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ICE versus TGV: Deutsche Bummel-Bahn
Julian Stratenschulte/ DPA

Theoretisch könnte der ICE der der Deutschen Bahn mit bis zu 300 km/h durchs Land rasen. Tatsächlich schleicht er die meiste Zeit über die Gleise. Der Vergleich mit dem französischen TGV zeigt die Gründe.

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Frittenbude 17.04.2019, 21:57
250.

Zitat von Stäffelesrutscher
Bis vor einigen Jahren hatte die Bahn für Ihre Strecke das ideale Verkehrsmittel im Angebot: den Nachtzug. Spanische (!) Bauart, nannte sich Talgo, mit Rezeption und Restaurant, Neigetechnik für entspannten Schlaf. Abends ab, morgens da. Alle Schlafwagenabteile mit Dusche und WC. Hotel auf Rädern. Aber diese Züge hat die DB bewusst kaputtgemacht, damit man ICE+Hotel buchte oder gleich in den Flieger stieg. Zufällig hatte man ja genügend Manager aus der Luftfahrt und der Hotellerie im Aufsichtsrat ... und dazu Politiker aus der Gegend von Ingolstadt und München als Verkehrsminister.
Danke, dass Sie diesen wichtigen Punkt ansprechen. Ich hatte tatsächlich auch die Hoffnung, so einen Nachtzug (mit einem "echten" Schlafwagen, wie ein kleines Einzel-Hotelzimmer) zu finden. Vor gut 15 Jahren musste ich regelmäßig von Berlin nach München und habe damals als Alternative zum Flieger gerne den Schlafwagen genommen - gegen 22:00 los und morgens ausgeschlafen samt Frühstück im Zug entspannt am Ziel.
Das war eine tolle, komfortable Sache, frühes Aufstehen für Flieger entfiel, und dafür, dass Hotel Übernachtung+Anreise abgedeckt wurden, auch preislich attraktiv.
Sehr schade und mir vollkommen unverständlich, warum es dieses clevere Konkurrenzangebot zum Flugzeug nicht mehr gibt.

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emil7685 17.04.2019, 21:58
251.

Zitat von enfield
(...) Im Ernst: diese ganzen maßlosen Übertreibungen sind dermaßen lächerlich und zeigen deutlich, dass diejenigen garnicht wirklich betroffen sind und keinen Schimmer von der alltäglichen Realität haben und schon garnicht von Verhältnismäßigkeiten. Ich lache euch aus.
Die Bahn will den ICE als Alternative zum Flugzeug etablieren, gibt Milliarden für Streckenbau aus damit man auf Langstrecken wenige Minuten schneller ist, und dann hält der ICE von Hamburg nach München in den Metropolen Harburg, Göttingen, Kassel, Fulda und Ingolstadt und verliert dadurch 20 Minuten bis zu einer halben Stunde. Ich frage mich, was daran eine "maßlose Übertreibung" sein soll wenn man der Meinung ist, dass das nervt.
Sie können mich auch ruhig "auslachen". Das ändert allerdings nichts daran dass ich weiterhin fliege oder mit dem Auto fahre. Ich habe auch nichts gegen das Rauchverbot. Das schließt halt nur millionen von Rauchern mehr oder weniger von der Beförderung aus. Ich habe zum Glück einen Führerschein und ein Auto und bin nicht auf die Bahn angewiesen.
Und dass ich zu Zeiten des "guten Abend Tickets" relativ oft mit der Bahn gefahren bin ist auch keine "Maßlose Übertreibung" sondern schlicht mein persönlicher Fakt.

