Forum: Reise
Arbeiten auf dem Kreuzfahrtschiff: Hier Champagner, da Knochenjob
Franz Neumeier/ SRT

Ein Schiff, zwei Welten: Auf Kreuzfahrten könnte der Alltag von Crew und Passagieren kaum gegensätzlicher sein. Jobs an Bord sind echte Knochenarbeit, das Pensum ist enorm. Blick hinter die Kulissen der Urlaubsindustrie.

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nomadas 05.01.2016, 09:47
10. Indignez-vous

Die einen, ob Crew oder Gast, auf dem schwimmenden Luxus. Die andern im Schlauchboot saufen ab, auf der Flucht vor Krieg und Horror. Und alle zusammen schön auf dem Mittelmeer! Wie kann man da nur einen Bissen runter kriegen, beim Käpten`s Dinner?

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rmuekno 05.01.2016, 10:03
11. o.T. Bettenburgen

was anderes sind diese Schiffe doch nicht. Mit Kreuzfahrtromantik a la Traumschiff hat das nichts mehr zu tun. Das ist nicht viel anderes als all Inclusive Bespassungsurlaub auf Malle oder sonst wo in einer dieser Bettenburgen in Strandnähe, mit dem Unterschied an Land kann ich fliehen auf dem Wasser nicht.

Ne keine 5 Pferde noch jedes Geld der Welt bringen mich auf so ein Schiff.

P.S. Ich liebe das Wasser und das Meer und bin begeisterter Segler

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freeride4ever 05.01.2016, 10:04
12. Vollste Zustimmung

Zitat von martinstephan
Oberflächlich recherchierte Beiträge wie diesen gibt es mehr als genug. Was wirklich interessiert, bleibt ungeschrieben.Wie sieht es denn konkret bei AIDA, TUI und Co. aus? Welchem Recht werden die Verträge unterstellt und welchen Tarifen? Dass die Wohnverhältnisse beengt und die Arbeitsbelastungen hoch sind ,ist in der Gastronomie nichts Neues.
Wo ist der recherchierte Beitrag? Wo ist der echte Hintergrundbericht? Wo sind die Crew Interviews? Wo sind Bilder vom Crewbereich (nicht die Bar). Dieser Artikel ist ein reiner Klick Bait ohne Inhalt.

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jojack 05.01.2016, 10:10
13. Finde ich gut

Erschwingliche Kreuzfahrten finde ich super. Und wenn statt muffeliger Deutscher eben Ausländer die Jobs ergattern, kann ich daran nichts schlechtes finden. Nach Maßstab ihrer Herkunftsländer ist die Bezahlung gut. Und das Prinzip, neben dem Grundgehalt auch vom Trinkgeld abhängig zu sein, hat den Vorteil, dass das Personal sich um die Gäste bemühen muss.

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crunchy_frog 05.01.2016, 10:12
14.

Zitat von Charlie Hebdo
es gibt leider immer noch - und bevorzugt deutsche Kreuzfahrer - die auf Schiffen amerikanischer Kreuzfahrtgesellschaften das Trinkgeld nicht zahlen. Schlimm, denn sie respektieren nicht die Leistung ihrer "Diener", die sich den A*** für sie aufreißen. Wenigstens ist das Trinkgeld auf Schiffen deutscher Kreuzfahrtgesellschaften bereits bezahlt.
Die Vergütung der "Diener", wie Sie das nennen, hat ihr Gehalt zu sein. Trinkgeld ist eine freiwillige Leistung, die nur dann geleistet werden soll, wenn es einen ausserordentlichen Grund dafür gibt. Dieses automatische Voraussetzen von Trinkgeld führt das ganze System doch ad absurdum und ist nichts weiter als eine versteckte Preiseröhung des Anbieters.

Bei mir gibt es Trinkgeld nur dann, wenn ich wirklich positiv überrascht bin, und selbst dann nicht in jedem Fall, sondern nur wenn mir danach ist. Wenn die Servicekraft das nicht schön findet, sollte Sie mit ihrem Arbeitgeber reden, nicht mit mir. Ich habe meinen Teil schon mit der Bezahlung geleistet, alles weitere ist freiwillig.

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cor 05.01.2016, 10:15
15. Herrlich

Die seetüchtige Version einer Kaffeefahrt im Setra Bus. Industrie-Massen-Tourismus vom Feinsten. Irgendwo anlegen, sich dann zwei Stunden durch die Touristenfänger-Buden shoppen und schon ist man "da gewesen" und hat natürlich ganz viel zu erzählen.

Ich hab nur Mitleid mit solchen Menschen, die vermutlich nie verstehen werden, was das Wort "Reisen" wirklich bedeutet. Das hier jedenfalls hat nullkommanull damit zu tun.

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Hamberliner 05.01.2016, 10:18
16. Re: Fakten bitte!

Zitat von martinstephan
Oberflächlich recherchierte Beiträge wie diesen gibt es mehr als genug. Was wirklich interessiert, bleibt ungeschrieben.Wie sieht es denn konkret bei AIDA, TUI und Co. aus? Welchem Recht werden die Verträge unterstellt und welchen Tarifen?
AFAIK ist der Arbeitgeber von AIDA-Besatzungen eben AIDA, die Leute werden also offenbar nach deutschem Recht beschäftigt, während AFAIK z.B. die Hapag-Lloyd-Besatzungen eine Firma auf Zypern als Arbeitgeber haben - nur die höheren Chargen (Nautiker usw.) arbeiten direkt für Hapag-Lloyd. AFAIK bedeutet: Pech gehabt, liebe Anwälte, ich behaupte gar nichts, Abzock-Unterlassungsklage zwecklos. Man kannn mit einer Web-Recherche nach Stelleninseraten leicht herausfinden, was Sache ist.

