Forum: Reise
Alltag eines DB-Mitarbeiters: "Du bist nicht du selbst, wenn du einen Zug erwischen m
Sylvia Witt

Die Unverschämten, die Zornigen, die Netten - Andreas Schorsch kennt sie alle. Seit Jahren steht der DB-Mitarbeiter am Düsseldorfer Hauptbahnhof an vorderster Kundenfront. Wenn die Lokführer streiken, ist das Schwerstarbeit.

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brunnersohn 22.05.2015, 10:22
1. Genau so ist es! diejenigen, die am lautesten

"Servicewüste" schreien, sind die lebensuntauglichsten dieser Welt.
Es sind die, die beim Aldi reinstürmen und die Kassiererin fragen, wo denn die Butter sei!
Im Baumarkt muss man ihnen den Schubkarren zusammenbauen, obwohl man ihnen sagt, dass er zusammengebaut nicht in ihr Auto passt.
Sie haben ihr Wohnzimmer ausgeräumt, um den Parkettboden abzuschleifen und wollen dann erst eine Parkettschleifmaschine mieten.
Ist keine mehr verfügbar, dann ist das Geschrei groß.
Selbstdenken ist leider ihre Sache nicht.

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Spiegelleserin57 22.05.2015, 10:24
2. was immer wieder auffällt!

über die Bahn regt man sich auf ABER die Staus vor den Feiertagen auf den Strassen, da wird kein Protestmarsch veranstaltet da man ja in Kurzurlaub will.
Was auch auffällt dass viele Leute einfach zu spät unterwegs sind,alle die zur Arbeit müssen werden ausgesprochen unangenehm wenn es nicht so schnell geht wie sie es sich vorstellen..Stoßstangenfahrer, auf dem Linksabbieger ganze Kolonnen überholen etc. aber dass man mit Verspätungen und Staus rechnen muss daran denkt niemand und steht auch mal früher auf damit er ausreichend Zeit hat.

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strixaluco 22.05.2015, 10:43
3. Danke für Ihre Geduld!

... Herr Schorsch, stellvertretend auch für Ihre zahlreichen Kollegen, die immer wieder mit genervten Kunden zurechtkommen müssen. Was das "nicht man selbst sein betrifft": Das kenne ich. In meiner Verwandtschaft gibt es eine überaus liebenswürdige ältere Dame, die immer wieder komplett in Panik gerät, wenn der Zug zu spät kommt und dann die völlig unschuldigen Zugbegleiter wüst beschimpft. Mir ist das ziemlich peinlich - aber ich glaube, Bahnfahren macht ihr generell viel Stress, selbst ohne Verspätung. Es ist ein Segen, wenn, das Gegenüber der Panik, wenn's richtig schief geht, dann professionelle Gelassenheit entgegenbringt!
- Ich selbst versuche, mich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen - das bringt eh' nichts. Der Zug fährt nicht schneller, wenn man den Zugbegleiter anschreit. Irgendwo nachts in der Pampa hängenbleiben will ich natürlich auch nicht - aber nett nachfragen, was man machen könnte, hilft definitiv mehr als Unschuldige zu beschimpfen...

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AusVersehen 22.05.2015, 10:44
4. Unzuverlässigkeit

So viele Ausfälle wegen Streiks wie die Bahn in letzter Zeit, hatten alle meine Autos in den leztzten Jahrzehnten zusammen nicht. Ich hatte nicht ein Auto, das irgendwann einmal stehen geblieben wäre.

Die Bahn ist unzuverlässig und seit Mehdorn ist sie unpünktlich!

Auf ein Verkehrsmittel muß man sich verlassen können. Tarifverhandlungen auf dem Rücken der Kunden auszutragen, die in die Entscheidung ohnehin nicht eingreifen können, ist widerlich!

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Humboldt 22.05.2015, 10:51
5. Alleingelassen vom Bahnmanagement

ob EVG oder GDL, die machen mehrheitlich alle einen guten Job. Aber alleingelassen wurden der EVG-Gewerkschafter am Infostand nicht von der GDL (die machten tatsächlich an Schwerpunkten Information und Streikwachen), sondern allein von seinem Bahnmanagement!

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translator11 22.05.2015, 11:00
6. Interessant....

was Herr Schorsch über die GDL schreibt. Die waren zu feige, um ihre Position selbst zu vertreten, und haben den Umgang mit den genervten Kunden den lieben Kollegen vom Infoschalter überlassen. Solidarität unter Arbeitnehmern sieht anders aus! Aber das passt natürlich ins Bild: von Solidarität, einem Grundprinzip der Arbeiterbewegung, hat diese "Gewerkschaft" noch nichts gehört.
Vor Bahnmitarbeitern wie dem Herrn Schorsch habe ich allergrößten Respekt. Vielleicht sollte ich auch mal Kuchen am Infoschalter vorbeibringen...

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Delden 22.05.2015, 11:04
7. gefühlte Pünklichkeit

Mir ist aufgefallen, dass eine minimale Verspätung eines Zuges (5 Minuten) sehr schnell zu gewisser Nervosität führt. Diese 5 Minuten hat man dann meist auch noch am Zielbahnhof. Verglichen mit einer Autofahrt mit Ampeln, Staus und sonstigen Stopps werden diese summierten Verspätungen nicht so schwer empfunden. Die Bahn ist aus meiner Sicht relativ zum Alltags-/Berufsverkehr schon pünktlich.

Liegt vielleicht an der persönlichen Kontrolle über das Gefährt. Vielleicht kann da jemand eine Studie machen oder seine Doktorarbeit darüber schreiben. Viel Spaß dabei. :D

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keery 22.05.2015, 11:14
8. Die Streikposten

habe ich schon bei den letzten Streiks vermisst. Muss ja nicht an jedem Bahnhof sein, aber an den größeren Knotenpunkten hätte ich schon ein bisschen Präsenz erwartet, nicht zuletzt auch, um der angeblichen Hetze durch die Presse etwas entgegenzusetzen.

Ich denke schon, dass die Kollegen hier auch von den Gewerkschaften im Stich gelassen wurden, da die, die den Frust unmittelbar verursachen (auch wenn es mittelbar das Bahnmanagement sein sollte), sich dem Blick und Zugriff der Öffentlichkeit entziehen, während die, die ihren Dienst am Kunden leisten, den Frust abkriegen und etwas rechtfertigen müssen, an dem sie (z.B. als Reinigungskraft) so überhaupt gar keinen Anteil haben.

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jessepinkman42 22.05.2015, 11:24
9.

Als jemand, der die Bahn unregelmäßig, aber eigentlich recht gerne nutzt, muss ich jetzt auch mal ein Lob aussprechen. Ich am 7. Mai aus dem Ausland in Frankfurt an und musste mit dem Zug nach Hause, inkl. zwei mal umsteigen. Das Servicepersonal war freundlich und bemüht, trotz des Stresses, der ICE nach Mannheim war ca. 10 Minuten zu spät, aber ich habe meine Anschlüsse erreicht, wenn auch knapp.
Von GDL Mitarbeitern, die mir ihre Position erklären wollten, habe ich jedoch auch nichts gesehen. Hätte ich aber auch nicht gebraucht.

Dass der Streik so plötzlich und unangekündigt beendet wurde, hat sicher einige Streikende viel schlimmer getroffen. War ja schönes Wetter, da hatte der eine oder andere sicher schon was geplant für den Tag...

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