Forum: Reise
Alltag eines DB-Mitarbeiters: "Du bist nicht du selbst, wenn du einen Zug erwischen m
Sylvia Witt

Die Unverschämten, die Zornigen, die Netten - Andreas Schorsch kennt sie alle. Seit Jahren steht der DB-Mitarbeiter am Düsseldorfer Hauptbahnhof an vorderster Kundenfront. Wenn die Lokführer streiken, ist das Schwerstarbeit.

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dickebank 23.05.2015, 10:32
60. Zerschlagung?

Zitat von alfredjosef
Es tut mir leid um die vielen netten Bahnmitarbeiter. Aber wenn ein wesentlicher Teil der Mitarbeiter eines Betriebes - wie hier die Lokführer - ihrem Betrieb willentlich massiv schadet und ihn zerstören will, dann bleibt nur der Bankrott oder - im Fall der Bahn - die schnelle Zerschlagung als Lösung. Tschüss, Bahn aj
Hat die GDL damals den geschäftsbereich traktion der DB AG gegründet oder war das die Unternehmensleitung?

Warum ist dieser Geschäftsbereich wohl wieder fusioniert worden?

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dickebank 23.05.2015, 10:40
61. ach nee

Zitat von lenaddorf
Vier Jahre pendeln mit der DB Bochum/Düsseldorf und man ist ein nervliches Wrack. Ich habe resigniert und bin nach Düsseldorf gezogen. Sonst hätte man mich einweisen können! Und erst vorgestern mal wieder gestanden, von Düsseldorf nach Köln, für 11,30 €!
Mit dem IC oder dem ICE?

Vermulich nicht - sondern mit dem RE. Nur der fährt zu den Konditionen des VRR, auch wenn die Zuggarnitur von der DB Regio gestellt und betrieben wird. Für den SNPV sind die Bundesländer, die diese Aufgabe auf Zweckverbände übertragen haben, und nicht die DB AG verantwortlich.

Hinzukommt dass im Ruhrgebiet Gleiskapazitäten fehlen sowie eine Ringbahn, wie sie in anderen Ballungsgebieten üblich ist, fehlt. Nur für die Infrastruktur ist nicht einmal die DB AG zuständig, da der Grundbesitz im Bereich des Eisenbahnsondervermögens des Bundes liegt. Und der Münchner S-Bahn-Tunnel hat nun einmal als Infrastrukturprojekt unter dem zuständigen bayrischen Bundesminister Vorrang vor den berechtigten Wünschen anderer Bundesländer.

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picard95 23.05.2015, 11:06
62.

Zitat von Delden
Mir ist aufgefallen, dass eine minimale Verspätung eines Zuges (5 Minuten) sehr schnell zu gewisser Nervosität führt. Diese 5 Minuten hat man dann meist auch noch am Zielbahnhof. Verglichen mit einer Autofahrt mit Ampeln, Staus und sonstigen Stopps werden diese summierten Verspätungen nicht so schwer empfunden. Die Bahn ist aus meiner Sicht relativ zum Alltags-/Berufsverkehr schon pünktlich. Liegt vielleicht an der persönlichen Kontrolle über das Gefährt. Vielleicht kann da jemand eine Studie machen oder seine Doktorarbeit darüber schreiben. Viel Spaß dabei. :D
Ich pendel täglich von Lübeck nach Hamburg mit dem Auto (2x 92Km).
Mit dem Auto kann ich normale Behinderungen weitgehend ausgleichen; weil ich im Normalfall für die Pendelstrecke bei weitem nicht so schnell fahre wie ich könnte.
Ok, freitag nachmittags hilft alles nichts, aber ansonsten bin ich bisher immer zwischen 56 und 65 Minuten unterwegs

Mit der Bahn müsste ich eine Stunde früher aufstehen und dann mit den übervollen Regionalzügen fahren. Dauert wenn alles gut geht 2 Stunden.

Letzte Woche fuhr ich mit der Bahn (ICE) nach Berlin. Auf der Rückfahrt hatte der Zug bereits im Hauptbahnhof Berlin 10 Minuten Verspätung. Auf der ganzen Strecke bis Hamburg konnte er nicht eine Minute gut machen, obwohl er stellenweise mit ca. 130Km/h rumgegurkt ist. Den Anschlusszug nach Lübeck habe ich natürlich verpasst.
Dann gab es kein Bistroabteil, der Zug kam falsch herum an (statt im ersten Wagen musste ich in den letzten Waggon), das monile Minibistro machte am Anfang meines (letzten) Waggons kehrt; aber die Fahrkartenkontrolle: die klappt immer.

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hajo..1 23.05.2015, 11:09
63.

