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Erstattung von Airline-Tickets: Insolvenzverwalter macht Germania-Kunden wenig Hoffnu
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Für die Fluggesellschaft Germania könnte es eine Zukunft geben - doch selbst dann bekommen Kunden ihre Tickets wohl nicht voll erstattet. Was empfiehlt der Insolvenzverwalter?

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laermgegner 05.03.2019, 08:32
1. Die armen Billigkunden

Mich würde mehr interessieren, wie es mit den Mitarbeitern weitergeht, damit sie ihre Familien ernähren können. Viele sind von Air Berlin bei Germania untergekommen und hatten sich gerade vom Schock erholt. Wenn die Zocker um immer Billig Ticket mal Lehrgeld zahlen, wäre das vielleicht auch mal eine Lebenerfahrung, wo billig endet.

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thomas_mariam_sura 05.03.2019, 08:43
2. Insolvenzverwalter sind Unternehmer und arbeiten auf eigene Rechnung

Aus eigener Erfahrung, und der vieler Anderer, weiß ich, dass Insolvenzverwalter kein wirkliches Interesse daran haben geprellten Kunden zu helfen. Ihr Interesse liegt darin möglichst lange mit dem Fall beschäftigt zu sein. Deswegen fangen sie oft Prozesse und Verhandlungen an, die aussichtslos sind. Je länger der Fall um so mehr verdienen sie - und am Ende bekommen sie ihr Geld zuerst!
Sie werden als Retter dargestellt aber in Wahrheit sind sie meist zum größten Teil Blutsauger. Es gibt einen ganz klaren Interessenkonflikt.
Warum der Gesetzgeber so etwas zulässt ist mir bis heute schleierhaft.
Darauf habe ich den Spiegel bereits mehrmals hingewiesen aber nie eine Antwort bekommen.

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andrf1980 05.03.2019, 09:18
3. Von wegen billig

Die ganzen Schlaumeier, die ihre Kommentare über angebliche Billigtickets, sollen erstmal darlegen, woher sie diese Info haben. Die Ticketpreise sind weit entfernt von billig. Ich bin von der Insolvenz als Kunde betroffen und habe mich vor der Buchung bewusst gegen EasyJet, Ryanair etc. entschieden und mehr für die Tickets bezahlt. Bei genannten Airlines hätte ich rund 1/3 weniger bezahlt; habe mich jedoch für Germania entschieden, in der Annahme, dass Qualität eben auch mehr kostet. Ich habe jetzt an Lebenserfahrung dahingehend gewonnen, dass billig weniger Risiko bedeutet, da mehr Kundschaft und dementsprechend solventer.

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markus_wienken 05.03.2019, 09:19
4.

Zitat von laermgegner
Mich würde mehr interessieren, wie es mit den Mitarbeitern weitergeht, damit sie ihre Familien ernähren können. Viele sind von Air Berlin bei Germania untergekommen und hatten sich gerade vom Schock erholt. Wenn die Zocker um immer Billig Ticket mal Lehrgeld zahlen, wäre das vielleicht auch mal eine Lebenerfahrung, wo billig endet.
Die Mitarbeiter suchen sich andere Jobs oder bekommen im schlimmsten Fall Hartz4. Die Ernährung ihrer Familien ist also sichergestellt.
Und der Totalverlust eines Flugtickets ist ärgerlich aber davon geht die Welt nicht unter. Man hätte sich wohl auch mit wenig Geld dagegen versichern können wenn ich die Posts in diversen Vorgängerforen richtig gelesen habe.

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steueragent 05.03.2019, 09:35
5. Ich bin keinesfalls der Lobbiist der Insolvenzverwalter.

Zitat von thomas_mariam_sura
Aus eigener Erfahrung, und der vieler Anderer, weiß ich, dass Insolvenzverwalter kein wirkliches Interesse daran haben geprellten Kunden zu helfen. Ihr Interesse liegt darin möglichst lange mit dem Fall beschäftigt zu sein. Deswegen fangen sie oft Prozesse und Verhandlungen an, die aussichtslos sind. Je länger der Fall um so mehr verdienen sie - und am Ende bekommen sie ihr Geld zuerst! Sie werden als Retter dargestellt aber in Wahrheit sind sie meist zum größten Teil Blutsauger. Es gibt einen ganz klaren Interessenkonflikt. Warum der Gesetzgeber so etwas zulässt ist mir bis heute schleierhaft. Darauf habe ich den Spiegel bereits mehrmals hingewiesen aber nie eine Antwort bekommen.
Aber wenn Sie das alles so schlimm finden, sollten Sie halt auch einen qualifizierten Vorschlag haben, wie man das besser organisieren könnte. Mir fällt da leider nicht viel ein. So eine Insolvenz ist vom Grunde her halt Mist und da braucht es jemand, der das alles geordnet abwickelt.

