Forum: Reise
Flugreisesommer 2019: Köln-Antalya, 63 Stunden verspätet
Bodo Marks/ DPA

Flüge in Deutschland sind pünktlicher als im Vorjahr. Das ist allerdings nur ein schwacher Trost. Denn die Gesamtzahl der Verzögerungen bleibt dramatisch hoch - und eine Lösung nicht in Sicht.

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CROD 14.08.2019, 10:55
1. Das Ei des Kolumbus!

Ich weiß eine Lösung: Weniger fliegen!

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bebau 14.08.2019, 10:57
2.

Da ist ja bald die Bahn schon zuverlässiger.

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konib 14.08.2019, 10:58
3.

Und dann schimpfen immer alle auf die Bahn. Flugzeuge verspätet, Bahn verspätet, Autos im Stau.

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arviaja 14.08.2019, 11:06
4. Moment mal

Hat man uns im Neoliberalismus nicht unbegrenztes Wachstum versprochen? Heißt das etwa, wenn wir Crews, Personal und Fluglotsen wegrationalisiert, dass dann Verspätungen zunehmen?

Oh nein, was machen wir denn jetzt? Am besten noch mehr Stellen streichen, noch billiger und noch mehr Flugzeuge. Hauptsache dem Shareholder gehts gut

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robr 14.08.2019, 11:07
5. Safety First!

safety First, Sicherheit zuerst, ist einen absoluten Grundsatz im Luftverkehr. Und das gilt auch für zB die Mitarbeiter auf dem Vorfeld. Deshalb müssen die Arbeiten bei Gewitter im nähreren Flughafenunfeld auch eingestellt werden. Dasselbe gilt für die Technik: wenn im Cockpit eine rote Warnleuchte erscheint, muss zuerst geprüft werden, was die Ursache ist. Wenn das dann, gerade am Abend, länger dauert, kommt in Frankfurt schnell das Nachtflugverbot um die Ecke und der Flug muss auf den nächsten Tag verschoben werden. Früher hätten die Techniker den Fehler behoben und der Flug wäre in der Nacht noch abgeflogen. So haben alle Regelungen ihre Vor- und Nachteile. Was aus dem Artikel nicht hervorgeht: Verspätungen oder Annulierungen die wirklich aufgrund Fehlplanungen oder unsachgerechtes handeln der Airlines hervorgehen, sind die absolute Ausnahme. Der bei weitem größte Verursacher der Unannehmlichkeiten ist nach wie vor der Wettergott, sollte es ihn dann geben.

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kenterziege 14.08.2019, 11:08
6. Wer so billig fliegen will, kann nicht....

...mehr erwarten. Ich fliege oft nach Asien, Australien und in die USA. Die Transportketten stimmen immer. Die schwierigste Situation ist der Stau vor FFM-Airport und die Unpünktlichkeit der Staatsbahn!

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Gluehweintrinker 14.08.2019, 11:22
9. Fliegen ist das Busfahren von gestern

Verbrachte ich als Kind einen Klassenausflug in einem 100 km entfernten Schullandheim, muss es heute Dublin, Barcelona oder Helsinki sein, wegen der "Auslandserfahrung" und der "Völkerverständigung". Riesige Reisegruppen taumeln heute teilnahmslos nach ihrem Langstreckenflug aus Fernost in die Kurzstreckenflieger, um in Dubrovnik zusammen mit zigtausend anderen auf den künstlich herbeiphantasierten Spuren von "Games of Thrones" zu wandern und sich durch eine völlig überfüllte Altstadt bei 40 Grad zu quetschen. Was für ein Alptraumurlaub!

Und warum? Weil all die anderem all dasselbe schon bei Instagram gepostet haben und man selbst ja schließlich auch was vorzuweisen haben muss.

Am Flughafen Frankfurt wird schon geraume Zeit darüber gestritten, ob man nun 100 oder 102 Flugbewegungen pro Stunde haben soll. Zieht ein Regenschauer über den Platz, dann gerät alles aus dem Takt und es häufen sich Verspätungen an, die über den ganzen Tag nicht mehr aufzuholen sind. Kein Passagier hat eine Idee davon, wie störanfällig das komplexe Räderwerk der Luftfahrt ist. Ich als Airlinemitarbeiter kann ein Lied davon singen.

Und Passagiere kommen mit völlig überfrachteten Vorstellungen, "Die Maschine nach Hamburg wartet doch sicher?" Nö, tut sie nicht. Kann sie gar nicht. Sorry, auf Einzelschicksale kann keine Rücksicht genommen werden, denn 198 wollen pünktlich nach Hamburg und weitere 200 wollen später noch von Hamburg nach Frankfurt, um dort ihren Anschlussflug zu bekommen. Über die Nasenspitze hinaus zu denken ist bei Passagieren unüblich, jeder sieht nur sein persönliches Problemchen.

Und kürzlich mussten wir eine in Tränen ausgebrochene Mutter trösten, die zwei höchst verstörten Töchter noch mit dazu, weil das Transportbehältnis des riesigen Familienhundes defekt war, der Hund ausgebüxt war, wieder eingefangen wurde, jedoch kein passendes Behältnis mehr verfügbar war, der Hund die Nacht in der Animal Lounge verbringen und nach XYZ erst am nächsten Tag hinterher fliegen konnte. Ob die Crew nicht den Hund schnell herbeischaffen könne. Nein, konnte sie leider nicht.

Der alltägliche Wahnsinn, und in FRA wird nun Terminal 3 gebaut, für 20 Millionen Passagiere zusätzlich. Terminals 1 und 2 stehen, wie berichtet, längst jenseits der Kapazitätsgrenzen. Zuwachs 2018: 7,8%. Zuwachs in 2019 bisher 4%. Noch Fragen? Falls ja, lautet die Antwort: Besserung ist nicht in Sicht und schon mathematisch unwahrscheinlich.

Und ja: selbst ich als Airlinemitarbeiter hoffe inständig auf eine starke Reduzierung des Luftverkehrs. Diese Powerfliegerei macht weder uns noch Passagieren Spaß, ich sehe es ihnen an, und dass wir damit das Klima versauen, weiß inzwischen auch jeder, der einen Flieger besteigt.

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