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bartsuisse 18.04.2019, 09:52
252. Nicht die Spitzengeschwindigkeit allein ist wichtig

sondern die durchschnittliche Reisezeit und Pünktlichkeit. Wenn Deutschland HG nicht kann und nicht will, sollte wenigstens dafür gesorgt werden, dass die verhältnissmässig wenigen Züge wenigstens pünktlich ankommen. Ein Kollege von mir fährt zweimal pro Monat von der Schweiz nach Thüringen. Jedesmal ein Albtraum. Schon auf der Falchstrecke Basel Frankfurt wird immer eine Verspätung von 20-30 Min. Angesammelt, die Anschlusszüge sind dann entweder weg, auch verspätet, umorganisiert etc. Er ist nicht EINMAL pünktlich angekommen. Solche Geschichten hört und liest man jeden Tag. Die Fahrzeiten ausser auf drei Strecken sind so langsam wie in der Schweiz, aber unpünktlich, niederfrequent, dazu viel zu teuer fûrs tiefe Lohnniveau. Von HG zu faseln oder zu träumen und noch mehr vom Deutschlandtakt ist völlig an der Realität vorbei. Gerade letzterer wird bestimmt zur kompletten Lachnummer. Ich hör schon die Witze dazu

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enfield 18.04.2019, 09:59
253.

Zitat von emil7685
Die Bahn will den ICE als Alternative zum Flugzeug etablieren, gibt Milliarden für Streckenbau aus damit man auf Langstrecken wenige Minuten schneller ist, und dann hält der ICE von Hamburg nach München in den Metropolen Harburg, Göttingen, Kassel, Fulda und Ingolstadt und verliert dadurch 20 Minuten bis zu einer halben Stunde. Ich frage mich, was daran eine "maßlose Übertreibung" sein soll wenn man der Meinung ist, dass das nervt. Sie können mich auch ruhig "auslachen". Das ändert allerdings nichts daran dass ich weiterhin fliege oder mit dem Auto fahre. Ich habe auch nichts gegen das Rauchverbot. Das schließt halt nur millionen von Rauchern mehr oder weniger von der Beförderung aus. Ich habe zum Glück einen Führerschein und ein Auto und bin nicht auf die Bahn angewiesen. Und dass ich zu Zeiten des "guten Abend Tickets" relativ oft mit der Bahn gefahren bin ist auch keine "Maßlose Übertreibung" sondern schlicht mein persönlicher Fakt.
Die Bahn will den ICE nicht als Alternative zum Flugzeug etablieren - das ist lediglich ein (Neben-)Aspekt.
Wenn Sie mal eine solche Strecke tatsächlich mit dem ICE fahren würden, würden Sie halt gewiss nicht so reden - das meine ich! Es nervt ne ganze Menge bei der Bahn...etwaige Zwischenhalte sind es nicht. Wie gesagt: eher im Gegenteil - wenn der Zug aus Süden eh durch Harburg muss, macht es durchaus Sinn dort auch kurz zu halten - auf diesen Abschnitten (also dann Harburg - Hbf - Dammtor) wirkt sich die Verzögerung nicht großartig aus, man kommt aber im Zweifel jeweils praktischer an sein Ziel. Ingolstadt kann ich nicht beurteilen. Die anderen Halte liegen weit auseinander und sind jeweils halt mehr oder weniger relevant und werden aber auch nicht immer von allen ICE's berücksichtigt. Also: das Szenario was Sie - ganz offensichtlich aus der Theorie (bzw. Ihrer Annahme) aufbauen, existiert so in der Realität nicht, daher ist es maßlos übertrieben.
Millionen von Rauchern werden auch nicht ausgeschlossen, die können (dürfen) halt nur nicht rauchen - als ich noch Raucher war habe ich das auch gut ertragen können...ebenso wie im Flugzeug...
Ja, und Guten Abend Tickets gibt's nun schon fast 20 Jahre nicht mehr....das erklärt auch Ihr unzutreffendes Bild der gegenwärtigen Bahn...17 Jahre alte persönliche Fakten halte ich nicht für Übertreibung aber eben für Schnee von vorgestern....

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emil7685 18.04.2019, 13:02
254.

