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Ferienwohnungen in Lissabon: Beste Lage, zu viele Touristen
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Der Touristenboom setzt Portugals Hauptstadt Lissabon zu, Anwohner können sich Innenstadtmieten oft nicht mehr leisten. Nun regt sich Widerstand gegen Airbnb-Vermieter.

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Stäffelesrutscher 03.05.2019, 10:38
10.

»Alles fing mit der Reform des Mietgesetzes im Jahr 2012 an. Vermieter durften die Preise erstmals so festlegen, wie sie wollten. Die Mieten stiegen sprunghaft und waren für ältere Menschen mit schmaler Rente nicht mehr zu bezahlen.«
Und wer regierte damals? Die Rechten mit PSD und CDS-PP, beides Schwesterparteien der CDU. Zum Glück haben die Portugiesen diesen asozialen Parteien 2015 den Laufpass gegeben.

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kaiosid 03.05.2019, 10:53
11.

Zitat von Thomasvon Bröckel
Es tut echt weh, mit anzusehen, wie sich eine wunderschöne Stadt wie Lissabon durch den Massentourismus so sehr verändert. Ich war Jahre vor dem Boom dort, und war begeistert, über den morbiden Charme vieler Viertel und die Herzlichkeit seiner Bewohner. Die Wurzel des Übels liegt m. E. in den zahllosen Billigflugangeboten und Anbietern wie AirBnB. Lissabon ist für Touristenströme wie in Barcelona oder Berlin zu klein. Hier droht etwas unwiderruflich zerstört zu werden.
Allerdings darf man auch nicht verschweigen, dass dieser morbide Charme nichts anderes als der Verfall der Gebäude war da die Mieten so günstig waren und nichts renoviert wurde.
Nun kommt viel Geld und das ist nicht gut, da diese tolle Authentizität ja leidet...
Vielleicht ist Lissabon ja auf dem Weg, die goldene Mitte noch zu finden. Ich war letztens da und hoffe das sehr, da es ja nun wirklich ein recht kleines Innenstadtgebiet ist das nicht zum AirBnB Museum verkommen sollte.

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fotoman 03.05.2019, 11:24
12. Jede Stadt braucht ihre eigene Regelung

da die Ausgangslage überall unterschiedlich ist. Ein Problem weltweit ist die Spekulation mit Immobilien. Billige Städte - wie vor einigen Jahren noch Berlin - versprochen die größte Rendite.
Auf der anderen Seite waren die portugiesischen Städte Lissabon und Porto wirklich marode und brauchten dringend Investitionen - die mit einer strikten Begrenzung der Mieten nicht gekommen wären. Wer in Lissabon von der Alfama in Richtung Innenstadt läuft findet noch immer herunter gekommene und leer stehende Häuser. Dass das nur noch vereinzelt der Fall ist liegt auch am Touristenboom, der vor allem durch die Billigflüge ausgelöst wurde.
Durch die Touristen entstehen natürlich neue Jobs und viele neue kleine Restaurants, die nicht irgendwelchen Großkonzernen gehören. Soweit ist das durchaus positiv. Eine andere Frage ist die, ob wir uns als Menschheit einen Lebensstil leisten können, der immer häufigere Kurztrips mit dem Flugzeug beinhaltet. Während es vor einigen Jahren noch eine große Ferienreise mit dem Auto nach Bayern, Italien o.ä. war, fliegt man heute schnell zum Wochenende nach London, zum Kurzurlaub nach Lissabon und im Winter nach Thailand... Dadurch entsteht in den Urlaubszielen Einkommen - aber für das Klima ist es eine Katastrophe.

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minimalmaxi 03.05.2019, 11:32
13.

Zitat von Stäffelesrutscher
»Alles fing mit der Reform des Mietgesetzes im Jahr 2012 an. Vermieter durften die Preise erstmals so festlegen, wie sie wollten. Die Mieten stiegen sprunghaft und waren für ältere Menschen mit schmaler Rente nicht mehr zu bezahlen.« Und wer regierte damals? Die Rechten mit PSD und CDS-PP, beides Schwesterparteien der CDU. Zum Glück haben die Portugiesen diesen asozialen Parteien 2015 den Laufpass gegeben.
Und wer machte 2012 die Vorgaben? Wahrscheinlich der IWF, denn auch Portugal befand sich damals in der sog. Schuldenkrise und mußte wie Griechenland, Spanien etc "Strukturprogramme" vom IWF durchführen. Sprich Öffnung für "Investoren", Abbau staatlicher Leistungen in Bildung, Gesundheit etc, Lohn- und Rentenkürzungen.

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cat69 03.05.2019, 11:40
14. das freie Europa will man immer dann nicht haben

wenn die Menschen sich die Freiheit nehmen. Sie reisen weil sie es können und wollen mit den damit verbundenen Nebenwirkungen, hervorgerufen auch durch die Selbstdarstellung in den sozialen Medien. Sie bringen geld in die Regionen und Städte, diese zahlen aber auch einen Preis dafür und wollen das nicht. Ändern wird das ganze Regulieren gar nichts, man kann das Eine nicht haben wollen und dann die Folgen nicht bekommen wollen.

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vonlipwig 03.05.2019, 12:24
15.

