Forum: Reise
Insel vor Vancouver Island: Wo man lebt, um der hektischen Welt zu entkommen
Ryan Walker

Sie gelangen nur per Fähre ans Festland, tauschen Waren aus und bauen, wie sie wollen: Der Fotograf Ryan Walker hat Einwohner einer kleinen Insel in der Salischen See vor Vancouver Island besucht.

Antalyaner 01.07.2019, 13:16
1.

"Den Namen der Insel will er allerdings aus Respekt vor den Einheimischen nicht verraten" Es sind genau diese Artikel, Fotos etc. etc., die solch einem abgeschiedenen Idyll den Todesstoß versetzen. Im Zeitalter des Internet braucht man etwa 3 Min, um den "gehüteten" Namen dieser Insel heraus zu finden. Von welchem Respekt wird da gesprochen ?

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ruhepuls 01.07.2019, 13:27
2. Ein "Idyll" - leider nur mit wenigen Menschen möglich

So sympathisch solche alternativen Lebensformen auch erscheinen, so wenig lassen sie sich leider als blueprint (Entwurf) für die Masse verstehen. Sobald "viele" irgendwo leben (müssen), ist es vorbei mit der Idylle.
Insofern kann man für die heute dort lebenden nur hoffen, dass nicht viele herausbekommen, wo genau die Insel ist.
Das ist das fatale an solchen Artikeln und an "Aussteigern", die ihr Leben mit Vorträgen über "unberührte Regionen" finanzieren: Sie zerstören, was sie eigentlich lieben, denn sie erzeugen Sehnsüchte in denen, die ihnen zuhören oder über sie lesen.

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pek 01.07.2019, 14:15
3. Wir sind zu viele ...

Das ist der Grund für Kriege, für die Zerstörung unserer Lebensgrundlage und den Verlust des Glücks. Auch auf der Hauptinsel gibt es Plätze von unglaublicher Ruhe, doch wer die wunderbare Straße nach Ucluelet fährt landet in einem Ort wo sich der Tourismus breit macht. Alle auf der Suche nach dem "Ursprünglichen". Doch längst gibt es keine weißen Flecken mehr auf der Erde.
Vielleicht sollten wir einen neuen Planeten bewohnen?

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captaingerd 01.07.2019, 14:20
4. Utopien müssen sein!

Schön zu wissen, dass es ein paar Leute gibt, die andere Wege gehen! Was sie rausfinden kann sehr wohl nützlich sein für viel mehr Leute. Die leben nämlich nicht das "einfache Leben", sondern ein ziemlich kompliziertes, das sich nicht so einfach ergibt, sondern herausgefunden werden muss, mit viel Erfahrung und Anstrengung.
Ich habe selber acht Jahre in vergleichbaren Bedingungen in einem sehr abgeschiedenen Tal mit rund hundert Gleichgesinnten gelebt. Irgendwo auf einer tropischen Insel, wo, würde ich nicht mal ungefähr verraten.
Interessant scheint mir aber, dass diese Lebensweise in Melanesien Standard ist, und keine Ausnahme. Nur, dass es dort nicht Europäer sind, die so leben. Von den Melanesiern könnte die Menschheit viel lernen. Man sollte nicht so viel machen, sondern mehr drüber reden, scheint eine ihrer zentralen Weisheiten zu sein. Wir arbeiten zu viel, das scheint mir der Casus Knacksus zu sein. Wir verdienen dadurch zu viel und mit dem zuvielen Geld machen wir die Welt kaputt! Geldverschmutzung nenne ich das zusammenfassend.

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k70-ingo 01.07.2019, 14:57
5.

