Forum: Reise
Folgen des Lokführer-Ausstands: Mega-Bahnstreik - Mietwagen werden knapp
DPA

Ausnahmezustand bei der Bahn: Der unbefristete Lokführer-Streik trifft Millionen Pendler und Pfingsturlauber. Das Geschäft mit Fernbussen brummt, Mietwagenfirmen können die Nachfrage kaum bedienen - und Autofahrern drohen Super-Staus.

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DHC2 20.05.2015, 14:19
110.

Zitat von steff68
Ich oute mich jetzt mal...
Hallo stef,

prinzipiell unterstütze ich Euren Streik. Ein verantwotungsvoller Job muss auch anständig bezahlt werden.

Ich kann aber nicht glauben, dass die Bahn nicht genügend Azubis hat. Um Lokführer zu werden braucht es, iirc, einen sehr guten Hauptschul-, also realiter einen Realschulabschluss, und das Gehalt während der Ausbildung ist auch nicht schlecht (korrigier mich, wenn ich irre).

Zum Vergleich: ein Berufspilot muss erst einmal bis zu 100.000.-€ und eine Menge Zeit investieren, bevor er selbstverantwortlich Schwermetall bewegen darf - und verdient in den ersten Jahren seiner Karriere auch nicht viel mehr als ein(e) Supermarktkassierer(in). LH und GW sind da kein Maßstab.

Ich vermute ja, dass das eigentliche Dilemma in den quasi-beamteten Strukturen der Bahn steckt. Die Damen und Herren in den DB-Büros schaffen nicht mehr, als sie unbedingt müssen.

Über Deinen Einwurf wg. fehlender Planungssicherheit für die nächsten 4 Wochen kann ich und wahrscheinlich viele Mitforisten allerdings nur schmunzeln. Ich z.B. weiss nur, dass ich Pfingst-Sonntag in Afrika sein werde - was danach kommt: keine Ahnung.

Trotzdem: Haltet durch !

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Dr.Watson 20.05.2015, 14:21
111. Och Joh!

Zitat von dalarus
...Urlaub (meist) ebenso. Die streikenden Mitglieder der GdL müssen aber 365 Tage im Jahr und im Idealfall bis zur Rente mit ihren Löhnen und Verträgen arbeiten. Das wird bei allem Ärger um Ausfälle gerade an Feiertagen oft vergessen. Und wenn es erneut keine Einigung gibt, Herr Gott dann streikt weiter und weiter und weiter - bis ein vernünftiges Ergebnis zustande kommt, dass den Arbeitnehmern genügt und sie ihre Tätigkeit gewohnt aufnehmen. Meinen Segen haben sie. Und wenn dieses Land nicht nur aus Kuschern bestehen würde, täten es ALLE mal einen einzigen Tag gleich...das wäre als Warnschuss vollkommen ausreichend.
Die GDL kann leider nicht weiter und weiter und weiter streiken.

Spätestens im Juli ist erst mal Schluss, wenn dieses unsäglich dubiose "Tarifeinheitsgesetz" erlassen von den gewählten Repräsentanten des Eigentümers der "Bahn", Deutschland, kommt.

Exakt dessen, ist sich das via Steuergeld maximal gepimpte "private" Unternehmen Bahn absolut bewußt und sitzt diesen Konflikt insofern relativ relaxt aus - und wenn das dann noch Monate dauert, ist doch völlig egal, Plebs zahlt sowieso!

Da würde mich absolut nicht wundern, wenn der eine oder andere in Zukunft seinen Knüppel oder anderes auspacken und konsequent einsetzen würde.

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Gaussen 20.05.2015, 14:22
112. Der grosse Betrug

Zitat von pirx64
(...) Es gibt tausend Gründe warum jetzt Personen im Stau landen werden, aber die allerwenigsten machen das aus Jux und Tollerei
Ich nenne den tatsächlichen Grund für die Staus auf deutschen Strassen: der von gewissen politischen Gruppierungen gewünschten Stillstand im Strassenbau und in der Unterhaltung der Strassen. Die konzentrieren sich eben auf einen anderen Verkehr. Mit Kindern.

Die Bahn und noch weniger der Streik der Lokführer sind für die Verkommenheit des deutschen Strassensystems nicht verantwortlich. Es ist die Politkaste, die die für Strassenbau und -unterhalt zweckgebunden KFZ-Steuer kassiert, dafür aber nicht die Strassen baut, sondern die Gelder in den eigenen Säckel steckt.

