Forum: Reise
ICE versus TGV: Deutsche Bummel-Bahn
Julian Stratenschulte/ DPA

Theoretisch könnte der ICE der der Deutschen Bahn mit bis zu 300 km/h durchs Land rasen. Tatsächlich schleicht er die meiste Zeit über die Gleise. Der Vergleich mit dem französischen TGV zeigt die Gründe.

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haarer.15 15.04.2019, 11:18
110. Mangelnder Wille, was zu ändern

Deswegen werden wir Ländern wie Frankreich und Japan immer hinterherhinken. Dort wurden die Weichen einfach anders und besser gestellt mit einem eigenen Streckennetz für Hochgeschwindigkeitszüge. Mit unserem Bahn-Flickenteppich, der auch noch kostenintensiv ist, bleiben wir zurück. Die Bevölkerungsdichte kann als Entschuldigung da nicht wirklich herhalten. Unsere Verkehrs-Infrastruktur - so bringt man sie jedenfalls nicht auf Vordermann. Hier sieht die Bahn vs. unsere Politik einmal mehr wieder alt aus.

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thorgur 15.04.2019, 11:21
111. Mir graust vor dernächsten Bahnfahrt

Bin kein regelmäßiger Bahnfahrer aber hier mal meine Zusammenfassung meiner letzten beiden Reisen Aachen Stuttgart dieses Jahr:
- 2 mal ca. 30 Minuten Verspätung (das war die erste Reise, quasi noch optimal nach Bahnstandard)
- 1 RB gecancelt, SEV kam nicht, persönlich mit Auto zum nächsten Bahnhof gedüst, um Anschluss zu bekommen
- 1 ICE Verbindung gecancelt wegen technischer Probleme (das wäre die Super schnelle Verbindung

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bartsuisse 15.04.2019, 11:22
112. jedes Land braucht sein Konzept

Frankreich braucht Bahnen, die schnell nach Paris fahren. Das lange, dicht besiedelte Italien braucht schnelle Nord Süd Verbindungen, die Schweiz eine hochfrequentierte Bahn und gute NordSüd Transit Achsen. Alle haben ihr Ziel erreicht. Das Konzept Deutschlands gibt es schlicht NICHT. Weder schnell, noch pünktlich feinverteilt und schon gar keine hohe Frequenz ( nicht mal 50% der Schweiz). Vom Güterverkehr gar nicht zu sprechen. Dass man in Deutschland von HG spricht ist ein schlechter Witz

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mullertomas989 15.04.2019, 11:23
113. Dichte Besiedelung??

Klar, Deutschland ist dicht besiedelt, das bestreitet niemand. Aber anders, als viele Bahn-Manager und auch SPON-Kommentatoren das gerne darstellen, ist das mitnichten ein Grund gegen mehr Nonstop-Verbindungen! Natürlich sollen in Kassel, Würzburg und Bielefeld weiterhin stündlich ICEs halten. Aber man sollte eben ZUSÄTZLICH auch Sprinter zwischen den Endbahnhöfen fahren lassen (etwa als 7er-Einheit). Diese Züge gilt es anzuschaffen und dann am besten auch noch Tangenten um solch kleinere Städte herumzubauen. Dann müssen die Sprinter nicht von 300kmh runterbremsen.....

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SusiWombat 15.04.2019, 11:23
114. Man müsste halt klar entscheiden

Die Politik müsste entscheiden, wie die Mobilität in Deutschland gestaltet sein soll. Das tut sie aber nicht, sie macht das, was die Wirtschaft jeweils diktiert. Das führt dann irgendwie zu halbgaren Situationen. Wir haben ein paar Hochgeschwindigkeitszüge gekauft, dann werden vielleicht oder auch nicht ein paar Strecken modernisiert, garniert mit dem einen oder anderen Prestigeprojekt - ein echtes Konzept ist dabei nicht erkennbar.

Ja, Frankreich kann Hochgeschwindigkeitszüge. Zur Geografie, zur Bevölkerungsverteilung und zum gelebten Zentralismus passt das dortsehr gut. Die Schweiz hat keine Hochgeschwindigkeit aber verlässliche Verbindungen, püntkliche Ankunft. Das passt dort ebenfalls zu Geografie, Bevölkerungsverteilung und Kultur.

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dont_think 15.04.2019, 11:23
115.

Zitat von markus_wienken
Sicher. Nur dass der Transrapid viel zu teuer ist und sich nicht mal ansatzweise wirtschaftlich betreiben lässt. Konventionelle Schnellstrecken sind erheblich preiswerter.
Siemens war der TR nicht zu teuer. Und unwirtschaftlicher als die Bahn geht bis auf BER und BW nicht.

