Forum: Reise
Die besten Bergsteigerinnen der Welt: Frauen klettern klüger
Ralf Dujmovits/ Frederking & Thaler Verlag

Nur sieben von insgesamt 34 berühmten Bergsteigern, die in einem neuen Bildband porträtiert werden, sind weiblich. Warum sind es so wenige, und wie setzen sie sich durch?

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pukyswelt 15.11.2019, 08:18
1. Mein voller Respekt...

... an alle Frauen, die sich in sogenannten „Männerdomänen“ gegen alle Widerstände behaupten und durchsetzen. Die Artikelüberschrift ist aus meiner Sicht furchtbar und ich hoffe, dass wir mit dieser „alle Frauen sind vorsichtiger und bedachter“- und „alle Männer sind dominant und durchsetzungsstark“-Denke aufhören.

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AllesHeuchler 15.11.2019, 08:20
2. Selbstvermarktung, den Bogen raus, wie die Männer?

Schon als junger Mann kam mir oft der Gedanke, dass sich Frauen sehr wohltuend von Männern unterscheiden, indem sie offensichtlich ganz natürlich auf Kraftmeierei verzichten, auf betontes Imponiergehabe, diese allgemein männliche Schoddrigkeit, und bitte auch weiterhin auf eitle Selbstdarstellerei in das rechte Rampenlicht, denn da gibt es nichts aufzuholen, bis man den Mann-Standard erreicht hat: soweit es sich um echte Leistungsträgerinnen handelt, werden sie uns ohnehin bekannt (gemacht), nur meist sachlicher, dezent sogar und auf sympathischere Weise, z.B. durch Berichte wie diesen, ganz ohne Vermarktungsgeschrei und Brunftlaute.
Danke allen, die ihre Leistungen wohltuend zurückgenommen, glaubwürdig und mit einem ehrlichen Lächeln darzubieten verstehen!

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sarang he 15.11.2019, 08:27
3.

Meiner Erfahrung sind Frauen beim klettern und Extrembergsteigen meist technisch wie konditionell besser als ihre männlichen Kollegen. Leider sind Frauen im Bereich Schnelligkeit und Kraft meist deutlich schwächer als Männer, was für Männer signifikante Vorteile am Berg und in der Wand zeigt.

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AllesHeuchler 15.11.2019, 08:41
4. Unterton

Immer wieder dieser Unterton in Beiträgen von Frauen über Frauen, wonach diese „aufholen“, so als seien die Männer-Standards selbst ein höheres Ziel...bewahre!
Allein ihr liebenswürdiger Habitus: Frauen im Sport lächeln, strahlen, jubeln und sind geradezu hinreißend in ihrer Freude! Männer hingegen ballen Fäuste, vollführen zuschlagende Bewegungen der Vernichtung, mit grimmiger Miene, so die Primaten-Variante...was mögen Sie lieber?

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carn 15.11.2019, 09:45
5. Irgendwann, irgendwann wird hoffentlich mal

irgendeinem Autor der Artikelsorte "Frauen sind in Gebiet X unterrepräsentiert; bezüglich X weisen sie die bessere Eigenschaft Y auf; warum sind sie unterrepräsentiert?" die Frage in den Sinn kommen, ob Frauen nicht nur die bessere Eigenschaft Y aufweisen, sondern auch die für X schlechtere Eigenschaft Z, und ob dies eine Rolle spielen könnte (bzw. das Y vielleicht sogar ein Nachteil sein kann).

Das ist beim Bergsteigen eigentlich noch viel offensichtlicher.

Denn die allermeisten Berge kann man einfach besteigen, wenn man will. Es gibt keine von "Männerseilschaften" dominierte Zulassungskomittees, keine Ausbildungsplätze, bei denen Frauen übergangen werden, etc.

Der Berg ist da. Jede Frau und jeder Mann kann versuchen ihn zu besteigen.

Wenn aber wie im Artikel zugebilligt, sich Frauen und Männer in einigen fürs Bergsteigen relevanten Eigenschaften im Mittel unterscheiden, dann kann eine unterschiedliche Zahl von Frauen und Männern auf dem Gipfel eines Berges eben durch diese mittleren Unterschiede bedingt sein.

Vor allem bei dem im Artikel zugestandenen Unterschied:
"Gemeinhin wird Frauen eine größere Umsicht und eine gesündere Gefahreneinschätzung zugewiesen, soll heißen: Sie setzen ihr Leben nicht leichtsinnig aufs Spiel."

Es ist doch offensichtlich, dass genau diese zugestandene im Mittel andere Gefahreneinschätzung eben Auswirkungen haben kann, wie viele Frauen und Männer auf Berggipfeln sind.

Denn z. B. beim Mount Everest ist das Verhältnis erfolgreiche Besteigung zu tot etwa 30 zu 1: "By March 2012, Everest had been climbed 5,656 times with 223 deaths.[81] Although lower mountains have longer or steeper climbs, Everest is so high the jet stream can hit it. Climbers can be faced with winds beyond 320 km/h (200 mph) when the weather shifts" https://en.wikipedia.org/wiki/Mount_Everest#Overview

Was sagt einem eine gesunde Gefahreneinschätzung, wenn man die Frage im Hirn umherwälzt, ob man einen Berg besteigen soll mit Todesschance 1 zu 30 und mgl. Windgeschwindigkeiten von 320 km/h, welches beides perfekt vermeidbar ist, wenn man den Berg nicht besteigt?