Zitat von ruhepuls
So sympathisch solche alternativen Lebensformen auch erscheinen, so wenig lassen sie sich leider als blueprint (Entwurf) für die Masse verstehen. Sobald "viele" irgendwo leben (müssen), ist es vorbei mit der Idylle. Insofern kann man für die heute dort lebenden nur hoffen, dass nicht viele herausbekommen, wo genau die Insel ist. Das ist das fatale an solchen Artikeln und an "Aussteigern", die ihr Leben mit Vorträgen über "unberührte Regionen" finanzieren: Sie zerstören, was sie eigentlich lieben, denn sie erzeugen Sehnsüchte in denen, die ihnen zuhören oder über sie lesen.
Die Gefahr, daß nun, nach diesem einen Artikel, die -tatsächlich nur vermeintliche- Idylle zusammenbricht, ist äußerst gering.
Vor Ort ist die Insel mit ihrer Community seit 50 Jahren bekannt. Sie wurde damals gegründet von Hippies und Aussteigern.

Ebenso lange bekannt ist, daß dieser Lebensstil nicht unproblematisch ist, insbesondere wenn bewußtseinserweiternde Substanzen oder eine ablehnende Haltung gegenüber der Schulmedizin ins Spiel kommen.
Deswegen, wegen dieser verzerrten Realitätswahrnehmung, haben Freunde von mir diese Insel bereits Mitte der 70er Jahre wieder verlassen, im Interesse ihrer kleinen Kinder.

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Frank_G 01.07.2019, 15:27
6. Recht leicht...

Recht leicht ist die Insel zu ermitteln, allein aufgrund der journalistischen Informationen, die der Artikel gibt (man muss also keine Ortskenntnisse haben oder ausgewisener Kanada-Kenner sein).

Wie die anderen, die offensichtlich wissen, um welchen Insel es sich handelt, werde auch ich den Namen hier nicht nennen, aber soviel sei verraten: Die Insel hat sowohl eine Wikipedia- als auch eine eigene Webseite, mit der sowohl Touristen angesprochen als auch lokale Produktie und "business opportunities" angeboten werden. So völlig unerreichbar wollen sich die Leute dort wohl gar nicht machen....

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Sueme 01.07.2019, 19:00
7.

2-3 Anfahrt mit der Fähre pro Tag an 5 Tagen die Woche, abgeschieden klingt irgendwie anders.
Es soll Dörfer in Deutschland geben die seltener von einem öffentlichen Bus besucht werden.
Und ja schwer heraus zu finden um welche Insel es sich handelt war es mal nicht. Also das Mimosenblatt können Photograf und Autorin getrost zur Seite legen.

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recluce 02.07.2019, 16:17
8. Auch auf Vancouver Island...

Auch auf Vancouver Island gibt es viel Platz für Ruhe und Idylle, auch wenn es um Victoria selbst mittlerweile eng wird. Ich wohne etwas außerhalb von Victoria (10 Minuten zu Einkaufsmöglichkeiten, 25 Minuten ins Stadtzentrum) mitten in der Natur. 20.000 qm Grundstück (80% geschützter Wald) mit absoluter Ruhe, viele Wildtiere (auch Weißkopfadler), ohne Straßenbeleuchtung und das Wasser kommt aus dem eigenen Tiefbrunnen. Strom und Internet (600 MBit/s) gibt es allerdings. Vor nun bald 15 Jahren war das noch einigermaßen erschwinglich, aber heute müßte man wohl deutlich nach Norden ausweichen oder einen siebenstelligen Betrag (Euro) investieren, wenn man so etwas haben wollte.

Die gesamten "Minor Islands" haben übrigens eine noch viel entspanntere Lebensweise, auch da diese Inseln alle einigermaßen abgeschnitten sind (in der Regel keine Flughäfen und wenige Fährfahrten) - und alle diese Inseln ziehen einen ähnlichen Mix von Menschen an, wie im Artikel beschrieben.

Was witzig ist: in Toronto gelten die Menschen im Lower Mainland (Gegend um Vancouver) als "laid back" und etwas seltsam. In Vancouver sieht man die Leute auf Vancouver Island so und auf Vancouver Island kann man ähnliche Ansichten über die kleineren Inseln und ihre Einwohner hören.

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