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Malshandir 05.03.2019, 09:37
6. Aussage ist so nicht richtig

Die Aussage ist so nicht richtig.
Es kommt auch darauf an, in welchem Land gebucht worden ist und wie bezahlt worden sit.
Daneben besteht der Anspruch auf Steuern und Gebühren gegen den Flughafenbetreiber bzw. den Staat.
Weiterhin kommt es auch darauf an, ob der Flugbetrieb fortgeführt wird. Ist dieses der Fall und die Flüge finden noch statt, gilt das Ticket.

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kfp 05.03.2019, 13:24
7.

Zitat von laermgegner
Mich würde mehr interessieren, wie es mit den Mitarbeitern weitergeht, damit sie ihre Familien ernähren können. Viele sind von Air Berlin bei Germania untergekommen und hatten sich gerade vom Schock erholt. Wenn die Zocker um immer Billig Ticket mal Lehrgeld zahlen, wäre das vielleicht auch mal eine Lebenerfahrung, wo billig endet.
Natürlich ist das katastrophal für die betroffenen Mitarbeiter... Aber es gibt sicher auch Kunden, für die es katastrophal ist - z.B. eine Familie, die jahrelang darauf gespart hat, einmal mit 5 Personen eine weitere Flugreise zu unternehmen... Die pauschal als "Zocker um immer Billig Ticket" abtuzun, ist ziemlich kaltschnäuzig und zeigt wohl auch, dass man selbst in ziemlich luxuriösen Umständen lebt. Denn viele Menschen können nicht wirklich wählen, ob sie mehr bezahlen wollen - das Geld normaler Menschen geht für die Wuchermieten der "richtigen" Zocker (Immobilien-Investoren) drauf...

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Spiegelleser 04/59 05.03.2019, 15:30
8. Schon sit langer Zeit..

..gibt es eine Diskussion darüber, ob Airlines verpflichtet werden können, eine Insolvenzschutzversicherung abzuschließen. In meiner knapp 50-jährigen Tätigkeit als Reiseverkehrskaufmann gab es immer wieder Diskussionen anläßlich der Pleiten von Braniff, TWA, PanAm, Panair do Brasil und wie sie sonst noch alle heißen.
Trotz diverser Interventionen haben sich weder die Bundesregierungen noch die EU dazu durchringen können, allen Airlines die Verpflichtung zu einem Konkursausfallschutz vorzuschreiben. Maßgebliches Argument war immer wieder die Konkurrenzfähigkeit gegenüber anderen Fluggesellschaften, die -aus welchem Grund auch immer- nicht dazu gezwungen werden könnten.
Hätte sich mal irgendein Verkehrs-, Wirtschafts- oder Justizminister dazu durchringen können und eine entsprechnede Inititative ergriffen, wäre dieser Thema seit mind. 40 Jahren erledigt. Daher die Forderung: alle EU-Airlines und die die Länder der EU anfliegenden Gesellschaften werden aufgefordert, en tsprechende Dokumente vorzulegen, ansonsten erlischt die Landeerlaubnis für die gesamte Europäische Gemeinschaft.

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moev 05.03.2019, 19:48
9.

Zitat von Spiegelleser 04/59
..gibt es eine Diskussion darüber, ob Airlines verpflichtet werden können, eine Insolvenzschutzversicherung abzuschließen. In meiner knapp 50-jährigen Tätigkeit als Reiseverkehrskaufmann gab es immer wieder Diskussionen anläßlich der Pleiten von Braniff, TWA, PanAm, Panair do Brasil und wie sie sonst noch alle heißen. Trotz diverser Interventionen haben sich weder die Bundesregierungen noch die EU dazu durchringen können, allen Airlines die Verpflichtung zu einem Konkursausfallschutz vorzuschreiben. Maßgebliches Argument war immer wieder die Konkurrenzfähigkeit gegenüber anderen Fluggesellschaften, die -aus welchem Grund auch immer- nicht dazu gezwungen werden könnten. Hätte sich mal irgendein Verkehrs-, Wirtschafts- oder Justizminister dazu durchringen können und eine entsprechnede Inititative ergriffen, wäre dieser Thema seit mind. 40 Jahren erledigt. Daher die Forderung: alle EU-Airlines und die die Länder der EU anfliegenden Gesellschaften werden aufgefordert, en tsprechende Dokumente vorzulegen, ansonsten erlischt die Landeerlaubnis für die gesamte Europäische Gemeinschaft.
Und wozu sollte das dienen? Wieso dann nur die Airlines? Wenn das Möbelhaus oder Küchenstudio in Insolvenz geht können schnell noch viel größere Summen dahin sein. Wieso also nicht die auch zwangsversichern?

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