Forum: Reise
Boeing-Abstürze: Wie die 737-Max in die Todeszone geriet
Stephen Brashear/AFP

Zu viel Geschwindigkeit in zu geringer Höhe: Luftfahrtexperten vermuten, den wohl entscheidenden Grund gefunden zu haben, der die beiden Flugzeuge vom Typ 737 Max verunglücken ließ.

Seite 1 von 26
sven2016 25.03.2019, 07:34
1. Hoffentlich einigt man sich am Ende

nicht, wie so oft, auf Pilotenfehler. Das liest sich häufig wie eine billige Lösung, die Hersteller und staatliche Aufsicht nicht zu sehr belasten.

Beitrag melden
neutralfanw 25.03.2019, 07:39
2. Überraschung

Wenn diese Erkenntnisse laut diesem Artikel bereits vorliegen, dann frage ich mich, warum erst nach dem 2. Absturz dieses Flugzeugtyps darüber berichtet und informiert wird. Jetzt plötzlich soll bereits sogar eine neue Boeing Software vorliegen. Innerhalb von einer Woche? Ich vermute, Boeing ist erst nach dem 2. Absturz aktiv geworden. Das Flugverbot für diesen Maschinentyp wird mit Sicherheit nicht vor Ende des Jahres aufgehoben. Dafür werden die Fluggäste schon sorgen. Wer steigt in der nächsten Zeit freiwillig in eine 737 max8?

Beitrag melden
w.diverso 25.03.2019, 07:40
3. Wobei noch interessant ist,

dass angeblich Boeing eine zusätzliche Warnlampe angeboten hat, ist da von 80.000 Dollar die Rede, die anzeigt ob es einen Unterschied zwischen den beiden Sensoren gibt. Was die zusätzliche Anzeige sonst noch macht ist unklar. Auf jeden Fall ist eine Redundanz der Sensoren für so ein doch wichtiges System im Normalfall nicht gegeben. Da die FAA gar nicht genau gewusst hat was in dem Flugzeug alles so verbaut ist, konnte sie das auch nicht beanstanden. Es ist scheinbar nicht richtig gut, wenn der staatliche Einfluß zurückgedrängt und die Kontrollen immer mehr den Firmen überlassen werden.

Beitrag melden
schnubbeldu 25.03.2019, 07:43
4. Puh!

Sollte sich dies alles so rausstellen, dann dürfte die Boing 737 MAX dieses Jahr gar nicht mehr starten, es müsste ggfs. nochmals ein Zertifizierung des Flugzeugtyps vorgenommen werden, wenn entsprechende Workarounds ausgearbeitet und getestet wurden.

Beitrag melden
fsteinha 25.03.2019, 07:48
5. keine Redundanz?

Wie ist das durch die Safety-Betrachtung gekommen? Ich war immer der Meinung das im Flugwesen im Zweifel immer redundant ausgelegt wird.
Selbst wenn der Senor intern x-fach redundant ausgelegt wäre. Ein anderer Sensor nach anderem Wirkprinzip oder Hersteller, wäre an so einer sensiblen Stelle eigentlich selbstverständlich gewesen.

Beitrag melden
raoul2 25.03.2019, 07:52
6. Schon richtig,

daß man die endgültigen Ergebnisse jeder Untersuchung erst einmal abwarten muß, um letztendlich eine so weitreichende Entscheidung wie das endgültige Grounding treffen zu können - aber wenn der Einbau eines so wichtigen Systems wie des MCAS den "Endverbrauchern" (Airlines wie Piloten) "verschwiegen" wurde und es gar ein Verkaufsargument gewesen ist, eine Schulung der Piloten unterlassen zu können, verfestigt sich doch wohl nicht nur bei mir die Einschätzung, daß man bei Boeing den Profit über die Sicherheit gestellt hat.

Und das sollte meiner Meinung nach tatsächlich - ob Experte oder nicht - zu dem angeblich so "ungerechten" Ergebnis mit allen noch so schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen für das Unternehmen (und ihre Mitarbeiter) führen.

Beitrag melden
Faa SE 25.03.2019, 07:56
7. Keine Redundanz?

Das ist katastrophal. Gerade in einem Flieger gilt, alle Systeme redundant auszulegen. Ein Rest eines abgestürzten Computers lässt sich anders schwer auffangen. Das Gleiche glitt für ein durchgescheuertes Kabel. Redundanz ist überlebensnotwendig in der Fliegerei und bisher war das auch der anerkannte Stand der Technik. Was hat die Boeing Ingenieure dazu gebracht, diesen Weg zu verlassen? Sparen?

Beitrag melden
joaim 25.03.2019, 08:01
8. Von der Physik her ist das nicht nachzuvollziehen ...

Die Flugzeuge hatten verhältnismäßig hohe Geschwindigkeiten, doch die Kraft soll nicht ausreichen, Höhenruder zu geben?
Das mag für Vollausschläge des Höhenruders gelten, da ja die notwendige Kraft dafür sich mit der Geschwindigkeit erhöht. Doch bei höheren Geschwindigkeiten sind ja auch entsprechend kleine Ruderausschläge sehr wirksam, die vollkommen ausreichend sind.
Ich halte diese Debatte für ein Ablenkungsmanöver vom MCAS-System, der eigentlichen Ursache (natürlich bin ich auf die Ergebnisse gespannt).
Wie haben es früher die Piloten bloß geschafft, eine Verkehrsmaschine abzufangen?
Mit dieser Begründung würde ich keine einzige Verkehrsmaschine mehr betreten!

Beitrag melden
damei 25.03.2019, 08:01
9. Konstruktion

Wie wir wissen, ist bei der 737Max wegen der geänderten Position und Größe der Triebwerke die Gefahr eines Strömungsabriss an den Tragflächen besonders beim Steigflug sehr viel größer als vorher, so dass auch für sehr erfahrene Piloten eine Kontrolle der 737Max fast unmöglich wird . Die Sensoren gab es doch schon immer, und im Notfall sagte eine Computerstimme "stall....stall..." dass die Piloten Schub geben und die Nase der 737 runter drücken.
Also haben die äthiopischen Piloten vielleicht die Situation erkannt, und nach Nerven zerreißenden Minutenblättern im Handbuch endlich das System auf manuell geschaltet. Der Erdboden kommt schnell näher, der Pilot zieht die Maschine hoch, und wieder schallt es durchs Cockpit: stall...stall...stall....
denn jetzt ist die 737Max genau in der unbeherrschbaren Situation im starken Steigflug mit Strömungsabriss für das MCAS gedacht war.

Beitrag melden
Seite 1 von 26
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!