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Boeing-Abstürze: Wie die 737-Max in die Todeszone geriet
Stephen Brashear/AFP

Zu viel Geschwindigkeit in zu geringer Höhe: Luftfahrtexperten vermuten, den wohl entscheidenden Grund gefunden zu haben, der die beiden Flugzeuge vom Typ 737 Max verunglücken ließ.

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c.PAF 25.03.2019, 09:52
50.

Zitat von cherokee59
Ich fliege seit 25 Jahren .... aber den Quatsch, dass die Ruder eines Flugzeugs im zugelassenen Bereich nicht funktionieren sollen habe ich noch nie gehört. 700 km/h sind in diesem Zusammenhang keine sehr hohe Speed.
Macht ja nichts, im Hobbybereich ist das ja auch nicht relevant.

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BäckerGeselle42 25.03.2019, 09:55
51. Hallo?

Zitat von schmillo
Braucht es einen Kampfpiloten um simple physikalische Zusammenhänge zu verstehen? Gab es keine Möglichkeit den Bordcomputer einfach auszuschalten oder kamen die Piloten nicht auf die Idee ? Auch wenn Boeings Informationspolitik kriminell schlecht war, zweifle ich vorallem and der Ausbildung der Piloten und das ist ein Problem für alle Flugzeugtypen.
Der Bordcomputer macht die Ansteuerung.

Kein Bordcomputer, keine Steuerung der Steuerung.

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jigger1 25.03.2019, 09:59
52. Falsche Übersetzung von Blow Back

Liebe Spiegel-Redakteure,

Rückstoß ist die falsche Übersetzung von Blow Back, denn der englische Ausdruck beschreibt sehr bildhaft das Zurückdrücken der Höhenruder durch den Luftstrom. Die richtige Übersetzung wäre also Zurückdrücken oder Ruderdruck.

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neurobi 25.03.2019, 10:00
53.

Zitat von spon-facebook-10000015195
Man könnte jetzt natürlich auch sagen, dass die Servomotoren für die Höhenruder zu schwach dimensioniert sind. Das würde ja bedeuten, dass eine 737 Max nicht wieder abzufangen wäre, sobald diese im Sinkflug zu schnell wird. Das halte ich ebenso für höchst bedenklich. Ich denke Boeing hat hier eine komplette Fehlkonstruktion hingestellt.
Das wird Boeing nicht tun können. Welche Airline will sich ein schon Fabrikneu veraltetes und uneffizientes Flugzeug auf den Hof stellen lassen. Und genau das wäre die NG. Sie kann nicht mit den neuen Airbussen mithalten.
Boeing müsste sie so billig verkaufen, dass sie damit eher Geld verliert als verdient.
Der Erfolg der NG wird jetzt zum Bomerang. Im Grunde hätte man schon lange ein neues Flugzeug entwickeln müssen. Stattdessen hat man versucht ein altes Flugzeug mit modernen aber zu großen Triebwerken auszustatten. Das erforderte dann MACS. Und wenn das Probleme macht, die Piloten nicht richtig reagieren (weil sie es nicht besser wussten) kommt es zur Katastrophe.
Ich würde aber nicht davon ausgehen, dass Boeing das Risiko bewußt eingegangen ist, sie haben es wohl unterschätzt.
In Kampfflugzeugen sind solche Funktionen unverzichtbar und werden schon seit Jahrzehnten eingesetzt.

