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Ferienwohnungen in Lissabon: Beste Lage, zu viele Touristen
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Der Touristenboom setzt Portugals Hauptstadt Lissabon zu, Anwohner können sich Innenstadtmieten oft nicht mehr leisten. Nun regt sich Widerstand gegen Airbnb-Vermieter.

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fatherted98 03.05.2019, 07:36
1. überall...

...im Süden regt sich Widerstand gegen Touristen....klar ist....Wohnraum darf nicht zweckentfremdet werden....hier ist ein Kontrolle und hohe Strafen ein Weg dem einen Riegel vorzuschieben....aber die Touristen an sich bringen Geld und Umsatz....gerade die Südländer hängen an diesem Tropf....sie sollten nicht auf die Idee kommen die Touristen zu vergraulen (Mallorca macht das gerade vor)....das kann übel enden.

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Einhorn 03.05.2019, 07:41
2.

Ja, die Touristen wollen "authentisch" - und merken dabei gar nicht, wenn sie nur Kulissen sehen. Für ein Selfie reicht die Tapas-Bar oder die Bäckerei. Ob die Leute dort noch Portugiesisch sprechen ist ohnehin irrelevant. Und billig muss es für die Deutschen natürlich auch sein. Da die Airbnb-Anbieter keine Gewinne versteuern, ist es natürlich billiger.

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Thomasvon Bröckel 03.05.2019, 07:52
3. Das tut weh

Es tut echt weh, mit anzusehen, wie sich eine wunderschöne Stadt wie Lissabon durch den Massentourismus so sehr verändert. Ich war Jahre vor dem Boom dort, und war begeistert, über den morbiden Charme vieler Viertel und die Herzlichkeit seiner Bewohner. Die Wurzel des Übels liegt m. E. in den zahllosen Billigflugangeboten und Anbietern wie AirBnB. Lissabon ist für Touristenströme wie in Barcelona oder Berlin zu klein. Hier droht etwas unwiderruflich zerstört zu werden.

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krautrockfreak 03.05.2019, 09:02
4. Ist überall dasselbe - schöne Städte werden überrannt, weil Fliegen so

schön billig ist und eine Kreuzfahrt ist ja mittlerweile schon Standard für die Mittelschicht! Was erwartet man da als Folgen?
Was hilft wäre nur das Fliegen bzw. Reisen an sich massiv zu verteuern und da traut sich kein Politiker ran, denn Reisen gehört ja zur persönlichen Freiheit eines jeden Menschen, oder?
Also wird das Problem weiter zunehmen, bis halt mal das Fass überläuft und es zum crash (Revolution) kommt. Ist immer so, aber der Mensch kapiert das nicht und will immer seinen eigenen Vorteil (in diesem Fall Spaß und Vergnügen). So what?!

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licorne 03.05.2019, 09:14
5.

Portugal hat einen Vertrag mit Frankreich, danach sind Rentner ( nicht Pensionäre) für 10 Jahre sowohl in Frankreich als auch in Portugal von Steuern befreit, wenn sie 6 Monate im Jahr dort leben. Das macht Portugal für viele französische Rentner zum Eldorado und sie ziehen in großer Zahl dorthin. Diese Situation hat einen großen Einfluss auf die dortigen Immobilienpreise.

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alt-nassauer 03.05.2019, 09:57
6. Also ich verstehe...

Also ich verstehe den Artikel so , das nicht das "billige" Fliegen das Problem dort ist, sondern das Airbnb.

Weil fast wie überall in großen Städten Wohnraum, also wirklicher Wohnraum für Singles, kleine Familien völlig Zweckentfremdet wird. Mit Airbnb kann man schnell ohne große Probleme und Dauermieter das große Geld machen. Auch wenn es für den Einzelnen im Vergleich zu Hotels und Pensionen dann günstiger ist.

Es geht sicher nicht darum, das man Airbnb verbieten sollte. Aber man sollte es nicht weiter erlauben ganze Wohnungen ständig immer wieder so neu zu vermieten. Sollte jemand ein oder doch Tatsächlich zwei Zimmer in seiner Wohnung/Haus haben, die auch vom Vermieter mitgenutzt. Finde ich es in Ordnung.

Ich selbst habe das in Berlin noch vor Airbnb schon so gemacht. Im Prinzip einfach für kurze Zeit ein Untermieter. Dazu gab es etwas in Papierform als Verzeichnis und man verwendete das Telefon!

Also liegt es doch wieder einmal an der Unvernunft derer die für sich etwas "billiges" wollen. Dabei aber der oder derjenigen Vorort schaden. Was man selbst im eigenen Land anprangert - bezahlbarer Wohnraum.

