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Everest-Besteiger Peter Habeler: Auf allen Vieren zum Gipfel
Archiv P. Habeler / Tyrolia-Verlag

Mit Reinhold Messner bestieg Peter Habeler vor 40 Jahren erstmals den Mount Everest ohne Sauerstoffgerät. Hier erzählt er, wie sich das Bergsteigen seitdem verändert hat - nicht zum Guten.

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ackermart 08.05.2018, 09:56
10. Krakauer schrieb von einem Schweden...

, der im selben oder dem Jahr vor den tragischen Ereibgisse um Rob Hall mit dem Fahrrad angereist ebenfalls ohne Sauerstoff und dazu absolut allein den höchsten Gipfel erstieg, um alsdann - bis heute namenlos - wieder heim zu radeln vor dem so namenlosen Schrecken danach später. Für mich ist das der wahre Held, falls er keine Wandersage ist die man sich beim Wandern so zusagen nur gern erzählt - beim Aufzählen von Helden.

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Papazaca 08.05.2018, 10:01
11. Pioniere, Ego und die Natur

Lange war ich vom Bergsteigen und seinen "Helden" fasziniert. Bis ich auf einer Patagonienreise im Basecamp des Fitz Roy zeltete. Der halbe Wald war abgeholzt (Feuerholz), es lagen jede Menge leere
Weinflaschen und Glassplitter rum, ebenso wie anderer Müll.

Die Gespräche drehten sich auch nur um den Gipfel, das beste Zeitfenster, die Gefahren und wer der beste Kletterer sei (für viele war Messner übrigens eher desrespektierlich ein "Wanderer", schon lange aus der Zeit gefallen und out).

Dieses Schlüsselerlebnis machte mir klar, das viele Bergsteiger nicht unbedingt an der Bewahrung der Natur interessiert sind, sondern das in erster Linie das Ego zählt. Das kann und will ich Haberer nicht unterstellen. Bergsteiger wie Hagerer und Messner sind wahrscheinlich selbst von dieser Entwicklung überrollt worden. Aber sie sind Teil davon, daran ändern auch kritische Interviews nichts.

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Wiedereinaussteiger 08.05.2018, 10:02
12. Die Leute, die als Touries 35.000 bis 130.000 Euro (MaxOx) zahlen, ...

... um einmal im Leben auf dem Everest zu stehen, mit einer Chance 1:6, dass sie es schaffen, egal ob..., aber die Kohle ist weg.., und mit einer Chance 1:12, dass sie es nicht überleben, die sind einfach nur irre.

Denen fehlt der Respekt vor der Natur, vor der Physik, und auch vor ihrem eigenen Geld. Das sie kaum je mit ordentlicher Arbeit verdient haben werden, sonst würden sie es nicht so dermaßen irre raushauen.

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norgejenta 08.05.2018, 10:06
13. der Argumentation kann ..

ich nicht ganz folgen. Genauso gut kann man sagen, hätte Kolumbus nicht den Atlantik überquert, hätten wir jetzt weniger Verkehr auf dem Atlantik. Der Berg war und ist da und damit war es eine Frage der Zeit bis er bestiegen worden ist. Das selbe am Nordpol und am Südpol. Nur sind die halt noch abgelegender als der Himalaya und noch bisl kälter und halt weniger reputativ mangels Bergen. (Außer in der Antarktis). Das selbe erlebt man am Mont Blanc. Die Leute die Geld haben kaufen sich halt den Berg. Sehen ansonsten an 360 Tagen im Jahr nie einen Berg der höher als 500 Meter ist. Mit Alpinismus hat das nichts zu tun. Das Matterhorn mit der Hörnlihütte ist ja auch so ein Fall.... Die Bergführer verdienen halt damit ihr Geld und man darf vielleicht auch nicht vergessen, dass in den abgelegenen Gebieten des Pamir oder Himalaya damit auch viele Familien sich und ihresgleichen ernähren.

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agricolus 08.05.2018, 10:07
14.

