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Familienbergtour bei Saas-Fee: Unser erster Viertausender
C. Schrahe/ SRT

Einen Viertausender mit dem zwölfjährigen Sohn erklimmen? Die Tour auf das Allalinhorn bei Saas-Fee scheint zunächst ein Kinderspiel. Doch dann kommt alles anders.

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ancoats 31.07.2019, 15:08
20.

Gute Güte - man kann es mit der Bedenkenträgerei auch übertreiben... Richtig ist, dass alpine Rettungsdienste jedes Jahr aufs Neue verzweifeln, ob der vielen unerfahrenen Schwachköpfe, die sie unter Mühen dann aus dem Berg klauben müssen. Mein persönliches Highlight in der Schweiz: ein mittelaltes Ehepaar - sie mit modischen Sandälchen beschuht, er ebenfalls mit Sandalen, außerdem mit kurzen Hosen und zudem mit veritablem Bierbauch - welches kreidebleich und zu Schreck erstarrt auf einem steilen Schotterhang in knapp 3.000 m Höhe festsaßen - sie waren per Seilbahn rauf und hatten danach die verwegene Idee, nicht nur zu Fuß wieder runtersteigen zu wollen, sondern den Abstiegsweg auch noch "abzukürzen"... Wurde ein teurer Spaß für die beiden.
Diese Familie jedoch war gut ausgerüstet mit einem Jungen unterwegs, der schon vor Jahren problemlos 3.000er bestiegen hat (also physisch geeignet und motorisch nicht ganz verblödet ist), dazu mit Bergführer und an einem eher anspruchsloser Berg. Und "gezwungen" von seinen ehrgeizigen Eltern wurde er offensichtlich auch nicht, jedenfalls gibt der Text diese Interpretation nur bei allergrößter Fantasie her. Ja, er hatte ein bisschen Probleme mit Steigeisen, und ja, er ist gestolpert - aber das alles passierte in einem hinreichend sicheren Kontext. Wie ein anderer Forist schon bemerkte: es gibt in der Schweiz und sonst wo in den Alpen jede Menge Kinder diesen Alters, die auf solche Touren gehen. An dieser netten Erlebnsigeschichte ist nun wirklich nichts Wesentliches zu problematisieren.

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jetbundle 31.07.2019, 15:09
21.

Zitat von R--S
Liebe MitbürgerInnen, gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen. ....
Hier ging es aber nicht um Eltern die ihren Kindern frühzeitig das Bergsteigen beibringen, sondern um Touristen die ihren unerfahrenen, angeschlagenen Sohn mit GoPro, Bergführer und Seilbahn auf den 4000er geschleift hatten.

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caronaborealis 31.07.2019, 16:16
22. Bergsteigen ist schön - auch für Kinder

Ich verstehe die vielen negativen Kommentare nicht. Ich finde es hervorragend, dass sich diese Leute als Familie auf den Weg gemacht haben und den Gipfel geschafft haben. Ich gehe davon aus, dass diese Kommentare des Nichtwissens geschuldet sind, denn für Schweizer ist das eher eine Selbstverständlichkeit. Ich selber habe 26 Viertausender in der Schweiz bestiegen, dazu einige Fünftausender in anderen Teilen der Welt und ich habe jede Sekunde genossen, welche ich in den Bergen verbracht habe.

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dont_think 31.07.2019, 16:43
23.

wirklich interessant. besonders die handzahme Murmeltiere. auf der lhasa-bahn in China kommt man mit dem zug um einiges höher - und hat einen Arzt und Sauerstoffmasken dabei. man kann aufs Klo, essen und Videos von handzahmen Kobras von marokkanischen Schlangenbeschwörern gucken.

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oschn 31.07.2019, 18:23
24.

Zitat von jetbundle
Und beim Lagginhorn bin ich auch Ihrer Ansicht und ich kritisiere es immer wieder, wenn sich die besonders coolen erfahrenen Bergsteiger online mit "ist ja so schnell und so einfach" brüsten. Beim Lagginhorn gab es ein echtes Wettrennen, wer den Berg denn nun als Erster als vermeindlich T4 beschreibt. Auch im Spätsommer wenn des Schneefeld weg getaut ist ist der Grat eine ziemlich lange Kraxelei die für Unerfahrene (die unter T4 ausgesetze, teils gesicherte Wege mit kurzen Ier Stellen verstehen) nicht zu unterschätzen ist und das Schneefeld wurde offenbar den Bergsteigern zum Verhängnis.
Das Lagginhorn ist schon irgendwo an der Grenze T4/T5 anzusiedeln. Aber eher T5 als T4, v.a. wenn die Bedingungen nicht ganz optimal sind. Das Gipfelschneefeld sind wir auch lieber ohne Seil gegangen: wenn einer rutscht, dann triffts nur ihn. Sturz abfangen halte ich da für nahezu unmöglich. Lieber ein Materialdepot unter dem Schneefeld und sich über das gesparte Gewicht beim letzten Anstieg freuen. Das Wettrennen sollen andere unter sich machen. Beim Abstieg hab ich mich dann trotzdem verstiegen (auch weil so viel los war) und musste auf einmal recht exponiert klettern. Das ist mir bis heute eine Lehre.

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Der Yogi 31.07.2019, 18:25
25. Mein schönstes Ferienerlebnis,

als SPON Artikel - vom Tourismusbüro bezahlter Journalismus auf Grundschulniveau. Peinlich, peinlich...

