Forum: Reise
Alltag eines DB-Mitarbeiters: "Du bist nicht du selbst, wenn du einen Zug erwischen m
Sylvia Witt

Die Unverschämten, die Zornigen, die Netten - Andreas Schorsch kennt sie alle. Seit Jahren steht der DB-Mitarbeiter am Düsseldorfer Hauptbahnhof an vorderster Kundenfront. Wenn die Lokführer streiken, ist das Schwerstarbeit.

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wendora 22.05.2015, 11:26
10. pünktliches Auto?

Zitat von AusVersehen
So viele Ausfälle wegen Streiks wie die Bahn in letzter Zeit, hatten alle meine Autos in den leztzten Jahrzehnten zusammen nicht. Ich hatte nicht ein Auto, das irgendwann einmal stehen geblieben wäre. Die Bahn ist unzuverlässig und seit Mehdorn ist sie unpünktlich! Auf ein Verkehrsmittel muß man sich verlassen können. Tarifverhandlungen auf dem Rücken der Kunden auszutragen, die in die Entscheidung ohnehin nicht eingreifen können, ist widerlich!
Sie haben mit Ihrem Auto noch nie im Stau gestanden? Und kommen immer pünktlich an?
Wow wie machen Sie das?

Welche Mittel sollten Bahngewerkschaften Ihrer Ansicht nach denn anwenden um in Tarifverhandlungen Druck zu machen?

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amadeus2525 22.05.2015, 11:53
11. Verspätung

Verspätung ist für mich nicht das Problem. Wenn ich mit den Auto fahre kann ich das einplanen und bleib im Wagen sitzen. Wenn ich wegen Verspätung einen Anschlusszug nicht bekomme habe ich ein Problem. Mit Reisegepäck wird´s dann noch blöder, auf einem unbekannten Bahnhof über verschiedene Stockwerke zum richtigen Gleiß zu navigieren. Die Platzreservierung gilt dann auch nicht mehr.

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dickebank 22.05.2015, 11:53
12. Streikposten

Zitat von keery
habe ich schon bei den letzten Streiks vermisst. Muss ja nicht an jedem Bahnhof sein, aber an den größeren Knotenpunkten hätte ich schon ein bisschen Präsenz erwartet, nicht zuletzt auch, um der angeblichen Hetze durch die Presse etwas entgegenzusetzen. Ich denke schon, dass die Kollegen hier auch von den Gewerkschaften im Stich gelassen wurden, da die, die den Frust unmittelbar verursachen (auch wenn es mittelbar das Bahnmanagement sein sollte), sich dem Blick und Zugriff der Öffentlichkeit entziehen, während die, die ihren Dienst am Kunden leisten, den Frust abkriegen und etwas rechtfertigen müssen, an dem sie (z.B. als Reinigungskraft) so überhaupt gar keinen Anteil haben.
Nund die Lokführer bestreiken ja nicht den Betrieb Stationen der DB AG. Wenn Streikposten der Lokführer aufziehen, dann an den Betriebsbahnhöfen, an denen die Lokomotiven für den betrieb bereitgestellt werden. die liegen aber nicht in den Innenstädten.

Ziehen die streikposten an einem Bahnhof auf, kann ihnen das bahnhofsmanagement einen Platzverweis erteilen, bei denen liegt nämlich das Hausrecht.
Für Streikaktionen im öffentlichen Raum (Bahnhofsvorplatz) wird es dann noch komplizierter. da müsste dann im Einzelfall geprüft werden, ob der platz ein kommunaler oder Betriebsgelände der DB AG ist. Auf diese Unwägbarkeiten würde ich mich als Streikführer der GDL auch nicht einlassen wollen. Folglich würde ich mich auch für des bestreiken des Einsatzortes/Betriebsstützpunktes der Lokomotiven entscheiden

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hnoi 22.05.2015, 11:56
13. jaja, das Management ist immer schuld

Zitat von Humboldt
ob EVG oder GDL, die machen mehrheitlich alle einen guten Job. Aber alleingelassen wurden der EVG-Gewerkschafter am Infostand nicht von der GDL (die machten tatsächlich an Schwerpunkten Information und Streikwachen), sondern allein von seinem Bahnmanagement!
Woher wissen Sie, dass der sympathische Herr Schorsch EVG-Gewerkschafter ist?

Frankfurt am Main war anscheinend kein Schwerpunkt für die GDL, ich habe zumindest während der letzten beiden Streiks morgens und zum Feierabend keine GDL-Streikposten oder Infostände gesehen.

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ernstmoritzarndt 22.05.2015, 11:56
14. Die andere Seite:

Als sog. Bahn - Vielfahrer stelle ich immer wieder fest, daß sich die Bahnkunden bisweilen dem Personal gegenüber so benehmen, als hätten sie den ganzen Zug gekauft. Fast alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bahn sind im Allgemeinen sehr höflich; manchmal schlicht neutral, bisweilen auch etwas genervt. Das kann man verstehen. Wenn dann aber die üblichen Pöbelfritzen kommen, die den Mitarbeiter dafür verantwortlich machen wollen, daß der Anschlußzug in Kleinkleckersdorf weg ist und sie .... in ihrer hohen Funktion usw..... herumschreien und pöbeln, dann ist auch mir schon der Kragen geplatzt und ich sage den Leuten ganz klar, daß sie offensichtlich ihre Kinderstube vergessen hätten - so denn eine solche vorhanden gewesen ist. Die werden dann ganz schnell ruhig.

