Forum: Reise
Gibara auf Kuba: Touristen, bitte kommen! Oder lieber nicht?
Martin Cyris

Lange war Gibara ein Geheimtipp: Nun will die kubanische Regierung die Kleinstadt zum Touristenmagnet machen. Die Bewohner blicken dem zu erwartenden Geldsegen mit gemischten Gefühlen entgegen.

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keiler70 24.11.2017, 07:06
1. zum Touristenmagnet machen?

Hab ich bei der Rechtschreibreform schon wieder was nicht mitbekommen? Oder heißt es hoffentlich immer noch "zum Magneten machen"? In einem anderen Artikel auf SPON zeigt einer "auf den Elefant"..Leute, das ist Euer Handwerkszeug!!!!

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Lagrange 24.11.2017, 07:13
2.

Also ich kan Kuba als Reiseöand nur sehr bedingt empfehlen - man fühlt sich schon krass ausgenommen von der Regierung (Auzo, Benzin, Unterkunft, ...) und wir haben in dem Land häufig auch nicht Wilkommen gefühlt - echt schade!

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muellerthomas 24.11.2017, 09:05
3.

Zitat von Lagrange
Also ich kan Kuba als Reiseöand nur sehr bedingt empfehlen - man fühlt sich schon krass ausgenommen von der Regierung (Auzo, Benzin, Unterkunft, ...) und wir haben in dem Land häufig auch nicht Wilkommen gefühlt - echt schade!
Das kann ich so nicht bestätigen. Die Menschen fanden wir ausgesprochen freundlich und die Unterkünfte (Casa particulares) auch nicht teuer. Es ist eher die Frage, für welche Urlauber Kuba gut geeignet ist. Wer Strandurlaub sucht und die die Karibik will, ist vermutlich in der Dom Rep besser aufgehoben. Wer spektakuläre Sehenswürdigkeiten in Mittelamerika sucht, ist besser in Mexiko aufgehoben. Wer aber morbiden Charme mag und an den Komfort nicht die höchsten Ansprüche stellt, soltle Kuba noch erleben, bevor es so ist, wie die anderen Karibikinseln.

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breizh44 24.11.2017, 09:34
4. So ist es

Zitat von muellerthomas
Das kann ich so nicht bestätigen. Die Menschen fanden wir ausgesprochen freundlich und die Unterkünfte (Casa particulares) auch nicht teuer. Es ist eher die Frage, für welche Urlauber Kuba gut geeignet ist. Wer Strandurlaub sucht und die die Karibik will, ist vermutlich in der Dom Rep besser aufgehoben. Wer spektakuläre Sehenswürdigkeiten in Mittelamerika sucht, ist besser in Mexiko aufgehoben. Wer aber morbiden Charme mag und an den Komfort nicht die höchsten Ansprüche stellt, soltle Kuba noch erleben, bevor es so ist, wie die anderen Karibikinseln.
Ich komme gerade aus Kuba zurück und ich werde sicher nicht das letzte Mal dort gewesen sein. Wir sind im Leihwagen quer durchs Land gefahren, von Vignales bis Baracoa, und haben ausschließlich bei Privatleuten gewohnt, was mit Airbnb sehr gut funktioniert. Wir haben uns immer willkommen gefühlt und viele warmherzige Menschen kennengelernt. Das liegt aber vielleicht auch daran, daß wir uns bemüht haben, mit unseren rudimentären Spanischkenntnissen auf die Menschen zuzugehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Kuba ist trotz zunehmendem Tourismus immer noch recht ursprünglich geblieben, vor Allem außerhalb der größeren Städte.

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pom_muc 24.11.2017, 09:49
5.

Zitat von muellerthomas
Das kann ich so nicht bestätigen. Die Menschen fanden wir ausgesprochen freundlich und die Unterkünfte (Casa particulares) auch nicht teuer. Es ist eher die Frage, für welche Urlauber Kuba gut geeignet ist. Wer Strandurlaub sucht und die die Karibik will, ist vermutlich in der Dom Rep besser aufgehoben. Wer spektakuläre Sehenswürdigkeiten in Mittelamerika sucht, ist besser in Mexiko aufgehoben. Wer aber morbiden Charme mag und an den Komfort nicht die höchsten Ansprüche stellt, soltle Kuba noch erleben, bevor es so ist, wie die anderen Karibikinseln.
Tatsächlich lohnt es sich auf Kuba zu sehen wohin staatliche Planwirtschaft führt und was es mit den Menschen macht.

Zum Beispiel der beschriebene Zusammenhalt der typisch ist für Menschen die mit permanenter Mangelversorgung konfrontiert sind in der man nur über gut ausgebaute Netzwerke an die begehrten Güter kommt.

Man sieht auf Kuba auch noch Servive-Personal wie früher die berüchtigten DDR-Cafe-Bedienungen. Leute die nicht verstanden haben dass ihre Verhalten in Form von Trinkgeld belohnt wird.

Besonders krass fällt das auf wenn man auf frisch eingestelltes Personal trifft das den Kunden z.B. an der Pool-Bar nicht bedient weil man ein Flirt-Schwätzchen mit der Touristin für wichtiger erachtet. Oder die Getränke-Bestände nicht auffüllt weil der Kunde mit dem zufrieden sein soll was noch da ist. Typisch sozialistische Einstellung.
Das erfahrene Personal hat dann schon Freundlichkeit und Aufmerksamkeit als Bestandteil der Dienstleistung verinnerlicht und verstanden dass westliche Touristen nicht ein über den Tag immer weiter reduziertes Angebot akzeptieren nur weil ein Angestellter zu faul ist ein paar Kisten aus dem Keller zu holen und den Bestand zeitnah aufzufüllen.

