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Folgen für Hunderte Hoteliers: Thomas-Cook-Pleite beunruhigt Tourismusbranche weltwei
DPA

Thomas Cook hat Urlaub in Ländern weltweit angeboten - und in vielen ist die Sorge vor den Folgen der Insolvenz groß. Hoteliers in Griechenland, auf den Kanaren und in der Türkei fürchten um ihre Existenz.

cwokel 24.09.2019, 16:16
1. US und China

Ein Tipp an die Journalistengilde: Die chinesische Investmentfirma Fosun ist bereit zusammen mit mehreren Banken die Thomas Cook Gruppe zu übernehmen. Plötzlich fehlen noch 200 Millionen. Mehrere Sektoren aus der Tourismusbereich kratzen nochmals 100 Millionen zusammen, doch die britische Regierung ist nicht bereit, eine Garantie für den verbleibenden Betrag zu übernehmen, sondern lieber 600 Millionen für die Rückführung auszugeben. Plus die im Artikel erwähnten Folgeschäden und tausende von Angestellten auf der Straße.
UK kurz vorm Brexit, und als Hauptverbündeter USA, die einen Handelskrieg mit China führen, wobei wir wieder am Anfang meines Beitrags sind. Hat BoJo auf Wunsch seines Halbbruders Trump Thomas Cook an die Wand fahren lassen, damit die Chinesen keinen Fuss ins britische Traditionsunternehmen setzen können?

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justus65 24.09.2019, 16:17
2. Nicht immer so eine Panik

OK, wer noch auf ausstehende Zahlungen wartet, wird wohl vergeblich warten. Alle Reisen, die jetzt kurzfristig ausfallen werden wohl auch nicht stattfinden. Aber die Menschen wollen reisen, andere Veranstalter werden in die Lücke springen und Angebote machen Schon für die Wintersaison werden TUI und Co in den Startlöchern stehen. Wer die Finanzdecke nicht hat, um jetzt mal 2 Monate mit weniger Gästen auszukommen und auch sonst kein Geld bekommt, der hat in der Tat Pech, muss sich aber auch fragen lassen, was hat er in den letzten Jahren mit den Einnahmen gemacht, dass er keine Rücklagen hat und die Banken ihm nichts geben. Ich möchte auch mal wissen, wie viele in dem Chaos jetzt doppelt kassieren.

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herkurius 24.09.2019, 18:10
3. Vielleicht mal Konsumverhalten überdenken...?

Die angebliche Gastfreundschaft steht natürlich in jedem Prospekt, egal über welches Reiseland. Aber Berichte, wonach in Tunesien die Hotelgäste gefangengehalten wurden und Security sie daran hinderte, über den Strand zu fliehen (BBC), oder, weniger bekannt, dass z.B. in Mallorca von Urlaubern die Hotelkosten ein zweitesmal verlangt und ihnen auch der Heimflug verweigert wurde (https://www.mallorcazeitung.es/lokales/2019/09/23/thomas-cook-pleite-deutsche-urlauberinnen/71308.html), sollten doch nachdenklich machen. Wer auf Studienreisen und das Kennenlernen fremder Kulturen aus ist, nimmt sowieso nicht den Massenveranstalter. Was ist falsch daran, für einen Badeurlaub den Klopeiner See und für's Wandern oder sich es gut gehen zu lassen, die deutschen Mittelgebirge zu wählen - zumal behauptet wird, daß das schöne Wetter uns in unsere Breiten entgegenkommt?

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markus2boeing 24.09.2019, 20:39
4. Panik!

