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Entschädigung nach Insolvenz: Thomas-Cook-Kunden bekommen wohl nicht volle Anzahlung
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110 Millionen Euro stehen nach der Pleite von Thomas Cook zur Verfügung, um die betroffenen Kunden zu entschädigen. Doch das Geld wird nicht reichen, sagt nun der Insolvenzversicherer.

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Klas.w 01.10.2019, 13:26
1. Das riecht doch nach

Betrug. Es ist also keine Versicherung abgeschlossen worden, wie gesetzlich vorgesehen, und die Kunden hat man glauben lassen, dass sie vor Verlusten geschützt sind.

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ziehenimbein 01.10.2019, 13:27
2. Und Schuld war wieder die SPD!?

"Wir Verbraucherschützer haben immer wieder angemahnt, dass die 110 Millionen Euro nicht mehr zeitgemäß sind, zuletzt 2016. Damals hat das Justiz- und Verbraucherschutzministerium erklärt, es werde ein Gutachten einholen." "Und als sich die Probleme bei Thomas Cook abzeichneten, hat im März die Bundestagsfraktion der Grünen beantragt, die Haftungsobergrenze zu erhöhen. Aber nichts ist passiert."
Das geht dann wohl auf die Kappe von Maas und Barley, die jeweils Minister waren.
Wie kann man eine pauschale Obergrenze von 110 Mio festlegen, wenn einzelne Veranstalter ein wesentlich höheres Risiko eingehen?

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tipsylaird 01.10.2019, 13:34
3. Netter Versuch

Der gesetzlich vorgeschriebene Reisepreissicherungsschein verpflichtet den Versicherer, alle vom Endkunden eine Pauschalreise geleisteten Vorauszahlungen in voller Höhe zu erstatten. Der Versicherer, hier offenbar Zurich, kann sich darauf berufen, zu wenig Masse von Thomas Cook zur Verfügung zu haben. Wenn er zuwenig Masse hat, muss er aus eigenen Rücklagen nachlegen, notfalls bis zur eigenen Insolvenz. So ist meines Erachtens die Rechtslage und es ist unredlich, anderes zu behaupten. Ganz abgesehen davon sind die Kundengelder vorrangig.

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HerrPeterlein 01.10.2019, 13:48
4. Kann nicht sein

Da bucht man bei einem Unternehmen, bekommt sogar den Sicherungsschein und bekommt trotzdem 50% oder weniger von dem Reisepreis zurück. Wir haben jetzt Nebensaison, was wäre den bei einer Pleite im Juli/August passiert. Bei über 2 Mio. Reisenden/gebuchten Reisen und mehr sind das 50 € oder weniger pro Person. Die Summe reicht bei einem Wert von 1.000 €/Person für maximal 110.000 Reisen, ein Wert der locker überschritten wird.

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Hans-Dampf 01.10.2019, 13:55
5.

Zitat von Klas.w
Betrug. Es ist also keine Versicherung abgeschlossen worden, wie gesetzlich vorgesehen, und die Kunden hat man glauben lassen, dass sie vor Verlusten geschützt sind.
Artikel nicht gelesen?
Die Versicherung Zurich Deutschland hatte die Reisen mit der deutschen Thomas Cook bis zu 110 Millionen Euro versichert.
[...]
Für alle Kunden, die bei Thomas Cook eine Pauschalreise gebucht haben, besteht in der Regel ein Insolvenzversicherungsschutz. Dieser wird mit dem Sicherungsschein nachgewiesen, den Verbraucher bei der Buchung einer Pauschalreise erhalten.

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proratio 01.10.2019, 13:57
6. So war es nicht

Zitat von ziehenimbein
"Wir Verbraucherschützer haben immer wieder angemahnt, dass die 110 Millionen Euro nicht mehr zeitgemäß sind, zuletzt 2016. Damals hat das Justiz- und Verbraucherschutzministerium erklärt, es werde ein Gutachten einholen." "Und als sich die Probleme bei Thomas Cook abzeichneten, hat im März die Bundestagsfraktion der Grünen beantragt, die Haftungsobergrenze zu erhöhen. Aber nichts ist passiert." Das geht dann wohl auf die Kappe von Maas und Barley, die jeweils Minister waren. Wie kann man eine pauschale Obergrenze von 110 Mio festlegen, wenn einzelne Veranstalter ein wesentlich höheres Risiko eingehen?
Bereits im März soll sich die Insolvenz abgezeichnet haben? Wohl kaum. Die Insolvenz eines so großen Veranstalters ist ein Präzedenzfall, der durchaus nicht vorhersehbar war. Im Übrigen handelt es sich bei der Versicherungssumme um einen Mindestbetrag. Rechtlich gesehen müssen die Kunden ihr Geld zurück erhalten, ob aus der Versicherung oder der Insolvenzmasse, wird sich zeigen.

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moenkhausia 01.10.2019, 14:07
7. Das liegt am Gesetzgeber,

der die Obergrenze der Schadensabdeckung zu niedrig angesetzt hat, obwohl man so ein Szenario bei bekannten Playern doch einfach simulieren kann. Unter diesen Umständen ist es aber auch dem Steuerzahler nicht zuzumuten, Unternehmen Staatskredite hinterherzuwerfen, die ihre Kunden wegen Unterversicherung nach eigenem wirtschaftlichen Versagen im Regen stehen lassen. Die können sich jetzt nicht einfach hinter ihren Helfershelfern aus der Politik verstecken, ihnen war ja nicht untersagt, sich entsprechend ihrer Größe höher zu versichern. Welches Vertrauen soll ich künftig Reiseveranstaltern entgegenbringen, die nach einer faktisch betrügerischen Insolvenz am Ende doch weitermachen dürfen, während ihre Kunden um ihr Geld gebracht wurden?

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Frau_Rasenmäher 01.10.2019, 14:09
8.

Zitat von tipsylaird
Der gesetzlich vorgeschriebene Reisepreissicherungsschein verpflichtet den Versicherer, alle vom Endkunden eine Pauschalreise geleisteten Vorauszahlungen in voller Höhe zu erstatten. Der Versicherer, hier offenbar Zurich, kann sich darauf berufen, zu wenig Masse von Thomas Cook zur Verfügung zu haben. Wenn er zuwenig Masse hat, muss er aus eigenen Rücklagen nachlegen, notfalls bis zur eigenen Insolvenz. So ist meines Erachtens die Rechtslage und es ist unredlich, anderes zu behaupten. Ganz abgesehen davon sind die Kundengelder vorrangig.
Nein, die Versicherung leistet das, was vertraglich vereinbart ist. Im vorliegenden Falle bis zu 110 Mio. Euro. Mehr hat Thomas Cook nicht versichert. Das ist aber nicht das Problem der Zürich.

Wenn ein Haus 200.000 EUR Wert ist und es wird für 100.000 EUR versichert, so wird, wenn es abbrennt, 100.000 EUR von der Versicherung gezahlt. Sie wird die fehlenden 100.000 EUR nicht aus ihren eigenen Rückstellungen leisten, die bleiben beim Hauseigentümer hängen.

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darthkai 01.10.2019, 14:11
9.

Können Geschädigte egtl. die Bundesregierung in die Pflicht nehmen, die die entsprechenden EU Regeln, im Sinne der Reisekonzerne, vorsätzlich unzureichend umgesetzt hat? Trotz etlicher Warnungen, dass die maximale Versicherungssumme im Zweifelsfall niemals reichen wird.

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