Forum: Reise
Irlands Kneipen in der Krise: Besucht die Pubs, solange es sie noch gibt
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Die Wirtschaftskrise bedroht Irlands gesellige Institution - an jedem zweiten Tag schließt irgendwo zwischen Sligo und Cork eine Kneipe. Damit seine Gäste weiterhin kommen, hat sich ein Wirt etwas einfallen lassen.

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sok1950 01.08.2013, 08:49
10. gab es hier bei SPON nicht gerade eine Diskussion um Monogamie?

Zitat von sysop
Aber ich fürchte, dass ich meine Frau im Pub vergessen habe. Sie stand bei den Hurling-Jungs.
Frauen sind ja von Natur aus Monogam und Treu...

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roana 01.08.2013, 08:58
11. Viel viel unromantischer und schlimmer

Seit ich auf der Insel ein (Ferien)Haus habe und dort öfter bin, in einer Gegend durch die die Touristen nur bestenfalls durchfahren bin ich auch mehr mit den locals zusammen und erfahre so manches.
Die Situation ist schlimmer wie in dem rührenden Text geschildert, viel schlimmer. 4 Selbstmorde junger Leute in Kerry in drei Wochen - und das waren nur die, über die groß berichtet wurde. An jeder Klippe, Brücke und Kaimauer hängen Schilder "You are not allone! Call samaritians ...".
Alte Leute leben in Häusern, die man hier bestenfalls als Ruine einstufen würde. Stütze von Staat gibt es maximal ein halbes Jahr, dann gibt es nix mehr, Null, nada, nothing...
Gleichzeitig sind die Leute, so arm sie auch sein mögen, ungeheuer herzlich und freundlich - wenn sie einen mal akzeptiert haben. Als Touri erlebt man nur die "kommerzielle" Freundlichkeit, die einem Kunden entgegengebracht wird, die echte Freundlichkeit unterscheidet sich massiv davon.
Bei uns im Dorf gibt es noch 3 Pubs, einen Tante Emma Laden, Tankstelle mit Postagentur und es gibt jemand, der sich sein Geld damit verdient, nachts die Leute aus dem Pub heim zu fahren...

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Jonny_C 01.08.2013, 09:20
12. Passiert....

...nach dem unsäglichen Rauchverbot und der exorbitanten Gebührenerhöhung von SKY auch jeden Tag im Ruhrgebiet.
Da muss man nicht nach Irland schauen.
In Hamburg 6 Kneipen in meinem Umfeld in den letzten 12 Monaten.
In Bochum 11 Kneipen nach dem Rauchverbot.
"Liebe Nichtraucher, jetzt ist alles rauchfrei - wo bleibt ihr denn nun als Gäste ?"

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granzert 01.08.2013, 09:23
13. Nicht nur Rauchverbot

Seit meinem ersten Besuch in Irland ist mir auch aufgefallen, dass die Riesenbildschirme in den Pubs die Kommunikation stören beziehungsweise komplett unmöglich machen. Früher gab es Musik und Gespräche mit den Menschen, heute stiert jeder auf die Sportübertragungen. Das ist bei uns ja nicht anders. Insofern kann auch das Pub oder die Kneipe kaum noch dazu genutzt werden um Menschen kennen zu lernen. Da kann ich auch gleich zu Hause bleiben und mir das Programm ansehen, das ich möchte, denn selbst wenn man es nicht will wird der Blick immer wieder auf das flimmernde Bild gezogen.
Trotzdem tut es mir weh zu sehen wie die einfachen Menschen, ganz gleich wo es ist, die Krise schultern müssen während die Verursacher sich einen Dreck um ihre Hinterlassenschaften scheren. Aber diese Menschen sind wohl systemrelevant....

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karlsiegfried 01.08.2013, 09:30
14. 4 Euro für ein Bier?

Das kann und will ich mir auch nicht leisten. Würde in der Düsseldorfer Altstadt ein Bier 4 Euro kosten, knnte die halbe Altstadt ebenfalls dicht machen.

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LouisWu 01.08.2013, 09:38
15.

Die Wirtschaftskrise für den Mangel an Pub-Gästen verantwortlich zu machen ist wohl ein schlechter Scherz. Gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten hat es die Leute in die Kneipen getrieben. Das Geld für ein Pint war immer noch da.

Das Rauchverbot wurde geschickt unerwähnt gelassen. Kann ja nicht schaden, per Definition....:-(

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shenshen_ie 01.08.2013, 09:45
16. ...

Zitat von kelnor
Faszinierend, ein ganzer Artikel über das langsame Sterben einer Kneipenkultur und kein einziger Satz über das irische Rauchverbot, was wohl mitverantwortlich sein dürfte.
Das koennte unter Umstaenden damit zusammenhaengen, das der Smoking Ban vor fast 10 Jahren eingefuehrt wurde, und das Pub-Sterben erst vor 2 - 3 Jahren eingesetzt hat.

Das Problem ist nicht, dass Iren unbedingt im Pub rauchen wollen und jetzt 10 Jahre nach Einfuehrung des Verbotes anfangen zu schmollen.
Das Problem ist, dass sich die laendlichen Gegenden, besonders im Westen, zunehmend entvoelkern. Und wo keiner wohnt, da geht auch keiner ins Pub.

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BreitCalde 01.08.2013, 09:46
17. Schlimm

Zitat von Jonny_C
...nach dem unsäglichen Rauchverbot und der exorbitanten Gebührenerhöhung von SKY auch jeden Tag im Ruhrgebiet. Da muss man nicht nach Irland schauen. In Hamburg 6 Kneipen in meinem Umfeld in den letzten 12 Monaten. In Bochum 11 Kneipen nach dem Rauchverbot. "Liebe Nichtraucher, jetzt ist alles rauchfrei - wo bleibt ihr denn nun als Gäste ?"
Müssen die Leute sich doch tatsächlich Zuhause dichtschütten.
Na wenigsten ist dort der Weg zum Klo kürzer.
Bei Bedarf gleich neben der Schüssel übernachten.

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Robert_Rostock 01.08.2013, 09:49
18.

Zitat von Freewolfgang
... gibt es in Bayern auch, verursacht durch das von der bayerischen Staatsregierung durchgeprügelte Rauchverbot. Und das sage ich als Nichtraucher...
von der bayrischen Staatsregierung durchgeprügelt?!

War da nicht was? So mit 38% Wahlbeteiligung und 61% Ja-Stimmen?
Wo dann danach hier im Forum viele Raucher geklagt haben "Ja, hätte ich das geahnt, dann wäre ich ja zur Abstimmung gegangen"?
Volksbegehren

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experiencedsailor 01.08.2013, 09:53
19. Das Rauchverbot hat nun wirklich nichts

mit dem Kneipensterben zu tun.In Deutschland schließt auch eine Eckkneipe nach der anderen, lange vor dem Rauchverbot, was im übrigen durch viele Kneipen umgangen wird. Die Frage ist nicht, wieviele NR kommen jetzt in eine Kneipe, sonder wieviele R bleiben deswegen weg. Daß Rauchen gesundheitsschädlich und lästig ist, brauchen wir hoffentlich nicht diskutieren. Die gute, alte Eckkneipe hat halt ausgedient -schade- und wird ersetzt durch den xten Coffee-Shop mit einer quirlig-nervenden Barista.

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