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Flugsicherheit: Uno-Organisation schlägt 15-Minuten-Tracking für Flugzeuge vor
AFP

Teile der abgestürzten Maschine der Air Asia wurden erst nach zwei Tagen gefunden, von Flug MH370 gibt es noch immer keine Spur. Eine neue Uno-Richtlinie soll die Suche nach Flugzeugen einfacher machen: Alle 15 Minuten sollen Piloten ihren Standort melden.

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donrealo 07.01.2015, 03:49
1. Hurra, die Zeitreisemaschine existiert tatsächlich

zumindest die Person, die diesen Vorschlag gemacht hat muss aus den frühen Fünfzigerjahren des letzten Jahrhunderts zu uns gekommen sein. Flugzeuge haben heute Navigationssysteme wie zB GBS und INS etc an Bord. Es gibt mittlerweile sogar Computer (vermutlich alles streng geheim) die aus diesen Daten in jeder Mikrosekunde ca 100 mal die Position der Maschine fast auf den Zentimeter genau berechnen. Ohne dies würden zB TCAS oder Autopilot oder automatische Landesysteme nicht funktionieren. Sollte dieser Vorschlag ernsthaft von der ICAO kommen (wovon ich nicht ausgehe) sollte man diese Organisation ggf aufgrund totaler Inkompetenz abschaffen.

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neswlf88 07.01.2015, 04:35
2. Wunderbare Idee...

...nur leider wird man damit in Zukunft Fälle wie MH370, in denen jemand ABSICHTLICH die Kommunikation an Bord ausstellt, auch nicht verhindern können.

Ich stelle fest: Die weltweite Luftfahrt hat rein gar nichts aus MH370 gelernt. Man redet sich die Dinge schön in dem man sagt, "so ein statistisch seltener Vorfall wird bestimmt so schnell nicht wieder vorkommen".
Was aber, wenn doch?
Es gäbe technische Mittel und Wege, Ortungssysteme in Flugzeuge einzubauen, die von niemandem an Bord deaktiviert werden können. Da heißt es dann immer, was wenn ein Feuer ausbricht, da muss man Dinge doch abstellen können. Hier sind mal die Experten gefragt: Ein wenig Denksport, wie man nicht-deaktivierbare Transponder in Flugzeuge einbaut, die kein Risiko für die Sicherheit an Bord darstellen.

Sowas muss sich doch technisch lösen lassen.
Ich jedenfalls finde einen Fall wie MH370 genug. Wer weiß, wann der nächste an Bord eines Fliegers auf dumme Gedanken kommt und die Maschine verschwinden lassen will... ganz so abwegig ist das nicht. Die unvorstellbaren Qualen der Hinterbliebenen der MH370-Opfer will ich mir gar nicht vorstellen.

EIN solcher Vorfall ist genug!

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f14-tomcat 07.01.2015, 04:57
3. 15 Minuten

ist vom Grundsatz eine gute Idee, auch wenn der Radius noch enorm groß ist indem gesucht werden muss. Doch was ist mit Flug MH370 wo der Kurs geändert wurde. Jedes Flugzeug was nach IFR Flugplan fliegt, reicht einen Flugplan ein. Dann sollten die Systeme auch automatisch das Tracking Signal senden. Dies kann sogar jede Minute geschehen.

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diavid 07.01.2015, 07:00
4.

Von mir aus können die Flugzeuge auch alle paar Sekunden eine Postionsmeldung senden, solange das automatisch passiert.
Aber alle 15 Minuten über Funk einen Text runterzurappeln und das dann bei einem 6 Stunden-Flug, da würde ich als Pilot doch bekloppt werden.^^

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Leeoos 07.01.2015, 07:28
5. AIS für die Luft!

Verstehe nicht, dass ein System analog zu AIS nicht auch für die Luft verbindlich ist!
AIS ist seit 2000 für den Schiffsverkehr verbindlich und funktioniert hervorragend, gibt alle 2-15 Sekunden (vor Anker oder langsam fahrend alle 3 Minuten) Signal.
Warum sperren sich die Fluggesellschaften gegen eine 15 Vorgabe???

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bierzelt 07.01.2015, 07:43
6. Warum nicht minutengetaktet?

Selbst bei minutengetaktetem Tracking ist der Suchradius bei einer Verkehrsmaschine noch >10km, bei viertelstündlichem Tracking mehr als sagenhafte 150km. Ist das Hauptproblem nicht das Übermitteln des Tracking und weniger der Takt? Eine Trackingposition lässt sich mit weniger als 32 bytes übertragen, das sind gerade mal 256bits. Bei derartig winzigen Portionen (vergleich SMS: ca 144 bytes a 7bit) könnte man sogar im mittelwellenbereich senden und kommt mit weniger Empfängern aus, als bei Kurzwellenübertragung. Den Airlines werden weiss Gott was für Auflagen gemacht, aber selbst die LKW-Logistik ist mit der Telematik deutlich weiter.

