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Bis zu 500 km/h schnell: Japan baut erste Magnetschwebebahn-Verbindung
DPA/ JR Central

Schnell, schneller, Japan. Die Regierung hat grünes Licht für den Bau einer ersten Magnetschwebebahn-Trasse gegeben. Bis zu 500 km/h schnell sollen Passagiere bald mit Maglev-Zügen fahren können. Oder besser: rasen können.

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bstendig 17.10.2014, 21:54
70. Ja, und

Zitat von peter78
wird Hochgeschwindigkeitszugunfälle erleben. Ob aus technischem oder menschlichen Versagen ist dabei den Opfern und ihren Angehörigen völlig egal. Das gilt auch für Atomkraftwerke.
wer zu Fuß geht, kann auch blöd verunglücken und dabei sterben.

So what?

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rex12 17.10.2014, 21:55
71. Ich kann..,

...mir nicht vorstellen, dass so ein Projekt jemals wirtschaftlich lukrativ ist. Im Sinne der Fahrgäste sollte vielleicht besser überlegt werden eine zweite Zugstrecke zu errichten. Dann würden die Wartezeiten geringer werden so ist somit mit viel weniger Investitionen mehr nutzen heraus zu holen.

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wywy 17.10.2014, 21:55
72. *

Wäre die deutsche Hauptstadt ein 37-Millionen-Menschen-Ballungsraum und die zweitgrößte deutsche Stadt ein 16-Millionen-Menschen-Ballungsraum, so würde der Transrapid wahrscheinlich schon eine Weile zwischen beiden pendeln. Nicht einmal in Europa könnte man das finden, Paris-London, oder Paris-Brüssel-Randstad (bzw. Ruhrgebiet) vielleicht und eine deutliche Nummer kleiner, doch auch bei diesen Beispielen ist zu bedenken, dass Osaka und Tokyo als Teil einer Nation auch enger verflochten sind. Und Tokyo ohnehin eine eigene Stadtliga definiert - es gab Zeiten, da hatte der Tokyoter Wirtschaftsraum die Wirtschaftskraft von ganz Frankreich. Es gibt keinen Teil der Erde, in dem ein solcher Zug früher Sinn macht, als dort, wo er nun umgesetzt wird.

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GyrosPita 17.10.2014, 21:56
73.

Zitat von rio65trio
Frankreich ist weniger dicht besiedelt als Deutschland mit sehr ungleichmässiger Verteilung von Stadt und Land, Japan und Ost-China dagegen sind dichter besiedelt als Deutschland mit weitgehend gleichmäßiger Verteilung der Städte. In allen drei Ländern wird Hochgeschwindigkeitsverkehr (in Asien auch mit kurzen Stopps) profitabel betrieben. Wieso soll es denn dann prinzipiell in Deutschland nicht gehen?
*seufz* Ich hatte befürchtet das das passiert. Aber gut, ich hab heut meinen Großzügigen.

Also, die geringere Besiedlung von Frankreich ist gerade der Grund warum das bei denen so gut funktioniert. Frankreich hat ca 65 Mio. Einwohner bei einer Fläche von 668.763 qkm, wogegen Deutschland ca. 81 Mio Einwohner bei 357.167 (Daten von Wikipedia). Deutschland hat also bei fast 50% weniger Landfläche knapp 25% mehr Einwohner. Knubbelt sich schon mal ganz gut. Dazu kommt die völlig ungleichmäßige Verteilung der Leute. In Frankreich wohnen 12 Mio Einwohner in und um Paris, der Rest verteilt sich mehr oder weniger. Lyon und Marseille sind auch noch recht groß, aber kein Vergleich zu den anderen Ballungsräumen in D. In D gibt es das Ruhrgebiet, Berlin, Hamburg, die Rhein-Main-Region, den Großraum München, etc. pp. Dazu kommt eine völlig andere Topographie: FR hat im Osten die Alpen und ist ansonsten relativ flach oder allenfalls sanft gewellt. D wird durchzogen von Mittelgebirgen in Ost-West-Richtung: Eifel, Hunsrück, Westerwald, Thüringer Wald, Rothaargebirge, etc. pp. D. h. für eine Schnellstrecke in Nord-Süd-Richtung ist man nur mit Brückenbauen und Tunnelgraben beschäftigt.

