Forum: Reise
Behinderte Kinder auf Reisen: Nordseekrabbe mit Sprechcomputer

Eine Familienreise als logistischer Kraftakt:*Wer mit einem körperbehinderten Kind verreist,*braucht*jede Menge Zusatzgepäck. Für die Mühen entschädigt das sichtbare Urlaubsglück des Nachwuchses - solange es nicht zu einem medizinischen Notfall kommt.

Quatschtuete 06.06.2011, 08:15
1. Nicht nur ein logistischer Kraftakt

Zitat von sysop
Eine Familienreise als logistischer Kraftakt:*Wer mit einem körperbehinderten Kind verreist,*braucht*jede Menge Zusatzgepäck. Für die Mühen entschädigt das sichtbare Urlaubsglück des Nachwuchses - solange es nicht zu einem medizinischen Notfall kommt.
Ich nehme hier nur auf die Individualreisen Bezug, da das angebotene organisierte Vereisen sicher eine tolle Sache ist, die aber wohl jede betroffene Familie auch super im Rahmen einer "Mutter-Kind-Kur" machen kann.

Das das Verreisen mit einem behinderten Kind ausserordentliche Umsicht und Vorbereitungen benötigt wird jedem einleuchten.

Ich halte aber die hier beschriebenen Probleme für eine reine Luxusdiskussion.

Um mit seinem behinderten Kind verreisen zu können, benötigt man schon einmal zwingend einen PKW mit dem entsprechenden Raumangebot.


Wenn man von einer durchschnittlichen Behinderung ausgeht wird i.d.R. nur ein Ehepartner einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen können. Der finanzielle Rahmen wird in den allermeisten Fällen für einen PKW gar nicht reichen.

Dies ist z.B. bei unserem Sohn der Fall, unser 8-jähriger Enkel (Pflegestufe II) ist auf einen Rollstuhl angewiesen. Ansonsten geistig fit und agil.

Hier kann nur Sohnemann arbeiten gehen, so dass kein Pkw vorhanden ist.

Wir als Oma und Opa haben lediglich einen Kleinwagen.
Hier reicht der Platz tatsächlich nur für den Rollstuhl und Gepäck für 2 Personen( im Fahrgastraum) .

Sicher würden gerne alle Familien mit ihren behinderten Kindern verreisen oder auch nur gerne Ausflüge unternehmen, da das positive Feed back unübersehbar ist und für jeden Aufwand entschädigt.

Leider wird es in den meisten Fällen an der finanziellen Ausstattung scheitern. Zum Glück gibt es aber auch die eingangs beschriebenen Mutter-Kind-Kuren.

Mein Enkel hat davon schon zwei d total begeistert absolviert. An dieser Stelle recht herzlichen Dank an die Einrichtung in Mardorf/Steinhuder Meer.

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Gaida1 06.06.2011, 19:16
2. Luxusthema???

Aus persönlicher Betroffenheit heraus kann ich dieses Thema keineswegs als Luxusthema empfinden. Behinderte Kinder sind gleichmäßig über alle Bevölkerungsschichten verteilt, kommen folglich auch bei Leuten vor, die sich einen Urlaub leisten können. Meine Eltern hatten auch nur ein Einkommen, das eher bescheiden war. Und der Rollstuhl meiner Kindheit war ein wahres Monster. Das Auto meiner Eltern war ein Kleinwagen, dessen Kofferraum mit dem zerlegten Rollstuhl sehr gut gefüllt war. Aber wir sind trotzdem zu viert immer zwei Wochen in irgendeinen preiswerten Urlaub gefahren. Das Gepäck kam eben auf's Dach, unter die Beine, zwischen die Sitze... Oft ist es mehr eine Frage der Phantasie, was alles möglich ist. Wenn ein Auto nicht vorhanden ist, kann man sehr wohl auch mit Rollstuhl mit dem Zug in verreisen. Die Logistik ist hierbei zwar schon etwas anspruchsvoll, aber die Erfahrung lohnt sich. Eine Mutter-Kind-Kur ist zwar gewiß für die Mutter hilfreich, hat aber doch das medizinische Gschmäckle mit Therapie und Co. und ist deshalb kein Ersatz für einen schönen Urlaub.

MfG Gaida1

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