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Couchsurfing: Sofakunde auf Japanisch

Weltweit bieten Couchsurfer kostenlose Unterkünfte im Internet an, in Japan verstoßen sie damit gegen gesellschaftliche Normen. Das Misstrauen gege Online-Bekanntschaften ist groß - und viele Besucher aus der Fremde tapsen von einem Knigge-Fettnäpfchen ins nächste.

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mooksberlin 13.01.2010, 09:46
1. Japan

Da werden ja wieder ganz alte Zöpfe geflochten. Klar ist die typische alleinstehende Japanerin in den 30igern total verklemmt und wohnen die meisten Japaner bis zur Hochzeit bei Mutti weil es einfach einfacher ist, wenn man die Wäsche gemacht bekommt und das Essen auf dem Tisch steht. Man gibt sein Gehalt lieber für unnütze Statussymbole und Luxusreisen ins Ausland aus, anstatt einen eigenen Hausstand zu gründen.
Es gibt allerdings viele 100.000 junge Japaner, die im Ausland studiert und gelebt haben und mit den westlichen Gepflogenheiten vertraut sind. Und nicht jeder arbeitet dort 14 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Mehr und mehr Japaner arbeiten nur Teilzeit oder haben gar keinen Job, bzw. sind unabhängig wohlhabend und müssen deshalb gar nicht gross arbeiten. Vielleicht nennt es sich nicht immer "couchsurfing" aber ich habe viele Freunde und Bekannte die während ihrer Japanreisen privat und kostenlos bei Japanern untergekommen sind und die kulturellen Klippen gut umschifft haben.

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Mutige 13.01.2010, 10:33
2. Pasporta Servo

Coach Surfing ist uralt - und z.B. unter Pasporta Servo von den Esperantisten aus der aganzen Welt seit Zig Jahren so praktiziert. Aber das könnt ihr selber im Internet nachlesen.
Man lernt tatsächlich viele nette Leute kennen...

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orosee 13.01.2010, 11:12
3. Dem ist nichts mehr hinzuzufuegen...

Zitat von mooksberlin
Da werden ja wieder ganz alte Zöpfe geflochten. ... privat und kostenlos bei Japanern untergekommen sind und die kulturellen Klippen gut umschifft haben.
... ausser das mal wieder alte Klischees und Allgemeinplaetze mit einer ansonsten interessanten Nachricht zusammen verpackt werden. Genial dazu die Bilder der Geishas und der Teezeremonie - in Deutschland begegnet man ja auch ueberall Lederhosentraegern, Oktoberfest ist das ganze Jahr und zum Essen gibt es immer Sauerkraut und Wurst.

Ganz wichtig der Tip: Wer ins Ausland geht, sollte mit anderen Gepflogenheiten rechnen! Naja, vielleicht ist der sogar immer noch wichtig.

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st_anja 13.01.2010, 12:30
4. am deutschen wesen........

Zitat von orosee
... . Ganz wichtig der Tip: Wer ins Ausland geht, sollte mit anderen Gepflogenheiten rechnen! .....
gerade die meisten deutschen haben damit in japan (vermutlich nicht nur da) ein problem damit.
es ist doch volkssport kopfschüttelnd ein land zu besichten und sich dadurch toll zu fühlen.
der spon-artikel ist also genau für ein deutsches publikum zugeschnitten.

ich nutze zwar nicht das couchsurfing, kam aber schon in den genuss privat bei japanern zu wohnen.
ich wurde selten mit so einer herzlichkeit und gastfreundschaft empfangen und aufgenommen.
von distanziertheit kan nicht die rede sein.
selbst wenn man durchs land reist und sich einigermassen aufgeschlossen zeigt, ist es kein problemn mit japanern ins gespräch zu kommen. sie sind sehr interessiert und man wird eigentlich ständig angesprochen

- das geht natürlich nicht, bei dauerhaften kopfschütteln und ignorantem verhalten der japanischen sitten des gastgeberlandes.

ger eigentlich kulturschock ist, wenn man nach einiger zeit unter japanern wieder auf deutsche touristen trifft.
da ist dann wieder fremdschämen angesagt.

auch bei diplomatischen hinweisen, kapieren diese gäste dann nicht, dass sie etwas falsch gemacht haben und nicht die japaner.

