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Fahren oder Flanieren: Paris streitet über die Seine-Meile
AFP

Paris soll eine weitere romantische Uferpromenade im Herzen der Stadt bekommen. Das ist ein Traum für Stadtbewohner und Touristen, für andere aber ein Albtraum: Sie fürchten den völligen Verkehrskollaps.

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wll 06.09.2016, 12:11
1. .

"Das Entscheidende ist, den Verkehrsfluss in Paris sicherzustellen und Staus zu vermeiden".

Ich würde eher sagen das Entscheidende ist, die Lebensqualität in Paris sicherzustellen. Dazu gehört es nun einmal auch, eine vernünftige Luftqualität sicherzustellen und Freiräume für die Menschen zu schaffen. Warum sollen sich die Anwohner dort immer dem Straßenverkehr unterordnen? Für die Binnenpendler gibt es den ÖPNV und die Einpendler haben überhaupt nichts zu melden. Die Pariser sind ja schließlich nicht deren Leibeigene oder Lakaien...

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matthias089 06.09.2016, 12:30
2. ÖPNV ist Mobilität

Die Metro 1 in Paris befördert täglich 715'000 Personen, da wird es sicher keinen Kollaps geben wenn nur 43'000 Autos mehr oder weniger die Strassen verstopfen.

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MathiasF 06.09.2016, 14:27
3. Straßen erschaffen Verkehr

Gäbe es die Rennstrecke am Seine-Ufer nicht, wären weniger Leute mit dem Auto unterwegs - Straßen schaffen Verkehr, das war schon immer so, und wird sich auch nicht ändern. Wenn man den Verkehr reduzieren möchte, dann hilft nur eins: Straßen sperren oder verengen.
Die meisten Menschen gehen den Punkt Transport relativ ökonomisch an - genommen wird das Transportmittel, daß einen am schnellsten und bequemsten ans Ziel führt. Und wenn man mit dem Auto dauernd im Stau steht, werden die Alternativen interessanter - was den Verkehr reduziert, Schadstoffe und Lärm verringert, und die Lebensqualität in der Stadt steigert.

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spontanistin 06.09.2016, 15:05
4. Mensch oder Giftschleudern?

Wurde die (Innen-) Stadt nicht ursprünglich für (arbeitende) Menschen/ Lebewesen konzipiert - und nicht für selbstverliebte Poser und Raser oder bewegungsfaule Couch-Potatoes? Es gibt heute viele intelligent alternative Mobilitäts- und Logistikkonzepte, die ohne ohnehin nur Innenstädte verstopfende PKWs und Transporter funktionieren.

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satissa 06.09.2016, 15:30
5. Von Düsseldorf lernen

Die Uferstraße braucht nur überdeckelt zu werden wie in Ddorf mit dem Rheintunnel vorgemacht. Da die Uferstraßen fasst auf Wasserhöhe liegen, die Gebäude aber mehr als 5m höher kann so etwas leicht umgesetzt werden

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3770 06.09.2016, 16:13
6. Wenig erstaunlich....

...wie der Tenor schon der ersten Kommentare hier ausfällt. Mag ja sein, dass die Stadt mal für die Menschen konzipiert wurde, die dort leben, wo sie auch arbeiten. Aber das war zu einer Zeit, als sich Pferdefuhrwerke durch enge Gassen ohne Kanalisation bewegt haben und noch nicht der weitaus größte Teil der Gebäude im Zentrum Büroflächen waren. Die wenigen dort verbliebenen Wohnungen kann sich kaum noch jemand leisten - übrigens nicht nur in Paris, das kennen wir von unseren Großstädten doch auch, wenn auch nicht ganz so irre wie in Paris oder London. Die wenigen dort noch wohnenden Privilegierten wünschen sich natürlich eine autofreie Idylle vor Ihrer Tür - und die Malocher, die mit ihren Jobs kaum genug für die immer noch hohen Mieten in den banlieus verdienen, dürfen sich dann in einer Metro drängeln, die nur ein Tourist pittoresk finden kann.

Wie wär's denn mal damit, wieder ein vernünftiges Verhältnis von Gewerbe- zu Wohnflächen in den Städten herzustellen? Eines, das es tatsächlich ermöglicht, lebenswert und erschwinglich nahe seiner Arbeitsstelle zu wohnen? Statt immer mehr Leute in die Peripherie zu drängen und dann in einen unterfinanzierten, dreckigen und unzuverlässigen ÖPNV zu zwingen, indem man den Individualverkehr immer weiter gängelt und einschränkt?

