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Bistronomie-Trend in Paris : Bloß keine weißen Tischdecken
Saima Altunkaya

Mit 14 zog sie zu Hause aus, um zu arbeiten, mit 21 war sie Frankreichs jüngste Sterneköchin. Julia Sedefdjian betreibt Bistronomie - hohe Qualität zu bezahlbaren Preisen. Für Paris ist das ein echter Gewinn.

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gersois 06.06.2016, 18:02
10.

Zitat von messageinabottle
Der Artikel zeigt die mal liebenswerte mal abstoßende Schrulligkeit der Franzosen im Zusammenhang mit dem Thema Essen auf. Natürlich kocht ein Sternekoch gut - und teuer, aber seit ich in Frankreich lebe, weiß ich, dass es en France sehr leicht ist, schlecht zu essen - und teuer. Die überragende französische Küche ist ein Mythos -und Teil des französischen Märchens der kulturellen Überlegenheit. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Der größte Teil der Franzosen ist spätabends müde mit seinen Kindern Fertiggerichte.
Da kann ich Ihnen nur zustimmen. Die Erfahrung habe ich auch gemacht. Und die durchschnittlichen Gaststätten auf dem Lande sind in ihrem Angebot von erstaunlicher Langweile und Einfallslosigkeit.
Wenn die Franzosen wirklich so viel Wert auf gutes essen legen würden, würden sie die Lebensmittel ihrer Bauern wegen der hohen Pestizidbelastung nicht akzeptieren, sondern laut dagegen protestiern. Man kann nur hoffen, dass die Sterne-Köche so weit denken, dass sie nur Bio-Lebensmittel verwenden. Und Restaurantkritiker sollten diesen Faktor in ihre Bewertungen einbeziehen.

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DerNachfrager 06.06.2016, 18:15
11. Einfach mal 2 Berliner Sterneköche interviewen...

...und schon ist die Deutsche Küche die beste der Welt ! Sowas lächerliches. Und wenn Gastronomie sich schon über die Abwesenheit irgendwelcher Tischdecken definieren muss dann kann da nicht wirklich viel dahinter sein.

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steffen.ganzmann 06.06.2016, 18:21
12.

Zitat von ijf
[...] oder das vielgerühmte Elsass... die dortigen "Eingeborenen" nutzen gern ihre Kenntnisse des Elsässischen und fahren über die Grenze nach Deutschland, wenn sie richtig gut essen wollen zu bezahlbaren Preisen [...]
Ich kenne in Colmar zwei Restaurants, in denen man gut und günstig essen kann, mit Riesenportionen - diese besuchte schon mein Vater im WW II. Kurz vor seinem Tod machte mein Vater mit mir noch einmal eine Rundreise, um mir zu zeigen, wo er während dieses Krieges überall stationiert gewesen war.

Darum war ich für einen Patron, der leider nicht mehr lebt, immer der Sohn des jungen Herrn Leutnants, von dem er befürchtet hatte, er wäre in Russland gefallen. Und egal, wie voll der Laden ist, ich bekomme immer meinen Tisch ...

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Stäffelesrutscher 06.06.2016, 20:15
13.

Wie gut, dass es in Paris auch noch »Assiette Kébab« gibt. Lecker und für weniger als 25 Euro.

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BettyB. 06.06.2016, 20:24
14. Dabei fällt mir ein...

Hamburg, Weidenallee 12, Jellyfish. Wieso aber Qualle, das blieb mir unerklärlich...

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k70-ingo 06.06.2016, 21:28
15.