Genau, die gesunde Risikoeinschätzung sagt einem bestimmt nicht selten, dass man den Wahnsinn sein lassen soll.

Ergo: wenn das eine Geschlecht eine gesündere Risikoeinschätzung hat als das andere, ist es nicht verwunderlich, wenn eher letzteres über Todesrisiko von 1 zu 30 und Windgeschwindigkeiten von 320 km/h (und noch andere in 8000+ m Höhe auftretende eher unangenehme Dinge) hinwegsieht und sich auf zum Berg macht.

Folglich liefert der Artikel selbst bereits eine Tatsachenbehauptung, die die Unterschiede zumindest teilweise erklären könnte.

Aber AutorIn ist schlicht zu sehr in der Denke drin, dass absolut jeder Unterschied in Ergebnissen - hier Anteil von Frauen am Bergsteigen - niemals nimmer durch mgl. vorhandene mittlere Unterschiede zwischen Geschlechtern bedingt sein kann, dass AutorIn in Artikel guten Erklärungsansatz für beobachtete Diskrepanz hat, aber das nicht mal mitbekommt.

Wenn wer eine gesündere Risikoeinschätzung hat als wer anders, dann wird man ersteren seltener auf 8000m hohen Bergen antreffen als letzteren. Ist doch klar.

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gatoalforno 15.11.2019, 11:29
6. Alles eine Frage der Ästhetik

Frauen haben ein günstigeres Kraft- Gewichtsverhältnis und sind daher gut zum Klettern geeignet. Bei den Extremkletterern setzt sich daher auch ein anderer Körpertypus durch, so dass Frauen da auch nicht mehr ihre natürlichen Vorteile ausspielen können. Und die ganz oben mitklettern, sind nicht nur Ausnahmetalente, sondern haben auch einen Ausnahme-Körper- bezogen auf weibliche Merkmale. Beim Höhenbergsteigen bleibt sowieso eine physische Grenze, die die Natur festlegt. Schon deswegen müssen hier Männer dominieren. Frau Kaltenbrunner hat ihre 8000er auch nur mit Hilfe ihres männlichen Begleiters geschafft, immer noch besser als ihre koreanische Kontrahentin, die hat sich gleich mit Helicopter in die höheren Lager fliegen lassen.

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torstensohn 15.11.2019, 13:30
7. Klettern hat nichts mit Bergsteigen zu tun

Liebe Redaktion, es wäre schön, wenn ihr nicht nur an eine geschmeidige Überschrift denkt und dabei völlig verschiedene Dinge durcheinander bringt. Ansonsten denken die LeserInnen noch, SPON wäre eine Illustrierte.

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fulgurator 15.11.2019, 14:36
8. Nichts gegen die Leistugen der Frauen

Aber warum muss alles so verzerrt heroisch dargestellt werden. Frau Kaltenbrunner hat angegeben, dass in den größten Höhen ihr persönliches Limit für die Rucksacklast 17 kg sind: https://www.welt.de/vermischtes/article5392961/Am-Gipfel-weinen-die-meisten-auch-Maenner.html

Manche Männer tragen da aber deutlich mehr, offenbar 25 kg: https://www.welt.de/vermischtes/article5392961/Am-Gipfel-weinen-die-meisten-auch-Maenner.html

Wenn jemand leichter und kleiner ist, sind auch die Kleidungsstücke entsprechend leichter. Daher ist die Behauptung, dass Frauen proportional mehr Rucksackgewicht auf die 8000er tragen würden, nicht sehr glaubhaft. Vielleicht ist Frau Lugner da besonders ausdauernd und kräftig, doch wird es sicher Männer geben die einfach mehr Gewicht als andere tragen können.

Ebenso absurd ist die pauschalisierende Aussage, dass alle Frauen klüger klettern als alle Männer. Als ob es keine individuellen Unterschiede in der Persönlichkeit von Männern geben würde, alles sind nur dämliche Draufgänger! da freuen sich die Feministinnen ganz doll, obwohl alles nur wüste Flunkereien sind.

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cherea 15.11.2019, 16:45
9. Tendenziös

Autor recherchiere gscheit, dass Tommy Catwall nur die Dawn Wall gemacht hat um seine Beth zu vergessen ist ein totaler Schwachsinn. Er hat das Ende seiner Ehe dort unter anderem verarbeitet, aber Beth war nicht der Grund für die Dawn Wall!
Der Artikel ist so tendenziös geschrieben voller Klischees, dass ich mich wirklich fragen muss, ob der Autor seine eigenen Probleme mit dem Artikel verarbeiten will, aber mit Einblick in einen Bereich des Bergspots hat das nicht zu tun. Irgendwie in dem Artikel Alex Honnold, Alex Huber und den Yeti ? äää sorry Messner zu verwursten, ja… gut… das „Namedropping“ kann mich nicht überzeugen, dass der Autor sich in diesem Themenbereich auskennt.
Um es ganz klar zu formulieren: Der Respekt vor den Leistungen der Frauen in diesem Sport ist bei der großen Mehrheit der „Szene“ vorhanden.

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