Zitat von AusVersehen
So viele Ausfälle wegen Streiks wie die Bahn in letzter Zeit, hatten alle meine Autos in den leztzten Jahrzehnten zusammen nicht. Ich hatte nicht ein Auto, das irgendwann einmal stehen geblieben wäre. Die Bahn ist unzuverlässig und seit Mehdorn ist sie unpünktlich! Auf ein Verkehrsmittel muß man sich verlassen können. Tarifverhandlungen auf dem Rücken der Kunden auszutragen, die in die Entscheidung ohnehin nicht eingreifen können, ist widerlich!
Genau so ist es, dass ist die moderne Bahn, wollten doch alle haben. Das Bahndefizit war der große Aufreger, dass heute doppelt so viel Steuergeld für die Bahn versenkt wird, regt Niemand auf, da passt es gut, dass sich der DB AG Vorstand seine Boni um 170% erhöht hat, nur dass dies in den Medien nicht breit getreten wird, passt eben nicht in die öffentliche Meinung.

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7eggert 23.05.2015, 12:14
64.

Zitat von Delden
Mir ist aufgefallen, dass eine minimale Verspätung eines Zuges (5 Minuten) sehr schnell zu gewisser Nervosität führt. Diese 5 Minuten hat man dann meist auch noch am Zielbahnhof. Verglichen mit einer Autofahrt mit Ampeln, Staus und sonstigen Stopps werden diese summierten Verspätungen nicht so schwer empfunden. Die Bahn ist aus meiner Sicht relativ zum Alltags-/Berufsverkehr schon pünktlich. Liegt vielleicht an der persönlichen Kontrolle über das Gefährt. Vielleicht kann da jemand eine Studie machen oder seine Doktorarbeit darüber schreiben. Viel Spaß dabei. :D
Nicht nur. Fahren Sie einfach mal in einer 30er-Zone 30 km/h, einmal auf einem Motorrad oder im Auto, einmal auf einem Fahrrad. Ich vermute, daß erst die Mitgliedschaft in der eigenen Gruppe einen zum Gleichberechtigten macht.

Es gibt übrigens eine "Studie" über das Verhalten von Autofahrern in unkontrollierten Situationen. Stichwort "Mobile Getriebenheit":
http://www.kfv.at/fileadmin/webcontent/Publikationen/Fachartikel/VM/Enquete_2008/6_QWA_EK_Marlovits.pdf

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7eggert 23.05.2015, 12:44
65.

Zitat von patrthem
Auf die Frage, warum man nicht mehr Wagen in den Zug einhänge, kam die selten d****iche Antwort, ja , in einigen Bahnhöfen könnten nur 5 ( oder 6) Wagen am Bahnsteig halten , da dieser zu kurz sei. JA DANN SAGT MAN den Fahrgästen halt, wenn ihr nach Pfaffenhofen wollt, könnt Ihr hinten einsteigen, wenn ihr in Eichstätt rauswollt, dann nur in den vorderen 5 Waggons. Soviel Hirn muss doch möglich sein.
So lange keine Ausweichstellen im Spiel sind, gebe ich Ihnen vollkommen Recht.

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emslander 23.05.2015, 13:37
66. Sie müssen nie umsteigen?

Zitat von Delden
Mir ist aufgefallen, dass eine minimale Verspätung eines Zuges (5 Minuten) sehr schnell zu gewisser Nervosität führt. Diese 5 Minuten hat man dann meist auch noch am Zielbahnhof. Verglichen mit einer Autofahrt mit Ampeln, Staus und sonstigen Stopps werden diese summierten Verspätungen nicht so schwer empfunden. Die Bahn ist aus meiner Sicht relativ zum Alltags-/Berufsverkehr schon pünktlich. Liegt vielleicht an der persönlichen Kontrolle über das Gefährt. Vielleicht kann da jemand eine Studie machen oder seine Doktorarbeit darüber schreiben. Viel Spaß dabei. :D
Wenn Sie Gefahr laufen, durch eine langsam sich aufbauende Verspätung den Anschlusszug zu verpassen, werden Sie auch unruhig. 5 Minuten zu spät am Umsteigenahnhof bedeutet nicht selten Anschluss mit einer Stunde Verspätung - und der ggf. reservierte Sitzplatz ist dann natürlich auch weg.

Im Auto habe ich - auf längeren Strecken, und wenn es nicht gerade von Metropole zu Metropole geht - im Schnitt sehr viel weniger Verspätungen. Wenn ich mal 15 Minuten im Stau stehe (das ist schon viel), dann bleibt es auf der Gesamtstrecke auch bei den 15 Minuten - ich kann danach ja bis zum Ziel durchfahren und habe kein "Anschlussauto" verpasst.

Ergo: für mich als Dienstreisender ist die Bahn in ihrem jetzigen Zustand für mich indiskutabel. Unflexibel, unbequem, unpünktlich, unzuverlässig, unkalkulierbar ...

