Forum: Reise
ICE versus TGV: Deutsche Bummel-Bahn
Julian Stratenschulte/ DPA

Theoretisch könnte der ICE der der Deutschen Bahn mit bis zu 300 km/h durchs Land rasen. Tatsächlich schleicht er die meiste Zeit über die Gleise. Der Vergleich mit dem französischen TGV zeigt die Gründe.

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enfield 15.04.2019, 12:02
140. hmm

Zitat von kumi-ori
Ich halte den Transrapid für eine Lösung, über die man nachdenken sollte....
Also ich bin froh, dass nun seit geraumer Zeit dieses Nachdenken beendet wurde und es zu diesem Thema nichts mehr nachzudenken gibt :)
Eine Großbaustelle weniger....voller Fokus auf das, was funktionieren kann, hier und jetzt und in absehbarer Zukunft. Und die Basis dafür ist nun mal die Infrastruktur, die schon besteht. Das war und ist doch gerade das Problem mit der Bahn....die Investitionen in Ausbau der Infrastruktur sind immens, erstrecken sich über Dekaden und bieten keinen direkten RoI. Wer Transrapid, Hyperloop oder sonstwas haben will, soll sich gefälligst Investoren suchen und/oder sein Konto plündern und ein privatwirtschaftliches Unternehmen dafür gründen und ab dafür...Ich wünsche viel Glück und kaufe auch als einer der ersten dann nen Ticket, sollte mich bis dahin nicht die Altersarmut erwischt haben.

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sk71 15.04.2019, 12:07
141.

Es ist schon mehrfach erwähnt worden, trotzdem nochmal: in einem zentralistischen, auf die Hauptstadt völlig fixierten Land wie Frankreich ist Zugfahren super, wenn man a) TGV fährt und b) als Reiseziel den TGV-Bahnhof hat. Schon die Weiterfahrt z.B. von Lyon nach Orange im “normalen” Zug zeigt die Grenzen des Systems auf, was Fahrtfrequenz, Komfort und weitere Anbindung betrifft. Zu b): steigen Sie mal in Avignon TGV aus. Ein Bahnhof in der Diaspora, nur mit Mietwagen bzw. für Abholer mit PKW sinnvoll.
Tatsächlich leistet die DB da etwas vollkommen anderes. Im Vergleich zu F ist vielleicht an jedem Zwetschgenbaum Haltestelle. Aber man kommt wenigstens zu dem Zwetschgenbaum hin.

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g_bec 15.04.2019, 12:07
142. Wozu?

Zitat von mullertomas989
Klar, Deutschland ist dicht besiedelt, das bestreitet niemand. Aber anders, als viele Bahn-Manager und auch SPON-Kommentatoren das gerne darstellen, ist das mitnichten ein Grund gegen mehr Nonstop-Verbindungen! Natürlich sollen in Kassel, Würzburg und Bielefeld weiterhin stündlich ICEs halten. Aber man sollte eben ZUSÄTZLICH auch Sprinter zwischen den Endbahnhöfen fahren lassen (etwa als 7er-Einheit). Diese Züge gilt es anzuschaffen und dann am besten auch noch Tangenten um solch kleinere Städte herumzubauen. Dann müssen die Sprinter nicht von 300kmh runterbremsen.....
Wozu Milliarden für solche Verbindungen raushauen und ein paar Minuten Fahrzeit sparen, für die es keinen wirklichen Bedarf gibt? Es gibt keine Tausenden Menschen, die HH-M oder B-FFM regelmäßig bedürften. Es rechnete sich schon auf den heutigen Strecken nicht und Sie wollen noch Extra-Trassen?
Ja, HH-M in drei Stunden mag toll klingen, aber der Bedarf ist nicht in ausreichendem Maße da. Das Geld dafür sollte doch besser auszugeben sein.

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bartsuisse 15.04.2019, 12:10
143. patou - Rennes und Bordeaux

sind natürlich grösser als Freiburg, aber es ändert natürlich nichts an der lausigen Performance der DB

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der_anonyme_schreiber 15.04.2019, 12:10
144.