1965 fuhr man mit einem VW-Käfer schneller von Frankfurt nach München als heute in einem Porsche. 1938 fuhr man mit einem Zug schneller von Hamburg nach Berlin als heute. Bis 1970 konnte man sagen, es wurde in Deutschland Jahr für Jahr besser. Egal wo: Einkommen, Strassen, öffentliche Versorgung, Benehmen, Lebenssicherheit. Dann folgte eine Zeit der Stagnation. Ab 1989 konnte man nur noch feststellen, dass es den Menschen in diesem Lande stetig schlechter geht. Jahr um Jahr. Nur, die merken das nicht. Also ob auch die Intelligenz nachlässt. Jahr für Jahr.

Ab der Agenda 2010 wuchs dann nur noch die Armut. Die Nachkriegszeit kann man heute in 4 Phasen einteilen: bis 1970 Wirtschaftswunder, bis 1989 Wohlstand, bis 2010 Rückbau, ab 2010 nun nur noch wachsende Armut. Und eine Bevölkerung der Jammerlappen, die nichts mehr zustande bringt.

Heute spielt die Musik in anderen Regionen der Welt.

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marka 20.05.2015, 14:22
113.

Zitat von bernd.stromberg
Und wieder mal einer, der nicht weiß dass Weselsky in folgenden Aufsichtsräten sitzt: Seit Mai 2008 Mitglied im Aufsichtsrat DEVK Leben Seit Januar 2009 Mitglied im Aufsichtsrat Beamtenwirtschaftsbund Seit März 2010 Mitglied im Aufsichtsrat DB Schenker Rail Deutschland AG Seit Januar 2010 Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender S-Bahn Berlin GmbH Seit Juli 2012 Mitglied im Aufsichtsrat DB Regio AG Seit September 2012 Mitglied im Aufsichtsrat Netinera Deutschland GmbH Seit Mai 2013 Mitglied im Aufsichtsrat DEVK Pensionsfonds AG Seit Juli 2006 Mitglied im Verwaltungsrat Bahn-Betriebskrankenkasse Quelle: Weselsky-Lebenslauf auf gdl.de / ueberuns Ich habe höchsten Respekt davor, wie Weselsky es schafft sich als selbstloser Robin Hood der Arbeitnehmer einzusetzen und als Heldenfigur darzustellen, und all seine Anhänger wissen nicht einmal die Grundlegendsten Dinge über ihn. Das ist vielleicht aber auch das Problem, Dumme lassen sich von Rattenfängern dann am leichtesten fangen ;-)
Aufsichtsrat? Beaufsichtigt der den Vorstand/Management? Dann ist er dort aus der Sicht eines Arbeitnehmers genau am richtigen Ort. Wie unabhängig Weselsky ist, zeigt gerade auch weil er dort streikt wo er selbst im Aufsichtsrat sitzt.

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susanb 20.05.2015, 14:24
114. Aha...

Zitat von hanfiey
Ich finde den Streik riichtig, da kommt es nun mal zu Ausfällen. Das hat jeder gewusst und trotzdem muss in der Gegend rumgefahren werden wie blöd, ein Luxusproblem.
Aha. ja, sicher. Ich habe meinen Zug schon vor sechs Wochen gebucht um in den Genuss des günstigeren Tickets zu kommen. Da war von Streik zu Pfingsten noch nichts zu ahnen. Und es ist ausgesprochen ärgerlich, dass ich - nachdem ich schon alle weiteren Hindernisse mit Mühe beseitigt habe, wie z.B. Babysitter für zwei Tage zu organisieren - jetzt auch noch die Bahn kommt und mir fast meine Geschäftsreise verpatzt hat. Es ist ärgerlich.

Aber noch ärgerlicher finde ich die Leute, die nicht betroffen sind, sich zurücklehnen und sich genüsslich und überheblich über die aufregen, die davon betroffen sind.

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jujo 20.05.2015, 14:25
115. ...

Im März hatte ich mir von HH nach B bei Sixt vorsichtshalber einen Wagen vorbestellt und auch schon Mitfahrer organisiert.
So wäre die Sache kostengünstig geworden. Da zum Glück der Zug aber fuhr, konnte ich den Wagen kurzfristig kostenlos stornieren.

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hockeyversteher 20.05.2015, 14:31
116. Meinen Sie das:

Zitat von Dr.Watson
Es ist durchaus ein Luxusproblem, nicht wesentlich darüber nachdenken zu müssen, irgendeinen Termin verkehrstechnisch einzuhalten.
Wirklich so wie es da steht?

Im Übrigen hat die DB eine gesetzliche Transportverpflichtung. Das kennt kein anderer EVU. Insofern hat der Bürger oder das abhängig auch ein Recht, transportiert zu werden. Die Bahn ist St deutlich systemrelevanter als irgend eine Bank. Sie ist wesentlicher Teil des infrastrukturellen Rückgrates unsere Gesellschaft und Schlagader der Volkswirtschaft. Was Weselsky hier abzieht ist nicht nur verantwortungslos sondern unverhältnismäßig!

