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ICE versus TGV: Deutsche Bummel-Bahn
Julian Stratenschulte/ DPA

Theoretisch könnte der ICE der der Deutschen Bahn mit bis zu 300 km/h durchs Land rasen. Tatsächlich schleicht er die meiste Zeit über die Gleise. Der Vergleich mit dem französischen TGV zeigt die Gründe.

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swissnavy 15.04.2019, 12:27
160. Oh jeh - mal wieder hart am Rande der Fake News

In Frankreich "leistet" man sich den Luxus zweier Gleisnetze: das Gleisnetz für die Hochgeschwindigkeitszüge und ein zweites Gleisnetz für den "Rest" (Güterzüge, Regionalzüge, etc.). Das Hochgeschwindigkeits-Netz ist keinem Wirtschaftlichkeitszwang unterworfen: es ist vereinfacht gesagt ein "Geschenk" des Staates and die SNCF, die den Auftrag hat, dort prestigeträchtig schnell zu fahren.

Bei Tempo 300 braucht so ein Zug aber natürlich auch deutlich mehr Strom als bei 160 km/h. Die SNCF kann aber nur deshalb zu halbwegs vernünftigen Kosten so schnell fahren, weil der französische Atomstrom unschlagbar billig ist. Die Deutsche Bahn könnte mit dem deutschen Strommix niemals flächendeckend 300km/h anbieten, selbst wenn es die Gleise hergeben würden - es sei denn ein einfacher Spiegel Redakteur wäre bereit 30% mehr für das Ticket auszugeben. Aber da kann ich mir die Schlagzeile schon vorstellen ...

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mullertomas989 15.04.2019, 12:28
161. @g_bec Nr.142

Sie erkennen sehr schnell den tatsächlichen Bedarf, wenn Sie nicht nur sich von der Bahn die Statistiken geben lassen (Fahrgäste Hamburg - München und Berlin - Frankfurt), sondern auch die täglichen Fahrgäste im Flugverkehr sich anschauen - das sind sehr viele!! In Fachkreisen weiß es jeder: Braucht der Zug höchstens 3 Stunden, wird er von Geschäftsreisenden gegenüber dem Flugzeug bevorzugt - weil man mit der Bahn dann einfach schneller am Ziel ist! Hohe Investitionen in die Bahn schonen das Klima - und die Zeit lässt sich dort auch besser nutzen.

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kalsu 15.04.2019, 12:30
162. Das ist noch viel bekloppter

Da bauen sie ICE-Strecken auf den man 300km/h fahren könnte. Aber sie kaufen ICE-Züge, die nur 250km/h fahren dürfen. Der ICE hat in Deutschland nur eine Zulassung bis 250km/h.

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bartsuisse 15.04.2019, 12:32
163. getrenntes Netz

ALLE HG Nationen ausser Deutschland haben getrennte Netze mit Endzubringer. ALLE. Das hat zur Folge, dass die Kapazitäten entlang dieser Strecken verdoppelt wurde. Es gab auch früher die alten Schnellzugstrecken, beispielsweise Mailand Neapel. Die gibts auch heute noch und werden von Güterzügen, Regionalzügen und Intercities befahren. Daneben gibt es aber die komplett neue HG, die dann eben in den grossen Knoten oder Agglos wie Reggio Bologna und Florenz halten, dort Passagiere von Zubringer aufnehmen und weiterrasen. Ohne den deutschen Mischbetrieb, der absolut keinen Sinn macht. Güter und Regionalverkehr haben nichts verloren auf HG Strecken. HG Strecken werden dann auch grosszügig um kleinere Städte herumgeführt, ohne da durchfahren zu müssen. Die Passagierzahlen geben Italien recht. Zusammen mit NTV befördert heute die kleinere FS soviele Passagiere wie der Fernverkehr in Deutschland. Das auf halbem Netz und mit 22 mio weniger Einwohner. Strecken wie Hamburg München oder Köln Berlin oder MucBer müssen in 3 Std. befahren werden maximal. Alles andere hat mit HG nichts zu tun

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matti99 15.04.2019, 12:32
164. wenn die Lokal-Politik bei wenig Geld eingreift....

wenn die Lokal-Politik bei wenig Geld eingreift, dann kommt das deutsche Problem heraus: ICE-Bahnhöfe für Montabaur, Wiesbaden, Uelzen, etc. Und mit wenig kann man nur einen neuen Stuttgarter Hbf bauen, statt einer neuen Strecke mit neuen Bahnhof am Stuttgarter Stadtrand und Anbindung dort für den Regionalverkehr. Mit wenig Geld läßt man die ICE auch über die alte Rheinstrecke zwischen Bonn und Mainz fahren und kann auch keine Neubaumaßnahme zwischen Frankfurt und Würzburg planen, Aschaffenburg, Hanau und Offenbach benötigen ja auch einen ICE-Anschluss. Mit wenig Geld kann man auch keine Neubaustrecke zwischen Köln und Hamm/Dortmund planen, da muss dann auf die alten Gleiswege zurückgegriffen werden und die dortigen Anleger können gegen den Ausbau klagen, weil das Planfeststellungsverfahren im Düsseldorfer Raum vor der Jahrhundertwende 18./19.Jahrhundert nicht ordentlich abgelaufen sei. Ein gutes (leider schlechtes) Beispiel für die verzögerte Planung eines Neubaus ist die Strecke Basel (DB) bis Karlsruhe, Teile sind fertig, andere Teile stecken im Planfestsstellungsverfahren, aber es wird dort nicht für 300 km-ICE-Geschwindigkeit geplant. Auf der anderen Rheinseite wird die Strecke Paris - Basel (SNCF) längst mit einem Neubau bedient. Aber solange die Politik sich nicht um die Bahn wirklich kümmert (bestes Besipiel gab es im vorletzem Jahr beim Wassereinbruch des Neubaus in Rastatt - der Bundesverkehrsminister ist dort nicht gewesen, hatte aber einen Wahlkampfauftritt in wenigen km-Entfernung).. Bahn interessiert die Poliikk nur dann wenn mal wieder ein Bändchen durchgeschnitten werden darf. Die verlorene Zeit beim Bahntransport (Personen und Fracht) ist auch wirtschaftlich, finanziell verloren (beim Brutto-Sozialprodukt).

