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Flugverspätungen: Warum Vielflieger Millionen verschenken
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Vielflieger aus Deutschland sammeln wegen Flugverspätungen pro Jahr insgesamt Entschädigungsansprüche in Millionenhöhe. Doch fast keiner von ihnen fordert sie ein. Den Airlines ist das nur recht. Sie sträuben sich stur gegen Zahlungen.

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Markus Mobius 23.12.2013, 06:18
1. Umverteiling nach oben

"Wenn Geschäftsreisende überhaupt den Weg vor Gericht gehen, dann sind es meist Geschäftsführer oder hochrangige Manager"

Verspaetungen sind aergerlich, aber diese Rechtsansprueche koennen fuer den Normalverbraucher teurer sein als wenn der Gesetzgeber gar nichts getan haette.

Wenn sich am Ende nur die Vielflieger und Manager beschweren, dann sind auch nur sie die Nutzniesser. Die Kosten fuer die Erstattungen werden allerdings von allen Fluggaesten gezahlt.

In den USA gibt es die Fluglinie "Spirit", die extrem gunestig ist und auch extrem oft verspaetet ist. Aber es gibt Reisende, denen der guenstige Preis wichtiger als die Verspaetungen ist. Wenn Spirit nun jedem Fluggast eine Entschaedigung zahlen muesste, dann wuerden alle bei Spirit fliegen wollen, die Preise wuerden steigen und keinem waere damit geholfen.

Es ist schon OK dass es billige Linien gibt mit vielen Verspaetungen und teurere Betreiber die zuverlaessiger sind.

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toledo 23.12.2013, 06:36
2.

Kann nicht nachvollziehen, warum sich die Airlines so zieren.
Der Billigflieger Ryanair macht es wieder einmal vor..
Pro Flug werden dem Passagier bei dieser Airline 2 Euro für eine Art Versicherung gegen die EU Verordnung 261/2004 abgeknöpft.
Bei rund 75 Millionen Passagieren/Jahr sind das 150 Millionen Euro, die da für Ausgleichszahlungen zur Verfügung stehen.
Davon könnte Ryanair, eine extrem pünktliche Airline übrigens, eine Menge Verspätungen bezahlen..
Glaubt irgendjemand wirklich, dass soviel Geld auch ausgezahlt wird..?

Mit anderen Worten: Diese 2 Euro extra, die der Normalpassagier gar nicht in seinem Ticketpreis bemerkt, könnten eine lukrative Einnahmequelle für die Airlines sein!

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bumminrum 23.12.2013, 06:38
3. untaugliches Gesetz

Aus eigener Erfahrung kann ich den Artikel nur bestätigen. Die Gesetzeslage ist völlig verbraucherunfreundlich. Die Zahlungen sollten immer bei Verspätungen und zwar ohne jede Ausnahme erfolgen. Zudem sollten die Verspätungen amtlich und öffentlich über das Internet festgestellt werden. In der derzeitigen Form kann man das Gesetz auch einstampfen.

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jules123 23.12.2013, 06:44
4. es geht teilweise auch ohne Klage

Letztes Jahr habe ich es nach einer Verspätung eines Ägyptenpauschalreisefluges geschafft ohne Klage mit ein paar mails 600 Euro zu bekommen, da der Pilot des Ersatzfluges dankenwerterweise verraten hat, dass es einen technischen Defekt gab (nichts übernatürliches). Nach der 1. mail haben sie mir 250 Euro angeboten, als ich mit einem auf Fluggastrechte spezialisierten Inkassobüro drohte (die nach dem kostenlosen Onlinecheck meinen Fall gerne genommen hätten), kam die bitte nach meinen Bankdaten u. 600 Euro. Aber wer als einfacher Pauschalreiseurlauber liest sich mal seine Rechte durch...

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Das Groschengrab 23.12.2013, 06:58
5. Es geht eben manchmal nicht.

Zitat von sysop
Vielflieger aus Deutschland sammeln wegen Flugverspätungen pro Jahr insgesamt Entschädigungsansprüche in Millionenhöhe. Doch fast keiner von ihnen fordert sie ein. Den Airlines ist das nur recht. Sie sträuben sich stur gegen Zahlungen.
Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei Dinge. Und: vielleicht verfügen die von Verspätungen Betroffenen ja über ein naturgegebenes Gerechtigskeitsempfinden und klagen deshalb nicht. Daß eine Fluglinie mutwillig und böswillig Verspätungen herbeiführt, glaube ich nicht. Es sind eben gewisse Umstände im Betriebsablauf (auch schlechtes Wetter), die Starts und Landungen nicht möglich machen. Wieso man eine Fluglinie deshalb verklagen kann, leuchtet mir nicht ein. Es gibt Dinge, auf die haben Airline-Mitarbeiter keinen Einfluss.

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Leeuw 23.12.2013, 07:07
6. Ja, mehrere.

Zitat von sysop
Vielflieger aus Deutschland sammeln wegen Flugverspätungen pro Jahr insgesamt Entschädigungsansprüche in Millionenhöhe. Doch fast keiner von ihnen fordert sie ein. Den Airlines ist das nur recht. Sie sträuben sich stur gegen Zahlungen.
Hm, gut zu wissen, das es Dienstleister gibt, die sich um die Rechte von Fluggästen kümmert. Scheint bei einem Gewinn von 70% des Streitwertes (wenn ich richtig gelesen habe) auch lohnend zu sein.
Allerdings entspricht meine persönliche Erfahrung dem im Artikel geschilderten nicht. Wenn ich auf das vergangene Jahr zurückblicke, und auf die zehn bis fünfzehn davor, bin ich eigentlich erst einmal wirklich "hängengeblieben". Das war in Los Angeles vor sechs Jahren, und ich konnte die Nacht in einem sehr angenehmen Hotelzimmer verbringen, inklusive "Notfallpack". Selbst kritische Verbindung, wie 50 Minuten Umsteigezeit in München, oder anderthalb Stunden in Washington, DC klappten ohne Probleme. Ich bin selbst ein paarmal zu früh angekommen, wofür sich die Purser bei der Swiss sogar noch entschuldigten. Mal sehen, ob's bei den letzten zwei Flügen in 2013 so bleibt.

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quaks 23.12.2013, 07:08
7. Rechtsanwalt nehmen

Wenn die Rechtslage eindeutig ist, gleich einen Rechtsanwalt nehmen. Dann geht's auf einmal ganz schnell. Das war meine Erfahrung mit Air France, die bei 24stündiger Verspätung zunächst mit ein paar Bonusmeilen abwimmeln wollten. Und die Anwaltskosten mussten die natürlich auch übernehmen!

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Diver 23.12.2013, 07:25
8. Werbung für Inkassodienst

Ist ja neu dass der Spiegel kostenlose Werbung für Inkassodienste macht. Ich bin topbonus Platinum und hab die Klageschrift als juristischer Laie selbst geschrieben. Drei Monate nach der Verspätung hatte ich die 600 Euro.

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nsultan 23.12.2013, 07:40
9. AirHelp

oder einfach mal AirHelp googeln. Die sind ein bisschen guenstiger. airhelp.eu

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