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ChuckThePlant 13.01.2010, 15:24
5. Meiner Erfahrung nach wird in Japan...

...erstaunlicherweise auch nur mit Wasser gekocht...

In den Grossstädten ist es ähnlich anonym wie überall sonst auch. Auf dem Land (entweder Kyushu oder das Berginland) ist es dann auch nur noch kleinstädtisch und dörflich, mit den gleichen Vor- und Nachteilen, wie bei 'uns'...
Da kann man dann schon mal in einer Jugendherberge landen, in der der Herebergsvater ziemlich relaxt den Tag verbringt und meist in Motorradzeitschriften blättert.

Und wer freundlich und mit etwas Rücksicht auftritt, wird niergendwo in irgendwelche Probleme geraten.

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benny.lindström 13.01.2010, 16:18
6.

also ich bin selber couchsurfer.
hab aber leider bisher nie erfolg gehabt eine couch zu bekommen, wenn ich mal rauswollte.
alles belegt.

in städten wie amsterdam sogar teilweise monate vorraus. =(

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DJ Doena 13.01.2010, 17:26
7. Planet of Hats

Zitat von st_anja
gerade die meisten deutschen haben damit in japan (vermutlich nicht nur da) ein problem damit. es ist doch volkssport kopfschüttelnd ein land zu besichten und sich dadurch toll zu fühlen. der spon-artikel ist also genau für ein deutsches publikum zugeschnitten.
Und sie scheinen mal wieder ihre Germanophobie auszuleben, in der alle Deutschen (sie ausgenommen, versteht sich) ignorante Trampel sind, die alle gleich (schlimm) sind - quasi ein Land of Hats.

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Sheherazade 13.01.2010, 22:31
8. ...

Ich denke, die genannten Probleme entstehen hauptsächlich dann, wenn die jeweiligen Reisenden nicht akzeptieren können, dass nicht alle Menschen auf diesem Planeten handeln, denken und fühlen, wie sie selbst. Das ist nicht an ein bestimmtes Land gebunden (übrigens Franzosen oder Amis können in dieser Beziehung durchaus noch negativer auffallen als Deutsche), wahrscheinlich fällt es aber bei den Europäern mehr auf, weil dort mehr Leute die finanziellen Möglichkeiten haben, weite Reisen zu unternehmen.

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tylerdurdenvolland 14.01.2010, 01:52
9. ..

Zitat von st_anja
...auch bei diplomatischen hinweisen, kapieren diese gäste dann nicht, dass sie etwas falsch gemacht haben und nicht die japaner.
"Es ist hier nun einmal nicht üblich, direkt Kritik zu äußern oder Wünsche der Gäste abzuschlagen. So etwas deutet man hier viel vorsichtiger und meist mit einem freundlichen Lächeln an, vielen Besuchern fehlt die Antenne für die Zwischentöne und Feinheiten der Kommunikation. "Die Gastgeber sagen nicht, wenn sie etwas nervt, weil sie zu höflich sind", sagt Fumi. Und so merken manche Besucher gar nicht, wie sie von einem Benimm-Fettnäpfchen ins nächste stolpern."

Dies hat nichts mit Höflichkeit zu tun, sondern es ist eine Konsequenz der Kompensation des Minderwertigkeitskomplexes den Japaner in ihrem mittelalterlichen Bildungssystem von Anfang an eingebleut bekommen.
Es ist also keinswegs eine erstrebenswerte Eigenschaft und erweist sich bei genauerem Hinsehen als eine Form der Heuchelei. Nichts anderes ist es nämlich und es ist sogar das grösste Problem des Landes und dieser Gesellschaft.
Es verhindert nahezu jede Weiterentwicklung und ermöglicht die vollkommene Korruption die in diesem Land herrscht.

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