Forum: Reise
Italiens schönste Dörfer: Andiamo! Ab ins Nirgendwo!
Borghi più belli d'Italia

Diese bunten Häuser! Dieser bröckelnde Putz! Diese verlassene Piazza! Italiens Provinz verzaubert Urlauber. Und genau die sollen nun die einsamen Dörfer retten.

Seite 2 von 6
bettyblue 17.04.2017, 11:04
10. ...es gibt noch viele

zauberhafte Borghis, hier nur ein paar: "Nemi" am Lago di Nemi in dem Gebiet "Castelli Romani" ist sicher eines davon. Unglaubliche Aussichten auf den Kratersee mit der gegenüberliegenden Silhouette von Castelgandolfo. Oder "Panzano in Chianti" im Herzen der Toscana. Von hier aus lässt sich wunderbar die umliegende Landschaft erkunden, Weingüter oder Kulturmetropolen besuchen oder in der fantastischen Metzgerei Falorni in Greve einkaufen.
Hoch über der Amalfi-Küste liegt "Ravello" - ein traumhaftes Dorf mit verwinkelten Gassen und Lokalen, in denen man im Schatten der Zitronenpergolen traumhafte Ausblicke und regionale Köstlichkeiten geniessen kann. Sein Glück: von der Amalfi-Küste aus für Busse und grosse Wohnmobile nicht zu erreichen. Die Serpentinen sind viel zu eng. :-) Ausserhalb der Saison ist Positano natürlich auch ein Juwel, aber schon sehr touristisch.
Im römischen Hinterland (nord-östlich auf einem Hügel) liegt "Sant`Angelo Romano", ein malerischer Borgho mit 360 Grad Ausblick.
Wunderbare Borghi gibt es auch auf den unbekannteren Inseln: Procida (neben Ischia), Giglio (ein Kleinod für Naturliebhaber und Ruhesuchende, nachdem der Katastrophenrummel vorbei ist), Isole Tremiti (in der Adria) und Ponza (Küstenabschnitt zwischen Rom u. Neapel). Und wenn Sperlonga genannt wird, darf Gaeta und San Felice Circeo nicht fehlen.
Im Piemont und an der italienische Riviera (Abschnitt nach Genua in Richtung französische Grenze) liegen ebenfalls zauberhafte Borghi. Es ist wie überall: weg von den ausgelatschten Routen einfach mal ins Hinterland fahren. Da liegen die wahren Schätze. (Schreibt eine, die 8 Jahre bei Rom lebte).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tempus fugit 17.04.2017, 11:09
11. Noch was....

....Autostrada del Sole: Statt durchzurauschen und bei den Autogrill
erst Schlange stehen und dann was beliebiges runterzuwürgen:

Einfach mal rausfahren - z.B. Lodi u/o Vigevano - und steht man mitten
im Mittelalter und man garnicht soviel gucken als man sehen kann.

Und dort isst man köstlich und preiswert und entspannt - und schon is(s)t man im Urlaub obwohl noch auf der Reise.

so 50-70 km südlich von Mailand...

Nochwas: wenn's einem zusagt, dann mal 100-200 km auf der normalen Strasse, dauert vielleicht 1 Std. länger aber man sieht sehr viel - vom echten Italien und fährt man dann westlich ein bisschen in den noch niedrigen Appennin - ach, eine Perlenkette...

Und wer will, die kurvenreiche Strecke drüber runter nach Ligurien -
und schon ist man in Rapallo und nebenan Santa Margherita.
Und dann schön langsam die Küste entlang zuckeln Richtung la Spezia und dann kommen die Cinqueterre. Aber eben: vorher Bonasola und Levanto.
Und das wunderschöne Dorf Pignone, preiswerte B&B, Pensione mit Trattoria....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tempus fugit 17.04.2017, 11:13
12. Genau,...

Zitat von cochon
....wenn nicht überall die horriblen Mopeds ("motorini" klingt für mich wie ein Hohn) wären.
...und 'Johannisbeeren' werden Sie dann wohl auch auf den überladenen, offenen Obst- und Gemüsemärkten vermissen...

Hörte ich echt mal in Alassio angesichts der üppigen Pracht..

Wir haben uns dann lautlos davongeschlichen, aus Scham...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Oberleerer 17.04.2017, 11:45
13.

Ich weiß, warum wir Deutsche das lieben. Hier wurde beim Wirtschaftswunder alles auf Effizienz getrimmt. Ein rundes Land, mit Autobahn und Eisenbahn hat alles und jedes vernetzt und jeder konnte das nutzen.
Wer hier die Landstraßen abfährt sieht in den wohlhabenden Ortschaften fast nur Beton aus den 70ern, Glas aus den 90ern und Wärmedemmung aus den 10ern. Nur die wenigsten Geschäftsleute haben ein Auge für Schönes.

In Italien haben die Geschäftsleute auch kein Auge für Schönes. Dazu kommt eine Regierung, die Infrastruktur als Geldquelle sieht, wo jeder km bezahlt werden muß. In der Konsequenz gibt es Gewerbezentren von allergrößter Häßlichkeit, vor allem im grenznahen Norden. Die Kleinen Dörfer sind seit Jahrzehnten quasi abgeschnitten vom Rest der Welt und verfallen. Da dort niemand investiert, vor allem kein Geschäftsmann ohne Sinn fürs Schöne, kommt es dort recht selten zu Bausünden.

Soviel zur Autobahnmaut.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
capote 17.04.2017, 11:45
14.