Zitat von gronek
...wenn er als frischgebackener Vater 3 Monate auf einem Berg herumklettert und sein Leben riskiert, ist wohl offensichtlich. Was mir aber überhaupt nicht klar ist: woher nimmt man die Kohle, um das zu finanzieren und gleichzeitig Frau und Kind zu versorgen (für den Rest des Lebens, falls man stirbt oder bleibende Schäden davonträgt und gepflegt werden muss)? Das geht doch wohl nur, wenn man von Hause aus wohlhabend ist, oder? Und dann frag ich mich, ist man ein Held oder ein vom Ehrgeiz zerfressener Narzisst? Trotzdem Hut ab vor der Leistung!
Messner und Habeler waren nicht von Haus aus wohlhabend, im Gegenteil. Die notwendigen Gelder haben sie sich von Sponsoren eingeworben, vor der Expedition. Wie Habeler im Interview erwähnte, Helden waren sie keine. Aber Enthusiasten. Ganz im Gegenteil zu der Masse der heutigen Everest-Touris.

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Cascara LF 08.05.2018, 10:07
15. Bild 15 ist so nicht ganz richtig.

Die dutzenden Menschen, die auf besagtem Foto den Berg hochklettern, tun dies offensichtlich nicht wirklich. Am rechten Rand sind Zelte zu sehen, die dann ebenfalls in einer 45° Lage am Hang und unterhalb von Schneeüberhängen aufgestellt sein müssten - erstes nicht ohne Schieflage des Zeltes in seiner Form möglich, zweites extrem dumm und riskant.
Es ist schon interessant zu beobachten wie sich dieses Foto auch noch nach Jahren, und oftmals schon in diesem Winkel als verfälscht herausgestellt, immer noch und immer wieder als spektakuläres Detail zum Massentourismus am ME gebrauchen lässt. Entweder es wird ungeprüft übernommen oder aber vorsätzlich missbraucht - entscheidet euch.

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freeride4ever 08.05.2018, 10:16
16.

Zitat von timo769-wanderer
Tolle Leistung von Peter Habeler und Reinhold Messmer. Aber muss man das wirklich mit einem manipulierten Foto illustrieren? Im Bild mit der Menschenschlange läuft selbige spektakulär steil den Berg hinauf. Dumm nur, dass das Zeltlager nach der 45-Grad-Drehung des Bildes ebenfalls fast senkrecht am Berg hängt. Drehen Sie das Foto 45 Grad gegen den Uhrzeigersinn, dann stimmt es wieder. Ist aber nicht mehr so spektakulär...
Das Bild ist so absolut korrekt. Die Story hinter dem Bild Könnens ie hier nachlesen: https://www.outsideonline.com/1915676/photo-captured-2012-climbing-season

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Cascara LF 08.05.2018, 10:17
17.

Zitat von NorbertRick
Wäre Messner nicht jahre- oder jahrzehntelang durch TV-Shows getingelt und hätte seine Bücher und Vorträge vermarktet, sähe es heute auf dem Everest vielleicht auch anders aus.
Das mag zutreffen, unterschätzen Sie aber nicht die Neugier und den Willen des Menschen im Allgemeinen, etwas Ausserordentliches zu erleben und Grenzen zu erweitern. Auch ein Tenzing Norgay und ein Edmund Hillary haben unfreiwillig dazu beigetragen - es war nur eine Frage der Zeit, wann der erste Mensch da oben steht. Dass ihm andere folgen würden, ist wiederum nur allzu menschlich.

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krismopompas 08.05.2018, 10:28
18. @ackermart

Göran Kropp hieß der Mann und ist keine Wandersage.
https://www.amazon.de/Allein-auf-den-Everest-Solo-Expedition/dp/3442150191/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1525768003&sr=8-1&keywords=Göran+Kropp
Leider ist er dann ein paar Jahre später tödlich in den USA verunglückt.

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agricolus 08.05.2018, 10:28
19.

Zitat von timo769-wanderer
Tolle Leistung von Peter Habeler und Reinhold Messmer. Aber muss man das wirklich mit einem manipulierten Foto illustrieren? Im Bild mit der Menschenschlange läuft selbige spektakulär steil den Berg hinauf. Dumm nur, dass das Zeltlager nach der......
Das Foto ist mitnichten manipuliert. Wenn mich nicht alles täuscht, zeigt es das Camp mitten in der Lhotse-Flanke. Die ist so steil. Um aber jeglichen Zweifel auszuräumen, setzen Sie sich doch bitte mit dem Urheber des Fotos in Verbindung. Der Name steht unter dem Foto.

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