Zitat von enfield
(...) Ja, und Guten Abend Tickets gibt's nun schon fast 20 Jahre nicht mehr....das erklärt auch Ihr unzutreffendes Bild der gegenwärtigen Bahn...17 Jahre alte persönliche Fakten halte ich nicht für Übertreibung aber eben für Schnee von vorgestern....
Was hat sich denn groß geändert in den letzten 17 Jahren? Außer dass alles kundenunfreundlicher, für den Gelegenheitsfahrer extrem teuerer und unflexibler wurde? Das ist eine ernsthafte Frage.
Und dem "guten Abend Ticket" trauere ich ganz einfach nach, weil das auch "normalen Leuten" die spontan mal irgendwo hin wollten eine bezahlbare und bequeme Bahnfahrt ermöglicht hat. Das ist alles. Ich bin damit zum Beispiel öfters mal Strecken wie Hamburg-Nürnberg oder Berlin-Freiburg gefahren. Weil das preislich eben eine gute Alternative zum Auto oder Flugzeug war. Bei mir ist Bahnfahren eben eine relativ "preisgesteuerte" Angelegenheit. Wenn die Kosten einer Bahnfahrt die Kraftstoffkosten einer Autofahrt übersteigen dann fahre ich mit dem Auto.

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murrle01 19.04.2019, 22:08
255. Um so viele Züge fahren zu lassen...

Zitat von karlo1952
Warum gibt es in Deutschland nicht wenigstens 2 -3 ICE pro Tag, die die großen Metropolen wie München-Hannover oder Hamburg, oder München-frankfurt direkt ohne Zwischenstop anfahren. Damit wären vielen Geschäftsreisenden geholfen. Die Streckenkapazität würde es hergeben, wenn ich sehe, dass ich auf der A7 zwischen Fulda und Kassel manchmal keinem einzigen ICE auf der Strecke nebenan begegne. Und die könnten theoretisch ja im 10 Minutentakt fahren.
im 10 Minutentakt fehlt etwas Wesentliches: Personal!! Es gibt viel zu wenig Lokführer, und das wird noch schlechter werden. Mit funktionierendem Material ist es ähnlich. Ohne gewaltige Anstrengungen, einer Menge Geld und dem Willen der Politik, wird es sich nicht ändern.

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murrle01 19.04.2019, 22:19
256. Auch für Sie....

Zitat von mullertomas989
... auf der Strecke Barcelona - Madrid. Rund 625km (wie München - Berlin) und der schnellste Zug braucht nur 2:30h. Jeder Ort wird beim Sprinter per Tangente umfahren. Das Flugzeug hat bei weniger als 3h verloren. Mehr Sprinter (idealerweise mit Tangenten!) wären auch in Deutschland sinnvoll - D. Ist zwar dichter besiedelt, aber sie Lösung ist da einfach: mehr zusätzliche Züge! Auch investieren wir laut Statistik insgesamt noch viel zu wenig ins Netz.
noch einmal: Zusätzliche Züge können Sie vergessen. Personalmangel schon jetzt, der nur durch Überstunden einigermaßen
ausgeglichen wird. Aber in den nächsten Jahren werden sogar noch mehr Züge ausfallen -oder erst gar nicht geplant werden - weil keine Lokführer vorhanden sind. Die Altersabgangszeit kommt: Zu den schon jetzt fehlenden 800 - 1000 Personalen, werden noch weitere 1500 und mehr dazu kommen. Ich bin froh, nicht mehr aktiv zu sein!

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kpschulz 19.04.2019, 22:47
257. Politik is gefragt - Infrastruktur ist Politiksache