Zitat von Stäffelesrutscher
»Alles fing mit der Reform des Mietgesetzes im Jahr 2012 an. Vermieter durften die Preise erstmals so festlegen, wie sie wollten. Die Mieten stiegen sprunghaft und waren für ältere Menschen mit schmaler Rente nicht mehr zu bezahlen.« Und wer regierte damals? Die Rechten mit PSD und CDS-PP, beides Schwesterparteien der CDU. Zum Glück haben die Portugiesen diesen asozialen Parteien 2015 den Laufpass gegeben.
Das Mietgesetz, das reformiert worden ist, hat dazu geführt, dass große Teile der Altstädte von Lissabon und Porto kurz vor dem Verfall standen bzw. in Porto immer noch stehen.
Unter Salazar wurde für die beiden Städte Ende der 1940-er Jahre ein Mietpreisstop verfügt, ab Anfang der 1990-er war dann eine Erhöhung im Rahmen der Inflationsrate erlaubt.
Und bei Mieten von teilweise 10 Euro für eine große Altbauwohnung war kein Besitzer bereit bzw. in der Lage, Geld in die Sanierung zu stecken. Das gilt nicht nur für die privaten Vermieter, auch die Wohnungen im städtischen Besitz befanden sich in katastrophalem Zustand - noch vor wenigen Jahren stürzten alleine in Lissabon durchschnittlich jährlich mehr als 20 Häuser ein.
In Lissabon hat sich die Situation mittlerweile deutlich gebessert, aber in der Altstadt von Porto verrotten immer noch über 30 % der Gebäude. Die Stadt fordert inzwischen von Urlaubern eine Abgabe, die der Sanierung dieser Häuser dienen soll.

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ditor 03.05.2019, 14:10
16. Freiheit = Wettbewerb

Zitat von cat69
das freie Europa will man immer dann nicht haben wenn die Menschen sich die Freiheit nehmen. Sie reisen weil sie es können und wollen mit den damit verbundenen Nebenwirkungen, ...
Es ist eher so dass die Negativfolgen von Entwicklungen die man als positiv ansehen möchte (zB Freizügigkeit) gern ignoriert werden. Kritik wird abgebügelt indem die Gewinner einer Veränderung einfach mal behaupten dass alle davon profitieren, während man weiß das zb mehr Freiheit immer auch mehr Wettbewerb bedeutet, genau wie Wettbewerb immer auch Verlierer kennt.

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Einhorn 03.05.2019, 14:44
17.

Zitat von fatherted98
...sie sollten nicht auf die Idee kommen die Touristen zu vergraulen (Mallorca macht das gerade vor)....das kann übel enden.
Oh ja, Mallorca ist ein schreckliches Urlaubsziel geworden, seit nackte Besoffene verboten sind, Sex im Freien und Springen vom Balkon in den Pool - ich finde auch, dass das unzumutbare Regeln sind. Interessant finde ich, dass die Buchungszahlen der Deutschen Urlauber in der Türkei im gleichen Maß steigen wie sie auf Mallorca zurückgehen. Wenn es billig genug ist, ist dem Deutschen doch eigentlich alles egal.

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alt-nassauer 03.05.2019, 17:05
18. Ich verstehe hier...

Ich verstehe hier bei einigen Kommentatoren, den Zusammenhang Aiirbnb (das wird im Text als Problem genannt) und den Billigflügen und den Kreuzfahrten nicht.

Im Artikel geht es um fehlenden Wohnraum, den einige Portugiesen bzw. Einheimische selbst an Touristen vermieten. Stattdessen es als Wohnraum zur Verfügung zu stellen. So wie in allen Metropolen oder Touristische Zielen weltweit. Das es eben schon solche Verbote oder Meldestellen gibt, um das zu unterbinden.

Zu dem, wie sollen Kreuzfahrer die mit Hotel reisen und auf dem Tejo steht, dann Wohnraum Einwohnern Wohnraum wegnehmen?

Ich war vor 25 Jahren mal dort und habe für Hin- und Rückflug plus am ersten Wochenende mit zwei Übernachtungen Hotel 4 Sterne um die 500 DM bezahlt. Den Rest habe ich mit Übernachtungen Vorort geregelt - meistens Pensionen.

Auf Heutige Zeit wären es 250 Euro - Im Durchschnitt kostet der Hin- und Rückflug p.P. auch von D um die 150 Euro. Mal gerade 100 Euro gespart... Die man dann um noch weiter zu sparen, dafür einsetzt um bei Airbnb zu buchen

Es gibt ca. 1500 Hotels von 2 bis xx Sterne. Klar kostet da die Übernachtung mehr als bei Airbnb. Zu dem es ja verlockend ist, in einer Wohnung zu nächtigen, die relativ Exklusiv ist. Nicht die Politik sollte reagieren! Wir sollten endlich verstehen, das wir uns selbst ins Knie schießen!

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Schartin Mulz 03.05.2019, 19:30
19. Es ist schon witzig,

wenn Leute berichten, dass sie schon in Lissabon waren und dann gleichzeitig andere dafür kritisieren, dass sie das auch tun.
Natürlich ist das schöner, wenn nicht so viele Touristen da sind, aber wenn ich selber dahin fliege, haben andere auch das Recht.

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