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Deutsche Bahn: Mit 265 km/h gegen die Verspätung
DPA

Weil die Bahn notorisch unpünktlich ist, hebt sie das Spitzentempo ihrer neuen ICE-Flotte an. Im Ruhrgebiet und um Frankfurt sollen verspätete Züge außerdem bevorzugt abgefertigt werden.

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till_wollheim 28.07.2018, 12:45
20. Verspätungen sind ja immer relativ!

Würde die Bahn ihre Fahrpläne "aufweichen", wären mit Fahrplanwechsel fast alle Verspätungen Geschichte! Ein Skandal ist die Verbindung von Stuttgart nach Zürich: diese Strecke würde in France mit 50 Minuten bedient werden. Bei der DB dauert sie 3 Stunden - wie in Bangla Desch!

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PriseSalz 28.07.2018, 12:45
21. Geniale Lösung fürs Problem:

Und kostengünstig ist es ebenfalls: Fahrpläne ändern...

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metastabil 28.07.2018, 12:54
22.

Zitat von DerBlicker
Der ICE4 ist nur bis Tempo 250 zugelassen, der wird sicher nicht Tempo 265 fahren dürfen. Das geht nur mit den ICE1 und 2 sowie 3, die dürfen 280 bzw. 320 fahren. Es ist auch bezeichnend, dass der Bahn das Schnellerfahren jetzt erst nach fast 30 Jahren Betrieb von Hochgeschwindigkeitsstrecken einfällt. Die Strecke zwischen Mannheim und Stuttgart war von Anfang an für Tempo 280 zugelassen, trotzdem habe ich es noch nie erlebt, dass die ICE diese Geschwindigkeit auch nutzen, bei 250 war immer Schluss, kein km/h drüber, auch wenn der Zug Verspätung hatte, dabei könnte man Verspätungen von ICEs durch konsequentes Schnellfahren dort effektiv minimieren. Was ich leider auch immer wieder erlebe, sind im Weg stehden S-Bahnen auf den alten Strecken. Da muss ein ICE auf freier Strecke halten, weil eine S-Bahn im Weg ist. So was darf einfach nicht passieren, da muss die S-Bahn eben mal 5 Minuten auf einem Abstellgleis warten und den ICE durchlassen, der ICE als teuerster Zug muss immer Vorfahrt haben.
Die Zulassungsgeschwindigkeit ist im Prinzip nur eine Zahl auf Papier, die nicht das technische Maximum darstellt. Tatsächlich muss ein Eisenbahnfahrzeug zur Zulassung sogar dauerhaft 110% der avisierten Zulassungsgeschwindigkeit fahren können: der ICE4 hat also durchaus schon unter Beweis gestellt, dass seine Dauerhöchstgeschwindigkeit mindestens 275 km/h beträgt. Eine Erhöhung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ist also mehr eine bürokratische als eine technische Hürde.

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schwäbischalemannisch 28.07.2018, 12:54
23. Digitale Infrastruktur aufbauen

Die Bahn ist ja schon dabei Ihr Streckennetz digital zu erfassen und damit effizienter zu nutzen. Die Frage ist wie lange das noch dauert und ob auch genügend Geld investiert wird. Und es müssen natürlich trotzdem genügend Gleise betriebsbereit vorhanden sein, ebenso wie ausreichend Zugwagen und Waggons für den Fall, dass es Ausfälle oder erhöhten Bedarf gibt. Und es braucht gut bezahlte und motivierte Mitarbeiter. Letzteres scheint mir auch ein Problem zu sein. Der alte Spruch: wer nix isch und wer nix ka, der goht zu Post und Bundesbah. der hat irgendwie immer noch Gültigkeit. Aber auch kein Wunder bei den Arbeitsbedingungen dort.


Das alle kostet zwar erst mal mehr Geld. Aber die Bahn ist ja kein börsennotiertes Unternehmen, dass Gewinne erwirtschaften muss, sondern dazu da, dass die Mobilität in Deutschland für alle gewährleistet ist. Vielleicht klappt’s dann ja auch mit dem 21. Jahrhundert.

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indianrose 28.07.2018, 12:58
24.

Es ist wie im Winter, wenn nach ein paar Schneeflocken bei der Bahn das Chaos ausbricht. Jetzt bei den Temperaturen um die 30 Grad scheinen plötzlich die Stelwerke zu versagen, der eigene oder ein anderer Zug hat technische Probleme, Weichenstörung, Türstörung, Verzögerung im Betriebsablauf, Zug zu spät bereitgestellt etc. Wenn man sich diese Woche die Ankunftstafen für Frankfurt Hbf auf Bahn.de angeschaut hat, wird einem schlecht. Fast alle Fernverbindungen scheinen da rot auf wegen Verspätung und einigen Totalausfällen. Jedoch hat Versager Pofalla sein Vorstands-Pöstchen und sitzt sich in der Berliner Zenrale den Hintern wund. Bei mir ist diese Woche der Zug von Leipzig nach Frankfurt nur bis Erfurt gefahren. Der nächste ICE war total überfüllt. Nächste Woche nehme ich das Flugzeug von FRA nah LEJ.