Zitat von murrle01
noch einmal: Zusätzliche Züge können Sie vergessen. Personalmangel schon jetzt, der nur durch Überstunden einigermaßen ausgeglichen wird. Aber in den nächsten Jahren werden sogar noch mehr Züge ausfallen -oder erst gar nicht geplant werden - weil keine Lokführer vorhanden sind. Die Altersabgangszeit kommt: Zu den schon jetzt fehlenden 800 - 1000 Personalen, werden noch weitere 1500 und mehr dazu kommen. Ich bin froh, nicht mehr aktiv zu sein!
Es handelt sich hier um eine politische Willensentscheidung ! Im Endeffekt würden sich wahrscheinlich die Personal- und Sachinvestitionen volkswirtschaftlich rechnen, wenn wir Verkehr aus der Luft und von der Straße auf die Schiene bekämen. Es käme allerdings auch einer Umschichtung gleich, deren Potential aber vorhanden ist. Die Kfz-(Zuliefer-)Industrie weist erhebliche, und durch Elektromobilität zunehmende, Überkapazitäten auf. Die Politik sieht darin eine Wohlstandsbedrohung, die sich allerdings nicht durch Wachstum und "weiter so wie bisher" beseitigen lässt. Hier bietet sich die Chance des Umdenkens und der langfristig kostenneutralen Umschichtung von Ressourcen.

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kpschulz 20.04.2019, 09:25
258. Politik ist gefragt - Infrastruktur ist Politiksache

Es handelt sich hier um eine politische Willensentscheidung ! Im Endeffekt würden sich wahrscheinlich die Personal- und Sachinvestitionen volkswirtschaftlich rechnen, wenn wir Verkehr aus der Luft und von der Straße auf die Schiene bekämen. Es käme allerdings auch einer Umschichtung gleich, deren Potential aber vorhanden ist. Die Kfz-(Zuliefer-)Industrie weist erhebliche, und durch Elektromobilität zunehmende, Überkapazitäten auf. Die Politik sieht darin eine Wohlstandsbedrohung, die sich allerdings nicht durch Wachstum und "weiter so wie bisher" beseitigen lässt. Hier bietet sich die Chance des Umdenkens und der langfristig kostenneutralen Umschichtung von Ressourcen zugunsten Streckenneu- und Ausbau sowie Bahnbetrieb. Natürlich kostet dies Geld. Infrastruktur kostet immer Geld und ist a priori defizitär. Das gilt insbesondere für den Straßenverkehr - nur wird dieser gern schöngerechnet.

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murrle01 20.04.2019, 14:06
259. Sie haben Recht, aber....

Zitat von kpschulz
Es handelt sich hier um eine politische Willensentscheidung ! Im Endeffekt würden sich wahrscheinlich die Personal- und Sachinvestitionen volkswirtschaftlich rechnen, wenn wir Verkehr aus der Luft und von der Straße auf die Schiene bekämen. Es käme allerdings auch einer Umschichtung gleich, deren Potential aber vorhanden ist. Die Kfz-(Zuliefer-)Industrie weist erhebliche, und durch Elektromobilität zunehmende, Überkapazitäten auf. Die Politik sieht darin eine Wohlstandsbedrohung, die sich allerdings nicht durch Wachstum und "weiter so wie bisher" beseitigen lässt. Hier bietet sich die Chance des Umdenkens und der langfristig kostenneutralen Umschichtung von Ressourcen zugunsten Streckenneu- und Ausbau sowie Bahnbetrieb. Natürlich kostet dies Geld. Infrastruktur kostet immer Geld und ist a priori defizitär. Das gilt insbesondere für den Straßenverkehr - nur wird dieser gern schöngerechnet.
damit wird das eigentliche Problem (Personalmangel) nicht behoben. Solange es in der freien Wirtschaft noch offene Stellen gibt, die besser bezahlt werden als Lokführer, und dazu noch sozialere Arbeitszeiten haben, wird auf Dauer kein Nachwuchs gefunden werden. Nun werden Sie sagen, Schichtdienst gibt es woanders auch - stimmt. Aber nicht in der Art wie es NUR beim Lok und Zugpersonal ist. (Einelheiten erpare ich mir und Ihnen) Und auch nicht geändert werden kann. Welche Nachteile das hat, zeigt sich an den vielen Bewerbern, die nach kurzer Zeit "das Handtuch" geworfen haben. Es ist für mich unbegreiflich, dass die Bahnführung in der Sache blind ist? Ohne eine derbe Aufstockung der Bezahlung wird es sich nicht ändern.

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