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StefanXX 25.03.2019, 10:04
54. Nachhilfe in Sachen Physik

Zitat von cherokee59
.... aber den Quatsch, dass die Ruder eines Flugzeugs im zugelassenen Bereich nicht funktionieren sollen habe ich noch nie gehört. 700 km/h sind in diesem Zusammenhang keine sehr hohe Speed.
Ich glaube manche der selbsternannten Experten hier brauchen mal wieder Nachhilfe in Sachen Physik. 700 km/h sind in diesem Zusammenhang keine sehr hohe Speed? Haben Sie schon mal auf dem Motorrad bei nur läppischen 200 km/h den Kopf ein bisschen über das Visir genommen? Und wie wir wissen, wächst der Luftwiderstand quadratisch proportional zur Geschwindigkeit. Mit 700 km/h schlägt Ihnen die Luft dann also noch mal 12 (!!) mal stärker entgegen als wenn sie auf dem Motorrad mit 200 km/h die Hand raushalten. Da kann so ein Servomotor schon mal überfordert sein. Ferner ist der Luftwiderstand neben der Geschwindigkeit auch noch abhängig von der Luftdichte. Und die Luftdichte wiederum ist unter anderem abhängig vom Luftdruck und der ist auf Reiseflughöhe nur ca. 1/5 so hoch wie am Boden. Und von der Temperatur, und die ist am Boden normalerweise auch viel höher als auf Reiseflughöhe. Daher ist der Luftwiderstand bei 700 km/h in Bodennähe gewaltig und nicht ansatzweise vergleichbar mit dem Luftwiderstand bei 900 km/h in Reiseflughöhe.

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jigger1 25.03.2019, 10:08
55. Einsparungen und mangelnde Regulierung

Zitat von fsteinha
Wie ist das durch die Safety-Betrachtung gekommen? Ich war immer der Meinung das im Flugwesen im Zweifel immer redundant ausgelegt wird. Selbst wenn der Senor intern x-fach redundant ausgelegt wäre. Ein anderer Sensor nach anderem Wirkprinzip oder Hersteller, wäre an so einer sensiblen Stelle eigentlich selbstverständlich gewesen.
Ganz einfach: Der Etat der FAA ist durch die amerikanische Regierung so zusammengeschrumpft worden, dass sie ihren Regulierungs- und Aufsichtspflichten nicht mehr nachkommen kann. Das passiert, wenn man mit ideologischer Verbohrtheit auf "Marktkräfte" und "freiwillige Selbstkontrolle" von profitorientierten Unternehmen setzt. Sollte allen deutschen Dieselfahrern sehr vertraut vorkommen.
Gleichzeitig war Boeing (vermutlich durch Managementfehler) mit der Entwicklung der Mx 8 gegenüber Airbus neun Monate in Verzug. Daher hat das Boeing-Management Druck auf die Entwickler und die FAA ausgeübt, um das Flugzeug möglichst schnell und billig fertigstellen und die Sicherheitsüberprüfung im eigenen Hause durchführen zu können. Das ist ihnen gelungen und das Ergebnis können wir nun bewundern: mehrere hundert Tote, eine (hoffentlich langfristig) ruinierte Reputation und Millardenschäden für das Unternehmen. Und das alles VOR der zu erwartenden Klagewelle, die gute Aussichten auf Erfolg hat, wenn die Klagen nicht vor einem Gericht eingereicht werden, das durch die Trump-Administration mit Richtern bestückt wurde.
Ganz ähnliche Beispiele lassen sich auch in Deutschland zuhauf finden: BER, Stuttgart 21, Gorch Fock, NH90, Tiger, um nur einige zu nennen. Und der Grund ist immer derselbe: Industriehörigkeit der Politik, verbohrtes Beharren auf der neoliberalen Ideologie und der Unwillen, zum Nutzen der Bevölkerung stringente Regulierung und Aufsicht durch- und umzusetzen.

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meineidbauer 25.03.2019, 10:11
56.

