Forum: Reise
Hotel Reichshof in Hamburg: Verlebt, aber herzlich
Almut von Pusch

Der Hamburger Reichshof öffnete vor respektablen 104 Jahren, als größtes Hotel Deutschlands. Seither hat sich in seinem Inneren wenig getan. Nun schließt das Traditionshaus. Ein letzter Besuch.

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woodeye 16.05.2014, 09:00
1. Die meisten Hotels gegenueber dem HBF Hamburg,

und auch jene dahinter, sind laengst in orientalischer Hand. Vielleicht versuchen es die Deutschen mal umgekehrt, in Bahnhofsgegenden nahoestlicher Grossstaedte: Null Chance, soweit im Vorab.

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amikino 16.05.2014, 09:33
2. “ab genuckelt”,

In Deutschland ist solch ein Hotel “ab genuckelt”, in Italien nennt man so etwas “Nostalgisch” und ist Standard in den Großstädten aber auch auf dem Lande.

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seevetaler 16.05.2014, 09:44
3. Schade,

dass heutzutage auf ein solch besonders wertvolles Hotel verzichtet wird, das ein Zeit zeigt, die im 20. Jhd jungfräulich war und etwas zeigte, das man in heutigen Hotels nicht findet: Die Freude und Erwartung auf ein neues Jahrhundert voller Möglichkeiten, Freiheiten und die Freude auf die Zukunft. Was dann geschah, davon kann das Hotel, spräche es und wir hörten es, eine unzählige Menge von Geschichten schreiben!
Hätte ich das Geld, würde ich das Hotel Maritim wegschnappen und mit Herrn Adamczyk es aufrechterhalten!!!!!

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dreamdancer2 16.05.2014, 10:13
4. optional

Die Zimmer im Retro-Look aber mit moderner Technik (Sanitär, Kommunikation) grundrenovieren, aber dabei den Character des Hauses erhalten... klar, kostet, aber ich denke, auf lange Sicht könnte sich das lohnen.
Wenn ich so an die modernen Null-Acht-Fuffzehn Business-Hotels denke, dann zeigen die Bilder hier jede Menge mehr Charme und Atmosphäre.

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ruewe 16.05.2014, 10:17
5.

Ich habe dort häufig zu Mittag gegessen. In der grossen Halle war es richtig schön.

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l3m0nh34d 16.05.2014, 10:26
6. Ich persönlich

übernachte nicht gerne in Hotels. Selten Charme, teilweise überzogene Preise (winziges Zimmer im Hilton für 300€, dagegen großes Zimmer in Pension mit ähnlicher Ausstattung für 30€).
Wenn ich mir allerdings die Fotos des Maritims anschaue, dann überkommt mich sogar die Lust, Urlaub in diesem Hotel zu machen. Klar erwarten die Gäste heutzutage WiFi und Flatscreen, da nehme ich mich nicht aus. Eine Renovierung sollte daher mit Fingerspitzengefühl erfolgen, sonst reiht es sich in die Riege der gesichtslosen Hotels ein und die Stadt ist um eine Sehenswürdigkeit ärmer.

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Stronius 16.05.2014, 11:02
7. Muffig oder nostalgisch?

In Deutschland wird so etwas als "muffig" und abgenutzt bezeichnet und am Ende abgerissen und weggeworfen.
In anderen Ländern ist das "historisch" oder "nostalgisch" und wird weiter gepflegt und vermarktet. Mir fällt das vor allem das Elsass oder UK ein.
Haben wir in Deutschland durch die Zerstörungen im 2.WK eigentlich nicht viel zu wenig davon?

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hhismanic 16.05.2014, 12:01
8. Abrissstadt Hamburg

In Deutschland sollten wir doch froh sein, wenn noch etwas Architektur dem Bombardement entgangen ist. Aber gerade in Hamburg scheint es Tradition zu sein, alte Zöpfe einfach abzuschneiden oder gering zu schätzen.

Das begann schon mit dem Abriss des Doms aus dem 13. Jahrhundert. 1805 hatte das altehrwürdige Gotteshaus ausgedient und wurde abgerissen, das Inventar verscherbelt. Böse Zungen behaupten bis heute, der große Hamburger Brand von 1842 kam durchaus gelegen, um das zu kleine Rathaus verschwinden zu lassen und Platz für einen repräsentativen Bau zu schaffen. An der Brandstwiete wurde ein historisches Gebäudes abgerissen, als Alibi für das offenkundig nicht vorhandene Geschichtsbewusstsein integrierte man das Eingangsportal in den Neubau. Eine architektonische Vergewaltigung. Der Hamburger Michel, immerhin eines der Wahrzeichen der Stadt, verschwand hinter einem schicken Neubau. Die Liste ließe sich fortsetzen.

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horster656 16.05.2014, 12:07
9. Grundsätzlich war es schön, aber zu runtergekommen

Ich hatte letztes Jahr dort nicht das Glück in einem renovierten Zimmer zu wohnen. Es war wirklich eine Zumutung, welliger Teppich, Tapete blätterte ab, schwarze Ränder überall, im Bad eine verrostete Duschwanne mit ekligen Rändern. Ich hab erst das dritte Zimmer welches mir angeboten wurde überhaupt bezogen. Das Personal tat mir wirklich leid, dort arbeiten zu müssen.

Ein Unding, dass man ein von Stil und Lage so herrliches Objekt dermaßen hat runterkommen lassen.

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