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kumi-ori 15.04.2019, 11:24
116.

Zitat von markus_wienken
Sicher. Nur dass der Transrapid viel zu teuer ist und sich nicht mal ansatzweise wirtschaftlich betreiben lässt. Konventionelle Schnellstrecken sind erheblich preiswerter.
Ich halte den Transrapid für eine Lösung, über die man nachdenken sollte. Aber nicht so, wie die CSU es wollte, als Straßenbahn von München nach Erding, sondern für ein Streckennetz mit Abständen von mindestens 400 Kilometer, also München, Frankfurt, Köln, Hamburg und Berlin, und von da aus dann weiter nach Mailand, Paris, Amsterdam, Kopenhagen und Warschau. Und nein, in der Bischofsstadt Fulda und in Montabaur sollte der Transrapid dann nicht halten, auch wenn Montabaur natürlich auch wichtig ist.

Zur Frage der Kosten muss ich sagen, dass wir so viel Geld ausgeben, für Dinge, die nicht funktionieren, dass wir hier ruhig mal etwas investieren können. Für das Geld, das der Willy-Brandt-Flughafen, der nie in Betrieb gehen wird, bereits verschlungen hatte, wäre man schon ein ganzes Stück weit mit der Transrapid-Strecke gekommen. auf den Autobahnen zahlen wir jedes Jahr viele Milliarden für Baustellen ohne je zu hinterfragen, ob das wirtschaftlich ist. Und der Flickenteppich beim Netz der konventionellen Bahn ist zwar auf den ersten Blick billiger, aber nicht wirtschaftlich, weil die Bahn unzuverlässig und daher in vielen Segmenten nicht akzeptabel ist.

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DerBlicker 15.04.2019, 11:25
117. Armutszeugnis

Die Ausreden der Deutschen Bahn sind langsam unerträglich, wieso fährt der TGV auf seinem Weg nach Paris zwischen Stuttgart und Bruchsal laut Diagramm nicht wenigstens Tempo 250 auf der Neubaustrecke und stattdessen nur knapp 200? Warum überhaupt bummelt die Bahn auf dieser Strecke ständig mit dem ICE mit 250 herum, obwohl die Strecke für 280 zugelassen ist?

Dieses ganz lahme Spargehabe der Deutschen Bahn ist unerträglich und nicht mehr akzeptabel. Die Züge müssen endlich die maximal zulässige Geschwindigkeit fahren, und zwar immer und überall.

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eggshen 15.04.2019, 11:26
118. So ist es...

Zitat von redepest
man sollte auch erwähnen, dass Frankreich erheblich dünner besiedelt ist als Deutschland. Zudem würden neue Trassen und weiträumige Umfahrungen sofort hunderte von Bürgerinitiativen auf den Plan rufen, die die Trasseführung überall, nur nicht bei sich haben wollen. Viel Spass damit! Da erscheint dann der deutsche Kompromiss nicht mehr ganz so dusselig.
https://www.schaumburger-wochenblatt.de/artikel/2019-02-02-die-zerschneidung-ist-zu-vermeiden

Keine neuen Bahntrassen, keine Windräder, keine Stromtrassen, keine Erdkabel, ...
Vermutlich würde an dieser Verweigerungshaltung auch der Wohnungsbau scheitern (so er denn stattfinden würde...).

In einem anderen Forum schrieb jemand mal, er wolle keine 'Zustandsstörer'. Das scheint bedauerlicherweise wohl die innere Haltung vieler Menschen in D zu sein.

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TillKorten 15.04.2019, 11:27
119. Deshalb sind Sie Journalist und kein Verkehrsplaner

Dieser Artikel ist so übersimplifiziert, dass er zwar faktisch korrekt aber sachlich komplett falsch ist. In Frankreich leben fast 20% der Bevölkerung im Großraum Paris und auch der Rest verteilt sich auf wenige große Küstenstädte. Da ergibt so eine sternförmige Vernetzung ohne Zwischenhalte Sinn. In Deutschland ist die Bevölkerung viel gleichmäßiger verteilt. Da wäre es ineffizient, ungerecht und teuer nur wenige Städte per Hochgeschwindigkeitsnetz zu verbinden. Diese Tatsache haben Sie zwar erwähnt, aber mMn viel zu wenig beachtet - verständlich, da es sonst ja keinen Artikel wert gewesen wäre...

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