohltuend wie sie, wobei mir wieder einmal bewiesen scheint, dass Menschen als Individuen höchst liebenswerte Geschöpfe sein können, nur wenn sie in Rudeln auftreten....nun ja... Die berufliche Laufbahn der jungen Dame dürfte damit ja wohl jedenfalls vorbestimmt sein, sämtliche denkbaren Eignungstest als Dolmetscherin für Taubblinde hat sie damit doch sicher bereits bestanden. Sie wird das bestimmt grossartig machen.

Beitrag melden
martin_kohlmann 26.06.2018, 14:28
12.

Zitat von sok1950
und vergessen unseren Verstand. Vielleicht wäre es sinnvoll vorher abzuklären, ob und unter welchen Voraussetzungen der Flug möglich wäre. Das Schicksal kann schon grausam sein, aber berechtigt das zum Abschalten des Verstandes? Das nächste mal geht er allein in den Urwald und hofft, auch hier jemanden zu finden der die Lormsprache beherrscht, oder macht allein eine Klettertour durch die Berge oder trampt alleine durch Alaska, oder springt vor Bali über Bord...
Gott was müssen Sie gefrustet vom Leben sein...wann haben Sie das letzte mal Empathie empfunden? Ganz schwach...ganz ganz schwach.

Beitrag melden
newbie99 26.06.2018, 14:34
13.

Zitat von sok1950
und vergessen unseren Verstand. Vielleicht wäre es sinnvoll vorher abzuklären, ob und unter welchen Voraussetzungen der Flug möglich wäre. Das Schicksal kann schon grausam sein, aber berechtigt das zum Abschalten des Verstandes? Das nächste mal geht er allein in den Urwald und hofft, auch hier jemanden zu finden der die Lormsprache beherrscht, oder macht allein eine Klettertour durch die Berge oder trampt alleine durch Alaska, oder springt vor Bali über Bord...
Schon interessant! Die einen erkennen im Artikel die lobenswerte Hilfsbereitschaft eines Menschen, der einem anderen Hilft, der sich in einer Notsituation befindet. Die anderen sehen darin nur das Ärgernis, dass es überhaupt zu einer Situation gekommen ist, in der jemand diese Hilfe benötigte.

Letztere sind dann auch vermutlich häufig diejenigen, die dann typischerweise nicht dazu bereit sind, Hilfe zu leisten, auch wenn sie es könnten. Warum auch? Ist ja selbst schuld!

Vermutlich wird so jemand es auch überhaupt nicht gerne sehen, wenn jemand anderes sich hilfsbereit zeigt. Schließlich könnten sich andere Hilfsbedürftige sich ja noch ermutigt zeigen, sich auch noch in diese Situation zu bringen. Richtig aus der Sicht dieser Menschen wäre es wahrscheinlich eher, die kalte Schulter zu zeigen und den hilfsbedürftigen Menschen klar zu machen, dass sie andere nur belästigen und im Flugzeug klar nicht willkommen sind.

Schon erstaunlich, wie sich die menschlichen Typen durch die Kommentare durchziehen!

Beitrag melden
Maverlized 26.06.2018, 15:03
14. Danke!

Zitat von alwalis
Zyniker sind Menschen, die Hilfe in Form von bspw. Zuneigung am ehesten entbehren. ....
das habe ich gar nicht bedacht, als ich meinen Kommentar schrieb. Als Person wollte ich den guten ja nicht angreifen - nur seine Worte.
Insofern mache ich mal einen Unterschied und sage:
Jemand der zynisch formuliert muss noch kein Zyniker sein. ;-)
Ich hege da Hoffnung, das er auch normal kann. :-)

Beitrag melden
wissen_macht_angst 26.06.2018, 17:38
15. Begrifflichkeiten

insbesondere an die Redaktion: Auch wenn "Zeichensprache" vielleicht eine Übersetzung aus dem englischen "Sign Language" sein kann, sprechen wir in Deutschland jedoch von "Gebärdensprache". Zeichensprache ist der Begriff für Zeichensysteme, wie Straßenschilder, Tauchzeichen etc. Natürlich alles eine Frage der Definition. Aber der korrekte Begriff ist "Gebärdensprache". Auch um zu zeigen, dass die Sprache nicht nur aus Zeichen besteht, sondern "mehr" umfasst und der Komplexität jeder anderen Lautsprache "gleichwertig" ist. Hörbehinderte verstehen daher auch "Zeichensprache" u.U. als Abwertung ihrer "Gebärdensprache". Der Begriff ist daher unbeliebt, genauso wie "Taubstumme". (siehe Wikipedia: Zeichensprache, Gebärdensprache, ...)