Zitat von justus65
OK, wer noch auf ausstehende Zahlungen wartet, wird wohl vergeblich warten. Alle Reisen, die jetzt kurzfristig ausfallen werden wohl auch nicht stattfinden. Aber die Menschen wollen reisen, andere Veranstalter werden in die Lücke springen und Angebote machen Schon für die Wintersaison werden TUI und Co in den Startlöchern stehen. Wer die Finanzdecke nicht hat, um jetzt mal 2 Monate mit weniger Gästen auszukommen und auch sonst kein Geld bekommt, der hat in der Tat Pech, muss sich aber auch fragen lassen, was hat er in den letzten Jahren mit den Einnahmen gemacht, dass er keine Rücklagen hat und die Banken ihm nichts geben. Ich möchte auch mal wissen, wie viele in dem Chaos jetzt doppelt kassieren.
Klar werden andere Veranstalter einspringen, werden aber nicht in der Lage sein, so schnell das gesamte Programm abzudecken. Dazu fehlen die Flugzeuge.
Das mit der Finanzdecke ist so eine Sache. Die Hoteliers verdienen fast ihren gesamten Jahresumsatz in der Sommersaison (Mitte Juni bis Mitte September). Thomas Cook hat noch keinen Cent für diese Zeit bezahlt. Hinzu kommt die Aussicht, dass auch in den nächsten Monaten nicht fiel laufen wird. Die Kosten sind allerdings schon entstanden. Wieviele Unternehmen kennen Sie, die den Ausfall der Einnahmen eines vollen Jahres aushalten? Für mittlere und mittelgrosse Betriebe bedeutet dies das Ende.

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nixerich 24.09.2019, 22:21
5. Einfach mal an die fleißigen Gastgeber denken

Da ich derzeit als sog. Individualtourist durch Griechenland reise, kann ich nur sagen, dass eine Vielzahl der geschädigten Hotels und Pensionen von Familien geführt werden, die gerade erst mit enormem Fleiß und unter großem Einsatz die Krise überwunden haben. Meine Hotelbetreiberin berichtete mir heute auf Nachfrage, dass sie in der Nacht zu Montag erfahren habe, dass sie die 30.000.- Euro, die ihr nach der Saison von Thomas Cook Zuständen, vergessen könne. Die Frau schuftet mit Mann und Kindern Tag und Nacht für Ihre Urlaubsgäste. Auf meine Frage, wie dies denn sein könne, erwiderte sie, es sei normal, dass Thomas Cook erst nach drei (!) Monaten die Beträge an die Vertragspartner weiterleite. Es geht hier nicht nur um die riesigen „All you can Drink Bettenburgen“ über die sich hier von allen Seiten Häme und Spott ergießen. Hier geht es um Existenzen.

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herkurius 25.09.2019, 16:10
6. Fleißige Gastgeber

Der Hotelier hat einen Vertrag mit Thomas Cook. Es ist weder in Deutschland hinter dem Bahnhof, noch in Mallorca, noch in Tunesien rechtens, irgend welche Touristen von bewaffneten Security-Mitarbeitern auf dem Hotelgrundstück einzusperren (Tunesien), noch ein Ehepaar mit einem Baby auf die Straße zu jagen, noch die Zimmertüren elektronisch zu sperren und die "Gäste" nicht mehr an ihre Besitztümer, z.B. Kreditkarten in Zimmersafes, zu lassen (www.mallorcazeitung.es, viele Fälle), einfach weil eine englische Firma ihre Rechnungen nicht zahlt und man sich für seine Finanznot von irgend welchen wehrlosen Familien entschädigen lassen möchte.

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olafbachmann 25.09.2019, 22:38
7. was ich nicht verstehe...

...seit ueber einem Jahr gab es regelmaessig Zeitungsberichte, dass Thomas Cook an der Grenze zum Bankrott sei. Nur acht Monate ist es her, dass ich dachte Thomas Cook waere bereits aus dem Geschaeft. Liest den niemand mehr die Zeitung. Da buche ich doch nicht mit Vorkasse. Es sind doch alle so schlau und wissen um der Mittel, die das Internet zur verfuegung stellt. Bei jedem Bisschen das man in Internet kauft werden Bewertungen gelesen und Empfehlungen vergliechen. Bei Reiseburos nicht? Ich meine Tausende von Menschen buchen bei einer Firma, die auf der Klippe steht? Ich verstehe das nicht. Wirklich nicht.

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