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gis 23.05.2015, 14:29
67. Guter Beitrag

und meinen Respekt für Herrn Schorsch und seine Kollegen. Mit Leuten, die nicht kapieren, dass man per ICE nicht immer schneller unterwegs ist oder einen nach Sachen fragen, die nichts mit der Bahn zu tun haben hätte ich auf Dauer keine Geduld. Ich fahre sehr gern Bahn. Entweder lese ich was, schaue mir auf dem Tablett in Ruhe eine interessante Reportage an oder genieße den Anblick eines schönen Frauenkörpers. Manchmal lernt man auch nette Leute kennen. Im Winter kann man auf den Klappsitzen im Fahrradabteil auch gut schlafen. Ich war von Oktober 2013 bis April 2014 Wochenendpendler. Mit Bahnkarte 25 und Bestellung per Internet haben mich die 160km entweder 14,25€ oder 18,75€ gekostet. Das ist mit dem Auto nicht billiger. Am schönsten war die Fahrt zwischen Stuttgart und Rottweil im IC. Mit Zeitung, Kaffee und einem Süßgebäck einfach mal eine gute Stunde in den bequemen Waggons der SBB entspannen. Herrlich, da kommt kein anderes Verkehrsmittel mit.

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dent42 23.05.2015, 15:24
68.

Herr Schorsch hat ein Buch zu verkaufen, das sollte man bei der Bewertung des Interviews nicht vergessen.

Wirklich interessant ist die Tatsache, daß niemand auf die Idee zu kommen scheint, daß die Bahn nicht grundsaetzlich jede Verspätung zu verantworten hat
Die "Verzögerungen im Betriebsablauf" sind aber ganz oft durch Leute verursacht die sich in Gleisnaehe aufhalten, durch das Wetter, Personen die von der Polizei aus Dem Zug entfernt werden müssen, Vandalismus, Springer, etc. Es ist schon vorgekommen, das ein ICE durch eine Schafherde gebrettert ist die auf den Gleisen stand.

Ich war selbst Bahnen und das sind alles Vorfälle die ich selber erlebt habe.

In meinen ersten zwei Monaten dort, habe ich von drei Angriffen auf Kollegen gehört. Ein Faustschlag ins Gesicht, ein Messer in den Bauch und ein heftiger Schubser mit Gehirnerschütterungen als Folge. Von den alltäglichen verbalen entgleisungen Fange ch gar nicht erst an.

Ich habe vor kaum einer Berufsgruppe mehr Respekt als den Servicemitarbeitern bei Bahn und div. Fluglinien.

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ensho 24.05.2015, 16:52
69. Lieber Herr Schorsch, Kollegen,

bzw maßbefreite Streikrechtphobiker, bitte die Relation beachten. Wieviele Wochen war der Bahnverkehr in den letzten 10-15Jahren, also 520--780Wochen tatsächlich von/m Streik (zb der GDL) eingeschränkt ? Wieviele Wochen wurden die Beförderungsverträge durch Zugverspätungen gebrochen ? Wieviele Wochen standen geschädigte, ohne adäquate Hilfe (zB durch zeitnahe Informationen) zu erhalten alleine auf den zugigen Bahnsteigen ?, oder vor Automaten ausser Funktion? Wieviele Wochen in telefonischen Warteschleifen verbringen ? oder vergeblich auf Ernstnahme berechtigter Beschwerden warten? Wieviele Wochen in Warteschlangen vorm Infoschalter stehen, wärenddessen der nächste und übernächste mögliche Ausweich-Anschlußzug abfuhr? Wieviele Wochen nach Sitzplätzen suchen weil vertraglich zugesicherte und bezahlte Plätze Mangels entsprechendem Wagon nicht vorhanden waren? Wieviele Wochen auf den Gängen sitzen? Wieviele Wochen auf die Nutzung von rechtzeitig weiterführenden zB BahnApps verzichten, weil diese in Zügen der Bahn, wenn überhaup,t nur gegen Entgeld funktionieren? Wieviele Wochen in technisch defekten Zügen stehend ausharren ? Wieviele Wochen sich vor pöbelnden Mitfahrern ängstigen ? oder auf einsamen, verrottenden Bahnsteigen? Wieviele Wochen müssen 100 Bahnmitarbeiter vertragsgerecht-leistungsbezogen an zB der Info-Front arbeiten, um alleine den ExtraBonus eines (1) Bahnvorstandes für die nicht erbrachte ArbeitsLeistung in 2014 zu erhalten (http://de.blastingnews.com/wirtschaft/2015/05/gdl-streikt-wieder-fur-mehr-geld-bahnchef-grube-erhoht-sein-gehalt-00401091.html) ??? ........(Zitat> Schorsch: Ich hätte erwartet, dass sie sich vor Ort blicken lassen und den Reisenden erklären, weshalb sie die Arbeit niedergelegt haben. Doch es gab keine Streikposten mit Flyern oder Plakaten.< ... Herr Schorsch, erwarten Sie dass das BahnVorstände wärend ihres langjährigen Qualitätsstreiks tun werden ? ....... Schönen Gruß an diejenigen die die volkswirtschaftliche Schädlichkeit des GDL-Streiks hervorheben, deren schändliche Geiselnahme der Bahnreisenden, sowie deren Handeln bzgl Unmut mit der Bahn künstlich aufblasen. (Was Herr Schorsch in obigem Artikel übrigens nicht gemacht hat!)

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