Zitat von Sibylle1969
Zitat: "Ich habe nicht viel Geld, aber für ein gutes Essen gebe ich es gerne aus.". So sind sie, die Franzosen, hier wird viel mehr Wert gelegt auf gutes Essen. Dieser Zug der Franzosen war mir schon immer sympathisch, und auch dass das Auto bei den Franzosen kein Statussymbol ist. Man gehe einfach mal in einen großen französischen Supermarkt und beobachte das Angebot an hochwertigen Lebensmitteln (Fleisch, Fisch, Käse, Wein...). Auch sollte man mal beachten, was ganz normale Franzosen unter der Woche fürs Abendessen kaufen und das mit Deutschland vergleichen.
Ehrlich gesagt kann ich das nicht bestätigen. Ich liebe es, im Ausland durch Supermärkte zu stromern und dort nach Mitbringseln und hierzulande nicht erhältlichen Spezialitäten zu schauen. In dieser Hinsicht war Frankreich eine Enttäuschung. Alles das, was es dort gab, läßt sich hierzulande auch finden, und dann zu erheblich günstigeren Preisen. Einige hochpreisige Sachen vielleicht nicht im normalen hiesigen Supermarkt sondern im Spezialitätenladen, aber auch dann ist es preiswerter als in Frankreich selber.

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polarline 06.06.2016, 23:06
16. Französische Küche - total überschätzt

Ich war Mitte und Ende der Achtziger die ersten Male in Frankreich. So richtig lecker war das Essen damals nicht. Gut ... ich war damals um die 20, vielleicht konnte ich das damals nicht beurteilen und war vielleicht in den falschen Lokalen. Ich war damals aber auch mehrmals in Italien in Rom und habe dort ganz andere, sehr gute Erfahrungen gemacht.

In den 90er Jahren nochmal dort gewesen, diesmal entsetzt von der Küche, weil ich anderes kannte. Italien ist für mich das Land mit der besten Küche der Welt. 15 Jahre jedes Jahr dort den Urlaub verbracht, meist mit guter und sehr guter Küche.

Vor 6 Jahren noch mal einen Versuch in Frankreich gemacht. Aber auch in der Bretagne nur Müll erhalten. Überteuerte Preise, nicht abgeschmeckt und lieblos zurbereitet ... auch bei Geheimtipps von Einheimischen. Ich habe noch nie so schlecht gegessen, wie in Frankreich.

Italien hat für mich derzeit die Nase vorne.

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medwediza 07.06.2016, 00:02
17. Na ja

Zitat von Stäffelesrutscher
Wie gut, dass es in Paris auch noch »Assiette Kébab« gibt. Lecker und für weniger als 25 Euro.
Das nennt man ja auch nicht essen. Das ist Nahrungsaufnahme.

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medwediza 07.06.2016, 00:05
18. Natürlich nicht

Zitat von messageinabottle
Der Artikel zeigt die mal liebenswerte mal abstoßende Schrulligkeit der Franzosen im Zusammenhang mit dem Thema Essen auf. Natürlich kocht ein Sternekoch gut - und teuer, aber seit ich in Frankreich lebe, weiß ich, dass es en France sehr leicht ist, schlecht zu essen - und teuer. Die überragende französische Küche ist ein Mythos -und Teil des französischen Märchens der kulturellen Überlegenheit. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Der größte Teil der Franzosen ist spätabends müde mit seinen Kindern Fertiggerichte.
Natürlich isst man in Frankreich nicht überall gut. Man isst ja in Deutschland auch nicht überall schlecht. Übrigens - woher wissen Sie, dass der größte Teil der Franzosen abends Fertiggerichte auftischt? Kennen Sie alle...?

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hjong 07.06.2016, 09:39
19. bin kuriert

ich kann die Erfahrungen von #16 polarline nur bestätigen. Ich habe noch nie in Frankreich mit so richtigem Appetit essen können. Entweder begann ich das Essen zu sezieren oder musste überflüssiges Fett vom Fleisch schneiden oder sonstwie Undefinierbares rausfischen. Man mag mich ja als Gourmet-Simpel bezeichnen, aber ich bin meinem Geld nicht böse, um ohne Freude an ein Gericht zu gehen. Vielleicht bin ich ja nicht sehr experemtierfreudig was das Essen angeht, aber das ist mir in Italien, Österreich und Deutschland selten passiert, was in F die Regel war. Trotzdem ist F unser Lieblingsreiseland - als Selbstversorger.

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