Man kann Airbnb oder andere Portale auch so nutzen, das man nur Unterkünfte bucht die dem Zweck entsprechen. Sind vielleicht ein paar Euro teurerer. Sollte das einem nicht auch mal Wert sein?

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fotoman 03.05.2019, 10:12
7. Zerfall oder Ausbau?

Wie so oft, ist die Lage etwas komplexer. In Lissabon (und noch mehr in Porto, wo die Lage ähnlich ist) standen viele Häuser leer. Heute noch sieht man am Rand der Alfama zugemauerte Gebäude. Das, was z.B. #3 als morbiden Charme bezeichnet, kann auch als Verfall beschrieben werden. Viele Gebäude standen hier im wahrsten Sinn vor dem Einsturz, mittlerweile gilt das nur noch für wenige Gebäude.
Auf der anderen Seite macht die Spekulation mit Immobilien und ein Umfeld im wirtschaftlichen Aufschwung für die arme Bevölkerung das Leben in den sanierten Stadtvierteln unerschwinglich. Aber was ist nun besser, die Stadtviertel völlig verraten zu lassen, oder die Stadt zu sanieren und die Preise anzuheben?
Wahr ist auf jeden Fall, dass die heutigen Touristenmassen ihre Traumziele zerstören. Aber den meisten reicht ja auch die schöne Fassade für den Kurztrip...

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krautrockfreak 03.05.2019, 10:17
8. Nein, das Grundproblem ist erst mal die Tatsache, dass viele Städte

von Touristen überflutet werden, vor allem eben durch die Billigfliegerei und Kreuzfahrten. Dass dann noch die Sache mit den Privatvermietungen dazu kommt, macht das Problem nur noch schlimmer. Venedig z. B. hatte dieses Problem mit den Massen an Besuchern schon lange vor AirBnB. Durch die Touristen wird alles teurer und das können sich die Einheimischen dann irgendwann nicht mehr leisten und ziehen weg.

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olli0816 03.05.2019, 10:17
9. Das wäre schon regelbar

Im Grunde ist das wesentlich größere Problem, dass reiche Ausländer die Wohnungen in den Innenstädten aufkaufen. Viele einheimische Wohnungsbesitzer bekommen mehr Geld und nehmen dieses Angebot an. Diese Ausländer nutzen natürlich die Wohnungen für sich, vermieten sie aber auch über AirBnB, wenn sie nicht da sind. Das amortisiert sich natürlich mit der Zeit. Eine Famile, die sich immer in der Wohnung aufhält, kann das natürlich nicht so machen. Gerade da, wo es schön ist (nicht nur Lissabon), ist das in einigen Gebieten schon besonders fortgeschritten. Das Problem ist nicht mehr vorhandener Wohnraum für die einheimische Bevölkerung. Ich kann die Wut verstehen.

Andererseits ist diese Entwicklung natürlich auch den gierigen Einheimischen zu verdanken, die in der glücklichen Lage sind, das auszunutzen. Lokale Politiker bessern sich zusätzlich ihre Kassen auf. Und es gibt nicht nur negative Entwicklungen daraus. Aufgrund vieler zahlungskräftiger Touristen machen viele Kneipen/Restaurants auf. Diese schaffen Arbeitsplätze zu geringer Bezahlung und da haben die Einheimischen wieder das Nachsehen: Sie können es sich nicht leisten, diese Angebote selber wahrzunehmen.

Trotzdem wäre es im Sinne der Einheimischen zu regeln. Wohnungen, die EU-Ausländer kaufen, zahlen eine Sondersteuer auf die Anwesen. AirBnB wird grundsätzlich mit 50% versteuert und wer dagegen verstößt, zahlt entweder eine hohe Strafe und bei Wiederholung wird die Wohnung enteignet. Wenn große Schiffe anlanden, dann sollte jeder wie in Zukunft in Venedig eine Tagespauschale bei Landgang und pro Person von 10 EURO zahlen. In den 10 EURO können z.B. 3 EURO Gutschein enthalten sein, die in einem genehmigten Geschäft/Lokal/Kneipe eingelöst werden kann. Die Einnahmen aus diesen Steuern abzüglich einen Schlüssel für die Kosten der Eintreibung sowie um z.B. soziale Projekte zu fördern werden als Kopfpauschale an jedem einheimischen Bürger monatlich ausgezahlt. Das sollte so bei 1/3 der Gelder liegen. So könnte man die Entwicklung abfedern.

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