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ICE versus TGV: Deutsche Bummel-Bahn
Julian Stratenschulte/ DPA

Theoretisch könnte der ICE der der Deutschen Bahn mit bis zu 300 km/h durchs Land rasen. Tatsächlich schleicht er die meiste Zeit über die Gleise. Der Vergleich mit dem französischen TGV zeigt die Gründe.

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markus_wienken 15.04.2019, 12:41
170.

Zitat von dont_think
Siemens war der TR nicht zu teuer. Und unwirtschaftlicher als die Bahn geht bis auf BER und BW nicht.
Genau. Und weil er der TR sich so wirtschaftlich betreiben lässt finden sich in China außer der defizitären Strecke in Shanghai auch beinahe überall TR-Strecken und keine konventionellen Schnellzüge.
Äh... moment mal...

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Barças Superstar 15.04.2019, 12:45
171. Gut aufbereiteter Artikel

Deutschland ist zu 80% hügelig, Frankreich zu 80% flach. In Frankreich liegen die Bahnhöfe (Paris ausgenommen) vor den Toren der Stadt, in Deutschland innerstädtisch. Rad-Schiene ist für Frankreich das richtige Konzept, für Deutschland wäre es die Magnetschwebebahn entlang der Autobahnen gewesen. Aber durch geschickte Lobbyarbeit einerseits (Auto, Beton, Binnenflugverkehr, Tiefbau, Service...) wurde die Magnetschwebetechnik hierzulande bewusst und vorsätzlich totgerechnet. Diletantische Fürsprecher für die falschen Strecken (wer erinnert sich nicht an Stoibers Vermächtnis: "10 Minuten"?) taten dann ein Übriges. Man hätte seinerzeit die Strecker Berlin Hamburg bauen sollen und später dann eine Nord-Süd-Achse Hamburg, Frankfurt, München, aber gegen provinzielles Denken und die Konkurrenz zum Leasing-Auto war kein Kraut gewachsen. Stattdessen verballerte man lieber Milliarden in Tunnelsysteme für das Rad-Schiene-Konzept, kleistert den Luftraum mit Binnenflügen zu und lässt hundertausende Ein-Personen-Firmenwagen Abgase in die Luft pusten, die z.T. 50.000 Jahreskilometer im Alleingang fressen.

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HARK 15.04.2019, 12:46
172. Köln - Hamburg

Der Artikel benennt die Probleme klar und deutlich. Allerdings hat der Autor vergessen zu erwähnen, dass das größte Problem auf der Relation Hamburg - Köln/Ruhrgebiet besteht. Da wäre man ja schon froh, wenn man so etwas angeboten bekäme wie zwischen Stuttgart und Straßburg...

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wizzard74 15.04.2019, 12:46
173.

Zitat von JohnC.
... sehen die Grafiken genau so aus. Mit dem Unterschied, daß es dort daran liegt, daß in Deutschland, zumindest auf dem Papier, schneller gefahren werden darf, als in Frankreich. Trotzdem kommt man in Frankreich schneller, gleichmäßiger und vor Allem entspannter voran als in Deutschland. Schlussfolgerung: Die deutsche Verkehrspolitik versagt seit Jahrzehnten! Warum? Weil die Politik in Deutschland das Auto, durch Lobbyisten gesteuert, als Verkehrsmittel bevorzugt. Die Art und Weise wie dies geschieht, führt aber dazu, das sowohl der Auto- als auch der Bahnverkehr viel schlechter funktionieren, als daß eigentlich möglich wäre.
Vielleicht haben wir in Deutschland aber auch einfach die doppelte Bevölkerungsdichte und daraus folgend mindestens (Transitland) die doppelte Verkehrsdichte.
Heißt nicht, dass es nicht besser ginge, aber Frankreich als Vergleich zu nehmen und daraus Ihren herrlich verkürzten Schluss zu ziehen ist hanebüchen.

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jge-75 15.04.2019, 12:48
174. Transrapid?

Wieso setzt man immer noch auf die Schiene für Langstrecke? Die Technik ist da und sie funktioniert. Den Transrapid könnte man über das existierende Streckennetz bauen und die lahmen ICE Krücken überholen, Hubs an strategisch gelegenen Zubringern wie Frankfurt, München, Hamburg, Dresden und für die Brandenburgische Provinz notfalls auch Berlin. Der kurzen Strecken dazwischen decken etwas schnellere IC ab. Somit liesse sich das Dilemma der parallelen Nutzung umgehen, es würden sogar Slots frei und die Bahnstrecken sind eh schon hässlich. In Deutschland auf den ICE setzen ist nen toten Gaul quälen. Kann dann halt nicht jeder Landrat seinen Transrapidhalt bekommen, da müssen die dann halt durch.