In Deutschland gibt es also viele dichtbesiedelte Zentren die auch alle nicht sehr weit auseinander liegen, in FR nur Paris und sonst nichts. Sicher spielt auch die traditionell zentralistische Ausrichtung bei den Nachbarn eine Rolle. Streichen Sie mal einen Halt im Ruhrgebiet und gucken Sie dann wieviele Leute abgehängt sind.

Hochgeschwindigkeit ist ein nettes Gimmick das in Deutschland nur Wenigen nutzt, nämlich denen die direkt an der Strecke wohnen und den Zug ohne Umsteigen nutzen können. Allen anderen ist viel mehr geholfen durch eine maximale Taktverdichtung sowie eine fehlerfrei funktionierende Infrastruktur. Die ist in FR übrigens auch nicht perfekt, Sie können ja mal versuchen vom TGV-Bahnhof Haute Picardie mit öff. Verkehrsmitteln an- bzw abzureisen...

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sasala 17.10.2014, 21:58
74.

Zitat von jalu-2008
Das Auto ist in Deutschland zu billig, die Bahn zu teuer und nicht zuletzt: Der Service ist viel zu schlecht.
Dieses Argument kann ich nicht ganz nachvollziehen,das Auto ist nicht zu billig,die Bahn ist einfach nur viel zu teuer und unpraktisch!
Wobei der Transrapid hierzulande sehr gut nutzbar wäre,man muß sich nur davon freimachen das es eine schnellere "Eisenbahn" ist.Transrapidstrecken von Flughafen zu Flughafen,dafür den innerdeutschen Flugverkehr einstellen.Gibt weniger Lärm und freie Kapazitäten bei den Flughäfen.

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GyrosPita 17.10.2014, 21:58
75.

Zitat von jalu-2008
Wenn der ICE über polternde Gleise aus Richtung Süden in den Bahnhof Franfurt M. mit Kopfbahnhof einfährt, wundert sich der Gast bei der anschließenden Weiterfahrt, es geht nämlich rückwärts nach Hamburg! Sowas gibt es in China z.B. nicht, da haben alle Züge drehbare Sitze.
Der Brüller des Tages. Wozu einen Durchfahrtbahnhof bauen, wir drehen einfach den Passagier rum damit der nichts merkt.

Ich möchte gar nicht wissen wie bei Ihnen eine Glühbirne gewechselt wird ;)

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bstendig 17.10.2014, 21:59
76. Das isz mir jetzt auch

Zitat von foren_freund
... muss ich Ihnen schon Recht geben. Es macht einfach keinen Sinn mehr unser Land und unsere Gesellschaft weiter zu entwickeln, solange in der Bahn die Toiletten verstopft sind.
ein wenig zu zynisch.

Fortschritt ja, aber bitte: Wollen Sie eine Magnetschwebebahn-Strecke finanzieren, wollen sie ihren Vorgarten dafür bereitstellen für eine der Stützen?

Würden Sie den Scheiß dann auch benutzen zu überteuerten Preisen?

Sehen Sie - wahrscheinlich 3 mal "Nein".

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Herbert Bader 17.10.2014, 22:01
77. TR auch wegen des Unfalls gescheitert

Guter Witz!

Naja, so gut auch wieder nicht - eher eine Provokation. Denn gescheitert ist der Münchener Transrapid vordergründig an der Finanzierung und in Wirklichkeit an der Tatsache, dass man in einer leichtgläubigen Gesellschaft wie der unseren nach genügend langen und hochemotional geführten Kostendiskussionen jedes Großprojekt zugunsten irgendwelcher imaginärer Sozialprojekte vom Tisch bekommt. Wenn man z.B. vorrechnet, wie viele Kita-Plätze man für das Geld schaffen kann, kann man die Volksseele zum Kochen bringen.