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ambulans 24.11.2017, 11:19
6. >breizh44 (#4, oben),

Zitat von breizh44
Ich komme gerade aus Kuba zurück und ich werde sicher nicht das letzte Mal dort gewesen sein. Wir sind im Leihwagen quer durchs Land gefahren, von Vignales bis Baracoa, und haben ausschließlich bei Privatleuten gewohnt, was mit Airbnb sehr gut funktioniert. Wir haben uns immer willkommen gefühlt und viele warmherzige Menschen kennengelernt. Das liegt aber vielleicht auch daran, daß wir uns bemüht haben, mit unseren rudimentären Spanischkenntnissen auf die Menschen zuzugehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Kuba ist trotz zunehmendem Tourismus immer noch recht ursprünglich geblieben, vor Allem außerhalb der größeren Städte.
kann ihnen und ihrem vorredner nur zustimmen - wenn man sich mit ein bisschen respekt auf land und leute einlässt, lernt man ziemlich viel nettes kennen. angst wie in einigen nachbarländern/-inseln muss man nicht haben; ein wenig übliche vorsicht reicht aus. die kosten sind auch moderat; wer privates engagement (z.b. leihautos, paladares, etc.) zu schätzen weiß - also kein ausgesprochener all inclusive-tourist ist - kommt mit den kubanern, die meist wirklich nett und hilfsbereit sind, gut klar. in sachen verständigung: englisch können wegen verwandschaft in den USA fast alle, deutsch ist bei jung und alt (s. DDR) durchaus ein thema, und grundkenntnisse in spanisch (24 std.-kurs) kann man sich ja während der flugreise aneignen - der versuch zählt. richtig kubanisches spanisch ist dann mehr ein fall für kenner ... mfg, dr. ambulans (alle kassen)

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ambulans 24.11.2017, 11:21
7. >breizh44 (#4, oben),

kann ihnen und ihrem vorredner nur zustimmen - wenn man sich mit ein bisschen respekt auf land und leute einlässt, lernt man ziemlich viel nettes kennen. angst wie in einigen nachbarländern/-inseln muss man nicht haben; ein wenig übliche vorsicht reicht aus. die kosten sind auch moderat; wer privates engagement (z.b. leihautos, paladares, etc.) zu schätzen weiß - also kein ausgesprochener all inclusive-tourist ist - kommt mit den kubanern, die meist wirklich nett und hilfsbereit sind, gut klar. in sachen verständigung: englisch können wegen verwandschaft in den USA fast alle, deutsch ist bei jung und alt (s. DDR) durchaus ein thema, und grundkenntnisse in spanisch (24 std.-kurs) kann man sich ja während der flugreise aneignen - der versuch zählt. richtig kubanisches spanisch ist dann mehr ein fall für kenner ... mfg, dr. ambulans (alle kassen)

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breizh44 24.11.2017, 13:20
8. Stimmt auch

Zitat von pom_muc
Tatsächlich lohnt es sich auf Kuba zu sehen wohin staatliche Planwirtschaft führt und was es mit den Menschen macht. Zum Beispiel der beschriebene Zusammenhalt der typisch ist für Menschen die mit permanenter Mangelversorgung konfrontiert sind in der man nur über gut ausgebaute Netzwerke an die begehrten Güter kommt. Man sieht auf Kuba auch noch Servive-Personal wie früher die berüchtigten DDR-Cafe-Bedienungen. Leute die nicht verstanden haben dass ihre Verhalten in Form von Trinkgeld belohnt wird. Besonders krass fällt das auf wenn man auf frisch eingestelltes Personal trifft das den Kunden z.B. an der Pool-Bar nicht bedient weil man ein Flirt-Schwätzchen mit der Touristin für wichtiger erachtet. Oder die Getränke-Bestände nicht auffüllt weil der Kunde mit dem zufrieden sein soll was noch da ist. Typisch sozialistische Einstellung. Das erfahrene Personal hat dann schon Freundlichkeit und Aufmerksamkeit als Bestandteil der Dienstleistung verinnerlicht und verstanden dass westliche Touristen nicht ein über den Tag immer weiter reduziertes Angebot akzeptieren nur weil ein Angestellter zu faul ist ein paar Kisten aus dem Keller zu holen und den Bestand zeitnah aufzufüllen.
Wenn man die frühere DDR noch gekannt hat, kann man in Kuba durchaus so manches Déjà-vu erleben, das ist richtig. Wenn man z.B. im Restaurant von der Bedienung zum ausgewählten Gericht mit ungerührter Miene "No hay" zur Antwort bekommt, und zum Alternativgericht ebenso, und zum Dessert dann auch. Oder wenn man eineinhalb Stunden nach einer Tankstelle sucht, die gazolina especial hat. No hay wurde auf unserer Reise zum geflügelten Wort. Aber wenn man's mit Humor nimmt, zählt es später zu den unvergesslichen Urlaubserlebnissen.

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Seraphan 24.11.2017, 14:33
9.

Man möchte ihnen zurufen Tut es nicht! aber, wie überall auf der Welt, das Geld wird gewinnen. Das ist schade.

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