Zitat von mg0031
Da frage ich mich schon warum man da, wie auch beim Strom, nicht einfach vorhandenen Trassen, z.B die Autobahnen, nutzt. In Wuppertal hat man das jedenfalls vor 100 Jahren schon besser gelöst.
Das tut man ja wo möglich.
Aber:
- Der Platz neben der Autobahn gehört jemandem und fällt teilweise weg. Insbesondere wenn da irgend ein seltener Frosch wohnt.
- drunter oder drüber ( wie in Wuppertal): Kosten und technische Themen. Tempo 30 in einem 20km -Netz ( jetzt einfach geschätzt) ist sicher was anderes wie Tempo 300 auf 10.000km.
- die Topographie: Das Auto schafft Steigungen und Kurvenradien, die ein Zug, noch dazu ein Hochgeschwindigkeitszug, nicht schafft. Im Gegen satz zu den Stromkabeln. Die meisten Autobahntrassen sind nicht "Hochgeschwindigkeitsgeeignet"

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kpschulz 15.04.2019, 12:13
145. Innovation braucht Infrastruktur und politische Entscheidungsfähigkeit

Mich irritiert schon länger das allgemeine Bahnbashing. Dabei trägt die Bahn bis auf organisatorische und Managementdefizite im Grundsatz sehr wenig Verantwortung für ihre Misere. Um Innovation strukturell zu implementieren bedarf es politisch geeigneter Entscheidungen, die in Deutschland in hohem Maße fehlen bzw. von Partikularinteressen - man kann auch sagen lokaler Egoismen - torpediert werden.
Dass die deutsche Technik grundsätzlich innovationsfähig ist beweist der Siemens Velaro täglich auf seinen 320km/h Fahrten von Strasbourg nach Paris.
Interessant ist dabei die grundsätzlich verschiedene Denkweise von Franzosen und Deutschen. Während der TGV und die Liniengestaltung bis zur Bahnhofsausstattung eher einfach und robust ist, weist das deutsche Denken einen Hang zum Overengineering und zur Perfektion auf. Mit dem Ergebnis, dass Vorhaben zu spät bis gar nicht fertig werden oder dann eben fehlerhaft sind. In Frankreich gibt man sich mit Einfacherem zufrieden, was dann allerdings auch funktioniert. Stuttgart 21 hätte es in Frankreisch nie gegeben. Dort wäre ein Durchgangsbahnhof auf den Fildern oder in Bad Canstatt gebaut worden.
Weit schwerwiegender ist allerdings das politische Kompetenzgerangel und die antivisionäre Handlungsweise unserer Volksvertreter. Frankreich baut, Deutschland zerredet; das war schon 1978 so als der erste TGV in Betrieb ging, den man technologisch eher als Ford Mustang auf Schienen bezeichnen konnte, während Deutschland an seinem Carrera RS3 laborierte und dafür (noch) nicht einmal die geeignete Straße hatte.
Ich kann auch den Relativierungen in der Forumsdiskussion nur bedingt folgen. In Frankreich gibt es regelmäßige Punkt zu Punkt Verbindungen in rascher Taktfolge. Die attraktiven Reisezeiten füllen dabei die Züge bis auf den letzten Platz. Wenn man gegen 17:00 am Gare de l'Est steht gehen im 10 min Takt Züge nach Reims, Metz, Nancy, Chalons, Strasbourg, Luxembourg, Frankfurt und Stuttgart raus, teilweise mit Zwischenhalten in den Schnellbahnhöfen. Stadtdurchfahrten werden dabei überflüssig. Es ist auch ein Mythos dass alle Wege nach Paris führen. Vom Bahnhof Lorraine TGV kann man beispielsweise täglich direkt nach Bordeaux, Nantes, Lille, Brüssel, etc. fahren. Keiner dieser Züge hält an einem Pariser Bahnhof. Das Argument mit der Besiedlungsdichte lasse ich ebenfalls nicht gelten. In Japan rast der Shinkansen mit 300 km/h durch dicht besiedelte urbane Regionen.
Die Infrastrukturkonzepte in Deutschland sind unzureichend und mutlos. Sie sind von inkrementalen Pseudoverbesserungen geprägt, ohne den Blick auf das große Ganze.
Damit Innovationsfähigkeit ihre Anwendung findet und dem Bürgernutzen dient, bedarf es politischer Entscheidungsfähigkeit und Visionen. Diese lässt insbesondere unser Verkehrsminister vermissen. Die Verzögerung des Trassenbaus beim Brennerzulauf ist ein weiteres Beispiel. In Österreich ist dieser fertig gestellt. Es ist nicht "unverantwortlich" dass es auf der Autobahn eine Geschwindigkeitsbeschränkung geben soll, sondern vielmehr, dass Deutschland mittlerweile der Blockierer nachhaltiger europäischer Mobilität ist.

