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Ausfälle am Flughafen Frankfurt: Computerpanne behindert Flugverkehr
ddp

Mehr als acht Stunden ist das IT-System des Flughafenbetreibers Fraport am Frankfurter Flughafen ausgefallen. Dutzende Flüge wurden gestrichen, das Personal musste per Funk und Telefon koordiniert werden.

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ghdstz 17.05.2018, 00:48
10. Voll daneben - "Korruption als Ausfallursache" ...

Unabhängig davon was da möglicherweise sonst noch fragwürdig sein mag, dieser bemerkenswerte Ausfall bei Fraport hat sicher nichts mit Korruption zu tun. Man muss bestimmt niemanden schmieren, damit die derzeit allgemein vorherrschende aber für kritische Anwendungen wenig geeignete Standardinfrastruktur auf Basis von PC-Technologie eingesetzt wird. Ganz in Gegenteil, deren Einsatz ist die allgemein vorherrschende und oft dogmatisch vertretene Lehrmeinung - und jeder IT-Experte der es noch wagt etwas anderes vorzuschlagen riskiert letztendlich seinen Job. Der "heilige" Standard ist per Definition das unbestrittene Ideal, alles andere wird als "proprietär" verteufelt - die IT soll vor allem billig sein, Zuverlässigkeit und Sicherheit interessieren eigentlich niemanden und finden allenfalls in schönfärberischer Gebrauchsprosa statt. Auch verdienen allzu viele an eigentlich überflüssigen Produkten und Dienstleistungen mit denen versucht werden soll die strukturbedingt eher bescheidenen Service Level anzuheben, was aber doch nur zu gesteigerten Kosten, einer noch höheren Komplexität und damit auch zu vermehrten Fehlern führt.

In diesem technologischen Sumpf ist es nur eine Frage des Zufalls wann die nächste größere Störung auftritt, auch sehr gute und engagierte IT-Dienstleister sind davor nicht gefeit. Dann fällt eben auch mal eine Datenbank aus die eigentlich nicht ausfallen dürfte, und tausende Menschen haben dadurch erhebliche Nachteile zu tragen. Besonders zynisch ist dann der Vergleich zu höherer Gewalt - gegen Unwetter kann man nichts tun, gegen anfällige IT aber sehr wohl.

Dieser Vorfall ist auch nicht typisch für Fraport und/oder Lufthansa, ähnliche gravierende Störungen gibt es tagtäglich in allen Branchen und überall auf der Welt. Leider haben die Techniker in der Regel nicht genug Mumm in den Knochen um sich gegen die ihnen vom Management aufgezwungenen Dogmen zur Wehr zu setzen, bzw. sie kennen es auf Grund ihrer eingeschränkten Ausbildung oft nicht besser. Man wird sich also wohl daran gewöhnen müssen dass sich die Qualität und Zuverlässigkeit der IT weiter verschlechtert und deren Nutzung zukünftig mit noch mehr Frust verbunden sein wird. Auf Grund der fortschreitenden Digitalisierung werden IT-Störungen zukünftig auch häufiger zu konkreten Auswirkungen auf Leben, Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen führen.

Abhilfe könnte vielleicht von wirklich fähigen Finanzanalysten kommen - die nicht als verbohrte Excel-Jockeys nach vermeintlichen weiteren Einsparungen fahnden, sondern zusammen mit den Technikern eine umfassende und konsequente Gesamtkosten/Nutzenrechnung zum Betrieb von IT-Anwendungen anstellen. Zumindest im Bereich kritischer Anwendungen könnten sie dann herausfinden, dass die vermeintlich so kostengünstigen aber tendenziell eher anfälligen Standardlösungen oft recht teuer zu stehen kommen.

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vö123 17.05.2018, 05:57
11. Bestimmt......

steckt der böse Putin hinter dem Schlamassel. Unser "bester Oberschützer Maaßen" hat doch erst kürzlich vor bestehenden Gefahren von Anschlägen und Sabotage auf alle erdenklichen Strukturen unserer Gesellschaft gewarnt.

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Olaf 17.05.2018, 08:58
12.

Zitat von peterka60
Denken Sie wirklich, dass die IT-Systeme im Fraport nicht redundant und die Datenbestände nicht gespiegelt sind und keine Notstromversorgung vorhanden ist? Ein bisschen gar weltfremd ist das für mich schon. Von wo um Gottes Willen haben Sie Ihr "Fachwissen" her? Und dass solche Systeme auch einmal ausfallen können, ist für Fachleute völlig normal, auch wenn 8 Stunden ein bisschen lang sein mögen. Ueberlegen Sie einmal, wie viele Flüge schon ausgefallen sind wegen Schnee, Unwetter und anderen Geschehnissen.
Ich denke auch eher an ein Softwareproblem, als an einen Hardwareausfall. Oder Probleme bei Wartungsarbeiten oder einem Update, die führt man bei solch wichtigen Systemen gerne nachts durch, dabei geht dann manchmal etwas schief.

Meistens ist es so etwas.

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ghdstz 17.05.2018, 11:57
13. Eigentlich egal ...