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enfield 15.04.2019, 12:33
165. Bitte?!

Zitat von g_bec
.... Es gibt keine Tausenden Menschen, die HH-M oder B-FFM regelmäßig bedürften. ...
Ich denke, Sie haben kein realistisches Bild. Selbst in der ersten Klasse ist es mitunter schwer ohne Reservierung noch einen freien Platz zu finden für Großstadt-Direktverbindungen - nicht nur zu den Stoßzeiten. Zumindest ist das von Frankfurt/M. der Fall - und zwar egal in welche Großstadt sie fahren...
Diese Direktverbindungen sind der Grund, warum nicht nur ich seit Jahren kaum noch fliege und kaum mehr (längere Strecken) Auto fahre...für meine knapp 800 EUR im Monat steige ich in jeden x-beliebigen Zug ganz ohne Buchung...
Nebenbei komme ich noch mitten im Stadtzentrum an und kann dort in den meisten Fällen direkt mit den Öffentlichen (ohne Ticket) zu meinem Ziel fahren. Besser ging's nur, wenn's halt zumindest zu 80% reibungslos so ablaufen würde.

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From7000islands 15.04.2019, 12:35
166.

Zitat von JohnC.
... sehen die Grafiken genau so aus. Mit dem Unterschied, daß es dort daran liegt, daß in Deutschland, zumindest auf dem Papier, schneller gefahren werden darf, als in Frankreich. Trotzdem kommt man in Frankreich schneller, gleichmäßiger und vor Allem entspannter voran als in Deutschland. Schlussfolgerung: Die deutsche Verkehrspolitik versagt seit Jahrzehnten! Warum? Weil die Politik in Deutschland das Auto, durch Lobbyisten gesteuert, als Verkehrsmittel bevorzugt. Die Art und Weise wie dies geschieht, führt aber dazu, das sowohl der Auto- als auch der Bahnverkehr viel schlechter funktionieren, als daß eigentlich möglich wäre.
Ihr Vergleich mit frz Autobahnen lässt vollkommen ausser Acht, dass die frz Highways schweine-teuer sind und oft gähnend leer, was tatsächlich ein angenehmes Fahren ermöglicht. Wenn Strassen für Leute gebaut sind, die gut bei Kasse sind, haben wir mal ein Beispiel der frz Klassen Gesellschaft. Eine EU kann man mit der frz Mentalität sowieso nicht bauen.-

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ohjeee 15.04.2019, 12:37
167. 1

Zitat von mullertomas989
Klar, Deutschland ist dicht besiedelt, das bestreitet niemand. Aber anders, als viele Bahn-Manager und auch SPON-Kommentatoren das gerne darstellen, ist das mitnichten ein Grund gegen mehr Nonstop-Verbindungen! Natürlich sollen in Kassel, Würzburg und Bielefeld weiterhin stündlich ICEs halten. Aber man sollte eben ZUSÄTZLICH auch Sprinter zwischen den Endbahnhöfen fahren lassen (etwa als 7er-Einheit). Diese Züge gilt es anzuschaffen und dann am besten auch noch Tangenten um solch kleinere Städte herumzubauen. Dann müssen die Sprinter nicht von 300kmh runterbremsen.....
Ihr Vorschlag ist also, mit 300km/h durch einen Bahnhof zu rauschen?

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metastabil 15.04.2019, 12:38
168.

Zitat von .patou
Ich lasse mich zwar gerne vom Gegenteil überzeugen, halte Ihre Behauptung aber für fraglich. Der Bedarf ist ganz sicher da. Das Gros der Reisenden zwischen den Städten Hamburg, München und Berlin hat sich angesichts der desolaten Zug-Verbindungen ins Flugzeug geflüchtet.
Haben sie für ihre Behauptungen denn belastbare Quellen? Oder raten sie nur aus der südbadischen Pampa daher?

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bartsuisse 15.04.2019, 12:40
169. swissey - Italien

kennen Sie die nicht? Schade. Italien hat den Anschluss an die Neat pünktlich zur Cenerieröffnung fertig. Der Knoten ist in Busto Arsizio. Die Achse ist Rotterdam-Genua. Die Strecke Mailand Genua ist im Ausbau und die dritte Apenninquerung ist in Bau, eine Unterquerung im Tunnel. Auch der Brennerbasistunnel ist in Bau, Neapel-Bari HG Ausbau. Brescia-Venedig HG Ausbau auf der Strecke Turin-Triest. In Deutschland hingegen wird geschlafen. Sind Sie schon mal im ICE Interlaken Berlin in der Schweiz gefahren? (ihr Nick deutet auf die Schweiz hin). So etwas verlottertes muss man weit suchen

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