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Illegale Ferienwohnungen: Fast eine Million Euro Bußgeld für Airbnb-Anbieter in Berli
Sean Gallup/ Getty Images

Kreuzberg ist nicht nur unter Hauptstädtern extrem gefragt. Auch Berlin-Touristen lieben den Szenekiez und seine Ferienwohnungen. Weil die Übernachtungen nicht immer legal sind, kassieren die Bezirke nun Bußgelder.

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SusiWombat 15.07.2019, 09:44
60.

Zitat von Hans-Dampf
Ich finde es anmaßend, dass Städte den Sinn und Zweck des Eigentums ad absurdum führen. Man kauft eine Wohnung, um Weitere Denksportaufgabe aus dem eigenen Umfeld: meine Tante hat eine Wohnung in der Innenstadt, die sie über eine Agentur an Studierende vermietet, die jeweils befristete Mietverträge erhalten. Sie plant, in den nächsten Jahren wieder diese Wohnung selbst zu bewohnen, wenn sie gesundheitlich nicht mehr außerhalb leben kann bzw. möchte. Die Moralisten würden nun wahrscheinlich
Diese "Moralisten" gibt es nun so garnicht. Studierende sind ebenso reguläre Mieter wie Wochenendpendler. Da haben sie wohl vor lauter "what about" das ursprüngliche Problem aus den Augen verloren.

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Hans-Dampf 15.07.2019, 10:28
61.

Zitat von SusiWombat
Diese "Moralisten" gibt es nun so garnicht. Studierende sind ebenso reguläre Mieter wie Wochenendpendler. Da haben sie wohl vor lauter "what about" das ursprüngliche Problem aus den Augen verloren.
Die von mir gegannnten Studierenden unterzeichnen einen (befristeten) "Miet-"Vertrag bei einer Agentur, die im Auftrag meiner Tante die Vermittelung übernimmt. Das ist, abstrahiert gesehen, nichts anderes als eine Ferienwohnung über z. B. Airbnb an Dritte zu "vermieten".
Erhöhen wir das Abstrakionsniveau:
Meine Tante beauftragt eine Agentur, die zeitlich befristet Menschen gegen einen monatlichen Geldbetrag in ihre Wohnung vermittelt.
Ein Eigentümer beauftragt eine Agentur, die zeitlich befristet Menschen gegen einen vereinbarten Geldbetrag in seine Wonung vermittelt.
Ich sehe da keinen inhaltlichen Unterschied.

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tizian 15.07.2019, 11:10
62. Überall

Zitat von gruenerwaldgeist
Kein Wunder, dass digitale Geschäftsmodelle in DE keine Chance haben, wenn stets mit der Regulierungskeule gedroht wird. Airbnb ist eine fantastische Möglichkeit, überall auf der Welt günstig unterzukommen. Daraus entstehen eine Menge Chancen im Tourismus, aber in DE möchte man sie am liebsten abwürgen. Diese Technologiefeindlichkeit ist nicht auszuhalten.
Dann suchen Sie mal nach Airbnb und NewYork,SanFrancisco,Paris,Sidney,NeuDelhi, etc. Überall wird AirBnb als Mitursache für Wohnraumentzug wahrgenommen. Das ist keine deutsche Besonderheit wie Sie darstellen möchten.

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tizian 15.07.2019, 11:13
63.

Zitat von Hans-Dampf
Die von mir gegannnten Studierenden unterzeichnen einen (befristeten) "Miet-"Vertrag bei einer Agentur, die im Auftrag meiner Tante die Vermittelung übernimmt. Das ist, abstrahiert gesehen, nichts anderes als eine Ferienwohnung über z. B. Airbnb an Dritte zu "vermieten". Erhöhen wir das Abstrakionsniveau: Meine Tante beauftragt eine Agentur, die zeitlich befristet Menschen gegen einen monatlichen Geldbetrag in ihre Wohnung vermittelt. Ein Eigentümer beauftragt eine Agentur, die zeitlich befristet Menschen gegen einen vereinbarten Geldbetrag in seine Wonung vermittelt. Ich sehe da keinen inhaltlichen Unterschied.
Ihr Abstraktionsniveau wäre nur dann zu halten, wenn die Studierenden nur max 1-2 Wochen dort wohnen.Ihre Verwandte macht etwas, was Stdentenwohnheime machen, aber nicht AirBnb.

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Hans-Dampf 15.07.2019, 11:33
64.