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je_pense 22.05.2015, 11:58
15. Wirklich beängstigend....

ist eine Aussage, die nicht im Zusammenhang mit dem Streik steht: "Ich finde erstaunlich, dass die Leute immer unselbstständiger werden. Es gibt junge Düsseldorfer, die stehen mit dem Smartphone inklusive Navigations-App in der Hand vor mir und wollen wissen, wo die Soundso-Straße ist. Ich verstehe nicht, dass die sich überhaupt diese Blöße geben."
Dank der Technik und der Erziehung verlernen junge Menschen selbstständig zu sein. Was hilft einem ein Navi auf dem Handy, das einem eine Karte anzeigt, wenn ich die Karte nicht lesen kann.
Leider ist dieses Phänomen in vielen Lebensbereichen immer wieder zu beobachten und es macht mir wirklich Angst.

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erlachma 22.05.2015, 12:03
16.

Zitat von translator11
was Herr Schorsch über die GDL schreibt. Die waren zu feige, um ihre Position selbst zu vertreten, und haben den Umgang mit den genervten Kunden den lieben Kollegen vom Infoschalter überlassen. Solidarität unter Arbeitnehmern sieht anders aus! Aber das passt natürlich ins Bild: von Solidarität, einem Grundprinzip der Arbeiterbewegung, hat diese "Gewerkschaft" noch nichts gehört. Vor Bahnmitarbeitern wie dem Herrn Schorsch habe ich allergrößten Respekt. Vielleicht sollte ich auch mal Kuchen am Infoschalter vorbeibringen...
Ich hab allerdings auch nichts davon gehört, dass Bahnmanager am Bahnhof waren und den Kunden erklärt haben, dass sie leider heute nicht fahren können, weil die Bahnmanager ihre Arbeitnehmer nach Strich und Faden verar*chen wollen.

Aber passt zum bequemen Deutschen wie Ihnen: die Errungenschaften nutzen, aber nichts dafür tun wollen.

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BetaVersion 22.05.2015, 12:03
17. Interessant

...die gleiche Beobachtung habe ich als Vielfahrer auch schon gemacht. Als der Sturm zwischen Düsseldorf und Köln war und alle Züge in Köln gestoppt wurden. Wollte ich in Köln fragen wie es weitergeht und natürlich denkt man da an die Information der Bahn. Als ich allerdings gesehen habe, dass die Kunden einmal quer durch die Bahnhofshalle standen und vorne nur 2 (!) überlastete Mitarbeiter waren, die auf ihr Smartphone geschaut haben, habe ich dankend verzichtet.
Allerdings ob das jetzt für die Unselbständigkeit der Bahnfahrer oder für die Unfähigkeit der Bahn spricht, Informationen gezielt an den Mann zu bringen ist eine andere Frage.
Z.B. hätten die ja auf die Anzeigetafeln schreiben können "Aktuell sind genaue Informationen leider nicht möglich, Details finden sie auf www.bahn.de". Zumindest die Staßenbahnen machen das...

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bisjetzt 22.05.2015, 12:07
18.

Zitat von Delden
Mir ist aufgefallen, dass eine minimale Verspätung eines Zuges (5 Minuten) sehr schnell zu gewisser Nervosität führt.
Weil, wenn man umsteigen muß, aus 5 Minuten unterm Strich bis zu einer ganzen Stunde werden kann.

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Humboldt 22.05.2015, 12:08
19. GDL-Streikposten

Zitat von dickebank
Rund die Lokführer bestreiken ja nicht den Betrieb Stationen der DB AG. Wenn Streikposten der Lokführer aufziehen, dann an den Betriebsbahnhöfen, an denen die Lokomotiven für den betrieb bereitgestellt werden. die liegen aber nicht in den Innenstädten. Ziehen die Streikposten an einem Bahnhof auf, kann ihnen das bahnhofsmanagement einen Platzverweis erteilen, bei denen liegt nämlich das Hausrecht. Für Streikaktionen im öffentlichen Raum (Bahnhofsvorplatz) wird es dann noch komplizierter. da müsste dann im Einzelfall geprüft werden, ob der platz ein kommunaler oder Betriebsgelände der DB AG ist. Auf diese Unwägbarkeiten würde ich mich als Streikführer der GDL auch nicht einlassen wollen. Folglich würde ich mich auch für des bestreiken des Einsatzortes/Betriebsstützpunktes der Lokomotiven entscheiden
Es gab sogar GDL-Streikkundgebungen z.B. im Kölner Hbf in der Bahnhofshalle, wo auch Infozettel an die Reisenden durch GDL-Mitglieder (großer sichtbarer GDL-Streikpostenweste) verteilt wurden.

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