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Bürgermeister zu Eintrittsgeld: "Wir wollen Venedig verteidigen"
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Ein Tag Venedig ab drei Euro: Die italienische Lagunenstadt will demnächst eine Eintrittsgebühr von Touristen verlangen. Der Bürgermeister verteidigt die Maßnahme - er wolle Venedig wieder lebenswert machen.

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citizen01 14.03.2019, 19:02
1. Nur 3 Euro? Besser wären 20 und dann für die Sanierung.

Sieht man die Bauten an den Kanälen wird auch jedem Touristen klar, daß da erheblicher Sanierungsbedarf besteht. Kein Wunder, die Stadt steht bis zu den Knien im Wasser.

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RaKader 14.03.2019, 19:29
2. Viel zu billig

Nur drei Euro war auch mein erster Gedanke. Man muss sich vergegenwärtigen, was Massentourismus im Gegensatz zu Individualtourismus bedeutetet: Das Geld fließt in die Säckel der Veranstalter, Transportunternehmen, Tourismuswerber etc. Nur ein Bruchteil davon bleibt in der Stadt. Die darf dafür die Reinigung bezahlen, muss die Infrastrutkur betreiben und die Bürger müssen höhere Lebenshaltungskosten, Mieten tragen. Ein ungleiches Geschäft.

Eine mittlere Eintrittsgebühr wäre eine Kompensation für die Einwohner vor Ort. Und warum auch nicht 20 Euro? Massentourismus verursacht Schäden, deswegen heißt er auch nicht sanfter Tourismus.

Ich selbst lebe in einer Touristenhochburg, die jährlich von 2 Millionen Besuchern bei einer Verweildauer von rund 2 Stunden gequält wird. In manchen Gassen drängen die Horden bis in die Häuser vor. Aber all die Horden von Bussen, Zügen, Schiffen lassen gerade einmal 2 Euro durchschnittlich in der Stadt liegen; das ist nicht einmal ein Kaffee. Höre ich mich bei Einwohnern in den alpinen Skigebieten um, ist es noch schlimmer; dort wird der Druck nach unten weitergegeben, prekäre Arbeitsplätze entstehen. Solche Schnorrer, pardon Gäste, braucht man nicht.

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t_mcmillan 14.03.2019, 19:50
3. Vernünftig

Aber das muss wahrscheinlich teurer sein, wenn es jemanden von etwas abhalten soll.

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wopress1104 14.03.2019, 19:55
4. Zu wenig

M.M. nach sollten es 20 EUR sein. Das wäre angemessen.

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tmayer 14.03.2019, 20:09
5. Kein Winkel der Welt

der nicht jetzt oder irgendwann mal vom Massentourismus gequält wird. Galt bspw. Island vor einigen Jahren noch als Geheimtipp, überrennen über 1 Mio Touristen heute jährlich die Insel im Nordmeer (bei gerade mal 300.000 Einwohner). Reisen ist sowas von billig geworden, dass die ökologischen Folgen unberechenbar geworden sind.
Auf der anderen Seite wundere ich mich, wenn wir ständig von einer um sich greifenden Armut in allen Gesellschaften der Welt sprechen und gleichzeitig Milliarden von Menschen sich jedes Jahr auf die Reise machen um ferne Städte und Länder zu erkunden. Wahrscheinlich sind wir doch nicht so arm wie viele behaupten.

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RaKader 14.03.2019, 21:24
6.

Reisen ist natürlich zuerst ein Jedermannsrecht. Der sogenannte Overtourism wirft aber Fragen der Verhältnismäßigkeit von Angebot und Preis auf. Es geht nicht an, dass die Geschäftsmodelle des Massentourismus – Pauschalreisen, Gruppenreisen, Kreuzfahrten, Busreisen etc. – die Kosten auf die Allgemeinheit abwälzen und allein den Gewinn abgreifen. Das sind ähnliche Geschäftsmodelle wie jene im Niedriglohnsektor. Ohne staatliche Quersubventionierung, bekannt als Aufstockung, würden die Businessmodelle nicht finanzieren.

Dass Kommunen wie Venedig gegen die Ausbeutung ihres Haushalts dagegenhalten, ist nur richtig. Allein der niedrige Betrag zeigt, dass dem Vorreiter noch nicht ganz wohl dabei ist.

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latimer 15.03.2019, 08:31
7. 3 oder 6 € sind viel zu wenig!

Die Eintrittsgelder müssten deutlich höher liegen, denn die Touristen, die in den Hotels der Lagunenstadt einkehren, zahlen das indirekt über Steuern bereits heute. Da kommen schnell täglich 40 bis 140 Euro zusammen.
Darüber hinaus muss man ein Museum erhalten. Was bisher aus privater Tasche (es gibt abertausende Privathäuser in Venedig, die nicht im Besitz von Superreichen sind) meist kaum oder nur mehr schlecht als recht geleistet werden kann, muss über Besucher eingenommen werden!
Denn der italienische Staat hat bereits jetzt eine Masse an Denkmälern, die auch im Interesse der Weltgemeinschaft erhalten werden müssen, dass er für den Erhalt und die Erneuerung Venedigs im Zeichen des Klimawandels (Höherlegen, Flutbarrieren, ...) einfach nicht aufkommen kann.

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latimer 15.03.2019, 08:34
8. Kultur! Nicht Reise!

Dieser Artikel gehört außerdem zur Rubrik Kultur, denn es ist auch Aufgabe der Weltgemeinschaft, zumindest der europäischen Gemeinschaft, dieses Weltkulturerbe zu erhalten!

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mariuscaesar 15.03.2019, 10:09
9.

Wer hat denn die Kreuzfahrtschiffe alle dort in den Hafen gelassen? Wer hat die Durchfahrten erlaubt? Gierig aufs Geld und hinterher jammern!

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