Zitat von Olaf
Ich denke auch eher an ein Softwareproblem, als an einen Hardwareausfall. Oder Probleme bei Wartungsarbeiten oder einem Update, die führt man bei solch wichtigen Systemen gerne nachts durch, dabei geht dann manchmal etwas schief. Meistens ist es so etwas.
Die Ursachen von Ausfällen (oder auch quälend langsamen Betriebsverhaltens, welches die bestimmungsgemäße Nutzung der Applikationen de facto verhindert) können sehr vielfältig sein und lassen sich häufig auch nicht eindeutig klären. Oft erklärt man dies dann zu einem Netzwerkproblem, dann haben eigentlich alle Beteiligten ihr Gesicht gewahrt. Wenn die Einführung irgend einer neuen Version zu Problemen führt liegt es natürlich nahe dass nicht ausreichend intensiv getestet wurde. Bei der sehr hohen Komplexität der heutigen Systeme ist das aber auch extrem schwierig oder zuweilen gar unmöglich. Hardwarefehler gibt es übrigens auch heute noch - ein einzelner PC ist betimmt recht zuverlässig, aber wenn man viele hunderte solcher Komponenten zusammenfügt kommt es manchmal doch auch zu solchen eher "altmodischen" Fehlern. Hauptfehlerqelle ist aber die übersteigerte Komplexität der Systeme, im besonderen die vielen Softwareschichten und das wenig deterministische Verhalten der vielen Systemkomponenten. Menschen sind hier schnell überfordert, und der heute so stark propagierte DevOps - Ansatz (Entwickler und Systemverwalter basteln gemeinsam und im laufenden Betrieb an den Systemen herum) ist bei kritischen Systemen brandgefährlich. Für die Anwender ist es übrigens völlig egal ob sich ein Fetzen Software verstolpert, ein Administrator sich vertippt, ein Stück Hardware streikt, ein konzeptioneller Fehler sporadisch und erst im laufenden Betrieb zuschlägt, irgendwelche Ressourcen knapp werden, vorsätzlich oder versehentlich irgend eine Schadsoftware ins System geraten ist - oder was auch immer.

Die eigentlich naheliegende Lösung auf die aber kaum einer kommt: Für kritische Anwendungen werden einfachere Systeme benötigt, die man besser unter Kontrolle hat.

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Mad0815 17.05.2018, 17:12
14. Zu #1

O2 betreibt übrigens die Anzeigentafeln an einigen Flughäfen und Bahnhöfen über eine Tochterfirma dementsprechend war das denk ich mal ein und derselbe Ausfall

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zeichenkette 18.05.2018, 00:17
15. Das sind mir zu viele Zufälle gerade

Erst fällt fast einen Tag lang E-Plus aus, dann alle Systeme der Sparda-Bank, dann der Frankfurter Flughafen... Und nirgendwo hört man irgendwas über die Ursachen.

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ghdstz 18.05.2018, 10:45
16. Root cause ...

Zitat von zeichenkette
Erst fällt fast einen Tag lang E-Plus aus, dann alle Systeme der Sparda-Bank, dann der Frankfurter Flughafen... Und nirgendwo hört man irgendwas über die Ursachen.
In den Nachrichten wurde heute gemeldet dass Wartungsarbeiten am zentralen Firewallsystem den Ausfall bei der Sparda-Bank ausgelöst hatten. Das klingt glaubhaft, zumal auch die VoIP-Telefonie ausgefallen war.

Letztlich ist es aber für die Anwender auch egal welche jeweils konkreten Ursachen den verschiedenen Ausfällen zugrunde liegen. Tatsache ist dass die Ausfälle und Überlastungen der Systeme zunehmen, was offensichtlich durch deren immer weiter steigende Komplexität bedingt ist. Das ist ein Trend der umgekehrt werden muss, wenn die umfassende Digitalisierung der Gesellschaft nicht im Desaster enden soll.

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Olaf 18.05.2018, 13:36
17.

Zitat von zeichenkette
Erst fällt fast einen Tag lang E-Plus aus, dann alle Systeme der Sparda-Bank, dann der Frankfurter Flughafen... Und nirgendwo hört man irgendwas über die Ursachen.
Vielleicht nutzen die alle den gleichen IT-Dienstleister? Outsourcing heißt das Zauberwort.

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ghdstz 20.05.2018, 23:11
18. SO einfach ist es nicht ...

Zitat von Olaf
Vielleicht nutzen die alle den gleichen IT-Dienstleister? Outsourcing heißt das Zauberwort.
Nein, die von den Ausfällen betroffenen Firmen arbeiten nicht mit dem gleichen Outsourcing-Dienstleister sondern betreiben ihre Systeme größtenteils selbst. Das wäre dann doch eine viel zu einfache Erklärung. Tatsache ist aber dass die heutige Standard-IT zu komplex ist, solche Störungen passieren immer wieder sowohl bei Eigenbetrieb als auch beim Outsourcing - und es ist weitgehend egal, welchen Dienstleister man dafür wählt.

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