Forum: Reise
Führung von Berliner Obdachlosen: Stadt von ganz unten
Robert Ackermann

Sie kennen die verborgenen Winkel und die großen Plätze: Obdachlose wissen oft mehr über ihre Stadt als andere Einheimische. In Berlin bieten sie jetzt Touren durch ihre Viertel an. Das Projekt soll Barrieren abbauen - doch das funktioniert nicht immer.

susuki 04.08.2013, 07:28
1. Gut, aber...

ich will wissen wie es sich anfüllt auf Pappe zu liegen!

Ich will doch keine Sprachbausteine an Plätzen serviert bekommen...

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ldg 04.08.2013, 08:26
2. Böse

My God what a mean psychorigid journalist you are. The guy used to be homeless and the project is currently developing, that doesn't make the initiative and the content less interesting, why talk about them as if they robbed your wallet and if it was a matter of professionnal probity ?

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pimpflegionaer 04.08.2013, 10:16
3. Zusatzreiseführer

Im Buch "Berlin unzensiert" stehen die ganzen Zusammenhänge die Berlin von unten zusammenhalten.

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spon-3z1-gbjr 04.08.2013, 10:20
4. Auch in Hamburg!

Das großartige Hamburger Strassenmagazin Hinz&Kunzt bietet auch solch eine Stadtführung an - Nebenschauplätze genannt!

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janne2109 04.08.2013, 11:29
5. !!

Zitat von susuki
ich will wissen wie es sich anfüllt auf Pappe zu liegen! Ich will doch keine Sprachbausteine an Plätzen serviert bekommen...

nein - ich möchte nicht in die Verlegenheit kommen anzufühlen, ich finde es auch daneben solche Touren zu machen, sie dienen nur dem Verdienst derer die meinen eine Marktlücke gefunden zu haben.

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#Nachgedacht 04.08.2013, 11:43
6. Vermarktung statt Vermeidung!

Es ist eine dieser perversen Vermarktungsstrategien der Armut.
Einer hat eine Wohnung und darf mit H-IV zeigen wo die Armut zu "Hause" ist. Dabei wird ausgeblendet das Armut die öffentlich ist, nur ein kleiner Teil ist.
Man braucht keine Führung um Armut zu sehen!
Wichtiger als die Hinweise (Pfandflaschen/Kleidung) wäre doch mehr direkt hin zu schauen. Wie geht es dem Kollegen, Nachbarn oder Freunden.
Wenn Exsistentsorgen nicht mehr überhört werden, wenn man bereit ist ohne andere zu bevormunden zu helfen, kann oft im Ansatz Vermeidung erreicht werden.
So lange an wichtigen sozialen Positionen Menschen sitzen die ihre Macht dazu missbrauchen Hilfe zu verwehren und dafür keinerlei Sanktionen befürchten müssen, wird das Problem nicht bei den Wurzeln gepackt.
Wenn Menschen sich scheuen Hilfe in Anspruch zu nehmen, weil sie um ihre Würde fürchten müssen, weil sie nicht als Mensch sondern als Versager betrachtet werden, ist alles andere nur ein Versuch moralischer Rechtfertigung!

Das seit der Agenda 2010 die Vermarktung zunehmend gesellschaftsfähig geworden ist, war gewollt und zeigt nur einmal mehr die dahinter stehende Menschenverachtung. Sie wird von keiner "klassischen" Partei angeprangert.
Ein Blick auf Konstrukte von gGmbH und gemeinnützigen Vereinen ist manchmal hilfreich.
Wenn heute Unternehmen dafür ausgezeichnet werden, weil sie Tafeln etc. unterstützen, während gleichzeitig prekäre Arbeitsverhältnisse geschaffen werden oder das sonstige Handeln nichts von sozial erkennen lassen ist das zu tiefst beschämend für eine intelligente Spezies.

Der Wohlstand einer Gesellschaft sollte sich an de vorhandenen Armut messen. Leider hat man es geschafft, dies beeits jetzt zu boykottieren indem man Statistiken beschönigt.
#Nachgedacht

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daldner 04.08.2013, 12:19
7. Gute Führungen zu machen

und frei vor Leuten zu reden kann man nicht "eben mal so". Das ist typsich Deutsch: einerseits lässt man eine Brotverkäuferin 3 Jahre lernen, andererseits soll, wenn es opportun ist, jeder Hartzer mal eben so einen Job machen - natürlich für eine "Aufwandsentschädigung" und nicht etwa für einen Lohn. Aber anscheinend findet sich keiner. Dumm gelaufen für die Sozialromantiker.

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MarieBerlin 05.08.2013, 23:07
8. Sehr hohes Ross

1. Die Tour ist super. Ich habe einen sehr bunten Freundes- und Bekanntenkreis, da gehören 'Lebenskünstler' und Harz IV Empfänger dazu, mache selbst Freiwilligenarbeit in sozialen Einrichtungen, trotzdem habe ich was gelernt und meine Stadt nochmal anders vor Augen geführt bekommen. Super Initiative und unbeding unterstützenswert.
2. Robert Ackermann ist wohl der einzige Spiegel Schreiberling, der nicht die Verkäuferin beim Starbucks beim Namen kennt wo er täglich seinen 4,80€ Macchiato zieht sondern stattdessen den lokalen Motzverkäufer, dem er die 2€ Differenz zum Filterkaffe in die Hand drückt. Anders kann ich dieses zynisch-distanzierte Rumkritisieren - von einem sehr hohen Ross herab- nicht erklären.
3. Marktlücke??? Wer nur ein wenig Ahnung hat weiss das solche Projekte sich nicht mal mit 100n unbezahlten Stunden von Freiwilligen tragen.
4. Schade, dass viele ihr Weggucken moralisch begründen - es müßten ja alle Obdachlose Berlins ständig in Gespräche involviert sein und neue Klamotten gebracht bekommen wann man hier liest wie viele angeblich 'besser' sind und eine solche Konfrontation mit der Lebensrealität der Obdachlosen nicht brauchen. Schreibt doch bitte einfach dass Euch egal sind, wäre ehrlicher.

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pebcac 05.08.2013, 13:23
9. Übrigens

"[...]Obdachlosigkeit im “klassischen Sinne” ist ein soziales Problem, von dem überwiegend Männer betroffen sind[...]"
Obdachlosigkeit – Ein “männliches Schicksal” | Kritische Wissenschaft - critical science

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