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MartinBeck 28.07.2018, 13:10
25. Verspätungsgemecker

Das ewige Gemecker über die Deutsche Bahn geht mir als Vielreisender (früher viel Flug und Auto, heute vor allem Bahn) echt auf den Wecker! Die Mehrzahl der tatsächlichen Fernstreckenverspätungen sind durch höhere Gewalt verursacht, z.B. durch Selbstmörder. Erst gestern führte ein solcher zur Totalblockade der Strecke Frankfurt-Köln mit katastrophalen Auswirkungen auf das gesamte Nord-Süd-Netz. Ist dafür etwa auch die Bahn verantwortlich?

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zardoz77 28.07.2018, 13:12
26. DB abgeschafft

Bei uns in der Region wird gottlob die DB abgeschafft ab 2019 kommen 2 Konkurrenten aus Holland und England und die DB kommt runter. Pünktlichkeit war noch nicht einmal das Thema (auch) aber die muffigen unbequemen Züge teilweise aus der DDR noch hierher gekarrt (drüben fahren sie dann mit unseren modernen Zügen die hier schon mal gefahren sind haha). Klimaanlagen sofern vorhanden fallen regelmässig aus, natürlich im Sommer wenn man sie braucht. Im Winter funktionieren sie natürlich. Niemanden kümmerts, der Lokführer zuckt mit den Schultern, die Fahrkartenkontrolleure ebenso. Ein einziges Chaos, fahren mit der DB ist Hölle. Es gibt auch keine Ersatzzüge, wenn mal einer ausfällt fällt er halt aus und das gibts regelmässig meistens 1x die Woche wenn ich fahre (also insgesamt sicher mehr). Montags schlimm, da kommen das Personal wohl nicht ausm Bett wer weiß und Freitags inzwischen auch Feuerwehreinsätze, Krankenwagen, suizide? Ich weiß es nicht, null Infos. Unglaublich was da auch personell für Lücken sind. Horror!

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jkleinmann 28.07.2018, 13:23
27. Mehr Halts?

Mit der Ankündigung "Die verkürzte Fahrzeit könnte auch dazu dienen, auf der Strecke an mehr Bahnhöfen zu halten" wird das Konzept ja bereits vor Umsetzung unterwandert, und weitere Verspätungen sind vorprogrammiert.

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CHW 28.07.2018, 13:27
28. Warum nicht das Naheliegendste tun?

1. Tempo runter auf 200km/h.
2. hat weniger Verspätungen zur Folge.
3. der Kunde kann sich auf pünktliche Züge verlassen.
4. Anschlußverbindungen funktionieren.
5. Weniger Verschleiß, weniger Unfälle.
6. Man muss den Kunden auch mal klar sagen, dass Pünktlichkeit und Sicherheit auch etwas kosten.
7. Mehr Personal einstellen.
8. Mal nach Japan und die Schweiz schauen wie die das machen. Lernen schadet nicht.
9. Weiterer Ausbau der Schieneninfrastruktur.
10. Auch kleineBahnhöfe hegen und pflegen.
11. Randalierer und andere Krawallbrüder in den Zügen drakonisch bestrafen. Zum Beispiel dadurch, dass diese den angerichteten Schaden selber wieder reparieren müssen oder als Putzkolonne tätig werden müssen. Das ist Sache des Gesetzgebers und der Gerichte.

... Bahnfahren könnte so schön sein.

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TurboWölfchen 28.07.2018, 13:34
29. Ice 4

Als der ICE 4 vor einigen Jahren entwickelt wurde, sollte ja ein Teil der Flotte als IC-Nachfolgezug für maximal 230 km/h beschafft werden, um die Uralt-IC-Garnituren, die teilweise noch aus unklimatisierten Interregio-Wagen bestehen, zu ersetzen.
Ein anderer Teil der bestellten Züge sollte für 249 km/h ausgelegt werden - 1 km /h unter dem für die Einstufung als Hochgeschwindigkeitszug maßgeblichen Grenzwert von 250 - um noch in eine kostensparende Zulassungskategorie zu fallen. Hätten diese Züge, wie ursprünglich diskutiert, langfristig die ICE-Generationen 1, 2 und 3 ersetzt, so wäre Deutschland letztlich aus dem (echten) Hochgeschwindigkeitsverkehr ausgestiegen.
Später ist man dann doch auf eine Zulassung des ICE 4 für 250 km/h umgeschwenkt und hat sich dazu entschlossen, die schnelleren ersten drei ICE-Generationen deutlich länger im Betrieb zu halten.
Ich habe mich aber immer gefragt, wie das Zusammenspiel der unterschiedlichen ICE-Generationen auf den (teuren) Neubaustrecken aussehen soll, wenn Züge mit 250, 280 und 300 km/h in buntem Wechsel verkehren.
Und nun tauchen auch Presseberichte auf, nach denen die DB doch auch wieder an der Beschaffung der auf dem ICE 3 basierenden Velaro-Nachfolgebaureihe (330 km/h) interessiert sei.

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