Zitat von wernlythr
In dieser Fotostrecke hat sich ein Fehler eingeschlichen: Foto Nr. 7 stellt nicht Otranto dar sondern Santa Cesarea Terme. Dieser Ort befindet sich etwa östlichen Küste 10 km südlich von Otranto an der östlichen Küste der Halbinsel Salento.
Der ganze Artikel ist gut gemeint, aber mit wenig Sachkenntnis geschrieben.
Auf Bild 17 sieht man den Mt. Viso, den man fast aus dem ganzen Piemonte sehen kann.
Bild 13 Brisighella ist ein Kurort und heisst Brisighella Terme.
Bild 8 Sperlonga läd vor allem zur Besichtigung des Museums und der Grotte des Tiberius ein.
Bild 6 Cefalu ist ja nun kein kleines Dorf...man sieht links am Bildrand noch die beiden Türme des Duomo.
etc. pp

Beitrag melden Antworten / Zitieren
capote 17.04.2017, 12:15
15.

Zitat von tempus fugit
....Autostrada del Sole: Statt durchzurauschen und bei den Autogrill erst Schlange stehen und dann was beliebiges runterzuwürgen: Einfach mal rausfahren - z.B. Lodi u/o Vigevano - und steht man mitten im Mittelalter und man garnicht soviel gucken als man sehen kann. ......
Die Autostrade del Sole geht von San Donato Milanese (Baubeginn 19. Mai 1959) an Bologna vorbei durch den Appennino Toscano-Emiliano, an Firenze vorbei nach Roma, weiter nach Napoli, ab Battipaglia Gebührenfrei bis Reggio nel Calabria.

Was Sie beschreiben hat nichts mit der Autostrade del Sole zu tun....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tempus fugit 17.04.2017, 12:30
16. Der letzte Abswchnitt trifft...

Zitat von Oberleerer
Ich weiß, warum wir Deutsche das lieben. Hier wurde beim Wirtschaftswunder alles auf Effizienz getrimmt. Ein rundes Land, mit Autobahn und Eisenbahn hat alles und jedes vernetzt und jeder konnte das nutzen. Wer hier die Landstraßen abfährt sieht in den wohlhabenden Ortschaften fast nur Beton aus den 70ern, Glas aus den 90ern und Wärmedemmung aus den 10ern. Nur die wenigsten Geschäftsleute haben ein Auge für Schönes. In Italien haben die Geschäftsleute auch kein Auge für Schönes. Dazu kommt eine Regierung, die Infrastruktur als Geldquelle sieht, wo jeder km bezahlt werden muß. In der Konsequenz gibt es Gewerbezentren von allergrößter Häßlichkeit, vor allem im grenznahen Norden. Die Kleinen Dörfer sind seit Jahrzehnten quasi abgeschnitten vom Rest der Welt und verfallen. Da dort niemand investiert, vor allem kein Geschäftsmann ohne Sinn fürs Schöne, kommt es dort recht selten zu Bausünden. Soviel zur Autobahnmaut.
...leider - weitgehend zu...

Was die Autobahnmaut damit zu tun hat, entzieht sich meinem Verständnis.

Aber eines stimmt: Italien hat dermassen viele Kulturgüter, die könnten 80% davon exportieren und immer noch wäre Italien noch das reichste Land Europas an Kulturgütern.

Auch deshalb geht man dort etwas lasch damit um.
In Frankreich bsplsw. wäre so ein 'italienisches Kaff' schon zig-km vorher mit 'ses sons, ses lumieres etc.' beworben...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tempus fugit 17.04.2017, 12:37
17. Ja und?...

Zitat von capote
Die Autostrade del Sole geht von San Donato Milanese (Baubeginn 19. Mai 1959) an Bologna vorbei durch den Appennino Toscano-Emiliano, an Firenze vorbei nach Roma, weiter nach Napoli, ab Battipaglia Gebührenfrei bis Reggio nel Calabria. Was Sie beschreiben hat nichts mit der Autostrade del Sole zu tun....
....und dann nach so 50 oder 100 km kommen die Ausfahrten Lodi und danach Vigevano und nach paar km is(s)t man dort, wie ich es
beschrieben habe...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pykomat 17.04.2017, 12:49
18. Italienkenner allerorten

:) Es ist zum schmunzeln. Die Deutschen sind eben doch die besseren Italiener. Jeder kennt den noch geheimeren Geheimtip und weiß natürlich perfekt Bescheid.
Was mich aber generell beim Betrachten der Bilder beschleicht, ist das Gefühl, das man heute einfach nicht mehr weiß, wie man eine Stadt/ein Dorf wirklich lebenswert gestaltet. Selbst wenn man die Patina und den "mediterranen Sehnsuchtsbonus" wegrechnet, so haben diese Dörfer doch immer noch etwas zutiefst lebenswertes, was man heute schmerzlich in den sterilen Vorstadthöllen vermisst.
Man mag Arbeit haben, eine Top ausgestattete Wohnung, aber "Soul", Verwurzelung und lebendige Tradion fehlen schmerzhaft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Oberleerer 17.04.2017, 12:58
19.

Zitat von tempus fugit
Was die Autobahnmaut damit zu tun hat, entzieht sich meinem Verständnis.
Eine Jahrespauschale ist noch das kleinere Übel. Aber wenn man für jeden Autobahnkilometer direkt zur Kasse gebeten wird, vermeidet man jeden weiteren Kilometer.

Selbst am Gardasee haben wir die Überlegung verworfen für 30€ für ein paar Tage nach Rom zu fahren. Sicherlich ein Verlust, aber bevor man Rom gesehen hat, wird man es nicht vermissen.

Ich will damit sagen, eine pauschale, oder sogar kostenlose Infrastruktur ist unabdingbar für ein wirtschaftliches Fortkommen. Allerdings gibt es dann auch weniger romantische Fleckchen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 6