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oschn 31.07.2019, 18:30
26.

Zitat von ancoats
Gute Güte - man kann es mit der Bedenkenträgerei auch übertreiben... Richtig ist, dass alpine Rettungsdienste jedes Jahr aufs Neue verzweifeln, ob der vielen unerfahrenen Schwachköpfe, die sie unter Mühen dann aus dem Berg klauben müssen. Mein persönliches Highlight in der Schweiz: ein mittelaltes Ehepaar - sie mit modischen Sandälchen beschuht, er ebenfalls mit Sandalen, außerdem mit kurzen Hosen und zudem mit veritablem Bierbauch - welches kreidebleich und zu Schreck erstarrt auf einem steilen Schotterhang in knapp 3.000 m Höhe festsaßen - sie waren per Seilbahn rauf und hatten danach die verwegene Idee, nicht nur zu Fuß wieder runtersteigen zu wollen, sondern den Abstiegsweg auch noch "abzukürzen"... Wurde ein teurer Spaß für die beiden. Diese Familie jedoch war gut ausgerüstet mit einem Jungen unterwegs, der schon vor Jahren problemlos 3.000er bestiegen hat (also physisch geeignet und motorisch nicht ganz verblödet ist), dazu mit Bergführer und an einem eher anspruchsloser Berg. Und "gezwungen" von seinen ehrgeizigen Eltern wurde er offensichtlich auch nicht, jedenfalls gibt der Text diese Interpretation nur bei allergrößter Fantasie her. Ja, er hatte ein bisschen Probleme mit Steigeisen, und ja, er ist gestolpert - aber das alles passierte in einem hinreichend sicheren Kontext. Wie ein anderer Forist schon bemerkte: es gibt in der Schweiz und sonst wo in den Alpen jede Menge Kinder diesen Alters, die auf solche Touren gehen. An dieser netten Erlebnsigeschichte ist nun wirklich nichts Wesentliches zu problematisieren.
Kann man, finde ich hier aber nicht. Ich bin ja eher der Berg-Punk und sehe alles nicht so eng. Wenn du auf mehr so lustige Geschichten stehst, solltest du beim nächsten Besuch der Fründenhütte mal dort das Buch der ehemaligen Hüttenwirtin Sylvia Loretan lesen. Gute Lektüre. Unvergessen die Geschichte, wo "sie" abgestürzt war, großes Gejammere. Es war zum Glück nur der Dackel, und unversehrt dazu. Aber auch genug Situationen, wo es nicht so gut ausging.

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herm16 31.07.2019, 18:41
27. in

meiner Jugend habe ich mal die Jungfrau gestiegen, Bilder gibt's leider keine

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sikasuu 31.07.2019, 19:56
28. Ziemlich unvernatwortlich. Nach Infektion ohne Höhen-Anpassung....

Zitat von Macx
Ich möchte die Tour - gerade unter den genannten Umständen - auch als eher fragwürdig werten. Ein Kind ohne Erfahrung im Umgang mit Steigeisen und Pickel wird virusgeschwächt auf eine Hochtour mitgenommen? Sorry, aber gehen mit Steigeisen kann man auch in geringerer Höhe vorher üben. (...) usw. .
... wenigstens rudimentären Training auf einen 4.000der!
.
Klar mit der "Bahn" rauf & dann oben 2 Std Höchstleistung!
Ein Wettersturz, Anfall von Höhenkrankheit, usw. (mal ne Std in die Bergstation des Jungfauenjochs setzen, die Leute schaffen dort oft kaum noch die Treppe ins Restaurant) ... und wir hätten hier die Reportage eines Hubschraubereinsatzes lesen können!
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Unser Kleiner schafft das, nur mit ein wenig Muskelkater:-(
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Da sind Eislauf-& Helikoptermütter ja wirklich "fürsorglich" gegen:-(
Brummt Sikasuu
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Ps. Allein der Sauerstoffmangel in dieser Höhe sollte davon abhalten nicht mit "ungeübten Kindern" solche Aufstiege zu riskieren. Ab > 2.000m hört des Spass auf, da beginnt "Natur" & die ist mMn alles andere als harmlos!

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ancoats 31.07.2019, 21:06
29.

Zitat von oschn
Kann man, finde ich hier aber nicht. Ich bin ja eher der Berg-Punk und sehe alles nicht so eng. Wenn du auf mehr so lustige Geschichten stehst, solltest du beim nächsten Besuch der Fründenhütte mal dort das Buch der ehemaligen Hüttenwirtin Sylvia Loretan lesen. Gute Lektüre. Unvergessen die Geschichte, wo "sie" abgestürzt war, großes Gejammere. Es war zum Glück nur der Dackel, und unversehrt dazu. Aber auch genug Situationen, wo es nicht so gut ausging.
Danke für den Lesetipp. Ich habe aus meinen Schweizer Jahren auch ziemlich viel Material für solche Geschichten - inklusive, ich muss es peinlicherweise gestehen, auch eigener haarsträubender Aktionen meinerseits, als (zunächst) blauäugiges Flachlandgewächs mit deutlich mehr Begeisterung als Skills... Die Schweizer Berge waren in diesen Lehrzeiten sehr gnädig mit mir, thank heavens, und ich habe die Lektionen brav gelernt. "Berg-Punk" finde ich eine großartige Bezeichung übrigens.

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