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kajoter 05.01.2016, 10:23
17. Der Artikel (1)

beschreibt die Zustände sehr zurückhaltend. Die Probleme beginnen schon vor Arbeitsantritt, denn der wahre Arbeitsaufwand wird vor Vertragsunterzeichnung verschwiegen oder extrem geschönt. Dabei wird mit herrlichen Urlaubszielen argumentiert, die man dann in realiter nur selten zu Gesicht bekommt, da man viel zu beschäftigt ist. Wenn man dann erst mal an Bord ist und langsam erkennt, was die nächsten Monate auf einen zukommen wird, stellt sich die Frage: Willst Du dir das tatsächlich antun? Dementsprechend steigen einige Crewmitglieder und Offiziere in den ersten zwei Wochen aus und viele bleiben nur, weil sie sich Tausende Kilometer von der Heimat entfernt befinden und ihnen ein Ausstieg allzu aufwändig erscheint. - Generell ist das streng hierarchische System gewöhnungsbedürftig. Crew und Offiziere - das ist ein gewaltiger Unterschied. Für die Crew stehen immer nur kleinste 3- bis 5-Bett Kabinen und zwar ausnahmslos ohne Fenster zur Verfügung. Nur für Offiziere gibt es 1-Bett Kabinen, allerdings auch sehr kleine und natürlich ohne Fenster. Die Arbeitsbelastung eines Offiziers: Es gibt keine tägliche Arbeitszeitbegrenzung (wie für die Crew). Man ist dann fertig, wenn alles erledigt ist. Man kann aber bei Notfällen auch nachts gerufen werden, denn man muss sein Diensthandy immer auf Empfang halten - und das sieben Tage in der Woche. Neben der eigentlichen Arbeit gibt es häufige Schulungen in puncto Schiffssicherheit, was gelernt werden muss, denn als Abschluss stehen pro Kursus Prüfungen an. Und zweimal pro Woche finden Notfall-Übungen statt, was ebenfalls viel Zeit beansprucht. - Ein Problem besteht in der Kommunikation mit seinen Angehörigen. Die Reedereien sind diesbezüglich überhaupt nicht hilfreich, d.h. man ist auf sein privates Handy oder die bordeigenen PCs angewiesen und deren Benutzung kostet nicht wenig. Als Offizier kann man meistens seinen Bürocomputer nutzen, auch wenn dieses offiziell verboten ist. Der Crew steht Vergleichbares nicht zur Verfügung. Ähnlich sieht es mit Zahlungsmitteln aus. Einige Dinge muss man sich an Bord kaufen und dafür in bar zahlen. Somit ist man auf eine Gehaltsauszahlung angewiesen, die aber nur auf Antrag einmal im Monat gewährt wird.

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kajoter 05.01.2016, 10:25
18. Der Artikel (2)

Es ließe sich noch vieles mehr berichten, wie z.B. die gesamte Besatzung während der Feiertage um Weihnachten und Silvester kollektiv auf dem letzten Zahnfleisch kriecht oder warum das durchschnittliche Passagier-Klientel nicht gerade zur Arbeit animiert. Am augenfälligsten aber erscheint folgender Umstand: Es gibt viele Seiteneinsteiger an Bord und "verdiente" Arbeitskräfte können dort innerhalb ihres Bereiches durchaus Karriere machen. Beides zusammen ergibt aber, dass fachlich nicht besonders kompetente Offiziere ihre Bereiche anführen und neuen, fachlich versierten Untergebenen das Leben schwer machen. Letzteres gilt natürlich nicht für die seemännische Schiffsführung, aber die ist auf einem derartig riesigen Schiff nur ein Teil von vielen. - Und zum Schluss: Die Reedereien sind extrem gewinnorientiert und das spiegelt sich schon in der Relation Passagiere - Besatzung wieder. Faustregel: je größer das Schiff, desto weniger Besatzung steht pro Passagier zur Verfügung. Die Gehälter sind in etwa an der Schmerzgrenze, aber die werden ja dann ausgehandelt, wenn der Job noch in den rosigsten Farben beschrieben wird. Jedem Passagier aber sollte klar sein, dass viele Crewmitglieder aus osteuropäischen Ländern kommen und mit unverschämt niedrigen Gehältern entlohnt werden. Und schließlich gibt es noch die Philippinos, die meist die dreckigsten und niedersten Arbeiten für geringste Gehälter verrichten - und dabei meistens erstaunlich freundlich und gelassen sind. Viele von ihnen arbeiten länger als ein Jahr ununterbrochen und ernähren damit ganze Familien. Das mag man - wie auch im Fall der Osteuropäer - als Legitimation ansehen, aber ist es fair? Und wie sieht es mit der Umweltfreundlichkeit aus? Die Antworten kann sich jeder bei etwas Nachdenken selbst geben.

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black-mamba 05.01.2016, 10:25
19. Regelverstöße nur besser versteckt..

Wann werden Whistleblower, auch unter den Mitarbeitern, rechtlich anständig geschützt? Denn geschehe dies, hätte kein Arbeitgeber mehr die Möglichkeit Menschen auszubeuten. Anzeigen könnten ohne Angst von den Mitarbeitern erfolgen, weil nur die bestraft werden würden, die gegen die Regeln verstoßen. Die Arbeitgeber nämlich, Dieses Drangsalieren, das dann aufgrund der Anzeige die Mitarbeiter zusätzlich befürchten, würde sicher spätestens dann aufhören, wenn auch Gefängnisstrafen für die Drangsalierer drohen würden. Worüber wir auch nachdenken müssen und was reformiert werden muss ist, dass Arbeit nicht gemäß ihres Ansehens sondern gemäß ihrer Anforderung auch psychischer und physicher Natur bezahlt werden muß.

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