Zitat von joaim
Die Flugzeuge hatten verhältnismäßig hohe Geschwindigkeiten, doch die Kraft soll nicht ausreichen, Höhenruder zu geben? Das mag für Vollausschläge des Höhenruders gelten, da ja die notwendige Kraft dafür sich mit der Geschwindigkeit erhöht. Doch bei höheren Geschwindigkeiten sind ja auch entsprechend kleine Ruderausschläge sehr wirksam, die vollkommen ausreichend sind.
Wenn ich das richtig sehe, dann hatte das versagende MCAS die Maschine auf extrem kopflastig getrimmt. Um diesen Zustand mit dem Höhenruder auszugleichen zu wollen, benötigen Sie als Pilot wesentlich mehr "Höhenruder" als bei neutraler Trimmung. Wegen der zunehmend hohen Fluggeschwindigkeit kann das Ruder von den Stellmotoren nicht mehr auf diesen (extremen) Winkel angestellt werden. Ich finde diese Erklärung schon plausibel.

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Gluehweintrinker 25.03.2019, 10:12
57. Die Erinnerung von Fluspassagieren ist sehr kruzlebig

Zitat von neutralfanw
Wenn diese Erkenntnisse laut diesem Artikel bereits vorliegen, dann frage ich mich, warum erst nach dem 2. Absturz dieses Flugzeugtyps darüber berichtet und informiert wird. Jetzt plötzlich soll bereits sogar eine neue Boeing Software vorliegen. Innerhalb von einer Woche? Ich vermute, Boeing ist erst nach dem 2. Absturz aktiv geworden. Das Flugverbot für diesen Maschinentyp wird mit Sicherheit nicht vor Ende des Jahres aufgehoben. Dafür werden die Fluggäste schon sorgen. Wer steigt in der nächsten Zeit freiwillig in eine 737 max8?
Keine Sorge. Wenn nur das Ticket billig genug ist, sind Furcht und Schrecken über einen Flugzeugabsturz schnell vergessen. Sie müssen nur zurück blicken, um dieses nachvollziehen zu können.

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Tostan 25.03.2019, 10:13
58.

Zitat von kalim.karemi
aber solche wirren Erklärungen habe ich bisher auch noch nicht vernommen. Hohe Geschwindigkeit bedeutet minimale Ausschläge, geringe Geschwindigkeit größere. Ausserdem sollte dieser Herr Experte inzwischen auch gehört haben, dass die Spindel der Trimmung auf Anschlag stand. Gegen die Trimmung steuern zu wollen klappt nicht, eher zerlegt es das Leitwerk. Wirklich jeder Hobbypilot lernt, dass bei Ausfall des Höhenruders der nächste Schritt ist, die Maschine mit der Trimmung zu steuern, selbst landen ist so möglich. Mann kann aber auch im Handbuch nachschlagen und Allah anrufen.
Privatpilot ohne Computerunterstützung, richtig?

1) Das Höhenruder ist nicht ausgefallen sondern ein Computer, dessen Existenz nicht sauber kommuniziert wurde, hat gegengesteuert mit der Trimmung
2) die Trimmung manuell einstellen kostet bei so einer großen Maschine viel Zeit, soviel ich weiss.
3) Selbst wenn - würde das MCAS nicht sofort wieder gegensteuern?
4) "Im Handbuch nachschlagen" ist eine Vorgehensweise die eingetrichtert wird, bis sie im Schlaf befolgt wird. Anders lassen sich so komplexe Flugzeuge nicht mehr beherrschen, und die Checklisten verhindern mehr Unfälle als alles andere. Sie müssen natürlich auch stimmen - und dass der Fall nicht vorgesehen war, ist das eben schlimme.

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capote 25.03.2019, 10:13
59. Immerhnque !

Langsam wird die Wahrheit auch in den Main-Stream-Blättern wie SPON berichtet, es lässt sich einfach nicht mehr abstreiten.

Nur diese ominöse Software, die zum Absturz führte, gibt es ja nur, um den Konstruktionsfehler de Fliegers zu kompensieren. Es kann den Passagieren egal sein, ob Sie wegen eines Sensor- und/oder Softwarefehlers abstürzen oder wegen eines Aerodynamischen Konstruktionsfehlers, die 737 max sind mit und ohne Softwarefehler Schrott und solten als solche verschrottet werden.

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