Forum: Reise
Familienbergtour bei Saas-Fee: Unser erster Viertausender
C. Schrahe/ SRT

Einen Viertausender mit dem zwölfjährigen Sohn erklimmen? Die Tour auf das Allalinhorn bei Saas-Fee scheint zunächst ein Kinderspiel. Doch dann kommt alles anders.

Seite 2 von 4
ChristianPenning 31.07.2019, 11:53
10. Schade ...

Mit seriösem Alpin- und Bergjournalismus hat dieser Artikel wenig zu tun. Es scheint, als wurde da ein nichtssagender Erlebnisbericht veröffentlicht, mit dem sich der Autor mit Unterstützung des Tourismusverbandes einen Teil seines Urlaubs kostengünstig gestaltet hat. Schade, ... denn Texte dieses Kalibers sind nicht gerade dazu geeignet, die Glaubwürdigkeit des Journalismus zu unterstreichen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jetbundle 31.07.2019, 12:03
11. Typisch

Na toll, mit Seilbahn und Bergführer absolut unerfahren auf den "leichtesten" 4000er. Also eigentlich mit der Seilbahn auf den 4000er und die letzten 500hm auf dem flachen Gletscher zu Fuß gegangen. Das wichtigste ist, dass man sich mit einem 4000er brüsten kann. Statt Akklimatisierung schleift man den Nachwuchs mit Höhenkrankheitssymptomen eben weiter. Gletscherkurs braucht man auch nicht, denn man ist ja angeseilt, und es ist ja "nur" der Kleine, dank absolutem Unwissen, gestürzt. Nur zur Info: Am ebenfalls "leichten" Lagginhorn gegenüber auf der anderen Seite des Tals (Titel auf Hikr: "Wander-4000er") ist vor einigen Jahren eine Familie, ebenfalls nicht akklimatisiert, tödlich abgestürzt, vermutlich Mitreissunfall. Diese Touristen sind ein Grund das eigentlich sehr schöne Saastal und die "einfachen 4000er" der Alpen zu meiden. Und sie füllen das Arbeitspensum der Rega bzw. Air Zermatt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jetbundle 31.07.2019, 12:08
12.

Zitat von jobi_oro
Eine leichtfertige Berichterstattung kann dazu führen, dass sich immer mehr unerfahrene Urlauber mit der im Fachhandel jüngst erworbenen Vollausstattung und dem Halbwissen aus dem Outdoormagazin alpinen Gefahren aussetzen.
Naja, also mit etwas Recherche, Eigenverantwortung und Übung ist man sicherlich besser unterwegs als diese Familie. Auf 3500m mit der Seilbahn und die letzten 500m zu Fuß, echt toll. An Akklimatisierung hat man natürlich nicht gedacht, auch nicht daran, dem Kleinen vielleicht vorher auf einem sicheren Schneefeld das Gehen mit Steigeisen und Verhalten auf dem Gletscher beizubringen. Und daran, umzukehren als der Kleine Höhenkrankheitssymptome zeigt denkt man natürlich auch nicht. Man hat ja den Bergführer und das Handy um die Air Zermatt zu rufen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jetbundle 31.07.2019, 12:13
13.

Zitat von tonhalle
Wer kommt bitte auf die Idee mit einem kranken Kind auf 4.000m zu gehen? Wer beschreibt den Erschöpfungszustand eines in 4.000m Höhe als unproblematisch? ... Dazu kann ich noch ergänzen, dass ich den eigenen Sturz am Seil eher als Abenteuer in Erinnerung habe.
Jemand der keine Ahnung hat wie gefährlich schon allein die Erschöpfung durch die dünne Luft ist, und wie schnell sich eine Höhenkrankheit aufbauen kann. Und für den Jungen ist der Sturz in's Seil ein Abenteuer. Objektiv ist es gefährlich, denn zum Einen kann bei jedem Sturz in's Seil was passieren und zum Anderen zeigt es dass die Gruppe nicht sicher unterwegs war.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
amay 31.07.2019, 12:20
14.

Vorige Woche war ich auch mit meinem 11-jährigen Sohn auf dem Allalinhorn, am nächsten Tag auf der Weißmies und drei Tage auf dem Mont Blanc (Gipfel um 06:45). Es hat ihm sehr gut gefallen, er steht gerne auf dem Gipfel und ist stolz darauf. Ich bin selbständiger Bergsteiger, daher ohne Bergführer.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jetbundle 31.07.2019, 13:23
15.

Zitat von Macx
Ich möchte die Tour - gerade unter den genannten Umständen - auch als eher fragwürdig werten....
Sehe ich auch so (leider wurde mein Kommentar bisher nicht veröffentlicht). Der Artikel ist ein 1A Beispiel für den mühelos-leichtsinn-GroPro Tourismus in den Alpen. Warten bis der kleine gesund ist, und dann auf ein paar vernünftige Wanderungen gehen, in T3 und sicherem Terrain Erfahrungen sammeln, dann sichere Ier Kraxeleien oder erste ausgesetzte Stellen im Bereich T4 und dann die Hochtourenerfahrung bei bringen und vielleicht mit 16, wenn verantwortungsvoll und erfahren genug, auf einen "echten" 4000er (ohne Seilbahn bis 500m unter den Gipfel). Aber dann hat man ja nicht das Instantan-Ergebnis um auf Facebook das Gipfelfoto mit der Zahl 4000 zu posten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
R--S 31.07.2019, 13:31
16. Alles ok

Liebe MitbürgerInnen,
gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen. Die beschriebene Tour ist einfach, kurz und weitgehend flach. Die kann man wirklich mit Kindern machen. Außerdem gibt es Bergführer, die ihren nicht so erfahrenen Kunden aus dem großen Kanton da gerne hinauf helfen.
Nur so am Rande: In der Schweiz gibt es ganz andere (länger, schwerer, gefährlicher) Touren, die in den Führern für Kinder ab 12 empfohlen werden. Die Schweizer Kinder machen und schaffen das auch ganz ohne Bergführer.
Wo sollte denn übrigens der Bergführernachwuchs herkommen? Wenn man mit 18 schon ein fertiger Bergsteiger sein will, der in die Bergführerausbildung kann, dann muss man halt auch rechtzeitig anfangen. Spätestens mit 15 macht man dann die Hochtouren selbständig. Da kann man mit 12 durchaus so einen Wandergipfel machen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
oschn 31.07.2019, 13:53
17.