Vor diesem Hintergrund brachen dann auch vernünftige Politiker ein und "vergaßen" dass damit, zudem im Lichte der werbewirksamen Fußballweltmeisterschaft im eigenen Schland, eine grandiose Chance für die lokale wirtschaftliche Entwicklung vertan wurde, die über Jahrzehnte Ertrag gebracht hätte. Stattdessen muss München nun seine S-Bahn- und Kindergartentechnologie in alle Welt exportieren. Ich bin gespannt, ob diese genauso zukunftsträchtige Verkaufsschlager werden! Doch dummerweise ist auch das eingesparte Geld nicht auffindbar - woran das wohl liegen mag ...

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derbadener 17.10.2014, 22:03
78.

wir haben schon Probleme ne Nord Süd Trasse für Strom zu bauen und was wäre beim Transrapid passiert. Das Teil war Mitte der achtziger schon fertig und damals wollte Industrie wie Siemens und Thyssen dem Staat nur Unsummen aus dem Kreuz laiern, dass War echt Unverschämtheit. Hamburg Berlin das wäre es gewesen. Vor allem deutlich weniger Verschleiß wie z.b. bei den schienen Fahrzeugen. Der Zug ist buchstäblich abgefahren

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tweet4fun 17.10.2014, 22:05
79. Was sich nicht rechnet, rechnet sich nicht. Punkt.

Hier in den USA gab es vor nun schon etlichen Jahren den Plan, einen Maglev vom Großraum Los Angeles bis nach Las Vegas zu bauen. Die Entfernung beträgt ca. 440 km. Die Bedingungen wären ideal: wenige Durchbrüche oder Tunnels, meistens leere und relativ flache, unbewohnte Wüste, wenige Grundstücke unter Privatbesitz und nur zwei Gebirgszüge mit moderaten Steigungen.

Das Projekt scheiterte allerdings schon an den Planungskosten, nicht an der Bürokratie. Die erforderlichen 40-80 Millionen Dollars für die Planungsphase allein kam schon nicht zusammen, denn es gab Projektzahlen, die nicht aus dem Weg geräumt werden konnten:
1. Die Gesamtbaukosten hätten sich selbst in 15 Jahren nie amortisiert.
2. Der gewaltige Betriebsenergiebedarf hätte ein eigenes Kraftwerk erfordert.
3. Die Emissionen des Kraftwerks würden höher sein als die bei Flugzeugen.
4. Der Raum Los Angeles wäre selbst mit 15 Millionen Menschen zu klein.
5. Die Fahrpreise hätten mehr als das doppelte eines Flugtickets betragen.
6. Die Zeitersparnis im Vergleich zum Flugzeug wäre minimal.
7. Die ständig drohende Erdbebengefahr.

Wie die Japaner das nun bautechnisch und finanziell bewältigen wollen, weiß ich nicht. Allerdings verbindet der geplante japanische Maglev zwei Megametropolen, und das in einem geologisch recht eindimensionalen Land. Da kann sich das schon vom Passagieraufkommen rechnen! Dazu kommt, daß Japan offenbar über mehr als genug Stromenergie verfügt, denn selbst das Abschalten mehrerer Kernkraftwerke hatte offenbar wenig Einfluß auf die japanische Gesellschaft, und das ganz ohne die Windrührer.

In Deutschland als dichtbesiedeltes und in die Länge und Breite gehendes, relativ kleines Land wäre solch ein Projekt völlig unsinnig und überflüssig. Das wäre ein Zuschuß- und Luxusprojekt, das sich nie rechnen würde. Nie! Und das hat alles auch absolut nichts mit dem von Einigen fälschlich vermuteten negativen technologischen Entwicklungsstand zu tun. Es hat einzig und allein mit Rationalität und Vernunft zu tun.

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