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Xan1973 07.01.2015, 08:00
7. 15 Minuten?

Das kann nur ein Scherz sein. Die Reisegeschwindigkeit von Verkehrsflugzeugen liegt bei ~900km/h. Ein solches Flugzeug legt in 15 Minuten also ca. 225 Kilometer zurück. (Teilweise auch noch mehr, je nach Geschwindigkeit der Luftströmung in der es sich bewegt) Im ungünstigsten Fall müsste ein abgestürztes Flugzeug also in einem Gebiet gesucht werden, das einen Durchmesser von 450 Kilometer hat. Das kann man getrost als nahezu unauffindbar bezeichnen.

Ein wirklicher Fortschritt wäre, wenn die Trackingsysteme nicht abschaltbar sind, und die zumindest Verkehrsflugzeuge ihre Position minutengenau übermitteln müssen. Das wäre bei zehntausenden Flugzeugen weltweit zwar eine riesige Datenmenge, aber durchaus beherrschbar.

Im Übrigen finde ich es unverständlich, dass Verkehrsflugzeuge ihre Geschwindigkeit und Flughöhe nach wie vor fast ausschließlich über (Stau)Luftdruckmesser ermitteln. Ein (zumindest im Notfall verfügbares) einfaches GPS-System hätte schon eine Vielzahl von Abstürzen verhindern können - bei lächerlichen Kosten, die entsprechende Technik ist in jedem 08/15 Smartphone verbaut.

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fatherted98 07.01.2015, 08:22
8. lächerlich...

...in Zeiten von GPS die jedem einfachen Laien - Nutzer jede Sekunde anzeigt wo er sich fast auf den Meter genau befindet...alle 15 Minuten Positionsdaten...lachhaft...

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walter_e._kurtz 07.01.2015, 08:32
9. german angst vs. menschliche Hysterie

Machen wir uns mal nix vor; das ist eine vollkommen alberne Forderung, die lediglich in Zusammenhang mit MH370 zu sehen ist.
Ohne dessen (heute noch) mysteriösem Verschwinden würde QZ8501 als stinknormaler Absturz bewertet - schließlich befindet sich dessen Fundort nur rd. 10 Meilen vom letzten Radarkontakt.
Da hätte eine Meldung im 15-Minutenintervall gar nix gebracht (zumal Flugzeug und Bodenstellen eh in Kontakt standen).
Es ist ja auch nicht so, als hätten die Bodenkontrollstellen nichts besseres zu tun, als alle 15 Minuten die Meldung eines Fluges zu kontollieren.
Weiterhin brächten solche Meldungen auch im Falle eines Falles kaum etwas bei der anschließenden Suche;
QZ8501 war, wie bekannt, innerhalb eines 10 Meilen-Radius vom letzten Radarkontakt entfernt gefunden. Dieser 10 Meilen-Radius beinhaltet bereits eine Fläche von rd. 360km². Hat man immerhin innerhalb von 48h geschafft.
Bei einem 15-minütigem Meldeintervall und Reisefluggeschwindigkeit ergibt sich im Ernstfall ein Radius von bis zu sage und schreibe rd. 225km mit einer Fläche von rd. 40.000 km²(!), wenn ich jetzt beim Überschlagen keinen gravierenden Fehler gemacht habe.
Und nun bitte kurz innehalten und für sich selbst überlegen, ob und wie dies eine Erleichterung für Suchaktionen sein kann.
Das ganze ist ein Placebo für Hysteriker und Paranoiker, aber kein sinnvolles Vorgehen, ganz im Gegenteil:
Für diesen "Gewissheitsgewinn" nimmt man eine Zusatzbelastung des Bodenpersonals im laufenden (also zu 99,999999% reibungslosen) Betrieb in Kauf.
Das kann nur kontraproduktiv sein!!!
Rüstet die Jets mit Peilsendern aus, die sich vom Wrack lösen und ggf. auf der Wasseroberfläche schwimmen, oder seht zu, daß ein Sender alle 60sec einen "Ping" incl. GPS-Daten an einen Sat sendet, oder...,oder...

Aber bitte nicht so einen Mist!

Ach so, sonst bekomme ich keinen geschlossenen Bogen zur Überschrift ;-)
Offenbar sind solche hysterischen Maßnahmen wohl eher der menschlichen Natur geschuldet, als der Nationalität.

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