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Claudia_D 20.05.2015, 14:34
117.

Zitat von steff68
Ich oute mich jetzt mal.Ich bin einer der streikenden.Wenn die Öffentlichkeit wüßte,wie die Bahn mit ihrem Fahrpersonal umgeht,dann würde sich die öffentliche Meinung ganz schnell ändern. Kommen wir zum Thema Ausbildung von Lokführern: Das versucht die Bahn gerade,aber soviel Kollegen wie in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen,kann die Bahn gar nicht ausbilden.Hinzu kommt,daß wir eine Durchfallquote von fast 75% haben.Das ist erstaunlich hoch,wo wir doch einige Experten hier im Forum haben,die diesen Beruf ja ständig abqualifizieren. Von den 25% die die Prüfungen bestehen,gehen die meisten freiwillig wieder.Es kann sich also jeder ausrechnen,was an Neueinstellungen übrig bleibt. Und zum Thema Solidarität nur mal folgendes. Das Fahrpersonal wird in vielen Dingen den anderen Mitarbeitern gegenüber ständig benachteiligt.Von Solidarität der anderen Kollegen höre ich allerdings nichts.Die wird dann ausgegraben ,wenn es mal wieder um Lohnforderungen geht.
Sie haben zumindest meine persönliche Unterstützung. Seitdem ich im Bereich Bahn ("Teilsystem Fahrzeuge") arbeite, bin ich der Ansicht, dass Tf unterbezahlt sind. Solche hochmodernen Tfz zu führen, grenzt mittlerweile an das Führen von Luftfahrzeugen. Und auch, wenn man "nur" auf einer alten Lok durch die Gegend juckelt: die Fahrdienstvorschriften der DB würde ich meinem ärgsten Feind nicht nicht wünschen. Die der anderen EVU auch nicht, die man ja dann auch noch zu verinnerlichen hat, wenn man im grenzüberschreitenden Fahrbetrieb eingesetzt wird. Das weiß echt keiner, was Ihr euch da antun müsst. Allein schon die RiL 408 (knapp 700 Seiten oder so, für Interessierte: frei im Internet downloadbar neben anderen, die jedoch nur einen Bruchteil dessen darstellen, die so ein Lokführer kennen muss), Und die ist erst der Anfang. Und dann diese ganzen Zugsicherungssysteme wie LZB, PZB und wer nicht hat, der hat noch nicht.
Streikt mal ruhig! Dass die Bahn zu teuer ist, hat nichts mit Euren Gehältern zu tun oder dem des Zugbegleit- und Rangierpersonals. Und auch nicht mit dem der ganzen FDL und Disponenten in den Betriebszentralen, die m.M. nach einen anspruchsvolleren Job machen als Fluglotsen.
Meine Unterstützung habt ihr, echt. Und wer jetzt meckert, dem empfehle ich, einmal das "Signalbuch" der DB herunterzuladen und sich anzuschauen. Die meisten sind ja schon mit der Einhaltung der Straßenverkehrsordnung überfordert. Beim "Signalbuch" ticken diese Zeitgenossen zu 100% völlig aus. Schon allein deshalb, weil man sich ZWINGEND an die Vorschriften zu halten hat, ansonsten gibt es nämlich womöglich eine Katastrophe und im besten Fall eine Zwangsbremsung - und mindestens ein nicht so nettes Gespräch mit dem Vorgesetzten :-).

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markus_wienken 20.05.2015, 14:36
118.

Zitat von eternalchii
Warum finden sich dann so viele LKW-Fahrer oder Busfahrer, die in der Regel miesere Konditionen haben und auch noch weniger Geld verdienen?
Ist dem wirklich so?
Ich kenne nur einen ehemaligen Straßenbahnfahrer, der hat relativ gut verdient und im Vergleich zu Lokführern geregelte Arbeitszeiten gehabt.

Sollte es so sein wie Sie es schreiben dann müssen Sie die LKW- und Busfahrer fragen, ich weiss es nicht.

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blackbubblegum 20.05.2015, 14:36
119.

Zitat von Claudia_D
Mit dem Auto, wie Millionen andere Deutsche tagtäglich auch?
Sie können es sich wahrscheinlich nicht vorstellen, aber es soll Leute geben, die keinen Führerschein haben oder sich schlicht und ergreifend einfach kein Auto leisten können. Und - oh Wunder - diese Leute müssen auch zur Arbeit/Uni/Schule kommen.

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