Zitat von R--S
Liebe MitbürgerInnen, gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen. Die beschriebene Tour ist einfach, kurz und weitgehend flach. Die kann man wirklich mit Kindern machen. Außerdem gibt es Bergführer, die ihren nicht so erfahrenen Kunden aus dem großen Kanton da gerne hinauf helfen. Nur so am Rande: In der Schweiz gibt es ganz andere (länger, schwerer, gefährlicher) Touren, die in den Führern für Kinder ab 12 empfohlen werden. Die Schweizer Kinder machen und schaffen das auch ganz ohne Bergführer. Wo sollte denn übrigens der Bergführernachwuchs herkommen? Wenn man mit 18 schon ein fertiger Bergsteiger sein will, der in die Bergführerausbildung kann, dann muss man halt auch rechtzeitig anfangen. Spätestens mit 15 macht man dann die Hochtouren selbständig. Da kann man mit 12 durchaus so einen Wandergipfel machen.
Na, für einen einfachen 4000er hätte ich eher das Bishorn empfohlen. Das "gehen" viele auch ohne Steigeisen - warum auch immer, denn Schneefeld/Gletscher ohne Steigeisen ist einfach nur mühsam. Das Alter finde ich auch nicht das Problem, aber das erste mal auf ~3500 die Steigeisen kennenlernen, finde ich schon mehr als kritisch, auch mit Bergführer (ja, die ziehen auch noch viel Verrücktere gegen Geld auf so manchen anderen Gipfel). Aber ich verstehe schon, warum es das Allalinhorn sein musste: Saas-Fee hat halt ein viel grösseres Interesse an Vermarktung und vermutlich Werbebudget, als Zinal.

@11 jetbundle: Das Lagginhorn ist zwar (auf der Normalroute) technisch tatsächlich relativ einfach, aber gerade das Gipfelschneefeld verzeiht eben nur sehr kleine Fehler, ist wesentlich steiler, und man hat schon eine ganze Menge Höhenmeter in den Beinen. Definitiv kein Wander-4000er.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jetbundle 31.07.2019, 14:57
18.

Zitat von oschn
Das Alter finde ich auch nicht das Problem, aber das erste mal auf ~3500 die Steigeisen kennenlernen, finde ich schon mehr als kritisch, auch mit Bergführer (ja, die ziehen auch noch viel Verrücktere gegen Geld auf so manchen anderen Gipfel). Aber ich verstehe schon, warum es das Allalinhorn sein musste: Saas-Fee hat halt ein viel grösseres Interesse an Vermarktung und vermutlich Werbebudget, als Zinal. @11 jetbundle: Das Lagginhorn ist zwar (auf der Normalroute) technisch tatsächlich relativ einfach, aber gerade das Gipfelschneefeld verzeiht eben nur sehr kleine Fehler, ist wesentlich steiler, und man hat schon eine ganze Menge Höhenmeter in den Beinen. Definitiv kein Wander-4000er.
Ganz meine Ansicht. Vor 2 Jahren hatte ich gesehen wie ein Vater seiner vielleicht 10-jährigen Tochter das Steigeisengehen und Kraxeln am Fuß der Nordflanke vom Bristen bei brachte. Da war ich echt neidisch, hätte ich auch gener als Kind gehabt. Haber wier wurde der unerfahren Jüngling aber kank und höhenkrank auf den 4000er geschleift.

Und beim Lagginhorn bin ich auch Ihrer Ansicht und ich kritisiere es immer wieder, wenn sich die besonders coolen erfahrenen Bergsteiger online mit "ist ja so schnell und so einfach" brüsten. Beim Lagginhorn gab es ein echtes Wettrennen, wer den Berg denn nun als Erster als vermeindlich T4 beschreibt. Auch im Spätsommer wenn des Schneefeld weg getaut ist ist der Grat eine ziemlich lange Kraxelei die für Unerfahrene (die unter T4 ausgesetze, teils gesicherte Wege mit kurzen Ier Stellen verstehen) nicht zu unterschätzen ist und das Schneefeld wurde offenbar den Bergsteigern zum Verhängnis.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bpauli 31.07.2019, 14:58
19. Gipfeltreppe

Als ich auf einem Foto die breite Gipfeltreppe sah und die Schlange dahinter, musste ich unweigerlich daran denken, wie in der Sendung "Verstehen Sie Spass" Reinhold Messmer als Bergführer mit Kundin unterwegs unterhalb vom Matterhorn Gipfel ein Kiosk präsentiert wurde, der unter anderem auch seine Bücher verkaufte. Reinhold Messmer hielt den Kiosk für "echt" und regte sich über die Kommerzialisierung der Berge so richtig schön auf und insbesondere den Verkauf seiner Bücher unterhalb des Gipfels.
https://www.youtube.com/watch?v=mPoWbok1O7g

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 4