Zitat von tizian
Dann suchen Sie mal nach Airbnb und NewYork,SanFrancisco,Paris,Sidney,NeuDelhi, etc. Überall wird AirBnb als Mitursache für Wohnraumentzug wahrgenommen. Das ist keine deutsche Besonderheit wie Sie darstellen möchten.
In den genannten Städten und weiteren Städten bzw. Metropolen ist Wohnen enorm teuer - da ist im Vergleich EUR/qm² selbst die Münchner Innenstadt noch preiswert gegen.
Da werden gern mal Airbnb und weitere Portale genutzt, um sich solche Wohnung überhaupt leisten zu können. Bei solch hohen Wohnkosten würden die Reichen nur noch unter sich bleiben - mit Airbnb bspw. haben auch relativ wohlhabende Menschen die Möglichkeit, dort zu wohnen.
Der Zuzug in Metropolen bzw. Metropolregionen ist auf der ganzen Welt zu erkennen. Die Gründe mögen vielfältig sein, aber die Augen davor zu verschließen und sich Ferienwohnungsvermittler als Ursache herauszupicken ist doch sehr engstirnig. Die Bevölkerungsdichte nimmt nämlich dort nur minimal zu, was den Schluss zulässt, dass die Metropolen sich sowohl in Höhe als auch in der Breite vergrößern müssten, um die ganzen Interessenten für Wohnungen aufnehmen zu können.

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Hans-Dampf 15.07.2019, 11:39
65.

Zitat von tizian
Ihr Abstraktionsniveau wäre nur dann zu halten, wenn die Studierenden nur max 1-2 Wochen dort wohnen.Ihre Verwandte macht etwas, was Stdentenwohnheime machen, aber nicht AirBnb.
Was für einen Unterschied macht es, ob nun für x Semester (wobei x auch mal kleiner 1 sein kann) oder für y Wochen vermietet wird? Beides ist kein dauerhaftes Mietverhältnis und entzieht die Wohnung dem Wohnungsmarkt, wenn man es so sehen will.
Wohnungen in Studierendenheimen sind damit nicht vergleichbar, da diese genau für diesen Zweck errichtet wurden. Daher sind auch dort die Mietkosten i. d. R. geringer als auf dem freien Wohnungsmarkt.

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egonv 15.07.2019, 11:54
66.

Bei den Kommentaren fragt man sich schon, was für moralische Überzeugungen dahinter stehen.
Wenn man jemanden nicht gleich verpetzt, ist das großzügig. Aber spätestens nach einem dezenten Hinweis, dass er das unterlassen sollte, ist der Staat auf die Mithilfe der Bürger angewiesen, sonst geht alles drunter und drüber, bis hin zu "Vielleicht habe ich die Vergewaltigung gesehen, geht mich aber doch nichts an."
Dann die Leute, die auf die freue Nutzung ihres Eigentums bestehen: Schwarzarbeit sollte dann wohl auch legal sein, ist ja keine eigene Arbeitskraft. Man darf in diesem Land glücklicherweise nicht alles beliebig auf jede Art zu Geld machen.
Haften sollten meiner Meinung nach die Anbieter der Wohnungen, nicht die Plattform. Letztere sollte aber dazu verpflichtet sein, die Behörden zu unterstützen und dann für mangelnde Überprüfung der Anbieter haften.
Prinzipiell ist das Untervermieten eine gute Sache für die Urlauber, aber dazu gehören Regeln und vor allen eine ordnungsgemäße Anmeldung bei der Stadt.

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egonv 15.07.2019, 12:10
67. @Hans-Dampf

Der Unterschied ist genau der, dass Studenten wegen des Studiums dort wohnen. Ja, Studenten WOHNEN an ihrem Studiumsort. Mal abgesehen davon, dass die Förderung von Auszubildenden/Studierenden durchaus Aufgabe der Gesellschaft/des Staates sein kann, ist diese Vermietung prinzipiell auf Dauer, i.d.R. Dauer des Studiums angelegt. Hierfür gelten dann auch die Bedingungen des Wohnungsmarktes. Der Tourismusmarkt ist dagegen eine ganz andere Sparte, und somit ein ganz anderes Unternehmensfeld.

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ancoats 15.07.2019, 12:24
68.

Zitat von telis
einfach leerstehen lassen. die preise gehen bei den zinsen ja immer weiter hoch.
Gute Idee... Im wirklichen Leben gehört ungenehmiger Leerstand allerdings (genau wie unangemeldete Ferienwohnungen) zum Gegenstand des Zweckentfremdungsverbotsgesetz. Jedenfalls in Berlin.

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ancoats 15.07.2019, 12:27
69.

Zitat von REGULISSI
So wird man keine Investoren für neue Wohnraum in Berlin finden, ganz im Gegenteil.
Aha... Weil Investoren nur in Wohnraum investieren, wenn dieser ggf. auch nach Gusto als Ferienapartments vermietet werden darf, oder was genau soll uns das sagen...?

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