Ferner gibt es bestimmte Begriffe, die bei Taubblinden, oder sagen wir allgemein Hörsehbehinderten, verwendet werden. So wird das "Malen"/Schreiben von Buchstaben in die Handfläche nach dem sog. Lorm-Alphabet auch "Lormen / lormen" genannt. (siehe Wikipedia: Lormen)

Ferner ist auf dem Bild zudem wohl zu sehen, dass die taubblinde Person die Hände der jungen Dame berührt. Das wird gemacht, um die Gebärdensprache abzutasten, da man sie ja ggf. nicht sehen kann als Hörsehbehinderter. Das nennt sich dann "Taktil-Gebärden". Dies beherrschen gleichwohl meist nur die gebärdensprachorientierten Hörsehbehinderten. Hier sei auch auf das "Usher-Syndrom" hingewiesen. "Geburtsblinde" tendieren eher zu anderen Systemen wie "Braille", die auch mit einer zusätzlichen Hörbehinderung eingesetzt werden können. Aber das nur am Rande. Vielleicht interessieren sich ja einige hier etwas mehr für diese interessante Thematik.

Ansonsten ist das natürlich toll, wenn es in einem Flugzeug so jemanden gibt. Das ist eine seltene Fähigkeit. Man kann sich das vielleicht gedanklich vorstellen, dass taubblinde Menschen außerhalb ihrer gewohnten Umgebung auf ständige Begleitung angewiesen sind. Das scheitert dann leider oft an der Geldfrage. Aber einfach so, ist die Person auch nicht ins Flugzeug gelangt. Wahrscheinlich ist, dass eine Assistenz nicht mitgeflogen ist und für die Zeit an Bord dann die Schwierigkeit bestand, die Kommunikation herzustellen.

Beitrag melden
Loewe101 26.06.2018, 20:24
16. Empathie

Zitat von sok1950
und vergessen unseren Verstand. Vielleicht wäre es sinnvoll vorher abzuklären, ob und unter welchen Voraussetzungen der Flug möglich wäre. Das Schicksal kann schon grausam sein, aber berechtigt das zum Abschalten des Verstandes? Das nächste mal geht er allein in den Urwald und hofft, auch hier jemanden zu finden der die Lormsprache beherrscht, oder macht allein eine Klettertour durch die Berge oder trampt alleine durch Alaska, oder springt vor Bali über Bord...
ist für Sie vermutlich ein so schwieriges Fremdwort, dass Sie dieses in diesem Leben nicht mehr lernen werden.
Dabei ist Empathie so wichtig für ein gutes miteinander.
Naja

Beitrag melden
swandue 26.06.2018, 22:16
17.

Zitat von newbie99
Schon interessant! Die einen erkennen im Artikel die lobenswerte Hilfsbereitschaft eines Menschen, der einem anderen Hilft, der sich in einer Notsituation befindet. Die anderen sehen darin nur das Ärgernis, dass es überhaupt zu einer Situation gekommen ist, in der jemand diese Hilfe benötigte. Letztere sind dann auch vermutlich häufig diejenigen, die dann typischerweise nicht dazu bereit sind, Hilfe zu leisten, auch wenn sie es könnten. Warum auch? Ist ja selbst schuld! Vermutlich wird so jemand es auch überhaupt nicht gerne sehen, wenn jemand anderes sich hilfsbereit zeigt. Schließlich könnten sich andere Hilfsbedürftige sich ja noch ermutigt zeigen, sich auch noch in diese Situation zu bringen. Richtig aus der Sicht dieser Menschen wäre es wahrscheinlich eher, die kalte Schulter zu zeigen und den hilfsbedürftigen Menschen klar zu machen, dass sie andere nur belästigen und im Flugzeug klar nicht willkommen sind. Schon erstaunlich, wie sich die menschlichen Typen durch die Kommentare durchziehen!
Selbstverständlich ist es toll, wenn sich jemand findet, der helfen will und kann.

Allerdings drängt sich mir durchaus der Gedanke auf, ob ein Mensch mit diesem Handicap heutzutage nicht üblicherweise moderne Technik dabei hat, die es ihm ermöglicht, unabhängig von einem solchen Rettenden Engel mit anderen zu kommunizieren? Wie kann er sonst z.B. über akute gesundheitliche Beschwerden informieren? Wie könnte man ihm mitteilen, dass das Flugzeug notfallmäßig verlassen werden muss? Hätte ihn die Fluggesellschaft nicht mitfliegen lassen - Wäre das böse Diskriminierung oder berechtigte Sorge um seine Sicherheit und Gesundheit?

Beitrag melden
Trevor Philips 27.06.2018, 00:26
18.

Zitat von usatomorrow
https://www.jta.org/1988/07/20/archive/orthodox-child-with-rare-ailment-is-rescued-aboard-tycoons-jet
Nun hören Sie mal ganz schnell auf diesem Kerl menschliche Züge anzudichten. So was können wir hier in Deutschland nur ganz schlecht verkraften.

Beitrag melden
murksdoc 27.06.2018, 07:25
19. Eigengefährdung

Neben allen Empathiekundgebungen muss man ganz klar sagen, dass der Mann sich selbst und andere gefährdet, wenn er ohne Begleitung ein Flugzeug besteigt. Er kann die Sicherheitseinweisungen der Flight Attendants nicht verfolgen und im Notfall nicht danach handeln. Im ungünstigsten Fall blockiert er, wenn es um Sekunden geht, einen Rettungsweg und versteht nicht, warum, oder was er tun soll. Nichts gegen "Inklusion", aber man muss Menschen manchmal auch vor sich selbst schützen.

Beitrag melden
Seite 2 von 3
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!