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rainalddassel 15.04.2019, 12:50
175. In Frankreich regiert der Zentralstaat

Die deutsche Kleinstaaterei hat zu viel zu sagen. In Frankreich ist ganz klar, daß man sehr schnelle Verbindungen nach Paris will. In Deutschland sehen viele Provinzpolitiker keinen echten Vorteil darin schnell nach Berlin zu kommen. Diese Möchtegern Förderalimus vor allem von vielen Ländern, die es so nicht gab - BaWü, NRW, Rheinland-Pfalz, MV etc. Es braucht effizientere Zusammenarbeit in Bereichen wie Polizei, Justiz, Bildung und Verkehr

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moev 15.04.2019, 12:51
176.

Zitat von chb_74
Immer wieder wird angeführt, dass es ja viel zu viele Zwischenhalte in Deutschland gäbe. Das stimmt zum Teil; in Käffern wie Montabaur muss wirklich kein ICE halten, das war reine Regionalpolitik und wird ja durch die geringe Haltefrequenz auch deutlich gemacht.
Hat für die wirtschaftliche Entwicklung des Raumes Montabaur aber wahre Wunder bewirkt. Hätte ich damals nicht für möglich gehalten und diese Haltestelle auch in Frage gestellt.

Klar kann man jetzt argumentieren das sei nicht primäre Aufgabe der DB AG und damit hat man auch nicht unrecht. Aber es zeigt deutlich das es manchmal eben doch richtig ist bei einzelnen Projekten abstriche beim enger gefassten Projektziel in Kauf zu nehmen um dafür das große Ganze voran zu bringen

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els067 15.04.2019, 12:52
177.

Zitat von JohnC.
... sehen die Grafiken genau so aus. Mit dem Unterschied, daß es dort daran liegt, daß in Deutschland, zumindest auf dem Papier, schneller gefahren werden darf, als in Frankreich. Trotzdem kommt man in Frankreich schneller, gleichmäßiger und vor Allem entspannter voran als in Deutschland. Schlussfolgerung: Die deutsche Verkehrspolitik versagt seit Jahrzehnten! Warum? Weil die Politik in Deutschland das Auto, durch Lobbyisten gesteuert, als Verkehrsmittel bevorzugt. Die Art und Weise wie dies geschieht, führt aber dazu, das sowohl der Auto- als auch der Bahnverkehr viel schlechter funktionieren, als daß eigentlich möglich wäre.
So einfach ist das nicht.
In Frankreich hat man den Nahverkehr geopfert. Alles wurde auf den TGV gesetzt, in vielen Ortschaften wurden lokale Züge einfach eingestellt.
Dazu Muss man auch berücksichtigen, dass Frankreich um einiges größer ist als Deutschland, mit weniger Einwohner. Viele Franzosen, ich auch, fahren nicht auf Autobahnen, wegen der Kosten und der tat, dass wir den Privat-Konzernen es nicht gönnen, jedes Jahr Milliarden Profit vom Betrieb der Autobahnen zu machen.

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metastabil 15.04.2019, 13:00
178.

Zitat von vantast64
möglichst stabil ausgeführt werden, damit die Wagen bei schweren Unfällen nicht wie in Eschede durch die Gegend purzeln. Die jetzigen (uralten) Wagenkupplungen sind eher eine Sollbruchstelle und sicherheitsmäßig ungeeignet, dafür aber billig, was bei uns ausschlaggebend ist, nicht wie bei Flugzeugen, wo alles getan wird, die Sicherheit zu gewährleisten.
Wie ihnen schon häufiger erklärt wurde, hätte keine Wagenkupplung die beim Zugunglück von Eschede aufgetretenen Kräfte ausgehalten. Beim TGV-Unfall in Eckwersheim 2015 blieb der Zug auch nicht an einem Stück - die Wagen wurden durch die aufgetretenen Kräfte ganz einfach von Drehgestell und Kupplung abgerissen.

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sanibel123 15.04.2019, 13:05
179. Das Ganze klingt etwas irrational

Es ist doch völlig unerheblich, ob man bei einer Bahnfahrt 5, 10. oder
15 Minuten länger oder kürzer unterwegs ist. Wenn über Pünktlichkeit geredet wird ist es ähnlich. Denn: Ursache ist der Fahrgast, der beim Ein- oder Aussteigen bummelt. Das war anders als die Inter-City-Züge
eingerichtet wurden. Sie bestanden in der Regel aus 4 Erster-Klasse
Wagons und waren für Geschäftsreisende gedacht und von denen auch genutzt. Da waren auch kurze Ein- und Aussteigezeiten kein Problem. Und heute bremsen eben viel 2.Klasse reisende mit viel und sperrigem Gepäck die Züge aus. Und dadurch ergeben die Statistiken über Pünktlichkeit bei der Bahn so ein schlechtes Bild. Und: ein Vergleich mit dem Flugverkehr hinkt ebenfalls in vielen Fällen. Weil die Fahrzeiten zum nächstgelegenen Flughafen sehr unterschiedlich sein können.
Am Besten ein bisschen Entschleunigen. Für mich gilt: Bequemlichkeit und Sauberkeit sind wichtiger als 5 oder 10 Minuten kürzere Reisezeiten.

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