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g_bec 15.04.2019, 12:15
146. In der Tat

Zitat von ReinhardHasch
Ich mag die Bahn so wie sie ist. Dass es zeitliche Verschiebungen gibt ist bei der Vielzahl von beeinflussenden Faktoren durch aus verständlich. Für die, welche es ganz eilig haben, empfehle ich früher aufzustehen und eventuell eine Bahnverbindung früher zu wählen. Übrigends, die Straßenbahn war letztes mal auch nicht pünktlich, ich bin nicht verzweifelt und habe die nächstfolgende Verbindung gewählt. Ging auch .
In der Tat, so kann man es auch sehen;-) Ein Bekannter buchte eine Tour Köln-Erfurt zum Supersparpreis. Sein erster Zug (IC) hatte Verspätung, so dass der Anschluss (IC) weg war. Allerdings durfte er den ICE der nachfolgenden Tour (in der DBApp aber deutlich teureren) deshalb nutzen und war so insgesamt nur fünf Minuten später als ursprünglich geplant in Erfurt. Und das im ICE und mit weniger Umsteigen;-)

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Steinberg 15.04.2019, 12:17
147.

Frankreich ist eben super zentralistisch ausgerichtet.

Warum nehmt ihr nicht mal die Strecke Bordeaux nach Marseille in eure Berechnung auf.
Ist es wirklich sinnvoll diese Strecke über Paris zu fahren?!

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der_anonyme_schreiber 15.04.2019, 12:17
148.

Zitat von the_argonaut
Ich fahre gerade von Peking nach Shanghai - mit dem Zug 1200 km in 4h23min - garantiert pünktlich. Man stelle sich vor, Berlin-Paris, selbst Madrid wäre einfach mit dem Zug zu erreichen. Übrigens 4G gibt es durchgehend - auch in dünn besiedelten Gebieten. Der Bau der Strecke hat übrigens 4 Jahre gedauert. Mir werden zurück in Deutschland im Land der Sparknechte, der schwarzen Nullen und Aufschieber ganz schnell die Tränen kommen. Ups - da bin ich gleich schon da - sekundengenau.
Ja, so eine zentralistische Diktatur hat schon Vorteile, wenns um die Streckenplanung geht.
Da wird dann halt die Stadt einfach verlegt, wenn sie im Weg ist.
Und wer sich beschwert...
Und für das Prestige ist auch nichts zu teuer.
Ich finde es auch cool, dass China so eine tolle Bahn und ein feines Netz hat, aber sie sollten auch wahrnehmen, warum da etwas geht was bei uns aus gutem Grund in der Form nicht geht.

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c00 15.04.2019, 12:17
149.

Zitat von Doppeler
Tatsächlich sind seit Eröffnung der Strecke die Fluggastzahlen eingebrochen und die der Bahnreisenden hat sich mehr als verdoppelt
das finde ich einen interessanten Punkt - haben Sie dazu belastbare, vergleichbare Zahlen?

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