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DerNachfrager 06.09.2016, 17:35
7. Wer noch nie in Paris war hat keine Ahnung: Die wenigsten Autos sind hier

....denn wer es sich leisten kann tut sich den Verkehr nicht an. Wer in Paris mit dem Auto fährt tut das weil er es muss - bei Arbeitswegen von über zwei Stunden einfach, die die meisten kommentierenden Chlorophylfetischisten hier garantiert niemals auf sich nehmen würden. Wer in Paris fährt ist im Zweifelsfall eine arme Sau. Und von wegen "ÖPNV"....zur Hauptverkehrszeit in der Metro könnten die Besserwisser so eine Zeile nicht mal auf ihrem Smartphone tippen - es ist schlicht zu voll.

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MathiasF 06.09.2016, 17:48
8. Ohne Einschränkung keine Änderung...

Zitat von 3770
...wie der Tenor schon der ersten Kommentare hier ausfällt. Mag ja sein, dass die Stadt mal für die Menschen konzipiert wurde, die dort leben, wo sie auch arbeiten. Aber das war zu einer Zeit, als sich Pferdefuhrwerke durch enge Gassen ohne Kanalisation bewegt haben und noch nicht der weitaus größte Teil der Gebäude im Zentrum Büroflächen waren. Die wenigen dort verbliebenen Wohnungen kann sich kaum noch jemand leisten - übrigens nicht nur in Paris, das kennen wir von unseren Großstädten doch auch, wenn auch nicht ganz so irre wie in Paris oder London. Die wenigen dort noch wohnenden Privilegierten wünschen sich natürlich eine autofreie Idylle vor Ihrer Tür - und die Malocher, die mit ihren Jobs kaum genug für die immer noch hohen Mieten in den banlieus verdienen, dürfen sich dann in einer Metro drängeln, die nur ein Tourist pittoresk finden kann. Wie wär's denn mal damit, wieder ein vernünftiges Verhältnis von Gewerbe- zu Wohnflächen in den Städten herzustellen? Eines, das es tatsächlich ermöglicht, lebenswert und erschwinglich nahe seiner Arbeitsstelle zu wohnen? Statt immer mehr Leute in die Peripherie zu drängen und dann in einen unterfinanzierten, dreckigen und unzuverlässigen ÖPNV zu zwingen, indem man den Individualverkehr immer weiter gängelt und einschränkt?
Die Malocher aus den Banlieus fahren sowieso mit der Metro, weil das Auto viel zu teuer ist.
Der Verkehr wird von den Vorstadt-Pendlern erzeugt, die draußen im Grünen wohnen wollen, aber in der Stadt arbeiten. Das sei ihnen auch gegönnt - aber nicht auf dem Rücken der Stadtbewohner. Es gibt keinen Anspruch darauf, mit dem eigenen Auto ohne Einschränkung fahren zu können. Autos sind nunmal die ineffektivste Form der Personenbeförderung - maximaler Platzverbrauch bei minimalen Nutzen. Deswegen ist es IMMER im Sinne der Allgemeinheit, den Platz für Autos einzuschränken - der Nutzen für viele ist in der Summe immer größer als die Einschränkung einzelner.
Natürlich ist das schmerzhaft - aber ohne Schmerzen geht es nicht, denn von alleine tut sich nichts. Und wenn eine Konsequenz der Schmerzen ist, daß das Arbeiten wieder näher an das Wohnen heranrückt, dann ist auch das ein großer Gewinn für die gesamte Gesellschaft. Aber dieses Ziel kann nicht erreicht werden, wenn man den Autoverkehr weiter wie bisher zuviel Platz einräumt.

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fahrgast07 06.09.2016, 18:08
9. In der Stadt sind Autos nur ein Problem.

Das Auto ist auf dem Land eine tolle Sache. Aber in der Pariser Innenstadt? Da nimmt man die Metro oder geht zu Fuß. Es ist eine winzige Minderheit, die dort mit ihren Autos die Stadt verstopft und die Luft verdreckt - normale Pendler sind das nicht. Schmeißt die Autos raus, und alle haben mehr Platz und Lebensfreude.

Ich wünsche Hidalgo viel Erfolg, hoffentlich macht ihre Politik auch in deutschen Grßstädten Schule!

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